urbanOSBetriebssystem für smarte Städte

Smarte Sensoren sammeln Informationen, die in einen kommunalen Datenraum übertragen und dort mittels KI verarbeitet werden. Das urbanCockpit visualisiert die Ergebnisse.
(Bildquelle: urbanOS/dataMatters)
Das Kölner Start-up dataMatters, eine Ausgründung der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen (RWTH Aachen), hat mit urbanOS ein eigenes Betriebssystem für Smart Cities entwickelt. Es soll die Digitalisierung kommunaler Infrastrukturen auf einer einheitlichen technischen Basis ermöglichen – von ÖPNV über Energieversorgung und Abfallwirtschaft bis hin zu öffentlicher Sicherheit. Das System ist laut Unternehmen hochskalierbar und damit für kleine Gemeinden ebenso geeignet wie für Großstädte. Über einen eigenen App Store können städtische Einrichtungen oder Unternehmen digitale Dienste zur Integration bereitstellen. Technische Basis ist ein mehrschichtiges Architekturmodell: Sensoren erfassen Umweltdaten, Bewegungsmuster oder Infrastrukturauslastung, die in einem kommunalen Datenraum verarbeitet und mit Künstlicher Intelligenz (KI) ausgewertet werden. Die Ergebnisse werden in einem urbanCockpit dargestellt – sowohl für aktuelle Lagen als auch für künftige Entwicklungen, etwa bei der Verkehrslast oder der Nachfrage im ÖPNV. Prognosen sollen auf dieser Grundlage eine präzisere Steuerung ermöglichen.
KI mit hohem Datenschutzniveau
Ein wesentliches Element ist laut Unternehmen der Einsatz so genannter föderierter KI, bei der Modelle dezentral trainiert werden, ohne dass sensible Daten zentral gespeichert werden. Bereits bei der Erfassung werden Daten so bereinigt, dass keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sind. Das gelte beispielsweise für Bilderkennung bei Verkehrsflüssen oder der Füllstandsmessung von Abfallbehältern, so dataMatters. Die vollständige Datenverarbeitung erfolge in deutschen Rechenzentren. Die Auswahl des konkreten KI-Modells und des Betriebsorts – lokal oder extern – liegt bei den Kommunen. Auf Wunsch liefert der Anbieter komplette Pakete aus Betriebssystem, Datenraum und KI, alternativ können einzelne Komponenten integriert werden. urbanOS ist über ein breites API mit bestehenden Systemen kompatibel und unterstützt laut Anbieter gängige Sensorik, Datenbanken, Netztechnologien (etwa LoRaWAN) und Schnittstellen zu Drittanwendungen und Open-Data-Portalen.
Startphase in über 20 Kommunen läuft
In Dormagen sind beispielsweise Straßenlaternen mit Sensorboxen ausgestattet, die Umweltbelastungen erfassen und zugleich Verkehrsbewegungen dokumentieren. Die Daten dienen der Planung von Stadtfesten, der Hitzevorsorge und der Optimierung des stationären Handels. In Hürth wurden öffentliche Mülleimer mit Sensoren ausgestattet; durch dynamisch geplante Entleerungstouren konnten laut Stadtverwaltung 20 Prozent der Kosten sowie rund 30 Prozent CO₂ eingespart werden. Im Kreis Coesfeld sind derzeit verschiedene Pilotprojekte im Bereich Wasserqualität, Luftreinhaltung, Parkraummanagement und Wildmüllvermeidung in Vorbereitung oder Testbetrieb.
Laut dataMatters läuft urbanOS derzeit in über 20 Kommunen in Deutschland, Belgien, Frankreich und den Niederlanden in der Startphase – deren Namen sollen aber erst bei weiterem Projektfortschritt öffentlich gemacht werden. Der Anbieter positioniert urbanOS explizit nicht nur für Verwaltungsprozesse, sondern als Infrastruktur für städtische Lebensrealität. Angesichts der zunehmenden Urbanisierung und des hohen Ressourcenverbrauchs in Städten ist laut dataMatters eine auf solche Anforderungen zugeschnittene Lösung erforderlich.
Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen
[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...
Gütersloh: Sensoren unterstützen Winterdienst
[07.07.2026] In Gütersloh geht das Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ in den Testbetrieb – an 13 Standorten im Stadtgebiet werden künftig Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche erfassen. mehr...
BBSR: Smarte Praxisbeispiele für Kommunen
[06.07.2026] Das BBSR hat sein Kompendium „Smart Cities und Smart Regions“ und die dazugehörige Storymap erweitert. Die 30 neuen Beispiele zeigen, wie Kommunen aus konkreten Problemen digitale Lösungen entwickeln – und was andere Städte und Gemeinden daraus für eigene Projekte lernen können. mehr...
Mannheim: Sensoren schützen Rheinbrücken
[06.07.2026] Optische Sensoren erfassen ab sofort den Verkehr auf den beiden Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Das von der Smart City Mannheim realisierte Monitorungprojekt soll dazu beitragen, Verkehrsströme transparent zu machen und gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke abzuleiten. mehr...
Aalen / Heidenheim: Hoher Praxisnutzen
[29.06.2026] In Aalen und Heidenheim wird Smart City praxisnah: Sensoren liefern Daten zu Glatteis, Pegelständen und weiteren Risiken. Eine gemeinsame Plattform verbindet diese Informationen und unterstützt Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof im Alltag. mehr...
Wiesbaden: Positive Bilanz zum Digitalen Zwilling
[29.06.2026] Der Digitale Zwilling Wiesbaden hat sich für die Stadt seit seinem Start im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einem wichtigen Werkzeug für Planung, Beteiligung und Information entwickelt. mehr...
Hamm: Smart-City-Strategie beschlossen
[29.06.2026] Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie hat die Stadt Hamm in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen angestoßen und teils bereits umgesetzt. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wird die Strategie nun als Smart-City-Strategie fortgeschrieben. Die Bürger können mitbestimmen, welche Themen künftig stärker in den Fokus rücken sollen. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 3: Mit Zwilling planen
[25.06.2026] Urbane Digitale Zwillinge erlauben es Kommunen, Daten zu ihrem Stadtgebiet strukturiert sichtbar und für Entscheidungen nutzbar zu machen, etwa in der Verkehrs- oder Wärmeplanung. Beim Aufbau eines Digitalen Zwillings lohnt es sich, auf Kooperation zu setzen. mehr...
MPSC: Vom Piloten zur Praxis (2) – Nachnutzung braucht Struktur
[24.06.2026] Die Modellprojekte Smart Cities haben viele erfolgreiche Lösungen und auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit hervorgebracht. Nun geht es darum, entstandene Netzwerke, Unterstützungsangebote und Entwicklungsgemeinschaften zu verankern - nur so können die Pilotprojekte breit nachgenutzt werden. mehr...
BBSR: Die Wirkung von Smart-City-Vorhaben darstellen
[24.06.2026] Smarte digitale Projekte stärken die regionale Wirtschaft – aber oft indirekt. Das erschwert es Kommunen, den konkreten Nutzen zu benennen und argumentativ zu vertreten, etwa gegenüber Politik oder Projektpartnern. Eine Praxishilfe erklärt, wie Kommunen solche Effekte erkennen und verständlich vermitteln können. mehr...
Klimawandel: Daten gegen den Hitzestress
[23.06.2026] Auf die Herausforderungen des Klimawandels können Städte nicht nur mit baulich-physischen Maßnahmen reagieren. Auch der Aus- und Umbau der digitalen Dateninfrastruktur und die systematische Organisation klimarelevanter Daten stärken die kommunale Resilienz. mehr...
MPSC: Vom Piloten zur Praxis (1) – Zusammenarbeit statt Insellösungen
[23.06.2026] Seit 2019 gibt es das Fördervorhaben Modellprojekte Smart Cities, über 70 Kommunen und Regionen haben bisher teilgenommen. Dabei entstanden nicht nur viele erfolgreiche technische Lösungen, sondern auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit – für viele Beteiligte ein entscheidender Faktor. mehr...
Gütersloh: Sensoren erfassen Parkplatzauslastung
[12.06.2026] Mit Bodensensoren erfasst die Stadt Gütersloh zurzeit die Auslastung von vier Fahrzeugstellplätzen an der Königstraße. Die Daten sollen in die Planungen zur Umgestaltung des Kreuzungsbereichs zur Hohenzollernstraße einfließen, der ein Unfallschwerpunkt ist. mehr...
Studie: Digitale Zwillinge in der Praxis
[10.06.2026] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat eine neue Veröffentlichung zum Thema urbane Digitale Zwillinge herausgegeben, die im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities entstanden ist. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 2: Sensoren sinnvoll nutzen
[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...




















