StuttgartRelaunch fürs Beteiligungsportal

Die Stadt Stuttgart hat beim Relaunch ihres Beteiligungsportals Wert auf Barrierefreiheit gelegt.
(Bildquelle: Fabrice Weichelt / Stadt Stuttgart)
Die baden-württembergische Landeshauptstadt hat ihr neues Beteiligungsportal „Stuttgart – meine Stadt“ online geschaltet und damit eigenen Angaben zufolge ihre digitale Bürgerbeteiligung grundlegend modernisiert. Mit dem Relaunch schaffe die Verwaltung einen zeitgemäßen, barrierearmen und intuitiven Zugang, über den sich Einwohnerinnen und Einwohner aktiv an der Entwicklung ihrer Stadt beteiligen können.
Seit 2015 ist das Beteiligungsportal ein wichtiges Instrument für den Austausch zwischen Verwaltung und Stadtgesellschaft. Das bisherige Portal entsprach laut der Stadt Stuttgart nicht mehr den heutigen technischen Standards und Erwartungen an die Nutzerfreundlichkeit. Mit dem Relaunch habe die Stadt das Angebot weiterentwickelt. Das Portal sei konsequent für die Nutzung auf dem Smartphone optimiert und ermögliche Beteiligung im Alltag – einfach und ohne zusätzliche Hürden.
Vereinfachter Zugang
Eine zentrale Neuerung ist der vereinfachte Zugang: An den meisten Beteiligungsverfahren kann jetzt ohne vorherige Registrierung teilgenommen werden. Das erleichtere die Teilnahme deutlich. Für einzelne Beteiligungsformate – etwa Einwohnerversammlungen – bleibe eine Registrierung weiterhin erforderlich. Gleichzeitig profitierten registrierte Nutzerinnen und Nutzer von zusätzlichen Funktionen wie Benachrichtigungen zu neuen Projekten und aktuellen Entwicklungen.
Erster Bürgermeister Fabian Mayer, zuständig für Digitalisierung innerhalb der Landeshauptstadt, sagt: „Mit ‚Stuttgart – meine Stadt‘ schlagen wir ein neues Kapitel der digitalen Beteiligung auf. Unser Anspruch war es, technisch innovative Lösungen einzusetzen und bestehende Hürden abzubauen – bei der Barrierefreiheit, beim Zugang und bei der Bedienbarkeit. Das Ergebnis ist ein Portal, das sich einfach und intuitiv nutzen lässt. Besonders wichtig ist uns der niedrigschwellige Zugang: Einwohnerinnen und Einwohner können sich künftig auch ohne Registrierung beteiligen und ihre Perspektiven direkt vom Smartphone aus einbringen.“
KI für mehr Verständlichkeit und effiziente Auswertung
Die Stadt Stuttgart setzt mit dem Relaunch eigenen Angaben zufolge verstärkt auf Barrierefreiheit. Die KI-basierte Software SUMM AI ermögliche es, Inhalte per Klick in Leichte Sprache zu übertragen. So würden auch komplexe städtische Vorhaben für mehr Menschen nachvollziehbar. Mit dem ebenfalls KI-gestützten Übersetzungstool DeepL könnten die Nutzerinnen und Nutzer zwölf unterschiedliche Sprachen auswählen.
Auch bei der Auswertung und Aufbereitung von Beiträgen der Stuttgarterinnen und Stuttgarter setzt die Stadt auf den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Sie helfe den Fachämtern dabei, Inhalte zu bündeln, Kernaussagen herauszuarbeiten und thematisch zu strukturieren. Zudem werde die Moderation unterstützt, indem mögliche Verstöße gegen die Netiquette frühzeitig erkannt und die Prüfung der Beiträge erleichtert wird.
Bürgermeister Mayer erläutert: „Durch den Einsatz moderner KI-Technologien, wie der automatisierten Übersetzung in Leichte Sprache, stellen wir sicher, dass auch komplexe Vorhaben für alle verständlich und zugänglich sind. Gleichzeitig nutzen wir künstliche Intelligenz, um die wertvollen Rückmeldungen der Einwohnerschaft effizienter auszuwerten und transparent in den Planungsprozess zurückzukoppeln. Damit stärken wir die Beteiligung und schaffen eine wichtige Grundlage für eine lebendige Stadtgesellschaft.“
Klare Struktur und neue Formate
Herzstück des Portals bleibt die Vorhabenliste, die in der 2017 vom Gemeinderat beschlossenen Leitlinie für informelle Bürgerbeteiligung verankert ist. Sie informiert über Projekte der Stadtverwaltung und zeigt, wo und wie Beteiligung möglich ist.
Durch ein neuentwickeltes Design und eine optimierte Nutzerführung lässt sich auf dem Portal leicht erkennen, bei welchem Projekt aktuell eine Beteiligung möglich ist. Jede Projektseite folgt laut der Stadt Stuttgart künftig einer klaren Struktur: Neben verständlich aufbereiteten Informationen zu den Vorhaben besteht ein direkter Zugang zu den Online-Formaten. Zudem gibt es Hinweise zu Veranstaltungen vor Ort sowie eine transparente Rückkopplung darüber, wie die Anregungen in die Projektentwicklung einfließen. Darüber hinaus biete das System vielfältige interaktive Formate, von der Markierung von Punkten auf digitalen Karten über die Bewertung von Planungsvarianten bis hin zu Umfragen und Abstimmungen. Bei bestimmten Beteiligungsformaten können auch 3D-Modelle eingesetzt werden.
Das erste Beteiligungsprojekt auf der neuen Plattform ist die Fortschreibung des Radverkehrskonzepts, das am 30. April 2026 gestartet ist.
Nächster Ausbauschritt
Das Portal wird nach Angaben der Stadt Stuttgart künftig um Angebote für die Kinder- und Jugendbeteiligung erweitert. Während Informationen für Kinder über die Eltern vermittelt würden, erhalte die Jugendbeteiligung ein eigenständiges Design und eine zielgruppengerechte Ansprache. Die Einführung dieser Bereiche erfolge in einem weiteren Ausbauschritt. In diesem Zuge würden auch bestehende Inhalte in ein neues Archiv überführt, das vergangene Beteiligungsverfahren und Ergebnisse transparent zugänglich macht.
Das neue Beteiligungsportal basiert nach Angaben der baden-württembergischen Landeshauptstadt auf einer webbasierten Softwarelösung (SaaS) und wurde in Zusammenarbeit mit dem Anbieter CrowdInsights umgesetzt, der auf digitale Lösungen von Beteiligungsprozessen spezialisiert ist.
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