HannoverTaskforce und Fonds

Stadtverwaltung Hannover macht Tempo bei der Digitalisierung.
(Bildquelle: TIMDAVIDCOLLECTION/stock.adobe.com)
Hanni – so heißt der jüngste Mitarbeitende der Stadtverwaltung Hannover. Der KI-Chatbot mit dem freundlichen Namen steht in den Startlöchern. Er wird künftig die Menschen in der niedersächsischen Landeshauptstadt dabei unterstützen, sich auf dem städtischen Serviceportal besser zurechtzufinden. Über dieses bietet die Stadtverwaltung inzwischen rund 175 Onlinedienstleistungen an. Mit dem wachsenden Onlineangebot steigt auch die Nachfrage der Bevölkerung rasant. Und längst hat die Stadt die Vorteile von Künstlicher Intelligenz erkannt. KI-gestützte Assistenten sind in der hannoverschen Verwaltung bereits im Einsatz, um zum Beispiel Wohngeldanträge deutlich schneller abzuwickeln (wir berichteten) oder zu Grundsteuerangelegenheiten zu informieren (wir berichteten). Ein Vorteil sowohl für die Kunden der Stadt als auch für die Verwaltungsmitarbeitenden.
„Wir wollen den Service verbessern. Wir wollen schneller und effizienter werden“, so umschreibt Lars Baumann, Dezernent für Digitalisierung, das Ziel. Dafür habe die Verwaltung entsprechende Strukturen geschaffen. Baumann meint damit die Taskforce Digitalisierung und das neue KI-Kompetenzzentrum, die in agil arbeitenden Teams die Entwicklung vorantreiben. „Genauso wichtig ist aber auch, dass die Stadt mit ihrem Digitalisierungsfonds über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt“, ergänzt der Erste Stadtrat und Kämmerer Axel von der Ohe.
Im hannoverschen Digitalisierungsfonds stehen für die Jahre 2025 bis 2030 insgesamt 48 Millionen Euro zur Verfügung, um die ambitionierten Digitalisierungsziele zu erreichen (wir berichteten). Die Mittel setzt die Stadt ein, um neue Stellen – vor allem für die Programmierung und Projektarbeit – sowie Hard- und Software zu finanzieren. Auch die Besetzung des KI-Kompetenzzentrums mit zwei neu geschaffenen Stellen wird aus dem Fonds finanziert.
Stadt erwartet Effizienzgewinne
Laut von der Ohe rechnet die Stadt Hannover mit einer Digitalisierungsrendite. „Das heißt, dass die Stadt mit der fortschreitenden Digitalisierung an Effizienz gewinnen und damit sowohl Personal- als auch Sachkosten sparen wird. Damit ist zeitversetzt eine Gegenfinanzierung des Digitalisierungsfonds gewährleistet“, so der Kämmerer. Städtische Mitarbeitende, deren Stellen mit dem Digitalisierungsfortschritt entfallen, sollen für andere Aufgaben in der Stadtverwaltung qualifiziert werden.
„Die Menschen in Hannover nehmen das digitale Angebot der Verwaltung an“, bilanziert Digitalisierungsdezernent Baumann. So steige die Anzahl der Besuche auf dem Serviceportal der Landeshauptstadt weiter stark an: 2024 registrierte die Verwaltung gut zwei Millionen Besuche, nach rund 1,4 Millionen im Vorjahr. Insgesamt mehr als 174.000 Anträge wurden 2024 über das Serviceportal eingereicht. Im Vorjahr waren es 116.000 Anträge. Einen starken Zuwachs verzeichnet die Stadt auch bei den Terminen, die über die Terminmanagementsoftware orchestriert werden: Die Fallzahl lag Ende 2024 bei rund 475.000 gemanagten Terminen, von denen mehr als die Hälfte online gebucht wurde, vor allem für Passangelegenheiten in den Bürgerämtern oder für die Kfz-Zulassung. Das ist ein Plus von 27 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
„Wir konzentrieren uns darauf, das digitale Angebot im Serviceportal stetig zu erweitern“, so Baumann. „Dabei stehen einfach zu bedienende Lösungen im Fokus. Langfristig verfolgen wir die Vision, dass die Antragsbearbeitung so einfach wird wie Onlineüberweisungen oder Onlinebuchungen von Reisen.“
Eigenentwicklungen als Wachstumstreiber
Die Digitalisierung der hannoverschen Stadtverwaltung hat mit der Installation der Taskforce Digitalisierung unter Leitung von Lennart Schaer so richtig Fahrt aufgenommen. Allein 2024 hat die Taskforce 25 Serviceleistungen für Einwohner und Unternehmen als Onlineangebote entwickelt und freigeschaltet. In den kommenden Monaten werden viele weitere Leistungen online gehen.
„Unsere Eigenentwicklungen im Formularservice sind größter Wachstumstreiber für den Ausbau des städtischen Onlineangebots“, erklärt Schaer. Dagegen profitiere die Stadt Hannover weiterhin nicht in ausreichendem Maß von Serviceleistungen, die im Rahmen des EfA-Verfahrens entwickelt werden. Das Prinzip greift nicht bei allen Leistungen gut und die Vielzahl an unterschiedlichen Plattformen erschwert den Bezug. Hintergrund sind häufig Schnittstellenprobleme und landes- oder kommunalspezifische Anpassungen. „Hannover und die meisten anderen Kommunen sind somit weiterhin für die Mehrzahl der Onlineangebote auf sich selbst angewiesen, um den Service für Einwohnerinnen und Einwohner zu digitalisieren“, so Schaer.
Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung
[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...
Changemanagement: Veränderung steuern
[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...
Schneller Gründen: Aus zwei mach eins
[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...
NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht
[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...
Konsultation: Offene Daten stärken
[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...
Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI
[20.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Landes- und Kommunalverwaltung rücken zusammen
[29.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...
Hessen: Digitale Basis für finanzschwache Kommunen
[22.07.2026] Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt Hessen insbesondere finanzschwächere Kommunen bei der Einführung grundlegender Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung. Damit soll die digitale Transformation auch in Kommunen mit engen finanziellen Spielräumen vorankommen. mehr...
Digitalisierung: Taskforce eingerichtet
[16.07.2026] Niedersachsen versteht die Digitalisierung als ebenenübergreifende Aufgabe. Mit Rahmenwerk, strategischer Steuerung und operativer Unterstützung, gebündelt mit Standardisierung und konsequenter Kooperation, sind Land und Kommunen auf einem guten Weg. mehr...
Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik
[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...
Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung
[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...
Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an
[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...
Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume
[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...
Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen
[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...
BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung
[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...


















