Digitale BarrierefreiheitInklusive Transformation

Digitale Barrierefreiheit – Teilhabe für alle: Unter diesem Titel bietet der eGov-Campus eine kostenfreie Modulserie an.
(Bildquelle: Tina/stock.adobe.com)
Die Digitalisierung verändert die Arbeitsweise der öffentlichen Verwaltung grundlegend. Damit steigen auch die Anforderungen an eine inklusive Gestaltung digitaler Angebote sowie der Bedarf an entsprechenden Weiterbildungsmöglichkeiten. Der eGov-Campus, eine bundesweite Lernplattform für Bildungsangebote auf Hochschulniveau zu den Themen E-Government und Verwaltungsinformatik, bietet nun eine neu konzipierte Modulserie zum Thema digitale Barrierefreiheit an. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des eGov-Kurses zum Thema digitale Barrierefreiheit.
Die neue Modulserie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Beauftragten der Hessischen Landesregierung für barrierefreie IT und digitale Teilhabe mit Professor Benjamin Tannert vom Institut für digitale Teilhabe der Hochschule Bremen. Als dritter Projektpartner bringt Professor Klaus Miesenberger vom Institut Integriert Studieren der Johannes Kepler Universität Linz internationale Aspekte der digitalen Barrierefreiheit ein.
Die Modulserie ist als gestuftes Lernangebot konzipiert. Das bedeutet, die Teilnehmenden durchlaufen zunächst das Basismodul und erhalten als niedrigschwelligen Einstieg eine kompakte Einführung in die Themenfelder der digitalen Barrierefreiheit. Der Lernaufwand für das Basismodul entspricht ungefähr einem Weiterbildungstag. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Bescheinigung ohne Wertung, die zugleich die Voraussetzung für den Zugang zu den Aufbaumodulen ist.
Vom Basismodul zu Aufbaumodulen
Die Aufbaumodule vertiefen die einzelnen Aspekte der digitalen Barrierefreiheit. Auch hier erhalten die Teilnehmenden für jedes Modul eine Bescheinigung ohne Wertung. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, jeweils einen Leistungsnachweis mit Bewertung zu erwerben. Diese Nachweise bestätigen die erworbenen Kompetenzen formal, sie können zudem für den weiteren beruflichen Werdegang genutzt werden. Der Zeitaufwand für die gesamte Modulserie beträgt insgesamt circa eine Woche. Alle Lernmodule stehen kostenfrei zur Verfügung, lediglich eine Registrierung im eGov-Campus ist notwendig.
Das Basismodul führt in die Grundlagen und Bedeutung digitaler Barrierefreiheit im öffentlichen Sektor ein. Es behandelt zentrale Herausforderungen aus der Verwaltungspraxis und beleuchtet die Rolle von Überwachungs- und Durchsetzungsstellen in Deutschland und Österreich. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der rechtlichen und gesellschaftlichen Notwendigkeit barrierefreier Verwaltungsangebote. Zugleich werden die vielfältigen Aufbaumodule vorgestellt, die tiefer in einzelne Aspekte einsteigen.
Über den Umgang mit Barrieren im Alltag
In den Aufbaumodulen erweitern die Teilnehmenden ihr Wissen und ihre Kompetenzen umfassend. Ein erstes Modul sensibilisiert für Barrieren im Alltag, etwa anhand des Comics „Danieles Besuch im Versorgungsamt“. Es vermittelt den Umgang mit assistiven Technologien sowie die Prüfung von Barrierefreiheit digitaler Inhalte, etwa mithilfe von Checklisten. Den Umgang mit sprachlichen Barrieren adressieren Einführungen in die Deutsche Gebärdensprache sowie in die Leichte und Einfache Sprache.
Ein weiteres Modul befasst sich mit den verschiedenen Begriffen und Modellen rund um das Thema Behinderung. Neben rechtlichen Definitionen werden alltagstheoretische Ansätze vorgestellt, die Barrierefreiheit als Teil digitaler Teilhabe begreifen. Diskutiert werden zudem Konzepte zur Gestaltung barrierefreier Lösungen wie etwa Design for All und die Persona-Methode.
Rechtlicher Rahmen und praktische Anwendung
Den rechtlichen Rahmen der digitalen Barrierefreiheit erläutert systematisch ein gesondertes Modul. Von der UN-Behindertenrechtskonvention über europäische Richtlinien bis hin zur Bundes- und Landesgesetzgebung erhalten die Teilnehmenden einen fundierten Überblick über alle relevanten Normen, Verordnungen und Standards.
Praktische Anwendungen stehen im Fokus des Moduls zu barrierefreien Dokumenten. Es zeigt, warum gerade barrierefreie PDFs und andere Dokumente eine zentrale Rolle bei der digitalen Teilhabe spielen. Ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden begleitet die Teilnehmenden bei der Erstellung und Prüfung solcher Dokumente. Die Gestaltung barrierefreier Webinhalte bildet ein weiteres wichtiges Themenfeld. Die Teilnehmenden lernen die Grundlagen kennen, um zugängliche Webangebote zu schaffen. Sie erfahren, für wen Barrierefreiheit besonders wichtig ist und erhalten methodische Hilfen für die Umsetzung sowie für die Prüfung der Barrierefreiheit im Web.
Qualitätssicherung, Change Management und Ausblick
Ein länderübergreifender Vergleich gibt Einblick in die digitale Barrierefreiheit außerhalb Deutschlands. Dabei wird auch der DARE-Index vorgestellt, der die Umsetzung von Rechten für Menschen mit Behinderungen weltweit bewertet. Um die Nachhaltigkeit barrierefreier Maßnahmen zu sichern, widmet sich ein weiteres Modul der Qualitätssicherung. Hier stehen Werkzeuge wie der Standardanforderungskatalog, Checklisten und Leitfäden sowie ein Lexikon zentraler Begriffe im Vordergrund.
Ergänzt wird dies durch eine Einführung in das Change Management, um Veränderungsprozesse in Verwaltungen erfolgreich zu gestalten. Abschließend bietet die Modulserie Raum zur Reflexion: Wie beeinflussen Alter, Behinderung und Digitalisierung die digitale Teilhabe? Der Ausblick befasst sich mit aktuellen und künftigen Entwicklungen wie dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG), das die Wirtschaft in die Pflicht nimmt und die Rahmenbedingungen für digitale Barrierefreiheit weiter verbessern soll.
Die Modulserie „Digitale Barrierefreiheit“ schließt eine wichtige Lücke im Qualifizierungsangebot für die öffentliche Verwaltung. Sie verbindet rechtliche, technische und soziale Perspektiven zu einem praxisorientierten Lernangebot. Die Auseinandersetzung mit digitalen Barrieren, die Anwendung partizipativer Methoden und die Reflexion über eigene Handlungsmöglichkeiten befähigen die Teilnehmenden dazu, die digitale Transformation inklusiv zu gestalten.
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