Prozessautomatisierung17 Kommunen pilotieren agentische KI

Die Pilotkommunen des Agentic AI Hub gehen in die Umsetzung - hier das Projektteam für den Kreis Borken.
v.l.: Andre Funke, Kreis Borken; Dr. Anna Gründler und Dr. Jasper Schwenzow, beide vom Berliner Start-up deepset sowie Simon Beckmann, Kreis Borken
(Bildquelle: Kreis Borken)
Agentische KI – so heißen Systeme, die eigenständig Aufgaben planen und ausführen, statt nur auf einzelne Eingaben zu reagieren. In der Verwaltung kann agentische KI dazu beitragen, Abläufe zu automatisieren, Entscheidungen vorzubereiten und damit Prozesse zu beschleunigen und Mitarbeitende zu entlasten. Im März 2026 hatte das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) ein Vorhaben gestartet, in dessen Rahmen Kommunen im gesamten Bundesgebiet von Start-ups entwickelte Lösungen erproben, um zu zeigen, wie agentische KI Verwaltungsvorgänge beschleunigen kann (wir berichteten).
Starkes Interesse
Rund 400 Start-ups und knapp 200 Kommunen aus Deutschland hatten sich laut BMDS für das Vorhaben Agentic AI Hub beworben, 17 Kommunen und zehn Start-ups nehmen nun am Projekt teil (Übersicht). Sie werden drei Monate lang bei ihrem Vorhaben vom Bund begleitet und finanziell gefördert. Wie die Stadt Schwerin – eine der Pilotkommunen – berichtet, erfolgte die Auswahl nach den Kriterien strategische Passfähigkeit, Repräsentativität und Skalierbarkeit. Doch auch Kommunen, die nicht für ein konkretes Pilotvorhaben ausgewählt wurden, werden Teil der Agentic-AI-Hub-Community. Nun berichten die ersten Pilotkommunen über ihre Projekte.
Einsparpotenziale aufspüren
Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin arbeitet im Rahmen des Programms gemeinsam mit dem Unternehmen summ ai an einem Pilotprojekt zur Identifikation von Einsparpotenzialen in Verwaltungsprozessen. Dabei soll untersucht werden, wie KI dabei unterstützen kann, Abläufe zu vereinfachen, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und Verwaltungsleistungen besser zu organisieren. „Die Teilnahme am Agentic AI Hub ist für die Landeshauptstadt Schwerin ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg einer modernen Verwaltung, die Innovationen verantwortungsvoll nutzt und digitale Chancen aktiv gestaltet“, so der stellvertretende Oberbürgermeister Bernd Nottebaum. Unterstützt wird das Programm vom DigitalService, der die Umsetzung als Projektträger begleitet.
Anträge schneller bearbeiten
Auch die Verwaltung des nordrhein-westfälischen Kreises Borken führt eines der ausgewählten Pilotprojekte durch und kooperiert dazu mit dem Berliner KI-Start-up deepset. Die Kreisverwaltung hat in der Pilotphase speziell das Ziel, den Aufwand der Sachbearbeitung von Anträgen auf Hilfe zur Pflege zu senken. Das soll durch KI-generierte Vorprüfungen erfolgen. Autonome KI-Agenten werden dabei die Anträge auf Vollständigkeit prüfen und fehlende Dokumente nachfordern, Unterlagen analysieren und für behördliche Entscheidungen Vorschläge machen. Das eingesetzte Werkzeug Haystack, so eine Meldung des Kreises, schließe die Lücke bei der Skalierung und Wiederverwendbarkeit von KI-Lösungen – und das auf Open-Source-Basis. So entstehe eine modell- und infrastrukturunabhängige Architektur.
Prozesse modellieren und optimieren
Die Stadt Flensburg arbeitet, wie Schwerin, im Rahmen des Pilotprojekts mit summ ai zusammen. Die Verwaltung hat mit Lösungen des Münchner Jungunternehmens schon Erfahrung: Die Stadt nutzt eines der Produkte für die KI-generierte Übersetzung der Webseiten in Leichte Sprache. Nun soll ein weiteres summ-ai-Tool im Arbeitsfeld Prozessmodellierung und -optimierung erprobt werden. Danilo Schmidt, der Leiter der Digitalisierungsoffensive der Stadt, nennt den Zeitplan der Pilotierungsphase mit Einrichtung des Softwarepiloten und Einführungsschulungen „straff“. In enger Kooperation mit summ ai und den Partnerkommunen sollen konkrete Verwaltungsprozesse bearbeitet werden. Das Flensburger Vorhaben zielt – wie alle anderen Teilprojekte auch – darauf ab, die Ergebnisse bundesweit einsetzen zu können.
Studie: Wie hoch ist der digitale Stress?
[03.09.2026] Eine bundesweite Studie zur digitalen Transformation in kommunalen Verwaltungen, welche die Stadt Osnabrück und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchführen, nimmt insbesondere die Perspektive der Beschäftigten in den Blick und untersucht den Status quo des digitalen Stresses. Für die anonyme Onlinebefragung werden noch Teilnehmer gesucht. mehr...
Hamm: Tom Hamme hilft weiter
[03.09.2026] Er ist rund um die Uhr erreichbar und spricht mehr als 100 Sprachen: Der KI-gestützte Chatbot Tom Hamme hilft ab sofort schnell und einfach mit Infos zu Leistungen und Angeboten der Stadt Hamm weiter. mehr...
Genesys: Neues Fördermitglied bei GovTech Deutschland
[01.09.2026] Das KI-Unternehmen Genesys ist dem Bündnis GovTech Deutschland beigetreten, das Verwaltungen auf allen Ebenen mit innovativen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzt. Genesys will dazu beitragen, mit KI-gestützter Kommunikation und durchgängigen Service-Customer-Journeys öffentliche Institutionen zukunftsfähig zu machen. mehr...
Bayern: Hochwasserschutz mit KI
[27.08.2026] Bayern fördert den Ausbau eines KI-gestützten Frühwarnsystems von 28 Kommunen mit weiteren knapp 1,6 Millionen Euro. Mehr als 150 Messstationen und ein Digitaler Zwilling sollen Risiken durch Hochwasser, Starkregen und Trockenheit frühzeitig erkennen helfen. mehr...
Nordrhein-Westfalen: Test des KI-Assistenten NRW.Genius
[26.08.2026] Drei Pilotkommunen in Nordrhein-Westfalen erproben die KI-Verwaltungsassistenz NRW.Genius. Die Anwendung soll Beschäftigte beispielsweise der Stadt Essen unter anderem beim Auswerten, Durchsuchen und Erstellen von Texten unterstützen. mehr...
Interview: Mit Agenten Zeit sparen
[24.08.2026] lector.ai bietet eine Plattform zur automatisierten Verarbeitung von Behördenpost. Über das Pilotprojekt im Neckar-Odenwald-Kreis und die Teilnahme am Agentic AI Hub des Bundesdigitalministeriums sprach Kommune21 mit Unternehmensgründer Benjamin von Ardenne. mehr...
Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert
[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...
TSA Public Service/brainocons: Verwaltungswissen für KI-Assistenten
[20.08.2026] Statt Informationen in mehreren Systemen zu suchen, sollen Verwaltungsmitarbeitende sie künftig direkt über KI-Assistenten abrufen können. TSA Public Service und brainocons wollen dafür interne Wissensquellen mit laufend aktualisierten Verwaltungsinformationen verbinden. mehr...
Kreis Peine: Kulturwandel eingeleitet
[19.08.2026] Im Landkreis Peine sollen alle künftig eingesetzten KI-Tools zentral gesteuert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die Kreisverwaltung für die KI-Middleware brainomatics entschieden. Das System nutzt kommunale interne und externe Wissensquellen. mehr...
Oberhausen: Zusammen ist besser
[18.08.2026] In der Kooperationsgemeinschaft KommI entwickeln Kommunen und kommunale IT-Dienstleister KI-Lösungen. In der federführenden Stadt Oberhausen wird auch ein praxisnahes Verständnis etabliert, wie KI im Verwaltungsalltag eingeführt und genutzt werden kann. mehr...
Kreis Darmstadt-Dieburg: Belastbare Daten für die Wohnraumbedarfsanalyse
[18.08.2026] Der Kreis Darmstadt-Dieburg stellt seinen Kommunen künftig mit einer KI-basierten Wohnraumbedarfsanalyse eine belastbare Grundlage für die Wohnraumplanung zur Verfügung. Die Analyse soll kleinräumige Entwicklungen sichtbar machen und frühzeitig zeigen, wo bezahlbarer Wohnraum fehlt. mehr...
Schwalm-Eder-Kreis: Frühwarnsystem für Starkregen
[13.08.2026] Der Schwalm-Eder-Kreis baut ein digitales Frühwarnsystem für Starkregen und Hochwasser auf. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 1,62 Millionen Euro. Rund 230 Sensoren sollen künftig Daten liefern und so Behörden, Einsatzkräfte sowie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Gefahren informieren. mehr...
Kevelaer: KI für besseren Bürgerservice
[13.08.2026] Mehr Aufgaben, knappe Personaldecken, begrenzte Finanzspielräume und hohe Erwartungen setzen Kommunalverwaltungen unter Druck. Kevelaer nutzt KI deshalb dort, wo wiederkehrende Anfragen und zeitintensive Routinen Personal binden: im Bürgerservice und in internen Arbeitsprozessen. mehr...
Kreis Cloppenburg: Neue Wege für alte Systeme
[10.08.2026] Nach einer kurzen Pilotphase hat der Kreis Cloppenburg im Oktober vergangenen Jahres mit dem Roll-out der KI-Plattform innoGPT von Anbieter Inno KI begonnen. Dabei wird ein bedarfsorientierter Ansatz verfolgt: Erst wenn ein Amt konkrete Einsatzzwecke für die KI definiert hat, wird der Zugang freigeschaltet. mehr...
Agentic AI Hub: Start der zweiten Bewerbungsrunde
[06.08.2026] Nach einer ersten Pilotphase mit 20 Projekten in 19 Kommunen startet der Agentic AI Hub in die zweite Runde. Städte, Gemeinden und Landkreise können bis 14. August neue Anwendungsfälle für agentische KI einreichen. Erprobte Lösungen sollen leichter nachgenutzt werden. mehr...




















