Dienstag, 31. März 2026

MünchenDritter Digitalisierungsbericht

[11.04.2022] Die Stadt München hat ihren dritten Digitalisierungsbericht veröffentlicht. Im Januar hatte die Stadt einer Fortschreibung ihrer Digitalisierungsstrategie zugestimmt. Der Bericht will zeigen, welche Maßnahmen erreicht und geplant sind und wie damit die strategischen Prinzipien unterstützt werden.
München: Digitalisierungsbericht 2021/2022 vorgestellt.

München: Digitalisierungsbericht 2021/2022 vorgestellt.

(Bildquelle: IT-Referat der Landeshauptstadt München)

Im IT-Ausschuss des Münchner Stadtrats wurde der aktuelle Digitalisierungsbericht vorgestellt. In der Veröffentlichung legt die Stadt dar, an welchen Digitalisierungsthemen sie aktuell schwerpunktmäßig arbeitet und welche Ergebnisse bereits erreicht wurden. Der letzte Digitalisierungsbericht war vom Mai 2021 (wir berichteten), der aktuell vorliegende ist der nunmehr dritte Bericht. Er zeige anschaulich, wie die strategischen Prinzipien unterstützt würden, an denen die Stadt ihre Digitalisierungsmaßnahmen ausrichtet, heißt es im Digitalblog der bayerischen Landeshauptstadt. Im Januar 2022 wurde die Fortschreibung der Digitalstrategie der Stadt beschlossen.
Die Maßnahmen im Handlungsfeld Digital Government sollen vor allem dazu beitragen, nutzerorientierte digitale Leistungen für die Menschen und Unternehmen in München bereitzustellen. Als wichtigen Aspekt nennt der Bericht die Umsetzung von Ende-zu-Ende-Prozessen, die in verschiedenen Projekten realisiert wird – etwa beim Projekt digital/4finance, mit dem die Stadt München ihre Finanz- und Immobilienprozesse modernisiert und beim Projekt neoHR, das die Personal- und Organisationsarbeit der Stadt in den Fokus nimmt (wir berichteten). Auch das München Portal der Zukunft (MPdZ) (wir berichteten) setzt auf Ende-zu-Ende-Prozesse. Es soll den bedarfsgerechten Zugriff auf Online-Dienste ermöglichen. Zusätzlich ist eine Plattform geplant, welche die aufwandsarme Automatisierung von Geschäftsprozessen ermöglicht. Auch Funktionen zur Übernahme von Daten aus Registern sind vorgesehen, sodass das Once-Only-Prinzip umgesetzt werden kann. 2021 begann die Umsetzung der ersten Prozesse auf den Plattformen. Im Jahr 2022 sollen diese zur Nutzung fertiggestellt und weitere Abläufe integriert werden.

Verwaltungsabläufe digitalisieren und modernisieren

Durch die optimierte Gestaltung von Abläufen und den Einsatz von digitalen Lösungen sollen auch Mitarbeiter entlastet werden. So hat die Einführung der E-Akte begonnen (wir berichteten). Im Jahr 2021 wurden die bereits in den vorangegangenen Jahren eingeführten Bestandsnutzungen aus dem alten Dokumenten-Management-System auf einen neuen stadtweit nutzbaren und zukunftsfähigen Standard (MUCS21) gehoben. Bis 2025 soll die E-Akte in allen Referaten und Eigenbetrieben verfügbar sein. In dem Projekt Input-und-Output-Management sollen Arbeitsabläufe durch die Bereitstellung einer technischen Basis und geeigneter Prozesse digitalisiert werden. So soll das Input-Management dafür sorgen, dass alle eingehenden Informationen unabhängig von ihrer ursprünglichen Form digital weiterverarbeitet werden können. Das Output-Management unterstützt die Zustellung von Bescheiden und anderen Informationen an Personen und Unternehmen sowie den Aktenaustausch mit anderen Behörden. Wichtige Voraussetzungen für die Bewältigung des digitalen Wandels in der Organisation der Stadt München sollen unter anderem durch die aktive Förderung eines Kulturwandels und die moderne, flexible Ausstattungen von Arbeitsräumen und IT-Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Daten besser nutzen

Das Potenzial der Daten soll noch mehr als bisher nutzbar gemacht werden. So will die Stadt München nach erfolgreicher Pilotierung ein Daten-Governance-Konzept einführen und damit eine stadtweite Daten-Management-Funktion aufbauen. Bis 2025 soll zudem das Open-Data-Portal zur Verfügung stehen, auf dem die Stadt München öffentlich Datensätze zur Verfügung stellt, die kostenlos geladen und weiterverarbeitet werden dürfen.
Ein weiteres Beispiel für die Ausnutzung des Potenzials von Daten ist der Digitale Zwilling München – ein virtuelles Abbild der Stadt, das unter anderem auf städtischen 3D-Geodaten sowie umfangreichen Informationen und Daten der Smart City München basiert. In Förderprojekten mit zahlreichen Beteiligten werde der Aufbau des Digitalen Zwillings vorangetrieben.
Hinsichtlich OZG seien bereits zahlreiche wesentliche kommunale Dienste umgesetzt, heißt es in dem Bericht, darunter der 2020 eingeführte Formular-Server (wir berichteten) in Kombination mit Nutzungskonten, der elektronische Postkorb und E-Payment. Bei der weiteren Umsetzung seien verschiedene Abhängigkeiten zu Bund und Land entscheidend, etwa bei EfA-Leistungen oder übergreifenden Basisfunktionen wie Nutzerkonten. Aktivitäten, mit der das OZG-Ziel auch nach 2022 erfüllt werden kann, seien notwendig und auf allen Ebenen wahrscheinlich, so der Digitalisierungsbericht.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Digitalstrategie SH 2026

Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt

[19.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...

Vier lächelnde Männer in Anzügen sitzen nebeneinander an einem Holztisch, vor sich Dokumente, hinter sich drei drapierte Flaggen (EU; BRD, Baden-Württemberg)

Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital

[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.

Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv

[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...

Spielwürfel mit aufgedruckten Pfeilen weisen den Weg hin zu einem Würfel mit grünem Häkchen.
bericht

Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen

[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...

Luftbild von Meschede

Hochsauerlandkreis: Weichenstellung für die Zukunft

[11.03.2026] Im Hochsauerlandkreis will ein neuer Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung für Zukunftsfähigkeit sorgen. In der Auftaktsitzung befassten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung und dem Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur. mehr...

Porträtaufnahme von Nikolaus Reisel.
interview

Digitalisierung: Wiens sozialer Auftrag

[10.03.2026] Technologie soll Freiheit schaffen – nicht einengen, sagt Nikolaus Reisel. Kommune21 sprach mit dem Head of Platform der Stadt Wien über digitalen Humanismus, offene Standards und den Einsatz von KI in der Verwaltung der österreichischen Hauptstadt. mehr...

Blick von hinten auf eine männliche Figur im Anzug, die in einem Tunnel aus Papieren steht, am Ende des Tunnels ist Licht.

Hessen: Standardbefreiung online beantragen

[09.03.2026] Hessens Kommunen sollen die Möglichkeit haben, neue Wege der Aufgabenerfüllung zu erproben. Die so genannte Standardbefreiung erlaubt es kommunalen Körperschaften, von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen, um Abläufe zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Dazu gibt es jetzt einen unkomplizierten Online-Antrag. mehr...

Die Präsidenten von Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund vor Mikrofonen

Spitzenverbände: Kommunale Handlungsfähigkeit sichern


[06.03.2026] Die kommunalen Spitzenverbände warnen vor der Handlungsunfähigkeit von Städten, Landkreisen und Gemeinden. Bund und Länder müssten dringend Maßnahmen ergreifen, sollen die kommunalen Haushalte nicht vollständig kollabieren. mehr...

NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung

[05.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...

Reihe von Autos, die in einer Straße parkt,, der Bildhintergrund ist unscharf.

DStGB: Praxisnaher Rahmen für Parkraumkontrolle

[02.03.2026] Die Kommunalen Spitzenverbände äußerten sich bei einer Anhörung im Bundestag zu geplanten Gesetzesänderungen, die auch die digitale Parkraumkontrolle betreffen. Sie fordern unter anderem eine praxisgerechte, flexible und technologieoffene Umsetzung ohne zusätzliche Bürokratie. mehr...

Drei offensichtlich gut gelaunte, lachende Männer in formaler Kleidung vor einem Tisch mit Dokumenten, warme Farbstimmung im Bild.

Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft

[23.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...

Porträtaufnahme von Milen Starke.
interview

Thüringen: Digitalisierung auf Kurs

[17.02.2026] Platz vier im Bundesvergleich, Vorreiter bei digitaler Souveränität und Open Source sowie klare Pläne für 2026 – was hinter den Zahlen steckt und wo Thüringen bewusst andere Wege geht, erläutert Landes-CIO Milen Starke im Interview. mehr...

Frankfurt am Main: Neues Transformation Office

[16.02.2026] In Frankfurt am Main übernimmt nun das Transformation Office die Steuerung der Digitalisierungsvorhaben in der Verwaltung. Wurden die Projekte bislang überwiegend dezentral realisiert, sollen diese fortan beim Transformation Office gebündelt und so effizienter und wirkungsvoller umgesetzt werden. Das Office arbeitet mit allen Ämtern der Stadt zusammen. mehr...

Zwei Personen unterzeichnen eine Absichtserklärung

Heidelberg / Hochschule Ludwigsburg: Theorie und Praxis verzahnen

[09.02.2026] Mit dem Ziel, die digitale Modernisierung der Verwaltung voranzutreiben, haben die Stadt Heidelberg und die Hochschule Ludwigsburg jetzt eine Kooperation vereinbart. Geplant sind regelmäßige gemeinsame Forschungsprojekte, aus denen sich Best-Practice-Beispiele auch für andere Kommunen ableiten lassen. mehr...

Wehende Flagge des Landes Schleswig-Holstein vor schwach bewölktem Himmel.

Schleswig-Holstein: Konsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren. mehr...