Mittwoch, 25. März 2026

Lizenz-ManagementDurchblick schaffen

[10.10.2013] Ein professionelles Software- und Lizenz-Management sorgt für mehr Transparenz bei der Verwaltung von Programmen und Anwendungen. Damit sind Kommunen nicht nur rechtlich auf der sicheren Seite, sie können auch bares Geld sparen.
Durch professionelles Software-Lizenz-Management Wildwuchs bei der IT eindämmen.

Durch professionelles Software-Lizenz-Management Wildwuchs bei der IT eindämmen.

(Bildquelle: MEV Verlag/PEAK)

Was in der freien Wirtschaft bereits gang und gäbe ist, kommt jetzt auch auf die Kommunen zu: Immer mehr Software-Hersteller machen von ihrem Audit-Recht Gebrauch und überprüfen bei Verwaltungen die korrekte Nutzung von Software-Lizenzen und die Einhaltung von Lizenzverträgen. In vielen Kommunen ist die IT-Infrastruktur seit Jahren gewachsen. Oft wissen die Verantwortlichen nicht mehr genau, welche Software-Lizenzen in der Organisation vorhanden sind, wo die Verträge liegen und wer die Software nutzt. Wenn es dann noch zu umfangreichen Umstellungen im IT-Betrieb kommt, treten Fragen rund um die Software Compliance häufig in den Hintergrund. Im schlimmsten Fall mit teuren Konsequenzen: Erst kürzlich hat ein Software-Hersteller von einer Kommune Nachzahlungen im sechsstelligen Bereich verlangt.

Professionelles SLM senkt Kosten

Dabei sind mögliche Strafen und Nachforderungen für nicht bezahlte Nutzungsrechte nur ein Teil des Problems. Umgekehrt werfen viele Kommunen ihr Haushaltsgeld sprichwörtlich zum Fenster hinaus, indem sie jahrelang für Programme zahlen, die zwar installiert, aber nicht mehr genutzt werden. Zudem steigt die Komplexität bei der Verwaltung von Software-Lizenzen zusätzlich dadurch, dass immer mehr Kommunen einzelne Lösungen aus der Cloud beziehen und es zu einer Kombination aus herkömmlichen Lizenzmodellen und On-Demand-Lösungen kommt.
Diese Entwicklungen führen dazu, dass Kommunen ihre Programme und Anwendungen nicht mehr nebenbei verwalten können. Ziel muss es daher sein, ein organisatorisch abgegrenztes Software-Lizenz-Management (SLM) zu etablieren. Dieses schafft Transparenz über bestehende Lizenzen und Verträge und führt so zu mehr rechtlicher Sicherheit. Zudem sparen Kommunen bares Geld: Nach den Erfahrungen der ICT-Managementberatung Detecon International können Organisationen ihre Software-Kosten durch ein professionelles SLM um 15 bis 30 Prozent pro Jahr senken.
Aktuell gibt es noch einen zweiten Grund für Kommunen, sich über ein professionelles SLM Gedanken zu machen: die von vielen Verwaltungen angestrebte Zertifizierung nach den IT-Grundschutz-Katalogen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Die Grundschutz-Kataloge weisen an diversen Stellen auf eine notwendige Transparenz hinsichtlich der eingesetzten Software hin. Unter anderem fordert das BSI eine „Lizenzverwaltung und Versionskontrolle von Standard-Software“. An anderer Stelle weist die Sicherheitsbehörde darauf hin, dass Organisationen ihre Mitarbeiter grundsätzlich verpflichten müssen, einschlägige Gesetze, Vorschriften und Regelungen einzuhalten – und dazu zählt auch der rechtmäßige Umgang mit Software und den entsprechenden Lizenzen. Daneben lassen sich über 20 weitere Anforderungen des BSI identifizieren, die ein Asset- und Lizenz-Management fordern.

Erster Schritt: Bestandsaufnahme

Zu Beginn eines SLM-Projektes sollte ein Lizenz-Manager benannt werden. Er etabliert Prozesse in der Verwaltung, prüft diese regelmäßig und passt sie bei Bedarf an. Sinnvoll ist im ersten Schritt eine Bestandsaufnahme. Dabei sollten Kommunen Fragen klären wie: „Welche IT-Komponenten und Software-Lizenzen sind vorhanden? Wofür und von wem werden die Lizenzen genutzt?“. Stellt sich heraus, dass Mitarbeiter für dieselbe Aufgabe unterschiedliche Produkte verwenden, ist häufig eine Vereinheitlichung ratsam. In manchen Fällen reicht es auch, eine Lizenz durch einen kostenlosen Viewer zu ersetzen. Grundsätzlich gilt: Je weniger Programme im Umlauf sind, desto einfacher ist das Management der Lizenzen und desto geringer ist auch der Aufwand für die Support-Mitarbeiter. Prüfen und gegebenenfalls optimieren sollten die Verantwortlichen auch die Verträge mit den einzelnen Software-Herstellern. Oft lassen sich mittels Umstellung von Einzelbestellungen auf Volumenverträge und durch Anpassung der Laufzeiten Vorteile erzielen. Damit es nach einem SLM-Projekt nicht erneut zu einem Wildwuchs kommt, empfiehlt es sich außerdem, sämtliche Anwendungen und Lizenzen ausschließlich zentral zu beschaffen und in einem Lizenzpool zu verwalten. Im Idealfall sollte der Lizenz-Manager nicht nur die vorhandene Hard- und Software regelmäßig auf den Prüfstand stellen, sondern auch die Verträge mit externen Servicedienstleistern. Denn es kann sich durchaus lohnen, die bestehenden Verträge alle zwei bis drei Jahre neu zu verhandeln.

Abstimmung mit dem IT-Management

Ein weiterer wichtiger Aspekt für eine funktionierende Lizenzverwaltung ist die enge Zusammenarbeit mit dem IT-Management. Dabei spielt vor allem die Abstimmung der Applikationsstrategien mit den Lizenzeinkäufen eine wichtige Rolle. Beispielsweise sollten die Verantwortlichen darauf achten, dass neu gekaufte Software mit den eingesetzten Betriebssystemen kompatibel ist. Eine besondere Bedeutung erfährt dieser Aspekt aktuell dadurch, dass Microsoft seinen Support für Windows XP im April 2014 einstellen wird. Viele Organisationen sind dann mehr oder weniger gezwungen, auf ein neues Betriebssystem umzusteigen. Im Fall eines Wechsels müsste das IT-Management gemeinsam mit dem Lizenz-Management testen, ob alle vorhandenen Anwendungen auch unter dem neuen Betriebssystem einwandfrei laufen oder ob einzelne Applikationen ausgetauscht werden müssen. Nicht zuletzt sollten auch die operativen IT-Abteilungen sowie die Mitarbeiter für das Thema Lizenzen sensibilisiert werden. Viele Angestellte nutzen ihre privaten Endgeräte heute auch am Arbeitsplatz. Dabei kommt es immer wieder vor, dass sie eigene Software mitbringen und auf ihren Firmenrechnern installieren oder von den Administratoren aufspielen lassen. Kommunen sollten ihre Belegschaft daher immer wieder darauf hinweisen, dass solche unbedarften Aktionen im Ernstfall erhebliche finanzielle Konsequenzen haben können.

Lars Platzek ist Senior Consultant beim Beratungsunternehmen Detecon International.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Eine junge Frau macht per Smartphone ein Foto vom Potsdamer Rathaus.
bericht

Serie Digitalstädte: Stadt mit Gründergeist

[23.03.2026] Am Anfang war Nixdorf. Heute ist die Stadt Paderborn ein Hotspot der ostwestfälischen IT-Wirtschaft mit starkem Mittelstand, ausgezeichneter Universität und ambitionierter Verwaltung. Ein Besuch. mehr...

Ein Mann und eine Frau recken ihre Handys der Kamera entgegen.

Erfurt: Hilfe per Knopfdruck

[17.03.2026] Für viele Menschen gehören Stadtfeste und Märkte zum urbanen Lebensgefühl. Um diese sicherer zu machen, hat die Stadt Erfurt nun mit dem Anbieter der Sicherheits-App SafeNow einen Rahmenvertrag unterzeichnet. mehr...

Dreieckiges Baustellenschild mit schaufelndem Männchen aus der Untersicht aufgenommen.

Nordrhein-Westfalen: Kommunen melden ihre Baustellen digital

[13.03.2026] Werden Baustellen an der öffentlichen Infrastruktur überregional erfasst, können Terminkollisionen und Potenziale zur Bündelung leichter erkannt werden. In Nordrhein-Westfalen sollen Kommunen nun gesetzlich zur Meldung in einem zentralen digitalen Portal verpflichtet werden. mehr...

Transparente, kubische Trophäen stehen aufgereiht auf einem grauen Podest.

OSBA: Innovative Open-Source-Lösungen gesucht

[06.03.2026] Zum zweiten Mal findet der bundesweite Wettbewerb für erfolgreiche Open-Source-Lösungen aus der öffentlichen Verwaltung statt. Behörden und öffentliche Stellen aller föderalen Ebenen können sich bis Ende Juni bewerben, die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Smart Country Convention. mehr...

Bremen: Verwaltung punktet mit Online-Services.

Bremen: Schub für die Verwaltungsdigitalisierung

[03.03.2026] Performa Nord, ein Verwaltungsdienstleister der Freien Hansestadt Bremen, erhält aus dem Investitionssofortprogramm des Landes rund vier Millionen Euro. 2026 und 2027 sollen Terminmanagement, Heil- und Dienstunfallfürsorge sowie die IT-Ausstattung der Einrichtung digitalisiert und modernisiert werden. mehr...

Holzklötze mit Icons: Buch, Hirn, Schachfigur

Praxisleitfaden: Wissen bewahren und nutzen

[19.02.2026] Speziell an die Führungsebene in der öffentlichen Verwaltung richtet sich eine Orientierungshilfe der Innovationsstiftung Bayerische Kommune. Der Leitfaden liefert praxisnahe Impulse, wie erfolgreiches Wissensmanagement in kleinen Schritten aufgebaut werden kann. mehr...

Rotweißer Leuchtturm hinter Sünden auf der Insel Amrum

Föhr-Amrum: Digitale Lösungen für die Zukunft der Inseln

[18.02.2026] Im Rahmen der Föhr-Amrumer Zukunftsimpulse hat das Amt Föhr-Amrum den Island Future Award initiiert. Ausgezeichnet werden Projekte, die Inseln und Küstenregionen durch praxistaugliche Digitalisierung konkret stärken. mehr...

Mehrere Personen halten bunte Zahnräder aneinander.

NExT-Netzwerk: Arbeit neu strukturiert

[17.02.2026] Mit einer neuen strategischen Struktur richtet der Verein NExT seine Arbeit zur Verwaltungstransformation neu aus: Künftig sollen Austausch, Analyse und politische Einordnung enger verzahnt werden. Ein Relaunch der Website macht diesen Anspruch auch nach außen sichtbar. mehr...

Detailaufnahme Bauplan mit Bleistift

Schleswig-Holstein: Unterstützung für kommunale Bauleitplanung

[05.02.2026] Schleswig-Holstein will Bauleitpläne künftig mit dem Standard XPlanung und einer zentralen Bereitstellungsplattform landeseinheitlich digital verfügbar machen. Das Land unterstützt Kommunen bei der Umwandlung bestehender Pläne. mehr...

Zeichnung von Händen, die je ein Puzzleteil in der Hand halten, die zusammengefügt werden. Daneben steht ÖFIT-Wegbereiter geschrieben.

ÖFIT-Wegbereiter-Reihe: Kompetenzaufbau in der Verwaltungspraxis

[30.01.2026] Als niedrigschwellige, anwendungsorientierte Lern- und Arbeitsinstrumente sollen die ÖFIT-Wegbereiter die interdisziplinäre Bearbeitung von Digitalisierungsprojekten in der öffentlichen Verwaltung unterstützen. Die Reihe umfasst derzeit vier Ausgaben unter anderem zu den Themen Low Code, generative Künstliche Intelligenz und Digitale Souveränität. mehr...

Junger Mann mit Kopfhörern in einer Büroumgebung, die untere Hälfte seines Gesichts von einem Monitor verdeckt.

Vitako: Die Verwaltung der Zukunft im Podcast

[16.01.2026] Orientierung schaffen, Debatten anstoßen und zeigen, wie öffentliche IT den digitalen Staat mitgestaltet – das will der neue Podcast von Vitako, der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister. mehr...

KDO: IT-Wissen praxisnah vermittelt

[14.01.2026] Die KDO-Akademie vermittelt IT-Kompetenz: Im vergangenen Jahr wurden mehr als 200 Schulungen durchgeführt. Nun entwickelt sich das Angebot weiter. In verschiedenen Formaten wird neben Know-how zu konkreten IT-Lösungen auch Wissen zu übergreifenden Themen vermittelt. mehr...

Grafik, die den Ablauf des Kölner IT-Planungsprozesses erläutert.

Köln: Erster IT-Planungsprozess

[22.12.2025] Um die IT- und Digitalisierungsvorhaben der Verwaltung schneller bewerten und priorisieren zu können, hat Köln erstmals einen gesamtstädtischen IT-Planungsprozess umgesetzt. Er orientiert sich an Industriestandards für die IT-Planung in Unternehmen und sorgt für einen optimalen Ressourceneinsatz sowie eine nachhaltig gesteuerte digitale Transformation. mehr...

Vier Personen stellen das Aachener Baumkataster vor

Aachen: Straßenbäume exakt dokumentiert

[19.12.2025] In Aachen wurden in den vergangenen Jahren alle Stadtbäume mit Stamm- und Zustandsdaten in ein Kataster eingepflegt. Das soll der Stadtverwaltung künftig alle Prozesse rund um Baumkontrolle und -pflege erleichtern. mehr...

Cuxhaven: Schnell informiert im Notfall

[19.12.2025] Seit 2005 informiert die Stadt Cuxhaven ihre Bürgerinnen und Bürger über regionale Gefahrenlagen oder Schadensereignisse per App. Nun erhielt die mobile Anwendung ein umfassendes Update. mehr...