Samstag, 16. Mai 2026

D21-Digital-Index 2020/2021Bayern sind Internet Power User

[10.03.2021] Im Bundesvergleich nutzen die Bayern zahlreiche Online-Angebote überdurchschnittlich häufig – das zeigen die Ergebnisse des aktuellen D21-Digital-Index.
Die Bayern nutzen Online-Angebote laut einer Studie der Initiative D21 überdurchschnittlich häufig.

Die Bayern nutzen Online-Angebote laut einer Studie der Initiative D21 überdurchschnittlich häufig.

(Bildquelle: rido/123rf.com)

„Die Bayern sind Internet Power User: aktiv, kompetent und aufgeschlossen“, fasst Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach die Ergebnisse einer Studie der Initiative D21 (wir berichteten) im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Digitales (StMD) zusammen. Wie das Ministerium mitteilt, nutzen die Bayern im Bundesvergleich zahlreiche Online-Angebote überdurchschnittlich häufig. In der Befragung des Meinungsforschungsinstituts Kantar geben beispielsweise 73 Prozent der im Freistaat Befragten an, regelmäßig online einzukaufen – im Vergleich dazu liege der Wert deutschlandweit (D) bei 68 Prozent. 63 Prozent nutzen Office-Programme (D: 51 Prozent) und 51 Prozent der Bayern greifen auf On-Demand oder Streaming-Dienste zu (D: 48 Prozent). Rund ein Viertel der Bayern (B: 23 Prozent) nutze außerdem regelmäßig Online-Verwaltungsdienstleistungen (D: 19 Prozent). Gerlach begrüßt die Ergebnisse: „Die Bayern sind bei allen abgefragten Online-Anwendungen überdurchschnittlich aktiv – außer bei Gesundheits- und Fitnessanwendungen. Vermutlich gehen die Menschen im Freistaat doch lieber im schönen Spessart oder im Allgäu joggen. Die Technologieoffenheit in Bayern aber ist eine hervorragende Ausgangslage für die digitale Transformation.“

Höhere Kompetenz

D21-Geschäftsführerin Lena-Sophie Müller weist darauf hin, dass sich die überdurchschnittliche Nutzung auch in einer höheren Kompetenz der Bayern im Umgang mit digitalen Anwendungen zeigt. Demnach geben 83 Prozent an, eine Internet-Recherche durchführen zu können (D: 76 Prozent). 71 Prozent nutzen Virenschutzprogramme (D: 59 Prozent) und 44 Prozent der Befragten können nach eigenen Angaben eine Videokonferenz einrichten (D: 36 Prozent). Entsprechend offener würden die Bayern den digitalen Möglichkeiten gegenüberstehen. 66 Prozent der Bayern sagen laut Studie, dass sie persönlich insgesamt von der Digitalisierung profitieren (D: 56 Prozent).
Allerdings profitieren nicht alle in gleichem Maße von den digitalen Möglichkeiten. So unterscheidet der D21-Digital-Index zwischen 53 Prozent „Digitalen Vorreiter.innen“, 35 Prozent „Digital Mithaltenden“ und 12 Prozent „Digital Abseitsstehenden“. Der von der Initiative D21 in Abhängigkeit von Zugang, Kompetenz, Nutzung und Offenheit erhobene Digital-Index zeigt hier laut Bericht des StMD klare Tendenzen. Der Grad der Digitalisierung (0-100) liege demnach bei den über 65-Jährigen 36 Punkte unter dem der 14- bis 29-Jährigen. Und auch Bildung und Geschlecht spielen statistisch eine Rolle. Bei weniger Gebildeten liege der Index 22 Punkte unter dem von gut Gebildeten. Frauen hätten einen um 8 Indexpunkte geringeren Digitalisierungsgrad als Männer.

Motto „digitale Teilhabe“

Gerlach betont: „Diese Ergebnisse sind für uns Ermutigung und Auftrag zugleich. Es ist sehr erfreulich, dass die Bayern überwiegend die Chancen der digitalen Möglichkeiten sehen und diese auch nutzen. Gleichzeitig müssen wir sehr darauf achten, niemanden zurück zu lassen. Deshalb haben wir dieses Jahr die digitale Teilhabe zu unserem Motto gemacht. Mit zahlreichen Projekten wollen wir digitale Barrieren abbauen – von einem Hackathon bis zum Digitalpreis b.digital. Denn bei allen technischen Möglichkeiten muss im Mittelpunkt der Digitalisierung immer der Mensch stehen.“ Müller erklärt: „Bayern wird digitaler, doch die Kompetenzen sind noch unterschiedlich verteilt. Heutzutage bedeuten gesellschaftliche und politische Teilhabe aber zwingend auch digitale Teilhabe. Deswegen muss es politisches Ziel sein, die Digitalkompetenzen strategisch auszubauen und digitale Spaltungen abzubauen. Mit dem D21-Digital-Index hat Bayern nun ein Lagebild, um zielgruppenspezifische Maßnahmen abzuleiten und Fortschritte messbar zu machen.“





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