Donnerstag, 1. Oktober 2026

Südwestfalen-ITAngreifer nutzten VPN-Schwachstelle aus

[30.01.2024] Ein Forensik-Bericht liefert jetzt Erkenntnisse zu dem Ransomware-Angriff auf die Südwestfalen-IT im Oktober 2023. Demnach nutzten die Angreifer eine Schwachstelle in einer VPN-Lösung aus, um in das Netzwerk des IT-Dienstleisters einzudringen.
 
Forensik-Bericht zum Angriff auf Südwestfalen-IT zeigt: Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle in einer VPN-Lösung aus.

Forensik-Bericht zum Angriff auf Südwestfalen-IT zeigt: Die Angreifer nutzten eine Schwachstelle in einer VPN-Lösung aus.

(Bildquelle: solarseven/123rf.com)

Ende Oktober vergangenen Jahres wurde der kommunale IT-Dienstleister Südwestfalen-IT Opfer einer Cyber-Attacke (wir berichteten). Nun hat das Unternehmen einen forensischen Bericht über den Tathergang vorgelegt. Zugang zum internen Netzwerk erlangten die Angreifer dem Bericht zufolge über eine softwarebasierte VPN-Lösung mit einer Zero-Day-Schwachstelle, die keine Multifaktor-Authentifizierung erforderte. Auf welchem Weg die dafür benötigten Zugangsdaten abgegriffen wurden, konnte laut Bericht nicht abschließend aufgeklärt werden. Sicherheitslücken in der Windows-Domäne intra.lan, die zentrale Systeme und wichtige Fachverfahren für alle Kunden der Südwestfalen-IT verwaltet, ermöglichten es den Angreifern, die Rechte bis zur Domain-Administrationsberechtigung zu erhöhen. Andere Domänen waren nicht betroffen.
Durch unverzügliches Herunterfahren und Isolieren der betroffenen Systeme sei es jedoch gelungen, den Angriff einzudämmen und das Schadensausmaß zu begrenzen, teilt Südwestfalen-IT weiter mit. So seien mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Daten abgeflossen, auch die Back-ups seien nicht betroffen. Alle Sicherheitslücken konnten nach Angaben des IT-Dienstleisters beim Wiederanlaufen der Systeme geschlossen werden. Der mit den Kommunen abgestimmte Zeitplan sehe nun vor, die ersten wesentlichen Fachverfahren bis Ende des ersten Quartals dieses Jahres in den Normalbetrieb zu überführen.
„Höchste Priorität haben weiterhin die zügige Wiederherstellung und der sichere Wiederaufbau der Systeme für operative Betriebsfunktionen“, so Verbandsvorsteher Theo Melcher. „Dabei müssen wir uns auch fragen, wie es dazu kommen konnte – das sind wir unseren Kunden und allen Bürgerinnen und Bürgern schuldig.“ Zum 01. Februar 2024 beginne der neue Geschäftsführer Mirco Pinske seine Arbeit bei der Südwestfalen-IT. Zu seinen vordringlichsten Aufgaben gehöre es, den gesamten Vorfall umfassend aufzuarbeiten und die entsprechenden Konsequenzen abzuleiten, um einen Vorfall solchen Ausmaßes künftig bestmöglich auszuschließen.
„Fakt ist, dass das Rechenzentrum nicht in der Lage war, den Angriff abzuwehren“, so Theo Melcher weiter. „Die Erkenntnisse aus dem forensischen Bericht werden nun genutzt, um die Sicherheit der IT-Systeme in allen  Netzwerkbereichen und Domänen weiter zu verstärken. Zugleich kann der forensische Bericht anderen helfen, aus dem Vorfall bei der Südwestfalen-IT zu lernen. Die Transparenz, die wir durch die Veröffentlichung des Berichts herstellen, nutzt allen.“



Stichwörter: IT-Sicherheit,


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit
Gedruckte Ausgabe der Studie von G Data auf einem Tisch
bericht

Studie: Wenn knappe Budgets zur Gefahr werden

[01.10.2026] Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet immer weiter voran. Und mit ihr verschärfen sich die Anforderungen an die IT-Sicherheit deutlich. Die repräsentative Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und brand eins zeigt: Knappe Budgets und fehlendes Fachpersonal treffen auf Cyber-Kriminelle, die schneller und gezielter vorgehen als je zuvor. mehr...

Advertorial: Entlastung in der IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor

[22.09.2026] Die Digitalisierung von Prozessen und Angeboten macht Kommunen und Behörden effizienter und zukunftsfähig. Erschwert wird dieses Mammutprojekt durch immense Cyberbedrohungen und die Frage nach technologischen Abhängigkeiten und Datenhoheit. Gefragt sind Security-Lösungen, die nicht nur durch ein hohes Sicherheitsniveau überzeugen, sondern transparent und unabhängig sind und wenig Aufwand erzeugen. mehr...

it-sa 2026: NCP zeigt deutsche Zero-Trust-Lösung

[21.09.2026] Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2026 in Nürnberg stellt das Unternehmen NCP engineering erstmals eine in Deutschland entwickelte Zero-Trust-Lösung vor. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen Lösungen für sicheren Remote Access und mobiles Arbeiten in sicherheitskritischen Bereichen. mehr...

Cyber-Kriminalität: Die Gefährdungslage verschärft sich aktuell dramatisch.

Baden-Württemberg: Mehr Cyber-Angriffe auf Kommunen

[14.09.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) verzeichnet für 2025 eine deutlich gestiegene Zahl von Sicherheitsvorfällen. Besonders betroffen waren Kommunen und Hochschulen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen nahm die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent zu. mehr...

Blick in den leeren Tagungsraum im Kreishaus Lüdenscheid (Märkischer Kreis).

Märkischer Kreis: IT-Sicherheit bleibt Daueraufgabe

[08.09.2026] Der Märkische Kreis plant für dieses und das folgende Jahr weitere Maßnahmen zum Schutz seiner IT. Vorgesehen sind ein Notfallhandbuch, ein neues Konzept für gesicherte Fernzugänge sowie interne und externe Prüfungen der Server. mehr...

Kommunix: Informationssicherheitsvorfall bei TEVIS-Online

[02.09.2026] Kommunix untersucht einen Cyber-Angriff auf die Hosting-Infrastruktur von TEVIS-Online. Zwei Kundeninstanzen waren von Angreiferaktivitäten betroffen, inzwischen wurde ein Abfluss personenbezogener Daten ausgeschlossen. mehr...

Fraunhofer SIT: Leitfaden zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie

[26.08.2026] Ein neuer Leitfaden soll Kommunen und Behörden bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie unterstützen. Er zeigt, wie sich bestehende IT-Systeme erfassen, Risiken bewerten und neue Beschaffungen auf quantensichere Verfahren ausrichten lassen. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch

[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen

[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...

Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos

[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...

Gruppenfoto vor deutscher und estnischer Flagge.

Bonn/Estland: Von den Besten lernen

[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...

Miniatur-Rettungsring auf einer Tastatur

ITEBO: Auch im Ernstfall arbeiten können

[16.07.2026] Um den Verwaltungsbetrieb auch im Krisenfall aufrechthalten zu können, sollten Kommunen einen vorbereiteten Notfallarbeitsplatz vorhalten. Eine solche Lösung bietet unter anderem ITEBO an. mehr...

Illustration zum Thema Cybersicherheit: Im Vordergrund sitzt eine dunkel gekleidete Person mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze vor einem Laptop. Im Hintergrund sind schemenhafte Silhouetten von Menschen zu sehen, die miteinander sprechen oder arbeiten. Überlagerte digitale Elemente und eine angedeutete Stadtlandschaft in Blau- und Grautönen vermitteln den Eindruck einer vernetzten digitalen Welt und symbolisieren die Bedrohung durch Cyberangriffe auf Organisationen und Verwaltungen.
bericht

Komm.ONE: Cyber-Sicherheit wird zur Daueraufgabe

[29.06.2026] Der IT-Dienstleister Komm.ONE warnt beim Cybersicherheitstag 2026 vor zunehmender Professionalisierung der Angreifer. Prävention, Zusammenarbeit und Künstliche Intelligenz gewinnen an Bedeutung. mehr...

Bild in Blautönen: Junger Mann in Office-Umgebung stützt Kopf in Hand, un ihn herum eingeblendet Icons für Dokumente und Daten und Vernetzung

CSBW: Neues Handbuch für IT-Notfälle

[23.06.2026] Für Verwaltungen bestehen jederzeit Risiken für Sicherheitsvorfälle und Datenschutzverletzungen – mit möglichen schweren Folgen. Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg unterstützt Land und Kommunen mit neuen Angeboten, ein belastbares Informationssicherheits-Managementsystem aufzubauen. mehr...

Etwas düster wirkende Bühne mit der obligaten Großprojektion, davor Personen in förmlicher Business-Kleidung in Gruppenfopto-Aufstellung

BSI/NExT: Drei Projekte für mehr Sicherheit

[22.06.2026] Den InfoSec Impact Award von BSI und NExT erhielten drei herausragende IT-Sicherheitslösungen aus dem Public Sector, die sich mit Software-Lieferketten, Cyber-Trainings und interkommunaler Zusammenarbeit befassen. Die Projekte werden als Best Practices veröffentlicht und der Fachöffentlichkeit vorgestellt. mehr...