Freitag, 4. September 2026

Dell-StudieKI kommt in den Behörden an

[20.07.2026] Fast jede zweite deutsche Behörde nutzt bereits generative KI, viele weitere planen den Einstieg. Eine IDC-Studie im Auftrag des IT-Konzerns Dell Technologies zeigt zugleich: Datenschutz, Regulierung und fehlendes Fachwissen bremsen die Umsetzung.
Eine Person tippt auf einer Tastatur.

Künstliche Intelligenz ist im Public Sector angekommen.

(Bildquelle: peshkova/123rf.com)

Regierungen, Behörden und öffentliche Einrichtungen haben sich in den vergangenen Jahren intensiv mit dem Thema Künstliche Intelligenz befasst. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig, und das Potenzial zur Rationalisierung sowie Optimierung von Prozessen aller Art ist unbestritten. Auch in Deutschland hat man die Zeichen der Zeit erkannt und setzt vermehrt auf generative, souveräne und agentenbasierte KI. Dies belegt eine Studie, die das Marktforschungsunternehmen International Data Corporation (IDC) im Auftrag von Dell Technologies durchführte. Demnach rechnen deutsche Behörden langfristig durch KI vor allem im Bereich der nationalen Sicherheit (80,6 Prozent), bei der Produktivität (61,1 Prozent) sowie der Schaffung von Arbeitsplätzen (58,3 Prozent) mit einem Return on Investment. Die Untersuchung zeigt aber auch, dass die Einführung von KI im Government-Bereich kein Selbstläufer ist.

So intensiv nutzt der öffentliche Sektor KI

Wie verbreitet KI insbesondere in deutschen Ämtern ist, offenbart die Statistik: In Deutschland nutzt fast jede zweite Behörde (47,2 Prozent) generative KI, die andere Hälfte (50 Prozent) plant es für die kommenden 12 bis 18 Monate. Souveräne KI ist in rund jeder zehnten Verwaltungsorganisation angekommen, während knapp 70 Prozent die Nutzung für die nächsten 12 bis 18 Monate planen. KI-Agenten kommen ebenfalls bereits bei über 8 Prozent der hiesigen Ämter und Behörden zum Einsatz, knapp zwei Drittel haben für die kommenden ein bis eineinhalb Jahre konkrete Pläne dafür.

IDC hat fünf Hauptfelder bestimmt, in denen KI im Public Sector bereits eingesetzt wird oder bald eingesetzt werden soll: IT-Betrieb und -Support, Effizienz- und Produktivitätssteigerungen, betriebliche und Finanzanwendungen sowie im Bereich der Bürgerkommunikation Chatbots auf Behördenseiten oder im Bereich der öffentlichen Sicherheit. Vergleicht man Deutschland mit dem globalen Durchschnitt, zeigen sich einige Unterschiede: Deutsche Behörden setzen KI im IT-Betrieb und Support, bei Finanzanwendungen sowie zur Produktivitätssteigerung seltener ein als im globalen Durchschnitt; überdurchschnittlich ist hingegen der Einsatz bei Chatbots und in der öffentlichen Sicherheit.

Hemmnisse bei der Implementierung

Trotz der hohen Bereitschaft zum KI-Einsatz bestehen in vielen Behörden erhebliche Hürden. Rund zwei Drittel der deutschen und internationalen Befragten nennen Datenschutz und Datensouveränität als größtes Hemmnis. Mehr als die Hälfte der deutschen Verwaltungsorganisationen verweist zudem auf die Vielzahl regulatorischer Vorgaben und Änderungen sowie auf fehlendes Fachwissen. Für knapp 40 Prozent stellen auch die Kosten ein Hindernis dar.

Agentenbasierte KI könnte den Mangel an Fachkenntnissen nach Einschätzung vieler Befragter abmildern. Weltweit erwarten dies gut 70 Prozent. Zugleich hält knapp die Hälfte strikte Vorgaben und eine kontinuierliche Überwachung der KI-Agenten für notwendig. In Deutschland gehen mehr als 85 Prozent der Behörden davon aus, dass Agentic AI künftig eine wichtige Rolle spielen wird. Weltweit plant gut die Hälfte, innerhalb der kommenden 12 bis 18 Monate in diese Technologie zu investieren.

Hand in Hand arbeiten

Als wichtigen Erfolgsfaktor betrachten viele Behörden die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen. Gut die Hälfte der deutschen Befragten hält solche Kooperationen für einen geeigneten Weg, souveräne KI umzusetzen; international sind es sogar mehr als 60 Prozent. In Europa sehen allerdings rund 70 Prozent den dafür notwendigen Datenaustausch als problematisch an, knapp 60 Prozent der befragten Behörden verweisen zudem auf fehlende regulatorische Rahmenbedingungen für die Beauftragung privater Anbieter.

„Eines ist sicher: Behörden und öffentliche Institutionen werden in den kommenden Jahren massiv in die Nutzung Künstlicher Intelligenz investieren müssen, um die Herausforderungen einer modernen Verwaltung zu adressieren“, so das Fazit von Tim van Wasen, Geschäftsführer Dell Technologies Deutschland. Eine Zusammenarbeit des öffentlichen mit dem privaten Sektor sei essenziell, um Ämter und Behörden auf diesem Weg voranzubringen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Junge Frau mit gestresstem Gesichtsausdruck vor einem Rechner

Studie: Wie hoch ist der digitale Stress?

[03.09.2026] Eine bundesweite Studie zur digitalen Transformation in kommunalen Verwaltungen, welche die Stadt Osnabrück und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchführen, nimmt insbesondere die Perspektive der Beschäftigten in den Blick und untersucht den Status quo des digitalen Stresses. Für die anonyme Onlinebefragung werden noch Teilnehmer gesucht. mehr...

Logo Tom Hamme

Hamm: Tom Hamme hilft weiter

[03.09.2026] Er ist rund um die Uhr erreichbar und spricht mehr als 100 Sprachen: Der KI-gestützte Chatbot Tom Hamme hilft ab sofort schnell und einfach mit Infos zu Leistungen und Angeboten der Stadt Hamm weiter. mehr...

Genesys: Neues Fördermitglied bei GovTech Deutschland

[01.09.2026] Das KI-Unternehmen Genesys ist dem Bündnis GovTech Deutschland beigetreten, das Verwaltungen auf allen Ebenen mit innovativen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzt. Genesys will dazu beitragen, mit KI-gestützter Kommunikation und durchgängigen Service-Customer-Journeys öffentliche Institutionen zukunftsfähig zu machen. mehr...

Überschwemmtes Gebiet, im Vordergrund eine Wasserfläche, hinten Bäume und Verkehrszeichen

Bayern: Hochwasserschutz mit KI

[27.08.2026] Bayern fördert den Ausbau eines KI-gestützten Frühwarnsystems von 28 Kommunen mit weiteren knapp 1,6 Millionen Euro. Mehr als 150 Messstationen und ein Digitaler Zwilling sollen Risiken durch Hochwasser, Starkregen und Trockenheit frühzeitig erkennen helfen. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Test des KI-Assistenten NRW.Genius

[26.08.2026] Drei Pilotkommunen in Nordrhein-Westfalen erproben die KI-Verwaltungsassistenz NRW.Genius. Die Anwendung soll Beschäftigte beispielsweise der Stadt Essen unter anderem beim Auswerten, Durchsuchen und Erstellen von Texten unterstützen. mehr...

Dr. Benjamin von Ardenne
interview

Interview: Mit Agenten Zeit sparen

[24.08.2026] lector.ai bietet eine Plattform zur automatisierten Verarbeitung von Behördenpost. Über das Pilotprojekt im Neckar-Odenwald-Kreis und die Teilnahme am Agentic AI Hub des Bundesdigitalministeriums sprach Kommune21 mit Unternehmensgründer Benjamin von Ardenne. mehr...

Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert

[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...

TSA Public Service/brainocons: Verwaltungswissen für KI-Assistenten

[20.08.2026] Statt Informationen in mehreren Systemen zu suchen, sollen Verwaltungsmitarbeitende sie künftig direkt über KI-Assistenten abrufen können. TSA Public Service und brainocons wollen dafür interne Wissensquellen mit laufend aktualisierten Verwaltungsinformationen verbinden. mehr...

bericht

Kreis Peine: Kulturwandel eingeleitet

[19.08.2026] Im Landkreis Peine sollen alle künftig eingesetzten KI-Tools zentral gesteuert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die Kreisverwaltung für die KI-Middleware brainomatics entschieden. Das System nutzt kommunale interne und externe Wissensquellen. mehr...

Gruppenfoto mit vier anzugtragenden Männern auf einer Treppe, einer präsentiert eine Urkunde
bericht

Oberhausen: Zusammen ist besser

[18.08.2026] In der Kooperationsgemeinschaft KommI entwickeln Kommunen und kommunale IT-Dienstleister KI-Lösungen. In der federführenden Stadt Oberhausen wird auch ein praxisnahes Verständnis etabliert, wie KI im Verwaltungsalltag eingeführt und genutzt werden kann. mehr...

Drei Frauen stehen in einem Zimmer nebeneinander, die mittlere hält ein Dokument fest

Kreis Darmstadt-Dieburg: Belastbare Daten für die Wohnraumbedarfsanalyse

[18.08.2026] Der Kreis Darmstadt-Dieburg stellt seinen Kommunen künftig mit einer KI-basierten Wohnraumbedarfsanalyse eine belastbare Grundlage für die Wohnraumplanung zur Verfügung. Die Analyse soll kleinräumige Entwicklungen sichtbar machen und frühzeitig zeigen, wo bezahlbarer Wohnraum fehlt. mehr...

Schwalm-Eder-Kreis: Frühwarnsystem für Starkregen

[13.08.2026] Der Schwalm-Eder-Kreis baut ein digitales Frühwarnsystem für Starkregen und Hochwasser auf. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 1,62 Millionen Euro. Rund 230 Sensoren sollen künftig Daten liefern und so Behörden, Einsatzkräfte sowie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Gefahren informieren. mehr...

Rathaus, Außenansicht

Kevelaer: KI für besseren Bürgerservice

[13.08.2026] Mehr Aufgaben, knappe Personaldecken, begrenzte Finanzspielräume und hohe Erwartungen setzen Kommunalverwaltungen unter Druck. Kevelaer nutzt KI deshalb dort, wo wiederkehrende Anfragen und zeitintensive Routinen Personal binden: im Bürgerservice und in internen Arbeitsprozessen. mehr...

Luftbild Kreishaus Cloppenburg
bericht

Kreis Cloppenburg: Neue Wege für alte Systeme

[10.08.2026] Nach einer kurzen Pilotphase hat der Kreis Cloppenburg im Oktober vergangenen Jahres mit dem Roll-out der KI-Plattform innoGPT von Anbieter Inno KI begonnen. Dabei wird ein bedarfsorientierter Ansatz verfolgt: Erst wenn ein Amt konkrete Einsatzzwecke für die KI definiert hat, wird der Zugang freigeschaltet. mehr...

Agentic AI Hub: Start der zweiten Bewerbungsrunde

[06.08.2026] Nach einer ersten Pilotphase mit 20 Projekten in 19 Kommunen startet der Agentic AI Hub in die zweite Runde. Städte, Gemeinden und Landkreise können bis 14. August neue Anwendungsfälle für agentische KI einreichen. Erprobte Lösungen sollen leichter nachgenutzt werden. mehr...