Samstag, 10. Oktober 2026

Kreis Waldeck-FrankenbergGemeinsam gegen Digitalisierungslücken

[06.12.2021] Im hessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg sind bisher nur wenige kleine Kommunen mit der OZG-Umsetzung vorangekommen. In interkommunaler Zusammenarbeit wollen vier Gemeinden jetzt alle Digitalisierungslücken schließen – und andere Kommunen an den Erfahrungen teilhaben lassen.

Vier Kommunen im westlichen Nordhessen – Lichtenfels, Edertal, Vöhl und Waldeck – haben ein gemeinsames Projekt zur Schließung von Digitalisierungslücken initiiert. Dieses wird vom Land Hessen durch die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm Starke Heimat Hessen (wir berichteten) mit 465.888 Euro unterstützt, wie jetzt das Digitalministerium berichtet. Die Förderzusage wurde von Digitalministerin Kristina Sinemus virtuell an die vier Bürgermeister Henning Scheele, Karsten Kalhöfer, Jürgen Vollbracht und Klaus Gier überreicht. Mit ihrem gemeinsamen Projekt „Weiterführende Digitalisierung der Gemeinden Lichtenfels, Edertal, Vöhl und Waldeck“ wollen die Kommunen ihren Verwaltungen ein vollständig digitales Arbeiten ermöglichen. Dazu sollen bestehende Programme erweitert und weitere ergänzt werden. Unter anderem ist geplant, auf E-Akten umzusteigen; auch die Personalaktenführung und Arbeitszeiterfassung soll künftig digital erfolgen. Geplant ist zudem die Nutzung digitaler Sitzungsdienste. Die Implementierung verschiedener Schnittstellen zwischen den einzelnen Software-Lösungen soll den Datenaustausch beschleunigen – Ziel ist der Aufbau eines volldigitalen internen Datennetzes. Daneben sollen auch externe Themenbereiche außerhalb der Verwaltungen digitalisiert werden: So planen die Kommunen unter anderem, den Zustand der gemeindeeigenen Straßen und den Baumbestand in ein Geo-Informationssystem zu übertragen, sodass alle Daten an einem Ort abrufbar sind.

Musterbeispiel für andere

Die vier Kommunen, die auch schon an anderen Stellen zusammenarbeiten, versprechen sich durch das Projekt unter anderem schnellere Antragsprozesse für die Bürgerinnen und Bürger, weniger Verwaltungsaufwand, flexibleres Arbeiten sowie einen geringeren Papierverbrauch. Das Vorhaben sei ein wichtiges Fundament für die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes. Bis Mitte 2023 soll es abgeschlossen sein. Da im Landkreis Waldeck-Frankenberg bisher nur sehr wenige kleine Kommunen bei der Digitalisierung weit vorangeschritten sind, wollen die vier Kommunen mit ihrem Projekt Musterbeispiel für andere sein und ihr Wissen weitergeben. Die Förderung smarter Kommunen und Regionen im Programm Starke Heimat Hessen sieht explizit vor, dass auch andere Kommunen und Regionen von den geförderten Projekten profitieren. Auch die im Frühjahr 2020 gegründete Geschäftsstelle Smarte Region verfolgt den Ansatz, anhand von Best-Practices und durch Austausch und Vernetzung Erfahrungen weiterzugeben.





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