Donnerstag, 11. Juni 2026

SachsenDatenstandard für Gesundheitsämter

[14.08.2018] An der standardisierten elektronischen Datenübermittlung in Sachsens Gesundheitsämtern arbeitet ein neues, vom Freistaat gefördertes Kooperationsprojekt von Ämtern, IT-Dienstleistern und dem Hersteller der eingesetzten Software.

Die durchgängig elektronische Abbildung von Verwaltungsabläufen in den sächsischen Gesundheitsämtern soll standardisiert und ausgebaut werden. Wie die Sächsische Anstalt für kommunale Datenverarbeitung (SAKD) mitteilt, hat sie dafür mit den sächsischen Gesundheitsämtern, der SAKD, dem Software-Hersteller easy-soft sowie der Stadt Leipzig und ihrem IT-Dienstleister Lecos ein Kooperationsprojekt gestartet. Angesetzt sei es für drei Jahre und werde vom Freistaat Sachsen mit 500.000 Euro gefördert. Noch im Jahr 2018 sollen erste greifbare Ergebnisse vorgelegt, getestet und zum Teil produktiv gesetzt werden. In dem Vorhaben werden sowohl die innerbehördliche Kommunikation als auch die Kommunikation mit Partnerinstitutionen sowie der Verwaltungszugang für die Bürger betrachtet. Von Vorteil sei hier, dass sachsenweit alle 13 Gesundheitsämter einheitlich mit der Software-Lösung OctoWare TN von easy-soft arbeiten. Drei aufeinander aufbauende Schwerpunkte prägen das Projekt laut der SAKD. Ein erster Schwerpunkt entfalle auf die Entwicklung von Schnittstellen für automatisierte Datenflüsse. Dies geschehe am Beispiel der Abbildung der Vorgangsbearbeitung nach Sächsischem Bestattungsgesetz (SächsBestG) zwischen den Gesundheitsämtern und ihren Partnerinstitutionen, etwa den Standesämtern, den Krematorien und Bestattungsunternehmen, sowie den kommunalen Kassenverfahren. In einem Pilotprojekt werde die Schnittstelle für die automatisierte Datenübermittlung zwischen Gesundheits- und Standesamt bereits in der Stadt Leipzig erfolgreich genutzt. Sicher, datenschutzkonform und revisionssicher erhalte das Gesundheitsamt Informationen über jeden im Standesamt erfassten Sterbefall. Termine und Fristen lassen sich so besser halten. Ähnliche Ziele verfolgen die Projektbeteiligten laut der SAKD mit der Schaffung weiterer Schnittstellen.

Mehr Online-Services

Auch an einer Schnittstelle zum kommunalen Kassenverfahren werde gearbeitet. So soll eine direkte Rechnungslegung aus dem Gesundheitsamtsverfahren OctoWare TN ermöglicht werden. Ferner soll die bargeldlose Bezahlfunktion integriert werden. Bürger können dann Rechnungen etwa für die Ausstellung eines Gesundheitszeugnisses per Karte gleich vor Ort begleichen. Auch über die Barzahlung von Verwaltungsdienstleistungen über den lokalen Einzelhandel werde nachgedacht. Mit Blick auf das mobile Arbeiten in den Gesundheitsämtern entwickelt und erprobt Lecos mit Forschungspartnern an der Universität Leipzig Lösungen für die Formulargenerierung und Synchronisation mobil erfasster Daten mit der zentralen Datenbank des Fachverfahrens OctoWare TN über Cloud-Dienste. Die Schaffung einer Möglichkeit für Bürger und Unternehmen, Behördenangelegenheiten mit dem Gesundheitsamt online abzuwickeln, bildet den dritten Schwerpunkt des sächsischen Projekts. So soll unter Nutzung eines Assistenten auf der Basiskomponente Antragsmanagement des Freistaats die Möglichkeit geschaffen werden, dass Angehörige von Heil- und Heilhilfsberufen ihre Niederlassung online anmelden sowie Änderungen rund um die Niederlassung online im Gesundheitsamt anzeigen können. Ferner sollen die Beantragung der Unbedenklichkeitsbescheinigungen zur Feuerbestattung sowie der Antrag auf Verlängerung der Bestattungsfrist laut SAKD künftig elektronisch möglich sein. Genutzt werden sollen für diesen Service der sächsische Formularservice sowie die virtuellen Postfächer der Gesundheitsämter. Dadurch werde eine datenschutzkonforme und rechtssichere Datenübermittlung garantiert.





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