Metropolregion Rhein-NeckarKommunale Digitalisierung trotz knapper Kassen

Wie gelingt der digitale Wandel, wenn das Geld in den Kommunen knapp und die Erwartungen hoch sind? Dieser Frage ging die 4. Smart Region Konferenz in Mannheim nach.
(Bildquelle: MRN/Landry)
Seit 2022 richtet der Verband Metropolregion Rhein-Neckar die Smart Region Konferenz aus. Zur vierten Auflage des Events trafen Ende September Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Verwaltung und Wirtschaft in Mannheim zusammen. Im Fokus stand die Frage, wie eine praxistaugliche Digitalisierung unter den Bedingungen knapper Kassen und fehlenden Personals machbar ist. Welche Lösungen lassen sich einfach implementieren, was kosten sie und wer stemmt sie operativ? „Die Digitalisierung der Verwaltung bleibt eine der zentralen Aufgaben für unsere Kommunen – und sie wird unter den derzeitigen Haushaltsbedingungen nicht einfacher. Die Smart Region Konferenz bietet deshalb bewusst einen Rahmen für den fachlichen Austausch über Lösungen, die sich in der Praxis bewährt haben“, sagte Ralph Schlusche, Direktor des Verbands Region Rhein-Neckar, in seiner Begrüßung.
Was im Rathausalltag wirklich trägt
Die kommunale Perspektive vertraten die Bürgermeister zweier gleichnamiger Gemeinden. Tobias Greulich leitet das rund 3.400 Einwohner zählende Malsch im Rhein-Neckar-Kreis, Markus Bechler das rund 15.000 Einwohner zählende Malsch im Landkreis Karlsruhe. Mirko Mühlpfort, Teamleiter Digitale Infrastrukturen und Daten der Stadt Leipzig, ergänzte die Sicht einer Großstadt. Patricia Hergesell, Leiterin des Kompetenzzentrums Digitale Infrastrukturen und Daten der Metropolregion Rhein-Neckar, brachte die regionale Perspektive ein.
Nach Angaben des Verbands zeigte die Diskussion, dass Digitalisierungsprojekte klare Zuständigkeiten und Rückhalt an der Verwaltungsspitze benötigen. Bleibe die Digitalisierung eine zusätzliche Querschnittsaufgabe ohne eindeutige Verantwortung, verzögerten sich Entscheidungen und Umsetzung. Ihr Nutzen gehe zudem über mögliche Kostensenkungen hinaus: Digitale Prozesse könnten Beschäftigte von Routinetätigkeiten entlasten, die Verwaltung als Arbeitgeberin attraktiver machen und ihre Handlungsfähigkeit sichern. Sensoren lieferten außerdem Daten für Entscheidungen, etwa zur Parkraumsteuerung, zum Ressourceneinsatz oder zur Klimaanpassung.
Vom Förderprojekt zum Dauerbetrieb
Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Frage, wie geförderte Vorhaben dauerhaft betrieben werden können. Renate Mitterhuber, Referatsleiterin Smart Cities im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, erläuterte zum Auftakt, welche Rolle dabei Nachnutzung und offene Standards spielen. Das Bundesprogramm Modellprojekte Smart Cities fördert seit 2019 in drei Staffeln 73 Vorhaben von Großstädten, kleineren Kommunen und interkommunalen Kooperationen. Das darin verankerte Open-Source-Gebot soll verhindern, dass die entwickelten Lösungen an einzelne Anbieter gebunden bleiben, und ihre Übernahme durch andere Kommunen erleichtern. Zu den geförderten Vorhaben gehört auch das Projekt „Smarte und nachhaltige Metropolregion Rhein-Neckar“.
Wie die Weitergabe in der Praxis funktionieren kann, zeigte eine Transfer-Werkstatt mit vier Praxis-Sessions. Vorgestellt wurden digitale Buchungsplattformen, der Urban Stack der Stadt Gütersloh, die Open SmartCity App (OSCA) sowie Park-Stark und die Verkehrsdatenanalyse der Smart City Mannheim. Die Teilnehmenden konnten die Anwendungen erproben und mit den Verantwortlichen über Einführungsaufwand, Betrieb und Kosten sprechen.
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