DresdenDigital auf historische Karten zugreifen

Die Stadt Dresden hat historische Karten aus dem Liegenschaftskataster digitalisiert.
(Bildquelle: Amt für Geodaten und Kataster der Stadt Dresden)
Öffentlich bestellte Vermessungsingenieure können beim Amt für Geodaten und Kataster der sächsischen Landeshauptstadt Dresden jetzt Zahlennachweise, Karten und Festpunkte für Katastervermessungen digital über ein Dokumenten-Management-System abrufen. Damit müssen die notwendigen Nachweise und Informationen aus dem Liegenschaftskataster nicht mehr vor Ort in einem Archiv mit Aktenschränken herausgesucht werden, sondern lassen sich unabhängig von den Öffnungszeiten aus einem Datenbestand herunterladen.
Die Digitalisierung bringt laut der Stadt Dresden nicht nur eine Erleichterung der Arbeitsprozesse mit sich, sondern dient insbesondere dem Schutz der historisch wertvollen, bis zu 200 Jahre alten Liegenschaftskatasterakten. Diese dokumentieren im Freistaat Sachsen seit etwa 1835 Umfang, Besitz und Fläche von Grundstücken.
Wie die Stadtverwaltung weiter mitteilt, konnte die digitale Erfassung der Dresdner Liegenschaftskatasterakten Ende 2023 erfolgreich abgeschlossen werden. Etwa 75.000 Fortführungsrisse, Bahn- oder Forstdokumente, 7.000 historische Katasterkarten, 7.500 Festlegungsrisse von Aufnahmepunkten sowie zahlreiche weitere Nachweise seien auf Grundlage der aktuellen Liegenschaftskarte punktgenau georeferenziert sowie die Sachdaten erfasst worden. Die Karten sind dabei laut Stadtverwaltung exakt verortet und können jederzeit im Programm aufgerufen werden. Heißt: Die Karten verschiedener Jahrgänge sind über das aktuelle Flurstück gelegt und können abgerufen werden. Damit erhält man zum Beispiel Informationen zur Historie und kann Verknüpfungen zu anderen Dokumenten herstellen.
Viele der digitalen Unterlagen stammen aus dem eigenen analogen Bestand des Dresdner Amts für Geodaten und Kataster. Durch die Verluste zahlreicher Katasternachweise der Stadt Dresden im Zweiten Weltkrieg war es jedoch erforderlich, nach weiteren wichtigen Zahlennachweisen und Karten in anderen Archiven zu recherchieren. „Es gelang unseren Mitarbeitenden, etwa 700 Dokumente aus dem Stadtarchiv Dresden, über 1.000 Dokumente aus dem Hauptstaatsarchiv und etwa 650 Akten aus dem Grundbuchamt aufzufinden und zu erfassen. Darauf können wir stolz sein, denn damit haben wir einen ganz entscheidenden Beitrag für die Zwecke der Rechtssicherung und den historischen Nachweis der Eigentumsverhältnisse geleistet“, berichtet Klara Töpfer, Leiterin des Amts für Geodaten und Kataster.
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