Dienstag, 30. Juni 2026

BrandenburgDigitalisierung ist überall

[12.02.2024] Benjamin Grimm, der Beauftragte für Medien und Digitalisierung in Brandenburg, spricht im Interview über die Erfolgsfaktoren bei der Umsetzung des Digitalprogramms im Land.
Dr. Benjamin Grimm

Dr. Benjamin Grimm, Beauftragter für Medien und Digitalisierung in Brandenburg

(Bildquelle: Volker Tanner/StK Brandenburg)

Herr Dr. Grimm, eines der Ziele in Brandenburgs Digitalprogramm #dp25 ist es, digitale Technologien in die Fläche zu bringen. Welche digitalpolitischen Maßnahmen und Strukturen flankieren die Umsetzung, damit das gelingt?

Wir wollen in der Breitbandversorgung besser werden, genauso wie in der digitalen Ausstattung der Schulen oder der Anzahl an digitalen Verwaltungsangeboten. Um das auch in der Fläche zu erreichen, sollten wir weniger in klassischen Zuständigkeiten der Verwaltung denken und müssen uns stärker an den Bedarfen der Nutzergruppen orientieren. Die Lösung heißt also mehr Zusammenarbeit auf allen Ebenen und tatsächliche digitale Teilhabe. Mit dem jährlichen Digitalkabinett, dem IT-Rat Brandenburg und der Interministeriellen Arbeitsgruppe Digitalpolitik verfügen wir über etablierte Formate, die einen engen Austausch im Land und mit der kommunalen Ebene ermöglichen.

Ein Jahr nach Verabschiedung des Digitalprogramms ist schon viel geschafft: 94 Prozent der Maßnahmen aus dem Programm waren mit Stand Juli 2023 in Umsetzung oder sind vollständig umgesetzt. Welche Vorhaben schließen sich jetzt an?

Die beste Werbung für die Digitalisierung sind konkrete Projekte, die einen spürbaren positiven Effekt für die Bürgerinnen und Bürger oder die Unternehmen im Land haben: Wenn ich mein Auto digital zulassen kann, entlastet das den Alltag der Menschen und der Beschäftigten in der Verwaltung. Klar ist aber auch: Digitalisierung ist und bleibt eine Daueraufgabe. Gleichzeitig haben wir immer die Zukunft im Blick. Für dieses Jahr ist beispielsweise eine neue brandenburgische KI-Strategie geplant. Außerdem verleihen wir der Digitalisierung auch länderübergreifend eine größere Wirkung. Unter dem Vorsitz von Berlin und Brandenburg haben wir das eher informelle Digitalministertreffen D16 zu einer offiziellen Digitalministerkonferenz ausgebaut.

Die OZG-Umsetzung kommt in Brandenburg ebenfalls gut voran. Die Online-Dienste verändern die Arbeit der Verwaltungen. Wie werden die Mitarbeitenden dort unterstützt?

Im Umgang mit Geflüchteten aus der Ukraine hat die von Brandenburg entwickelte Online-Lösung geholfen, deren Daten bundesweit zu erfassen – eine massive Entlastung für alle Beteiligten. Voraussetzung für digitale Verfahren in der Verwaltung sind allerdings digitale Kompetenzen. Das haben wir erkannt und überlegt, wie wir die Beschäftigten motivieren können, ihre Fähigkeiten auszubauen. Herausgekommen ist eine Vielfalt an Maßnahmen, etwa Kursangebote zu KI und Daten, spielerische Schulungen zur Informationssicherheit und die Integration von digitalen Modulen in Ausbildungslehrgänge und Studiengänge. Digitalisierung ist inzwischen überall. Wir tun gut daran, sie von Beginn an mitzudenken.

Interview: Sibylle Mühlke




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Porträt Landrat Dr. Achim Brötel

Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume

[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...

Dr. Annika Busse - Hamburg CIO
interview

Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen

[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...

von rechts: Mehring, Sinemus, Wildberger, daneben noch weitere (unbekannte) Personen

BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung

[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...

zwei Männer geben sich die Hand_Karsten Wildberger_mario Voigt

Thüringen: Wichtige Online-Dienste für alle Kommunen

[11.06.2026] Thüringen und der Bund wollen fünf Verwaltungsleistungen bis Ende März 2027 landesweit digital verfügbar machen. govdigital und KIV Thüringen sollen die Online-Dienste in den Thüringer Kommunen bis zur vollständigen Betriebsfähigkeit integrieren. mehr...

Niedersachsen: Im Maschinenraum der Verwaltungsdigitalisierung

[28.05.2026] Seit April unterstützt eine Taskforce niedersächsische Kommunen dabei, wichtige Verwaltungsleistungen online anzubinden. Die Beteiligten arbeiten eng zusammen, um technische, organisatorische und finanzielle Hürden für den Einsatz der Online-Dienste aus dem Weg zu räumen – mit Erfolg. mehr...

bericht

re:publica26: Vom Ankündigen zum Liefern

[21.05.2026] Auf der Digitalkonferenz re:publica26 zieht Bundesdigitalminister Karsten Wildberger eine Jahresbilanz und spricht sich resolut für mehr digitale Souveränität und Open Source aus. mehr...

Komm.ONE: Landesregierung strebt engere Zusammenarbeit an

[18.05.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will Landes-IT und kommunale IT künftig enger zusammenführen und ein gemeinsames Rechenzentrum aufbauen. Komm.ONE unterstützt die Pläne und sieht darin eine wichtige Grundlage für die weitere Digitalisierung der Verwaltung. mehr...

Offizielles Porträt von Bundesdigitalminister Karsten Wildberger

Ein Jahr BMDS: Gute Ansätze – zu wenig Verbindlichkeit

[07.05.2026] Ein Jahr nach dem Start des Digitalministeriums ziehen weitere Branchenverbände Bilanz. Die Open Source Business Alliance fordert mehr Verbindlichkeit bei Open Source und digitaler Souveränität, der BREKO verlässliche Rahmenbedingungen für den Glasfaserausbau. mehr...

Mitglieder des Digitalausschusses des DStGB

DStGB: Umsteuern zur rein digitalen Verwaltung

[30.04.2026] Wie digitale Lösungen, Automatisierung und Künstliche Intelligenz zur Modernisierung des Staates beitragen und so für die dringend nötige Entlastung der Kommunen sorgen können, diskutierte der Ausschuss für Digitalisierung des Deutschen Städte- und Gemeindebunds auf seiner Frühjahrstagung.
 mehr...

Vitako: Impulse für die Digitalisierung

[29.04.2026] Auf der Vitako-Mitgliederversammlung haben Deutschlands kommunale IT-Dienstleister zentrale Weichen für die Verwaltungsdigitalisierung gestellt. Im Fokus standen der Deutschland-Stack, die interföderale Marktentwicklung, das Zukunftsbild der kommunalen IT sowie Fragen der digitalen Souveränität.  mehr...

Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel

[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...

Porträt von Heiko Geue

Mecklenburg-Vorpommern: Schub für die Registermodernisierung

[21.04.2026] Mecklenburg-Vorpommern hat bis zu 150 Millionen Euro für Registermodernisierung und Maßnahmen für mehr IT-Sicherheit freigegeben. Land und Kommunen betonen die Notwendigkeit einer engen Zusammenarbeit bei der Verwaltungsdigitalisierung. mehr...

Deutschland hat früh digitale Ambitionen entwickelt.

IT-Planungsrat: Kommunen scheuen EfA-Kosten

[17.04.2026] Eine neue Studie des IT-Planungsrats zeigt, warum Online-Dienste von Bürgern zu wenig genutzt und von Kommunen kaum nachgenutzt werden. Sie schlägt eine föderale Antragsplattform mit kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und einer Cloud-Infrastruktur vor. mehr...

Niedersachsen beschließt IT-Strategie  „Digitale Verwaltung 2025“.

BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in alle Kommunen

[16.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...

Porträt Jasmin Grünschläger
interview

Interview: Wir sitzen im gleichen Boot

[02.04.2026] Im Märkischen Kreis haben sich mehrere Kommunen zum Netzwerk Digitalisierung und E-Government zusammengeschlossen. Welchen Mehrwert der interkommunale Austausch bringt, beschreibt Jasmin Grünschläger, Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Menden. mehr...