Deutsche GlasfaserFrisches Kapital für Breitbandausbau

Vertrag unterzeichnet: Die Deutsche Glasfaser und ein Kreditorenkonsortium haben sich auf eine neue Finanzierung für den eigenwirtschaftlichen Breitbandausbau geeinigt.
(Bildquelle: Creative Commons)
Die Deutsche Glasfaser hat sich mit einem Kreditorenkonsortium auf eine Finanzierung in Höhe von 5,75 Milliarden Euro geeinigt. Das frische Kapital wird maßgeblich zum Ausbau von vier Millionen Haushalten in Deutschland bis Ende 2025 beitragen, wie die Unternehmensgruppe jetzt in einer Pressemeldung bekannt gegeben hat. Die Transaktion stelle die mit Abstand größte Glasfaserfinanzierung in Deutschland dar.
Die Hauptkomponente der Finanzierung sei ein Darlehen in Höhe von drei Milliarden Euro. Zudem beinhalte die Transaktion eine Investitionsfazilität (Capex Facility) über 2,5 Milliarden Euro sowie eine revolvierende Kreditlinie in Höhe von 250 Millionen Euro. Außerdem stellten die Darlehensgeber der Deutschen Glasfaser eine zusätzliche Kreditlinie (Accordion Facility) in Höhe von 1,5 Milliarden Euro in Aussicht. Alle diese Kredite hätten eine Verzinsung, die auch an ökologische und soziale Nachhaltigkeitskriterien (ESG) gebunden ist. Abgelöst würden mit der neuen, von den Banken ING und Crédit Agricole CIB koordinierten Finanzierung zum einen bestehende Darlehen, die angesichts der hohen Nachfrage im Markt deutlich überzeichnet gewesen seien; zum anderen werde durch sie zusätzliches Kapital ins Unternehmen eingebracht.
„Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass wir unseren ambitionierten Plan für flächendeckende Glasfaser auf dem Land umsetzen können“, sagt Jens Müller, Chief Financial Officer von Deutsche Glasfaser. „Der Kapitalmarkt honoriert das nun. Diese Finanzierung stellt bereits heute sicher, dass wir diesen Plan auch in den kommenden Jahren weiterverfolgen können, und erlaubt uns, unser Ausbautempo zu erhöhen. Gleichzeitig verbessern wir mit der Transaktion unsere finanzielle Flexibilität.“
Das Ausbautempo soll verdoppelt werden
Nach eigenen Angaben schafft die Deutsche Glasfaser als Digitalversorger der Regionen die Voraussetzung dafür, dass ländliche und suburbane Kommunen in Deutschland die Chancen der Digitalisierung nutzen können. In den vergangenen zehn Jahren habe man sich vom Breitbandpionier zum klaren Marktführer für Glasfaser bis ins Haus (Fibre to the Home – FFTH) entwickelt und heute bereits 1,2 Millionen Haushalte angeschlossen. Langfristig will das Unternehmen sechs Millionen Haushalte mit FTTH versorgen, vier Millionen davon in den kommenden vier Jahren – was bereits etwa zehn Prozent aller Haushalte in Deutschland entsprechen würde. Ermöglicht werden soll dies durch eine Verdoppelung des jährlichen Ausbautempos von heute 400.000 auf rund 800.000 Haushalte im Jahr 2025. Hierbei setze man primär auf den privatwirtschaftlichen Ausbau, der eine schnelle und effiziente Glasfaserversorgung ohne Einsatz von Steuergeldern ermögliche. Ihr stetig wachsendes Netz biete die Deutsche Glasfaser auch anderen interessierten Anbietern auf Basis von Wholesale-Abkommen an.
Zu den Modalitäten der Finanzierung heißt es in der Pressemeldung weiter, dass sich die tatsächliche Verzinsung des befristeten Darlehens unter anderem daran bemesse, wie erfolgreich die Deutsche Glasfaser es schafft, ihren CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren und weitere Ziele im Sinne des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Außerdem fließe ein, wie schnell das Unternehmen unterversorgte Regionen in Deutschland an sein Glasfasernetz anschließt. Der dritte und letzte Faktor sei das Abschneiden des Unternehmens in jährlichen Mitarbeiterbefragungen, die messen, wie sozial verantwortungsvoll die Deutsche Glasfaser handelt und wie attraktiv sie als Arbeitgeberin ist.
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