DresdenPriorisierungsmodell für EUDI-Wallet entwickelt

Wie kommt man am schnellsten zur EUDI-Wallet in Dresden?
(Bildquelle: KGSt)
Die Landeshauptstadt Dresden hat ein Priorisierungsmodell für die Einführung der European Digital Identity Wallet (EUDI-Wallet) entwickelt. Wie die Stadt gemeinsame mit der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement (KGSt) berichtet, soll der strukturierte Ansatz Kommunen dabei helfen, zu entscheiden, welche Verwaltungsleistungen sie zuerst für die digitale Identität öffnen.
Im ersten Schritt prüft Dresden, welche Anwendungsfälle grundsätzlich für die EUDI-Wallet geeignet sind. Berücksichtigt werden Verwaltungsleistungen, die einen erkennbaren Mehrwert für Bürger und Verwaltung bieten, ein hohes Automatisierungspotenzial aufweisen und eine überschaubare Prozessstruktur haben. Dazu zählen insbesondere Verfahren mit wenigen Prüfungen, Nachweisen und beteiligten Stellen.
Leistungen, die diese Mindestanforderungen nicht erfüllen, scheiden zunächst aus. Der politische Gestaltungsspielraum bleibt jedoch erhalten. Stadtrat oder Ausschüsse können die Umsetzung eines Anwendungsfalls ausdrücklich beschließen und ihn damit trotz der ersten Bewertung in das weitere Prüfverfahren überführen.
Danach folgt die Prüfung sogenannter K.O.-Kriterien. Dabei geht es um technische, rechtliche und datenschutzrechtliche Voraussetzungen. Stehen einer Umsetzung wesentliche Hürden entgegen, wird der Anwendungsfall nicht weiterverfolgt. Besteht er die Prüfung, bewertet Dresden ihn in der nächsten Stufe anhand gewichteter Kriterien. Dazu gehören unter anderem die Wirtschaftlichkeit und der erwartete Umsetzungsaufwand, der sich aus der Komplexität des jeweiligen Prozesses ergibt.
Am Ende entscheidet die Verwaltungsspitze über die Freigabe. Sie bestätigt damit die strategische Einordnung des Anwendungsfalls und stellt zugleich die notwendigen Ressourcen für die Umsetzung bereit.
Mit der Priorisierung beginnt die praktische Einführung. Dresden plant die technischen und organisatorischen Schritte gemeinsam mit den zuständigen Fachämtern und setzt sie schrittweise um. So sollen aus den zunächst bewerteten Anwendungsfällen konkrete Anwendungen für die EUDI-Wallet entstehen, die sich an den strategischen Zielen der Kommune orientieren.
Der Ansatz versteht die Einführung der EUDI-Wallet damit nicht nur als technische Aufgabe. Entscheidend ist auch, wie eine Kommune die geeigneten Verwaltungsleistungen auswählt und die Umsetzung steuert. Das Dresdner Modell verbindet dafür fachliche Bewertung, politische Legitimation und strategische Ressourcensteuerung in einem mehrstufigen Entscheidungsprozess.
Als Grundlage für das Vorgehen diente der KGSt-Prozesskatalog. Der Dresdner Ansatz soll damit auch anderen Kommunen eine Orientierung für die Auswahl und Priorisierung eigener EUDI-Wallet-Anwendungen geben.
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