Samstag, 19. September 2026

Kreis Dahme-SpreewaldIntelligenter Verwaltungsassistent im Test

[05.03.2026] Der Kreis Dahme-Spreewald testet in der Ausländerbehörde den intelligente Verwaltungsassistenten iva.AT, der digitale Anträge auf Aufenthaltstitel bereits beim Ausfüllen prüft und unmittelbar auf fehlende oder unpassende Unterlagen hinweist. Es handelt sich um ein Pilotprojekt im Rahmen des Programms Aufenthalt Digital.
Eine Person arbeitet an einem Laptop über dessen Tastatur Dokumente schweben.

Der intelligente Verwaltungsassistent iva.AT soll die Qualität digital eingereichter Unterlagen deutlich erhöhen und die Bearbeitung in den Ausländerbehörden beschleunigen.

(Bildquelle: aogreat/123rf.com)

Der Brandenburger Landkreis Dahme-Spreewald ist eine von bundesweit acht Kommunen, die in der Ausländerbehörde den intelligenten Verwaltungsassistenten iva.AT testen. Dabei handelt es sich um eine Künstliche Intelligenz, die bei Online-Anträgen auf Aufenthaltstitel unterstützt, erklärt die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB).

Der iva.AT erkenne bereits bei der digitalen Antragstellung, ob hochgeladene Dokumente tatsächlich den Anforderungen entsprechen, ob Angaben vollständig sind oder ob Widersprüche vorliegen. Bürgerinnen und Bürger erhalten unmittelbar Hinweise, wenn Unterlagen fehlen oder nicht in der richtigen Form vorliegen. Für die Mitarbeitenden in den Behörden bedeute das weniger zeitaufwendige Rückfragen und Nachforderungen, kürzere Bearbeitungszeiten und insgesamt eine höhere Qualität der Antragsdokumente. Zur Einführung konzentriere sich die KI-Komponente auf die vier meistgenutzten Antragsstrecken im Aufenthaltsbereich: Erwerbstätigkeit, Familiennachzug, Ausbildung und Niederlassungserlaubnis.

KI trifft keine Vorentscheidung

Wie die AKDB berichtet, ist das Pilotprojekt Teil des bundesweit etablierten Programms „Aufenthalt Digital“ und werde von dem kommunalen IT-Dienstleister technisch realisiert. Die acht Pilotkommunen verteilen sich auf Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen und Sachsen. Durch die geografisch und strukturell heterogene Auswahl soll das System unter verschiedenen organisatorischen Bedingungen getestet werden. Erste Auswertungen der laufenden Pilotierungen zeigen demnach positive Tendenzen: Fehlerquoten gehen zurück, die Bearbeitung wird schneller. Konkrete Zahlen werden nach Abschluss der Datenerhebung veröffentlicht.

Nach Abschluss der Pilotphase im ersten Halbjahr 2026 soll die Lösung schrittweise weiteren Ausländerbehörden zur Verfügung stehen, die bereits die Online-Dienste von Aufenthalt Digital einsetzen. Dabei haben sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch die Sachbearbeitenden die freie Wahl, ob sie die KI-Unterstützung aktivieren möchten, heißt es vonseiten des IT-Dienstleisters. Die KI liefere eine Vorabprüfung, welche die Arbeit erleichtert, ohne eine Vorentscheidung zu treffen.

Weitere Assistenten sind geplant

Parallel zum Projekt im Aufenthaltsrecht läuft seit Ende 2025 die Erprobung von iva.WG für Wohngeldämter, berichtet die AKDB. Auch hier übernehme die KI die Rolle eines intelligenten Assistenten, der Anträge prüft, auf fehlende Angaben hinweist und Arbeitsschritte automatisiert. Momentan werde iva.WG in fünf Kommunen getestet. Andere Kommunen haben ihr Interesse bekundet, Gespräche über neue Pilotierungen laufen bereits.

In den kommenden Monaten will die AKDB außerdem schrittweise weitere KI-basierte Verwaltungsassistenten unter dem Produktnamen iva.Services in Betrieb nehmen. Ziel sei es, Verwaltungsprozesse über unterschiedliche Fachbereiche hinweg zu standardisieren, Antragstellungen zu vereinfachen und den digitalen Bürgerservice nachhaltig zu verbessern.





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