UlmFachbeirat begleitet Smart City

Die 15 Mitglieder des Fachbeirats bei ihrem ersten Treffen im Rathaus Ulm (rechts außen: Oberbürgermeister Gunter Czisch).
(Bildquelle: Stadt Ulm)
Vor rund sechs Monaten ist Ulm als eine von drei Großstädten als Modellprojekt Smart Cities ausgewählt worden (wir berichteten). Begleitet wird das vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) geförderte Projekt von einem Fachbeirat, dessen 15 Mitglieder sich Mitte Februar 2020 zum ersten Mal in Ulm getroffen haben. Wie die baden-württembergische Kommune informiert, übernimmt das Gremium eine wichtige Rolle im Rahmen der Projektorganisation und im Wissenstransfer, diskutiert Zwischenergebnisse und Herausforderungen. Zudem sollen die Experten Lösungsvorschläge einbringen und als bundesweite Multiplikatoren des Projekts fungieren.
Ziel des Bundesprojekts ist es, sektorübergreifende Strategien für das Stadtleben der Zukunft zu entwickeln und zu erproben. Dabei konnte die Stadt Ulm mit ihrer Bewerbung durch die Geschäftsstelle Digitale Agenda neben den Städten Solingen und Wolfsburg in der Kategorie der Großstädte überzeugen und erhält eine Förderung in Höhe von acht Millionen Euro.
Blick über den Tellerrand
Vier Millionen Euro steuere die Stadt bei, die seit vielen Jahren eine konsequente strategische Ausrichtung ihrer Aktivitäten rund um Digitalisierung und Smart City vorantreibe. Schon jetzt ist Ulm „Zukunftsstadt 2030“ (wir berichteten) und „Digitale Zukunftskommune“ des Landes Baden-Württemberg (wir berichteten). „Ich freue mich, dass wir mit dem Fachbeirat viele spannende Leute von auswärts mit ganz unterschiedlichen Expertisen zu uns holen können, die ihren Blick über den Tellerrand beisteuern und gegebenenfalls auch mal etwas hinterfragen“, sagte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch. „Die Mitglieder des Beirats sind für uns so wertvoll, weil sie eine Außenperspektive aus einem ganz bestimmten Fachbereich mitbringen. Damit wollen wir den weiteren Prozess auf dem Weg zur zukunftsfähigen Stadt strukturiert angehen, sodass es unseren Bürgern nutzt.“
Querschnittsorientierte Stadtentwicklung
Der Begriff der Smart Cities steht für die Entwicklung und Nutzung digitaler Technologien in fast allen Bereichen auf kommunaler Ebene. Im Rahmen des Modellprojekts „Ulm4CleverCity“ soll beispielhaft erprobt werden, wie Digitalisierung nachhaltig und intelligent gestaltet werden kann. Als Kern des Vorhabens wird derzeit – aufbauend auf den bisherigen Ulmer Initiativen – eine Smart-City-Strategie erarbeitet, teilt die Stadt mit. Diese soll ab 2022 in einem querschnittorientierten Stadtentwicklungsprozess in den Quartieren rund um den Citybahnhof umgesetzt werden. Wenn die Region zwischen Ulm und Stuttgart durch die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke enger an die Landeshauptstadt und Metropolregion heranrückt, plane Ulm so seine Position ausbauen.
Neue Räume für digitale Arbeitsformen
Schwerpunkte im Kontext der Stadtentwicklungen sind laut Angaben aus Ulm die Bereiche „Wachsende Stadt“, „Stadt im Wandel“ sowie „Nachhaltigkeit und Klimaschutz im Sinne einer Kreislaufwirtschaft“. Für eine prosperierende Wirtschaft seien zudem neue digitale Lösungen sowie eine funktionale Verbindung von Innenstadt und Wissenschaftsstadt wichtig, um Räume für digitale Arbeitsformen der Zukunft zu ermöglichen. Dies alles soll im Bereich Citybahnhof exemplarisch realisiert werden.
Konkrete Lösungen stünden noch nicht fest, sondern sollen jetzt aus den vorhandenen und bereits laufenden Verfahren und Projekten und weiteren Formaten gewonnen werden. Als Grundlage dafür diene der weitere Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Investitionen in die Urbane Datenplattform.
Offene Schnittstellen und Standards
Der Austausch mit den umliegenden Kommunen soll unter anderem durch die Innovationsregion Ulm erfolgen. Die entstehenden Lösungen seien mit offenen Schnittstellen und Standards so gestaltet, dass sie gut auf andere Städte übertragen werden können. Hierzu diene auch das Netzwerk der Digitalakademie@bw.
Offene Daten und Freies Wissen als Grundlage für Teilhabe stünden im Fokus aller Maßnahmen und seien Grundlage des urbanen Planungslabors. Der enge Kontakt in Ulm zur Open Knowledge Foundation sorge für eine bundesweite Übertragbarkeit – eine zentrale Anforderung des Bundesinnenministeriums. Zudem steht das bundesweite Netzwerk der Zukunftsstädte wie auch die Einbindung in das Netzwerk der Partnerschaft der „Urban Agenda zur Dissemination“ auf EU-Ebene zur Verfügung, so Ulm.
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