Kreis RothStart für die Digitale Bürgerwabe

Digitale Bürgerwabe im Landratsamt Roth verbindet digitale Verwaltung und Vor-Ort-Service.
v.l.: Landtagsabgeordneter Felix Locke, Bayerns Digitalminister Dr. Fabian Mehring, Landrat Ben Schwarz
(Bildquelle: Landkreis Roth)
Wie sich eine innovative und bürgernahe Verwaltung vor Ort praktisch umsetzen lässt, zeigt der mittelfränkische Landkreis Roth gemeinsam mit Partnern aus der Region im Rahmen seines Projekts Digitale Bürgerwabe.
Wie das bayerische Digitalministerium berichtet, schlägt der jetzt im Landratsamt vorgestellte Prototyp die Brücke zwischen digitalen Zukunftstechnologien und gewohntem Vor-Ort-Service und soll perspektivisch in den Regelbetrieb überführt werden.
Wabe hat das Zeug zum Exportschlager
„Unser Land erstickt in Bürokratie und krankt an seiner Demografie. Unsere Trümpfe gegen beide Herausforderungen heißen Digitalisierung und KI“, so Bayerns Digitalminister Fabian Mehring, der das deutschlandweit einzigartige Projekt gemeinsam mit Roths Landrat Ben Schwarz und dem Landtagsabgeordneten Felix Locke der Öffentlichkeit vorstellte. Die Verwaltung der Zukunft werde mit erheblich weniger Personal auskommen müssen, so Mehring weiter: „Um trotzdem leistungsfähig zu bleiben, müssen moderne Behörden unweigerlich hochgradig automatisiert, möglichst bürokratiearm und vollständig digital arbeiten. Die digitale Bürgerwabe ist ein bundesweites Leuchtturmbeispiel dafür, wie wir Verwaltungsdigitalisierung und modernen Bürgerservice unter einen Hut bringen können. Sie hat das Potenzial, ein Exportschlager aus Roth zu werden, der bald überall Begeisterung für einen modernen Digitalstaat stiftet.“
Modularer Servicepunkt
Die Digitale Bürgerwabe ist als geschützter, modularer Servicepunkt konzipiert, der digitale Verwaltung und Vor-Ort-Service verbindet. Der vorgestellte Prototyp bietet nach Angaben des bayerischen Digitalministeriums bereits zentrale Funktionen wie eine sichere Identitätsprüfung über Ausweis-Scan und biometrischen Abgleich in Echtzeit, eine mehrsprachige KI-gestützte Antragstellung, eine automatisierte Unterstützung beim Ausfüllen von Formularen, inklusive Prüfung auf Plausibilität und Vollständigkeit sowie einen Dokumentenscanner zur direkten, datenschutzkonformen Übernahme in digitale Verfahren. Ziel sei es, Bürgerinnen und Bürger auch ohne technische Kenntnisse durch den gesamten digitalen Prozess zu führen – verständlich, barrierearm und ohne Medienbrüche.
„Die KI hilft beim Ausfüllen der Formulare, beantwortet Fragen und stellt sicher, dass alle Angaben vollständig sind“, erläutert Landrat Ben Schwarz. Gleichzeitig gewährleiste der Abgleich von Ausweis und Kamera eine hohe Sicherheit. „Wichtig ist uns dabei ein geschützter Raum, der trotzdem offen und zugänglich bleibt. Für unsere Mitarbeitenden bedeutet das eine spürbare Entlastung, weil Anträge vollständig und strukturiert eingehen. So schaffen wir mehr Zeit für den direkten Service vor Ort.“
Prototyp wird zunächst beim Wohngeld eingesetzt
An den Start geht die Bürgerwabe in Roth zunächst mit dem stark nachgefragten Antrag auf Wohngeld – weitere sollen folgen. Entwickler Alexander Wexler vom Unternehmen BEEvalid beschreibt die perspektivischen Möglichkeiten: „Die Wabe soll zum aktiven Beratungsort werden: Durch KI-gestützte Gesprächsführung und automatische Transkription können Anliegen vollständig erfasst, dokumentiert und weitergeleitet werden. Ein Service, der nicht nur für Kommunen, sondern etwa auch Banken interessant ist. Auch müsste die Wabe nicht zwangsläufig in einem Amt stehen, was ein Loslösen von Öffnungszeiten bedeutet.“
Ausweitung in die Fläche
Die Ausweitung des Projekts in die Fläche wird politisch vom Landtag unterstützt: Über eine Initiative der Regierungsfraktionen in Höhe von 150.000 Euro wurden gezielt Mittel bereitgestellt, um Pilotprojekte wie die Bürgerwabe voranzubringen und perspektivisch im Raum Nürnberg auszurollen.
Initiator der Sonderförderung war der Landtagsabgeordnete Felix Locke, der betont: „Wir wollen einen modernen Staat, der den Menschen dient und ihnen nicht im Weg steht. Mit unserer Initiative bringen wir moderne Verwaltungskanäle wie die Bürgerwabe gezielt voran und machen den Weg frei für weniger Bürokratie und mehr digitale Lösungen im Alltag. Diese Angebote müssen jetzt Schritt für Schritt in die Fläche gebracht werden – gerade auch im Raum Nürnberg.“
Mecklenburgische Seenplatte: KI unterstützt beim Bauantrag
[22.10.2026] Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte setzt bei der digitalen Baugenehmigung auf Künstliche Intelligenz. Ein neuer KI-Assistent soll Antragstellende durch das Verfahren führen, Fragen beantworten und die Vollständigkeit der Anträge verbessern. mehr...
Mettmann: Metti gibt Auskunft
[21.10.2026] Die Stadt Mettmann setzt auf einen KI-basierten Bürgerassistenten, der rund um die Uhr Fragen beantwortet und Informationen in mehr als zehn Sprachen bereitstellt. Die Einführung verlief nach Angaben der Stadt unkompliziert und mit geringem technischem Aufwand. mehr...
BMDS: Neue Runde für KI-Agenten
[21.10.2026] Agentische KI kann Verwaltungen bei internen Abläufen, der Antragsbearbeitung und im Bürgerservice entlasten. Im Agentic AI Hub des BMDS erproben Kommunen und Start-ups entsprechende Anwendungen. Das Vorhaben geht nach einem vielversprechenden Start nun in die zweite Runde. mehr...
Interview: Viel mehr als ein Chatbot
[20.10.2026] Künstliche Intelligenz kann nicht nur Bürgeranfragen automatisiert beantworten. Welche Potenziale KI-Agenten für Kommunen und Stadtwerke bieten, erläutert Carolin Edler-Mende, Geschäftsführerin von Aristech, im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...
Rheingau-Taunus-Kreis: Eigene KI für den Verwaltungsalltag
[19.10.2026] Texte entwerfen und zusammenfassen, Informationen schneller recherchieren oder Besprechungen automatisch dokumentieren: KI kann Beschäftigte in Verwaltungen bei vielen Aufgaben unterstützen. Der Rheingau-Taunus-Kreis will dafür ein eigenes KI-Sprachmodell aufbauen – Nachnutzung inklusive. mehr...
Wiesbaden: Stadtentwicklung mit KI erleben
[14.10.2026] Wie könnten öffentliche Räume künftig gestaltet werden? Mit dem neuen KI-Tool „Stadtvisionen Wiesbaden“ können Bürgerinnen und Bürger unterschiedliche Zukunftsszenarien für reale Orte in der Stadt entwerfen. Die Anwendung soll zum Nachdenken über Stadtgestaltung anregen. mehr...
AKDB: Weitere Kommunen können KAI nutzen
[13.10.2026] Nach einer dreimonatigen Pilotphase mit knapp 30 Kommunen stellt die AKDB ihren KI-Assistenten KAI nun weiteren Verwaltungen zur Verfügung. Die Anwendung soll Beschäftigte bei der Recherche, Texterstellung und Nutzung von Verwaltungswissen unterstützen. mehr...
Advertorial: KI im Posteingang der Verwaltung: was sie abnimmt und wo die Grenze liegt
[12.10.2026] Wenn KI Anträge, Rechnungen und Anfragen vorsortiert, bleibt in der Verwaltung mehr Zeit für die eigentliche Fallarbeit. Wie weit die Automatisierung des Posteingangs gehen kann – und warum die letzte Entscheidung beim Menschen bleiben sollte. mehr...
Bitkom: Ja zur Behörden-KI
[08.10.2026] Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt wachsende Zustimmung zu KI bei Behördenanträgen. Meist soll ein Mensch an der Entscheidung beteiligt sein. Gefragt sind auch Behörden, die von sich aus aktiv werden, und mehr Tempo bei der kommunalen Digitalisierung. mehr...
Arnsberg: Bürger können Arni fragen
[07.10.2026] Bürger der Stadt Arnsberg müssen nun nicht mehr auf Öffnungszeiten achten, wenn sie eine Frage an die Stadtverwaltung haben, sondern können sich damit ab sofort an den KI-gestützten Chatbot Arni wenden. mehr...
deAI Labs: Marktstart für KI-Plattform daeo
[07.10.2026] Mit daeo bringt das deutsche KI-Start-up deAI Labs eine Plattform für Mittelstand und Verwaltung auf den Markt. Sie soll verstreute Daten für unterschiedliche KI-Anwendungen aufbereiten. Der kommunale Software-Anbieter komuna nutzt sie bereits in seinem Support. mehr...
European Public Sector Award: BärGPT auf Platz zwei
[06.10.2026] Der Berliner KI-Assistent BärGPT wurde beim European Public Sector Award für nutzerzentrierte Dienste auf regionaler und lokaler Ebene prämiert. Die Anwendung von Senatskanzlei und CityLAB Berlin hilft bei Recherche, Texterstellung und Dokumentenbearbeitung. mehr...
Komm.ONE: Beitritt zum KI-Netzwerk IPAI
[06.10.2026] Komm.ONE ist jetzt Mitglied des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Der kommunale IT-Dienstleister will dort seine Expertise in der Verwaltungsdigitalisierung einbringen und Kommunen stärker mit Fachleuten für Künstliche Intelligenz vernetzen. mehr...
Leverkusen: KI und Radar erkennen Hochwasserlagen
[30.09.2026] Die Stadt Leverkusen beteiligt sich über die Kooperation ÜVAW am Aufbau von KIRa-Berg, einem KI- und radargestützten Frühwarnsystem im Bergischen Land, das Überflutungsgefahren früher erkennt. Die Stadt könnte im Ernstfall schneller handeln und die Bevölkerung besser warnen. mehr...
bcsd: KI hilft beim Stadtmarketing
[30.09.2026] Auch im Stadtmarketing gehören KI-Anwendungen vielerorts bereits zum Arbeitsalltag. Eine Untersuchung der bcsd und der imakomm Akademie zeigt: Die praktische Nutzung wächst schneller, als die nötigen Strategien, Kompetenzen und Regeln entstehen. mehr...


















