Mittwoch, 4. November 2026

NetzwerksicherheitGrundregeln einhalten

[02.11.2016] Die Zahl der Angriffe auf Behördennetzwerke nimmt stetig zu. Sicherheitsprobleme entstehen oft durch Nachlässigkeiten und organisatorische Mängel. Wer gewisse Grundregeln einhält, kann die Risiken für einen erfolgreichen Cyber-Angriff daher deutlich minimieren.
Werden gewisse Grundregeln eingehalten

Werden gewisse Grundregeln eingehalten, kann das Risiko für einen erfolgreichen Cyber-Angriff deutlich gesenkt werden.

(Bildquelle: Q.pictures / pixelio.de)

Auf der vierten Potsdamer Konferenz für Nationale CyberSicherheit des Hasso-Plattner-Instituts stellte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, die Frage: Ist die Cyber-Welt die Achillesferse westlicher Nationen? Um sie gleich darauf mit den Worten „Ich fürchte ja“ zu beantworten und zu konstatieren: „Wir hängen ab vom Netz, wir hängen am Netz“. Doch es gibt Möglichkeiten, ein Netz, sei es ein Unternehmensnetzwerk, ein Behördennetzwerk oder das Netz des Deutschen Bundestags, zu schützen und das Risiko für einen erfolgreichen Cyber-Angriff zu minimieren.

Angriffe werden gezielter

Der Handel mit Daten aus Cyber-Angriffen ist ein lukratives Geschäftsfeld, in dem große Summen umgesetzt werden. Dementsprechend steigt die Professionalität, die Angriffe werden gezielter. Öffentliche Verwaltungen waren in Deutschland früher kein attraktives Ziel für Hacker, weil wirtschaftlich eher uninteressant. Doch inzwischen sind professionelle Hacker auch an Meldedaten, Steuerdaten, Polizei- oder Justizdaten interessiert. Durch die steigende Verbreitung von mobilen Geräten wie Smartphones und Tablets kommen neue Gefahrenquellen hinzu.
Allein in den Netzen von Hamburg und Schleswig-Holstein wehren die Sicherheitssysteme von Dataport Monat für Monat rund tausend Angriffe durch Schadprogramme ab. Dazu gehören Trojaner, Viren, Adware, Remote-Verwaltungs-Tools, Kennwort-Cracker, Scherzprogramme, Spam-Programme und viele mehr. Täglich werden weltweit über 100.000 neue Schadprogramme entwickelt. Fast 440 Millionen solcher Programme sind bereits bekannt. Das CERT (Computer Emergency Response Team) des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gibt jeden Monat über 200 neue Warnungen heraus, aufgrund derer durchschnittlich zwölf Sicherheitslücken in der IT-Infrastruktur geschlossen werden.

Gefahren reduzieren

Oftmals unterschätzt werden auch Sicherheitsprobleme durch die eigenen Mitarbeiter, meist durch Nachlässigkeiten und organisatorische Mängel. Die Klassiker: Mitgebrachte Speichermedien wie USB-Sticks schleusen Malware ein. Passworte werden nicht regelmäßig geändert oder sind leicht zu erraten. Zugangsdaten werden auf Zettel notiert und an die Urlaubsvertretung weitergegeben. Es werden ohne strikte Regeln Zugänge an vertrauenswürdige Gäste oder Externe vergeben. Diese Gefahren lassen sich auf ein Minimum reduzieren. Den Weg dazu geht Dataport seit Jahren konsequent, er lautet: Standardisierte Endgeräte, striktes Management, aktuelle Software, klare Organisation und hohes Sicherheitsbewusstsein. Mit diesen fünf Grundsätzen lässt sich ein Maximum an Sicherheit in jedem Behördennetzwerk gewährleisten.
Denn zentral gemanagte Computer mit Standardkonfigurationen sind deutlich weniger anfällig gegen Schad-Software als frei konfigurierte Computer. Dataport betreibt rund 70.000 Arbeitsplätze in den Verwaltungen der Länder Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein nach einem Standard. Die standardisierten Endgeräte erweisen sich als besser geschützt als andere, da bei ihnen zum Beispiel das Ausführen von Programmen unterbunden oder auf bestimmte Bereiche beschränkt werden kann. So hat etwa der Verschlüsselungstrojaner TeslaCrypt, der bis 2016 grassierte, kein einziges der von Dataport zentral gemanagten Endgeräte befallen.
Ein weiterer Grundsatz: Software darf erst dann in Netzwerken eingesetzt werden, wenn sie eingehend auf ihre Sicherheit überprüft wurde. Zu einem strikten Software-Management gehört auch, nicht benötigte Dienste von Betriebssystemen zu deaktivieren. So werden viele potenzielle Einfallstore für Schad-Software geschlossen. Darüber hinaus müssen mittels Patches und Updates die entdeckten Sicherheitslücken in Programmen möglichst schnell auf allen Endgeräten im Netz geschlossen werden. Zudem gilt es, laufend Warnhinweise zu verarbeiten, Schwachstellen abzusichern und Patchreports auszuwerten.

Regeln auch einhalten

Für den sicheren Betrieb eines Netzwerks sind außerdem klare Regeln und transparente Strukturen zwingend nötig. Netzwerksicherheit ist zum erheblichen Teil eine organisatorische Angelegenheit. Rechte und Pflichten von Benutzergruppen sind klar zu beschreiben und einzuhalten. Sicherheitskritische Ereignisse sollten nach präzise definierten Standards erkannt und behandelt werden. Die besten Sicherheitssysteme sind wenig wert, wenn sie nicht durch starke organisatorische Strukturen und Regeln begleitet werden. So sorgt zum Beispiel eine strenge Passwortrichtlinie dafür, dass jeder Nutzer nach einigen Wochen seine Passworte in ausreichender Komplexität erneuern muss. Das ist lästig, steigert die Sicherheit aber beträchtlich.
Wesentliche Sicherheitsfaktoren stellen zu guter Letzt das Einhalten von Sicherheitsvorschriften und ein gesundes Misstrauen dar. Denn die Nachlässigkeit der Nutzer ist die größte Gefahr für Unternehmensnetzwerke. Das Einhalten sicherheitsrelevanter Prozesse und Regeln und eine gewisse Wachsamkeit für Unregelmäßigkeiten müssen fester Bestandteil der Unternehmenskultur sein. Bei Dataport wurde in den vergangenen Jahren das Sicherheitsbewusstsein intensiv weiterentwickelt. Die Folge: Die Mitarbeiter sind deutlich aufmerksamer geworden und melden auf hohem Niveau immer qualifizierter Ereignisse, die sicherheitskritisch sein könnten. Dagegen ist die Zahl der tatsächlich eingetretenen Sicherheitsvorfälle rückläufig.

Konsolidierung bringt Sicherheit

Es wird deutlich: IT- und Datenschutz benötigen ein professionelles IT-Sicherheitsmanagement. In Kooperation mit anderen oder durch Nutzung leistungsfähiger Dienstleister lassen sich die notwendigen Strukturen und das Know-how aufbauen. Und noch ein weiterer Aspekt hat große Relevanz: Konsolidierung. So hat etwa der Bund begonnen, seine IT zu konsolidieren und zielt damit auf IT-Sicherheit. Zudem will er die Hoheit und Kontrollfähigkeit über seine Informationstechnik erhalten. Eine Strategie, die Dataport mit seinen Trägern bereits erfolgreich umgesetzt hat. Mit der Konsolidierung der Rechenzentren auf zwei redundant ausgelegte Systemräume an zwei Standorten steht den Trägern von Dataport eines der sichersten Rechenzentren Europas zur Verfügung, das vom BSI und von der TÜV Informationstechnik (TÜViT) zertifiziert wurde.
Mit den genannten Grundsätzen sowie dem gemeinsamen Betrieb hochsicherer, konsolidierter Infrastrukturen lässt sich ein Optimum an Sicherheit erreichen. Dataport hat das noch einmal überprüft. Auch wenn das Unternehmen als Landes- und Kommunaldienstleister formal nicht unter das IT-Sicherheitsgesetz fällt, erfüllt es trotzdem bereits jetzt alle Anforderungen des am 3. Mai 2016 in Kraft getretenen ersten Teils der KRITIS-Verordnung zum IT-Sicherheitsgesetz.

Dr. Johann Bizer ist Vorsitzender des Dataport-Vorstands und verantwortlich für den Bereich Lösungen.


Stichwörter: IT-Sicherheit,


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: IT-Sicherheit

Interview: KI ist Chance und Risiko

[22.10.2026] Cyber-Angriffe werden immer ausgefeilter, Künstliche Intelligenz verkürzt die Reaktionszeiten und auch kleinere Kommunen müssen hohe Sicherheitsstandards erfüllen. Wie sich Behörden gegen neue Bedrohungen wappnen können, erläutert Stefan Maith von Check Point im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...

(v.l.) Dr. Astrid Schumacher (BSI, NExT) und Melike Geyik (NExT) stellt den InfoSec Impact Award vor.

InfoSec Impact Award: Bewerbungsphase gestartet

[21.10.2026] Im Rahmen des InfoSec Impact Award suchen NExT und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erneut innovative Lösungen für mehr Informationssicherheit in der öffentlichen Verwaltung. Behörden und öffentliche Einrichtungen können noch bis Ende Januar 2027 ihre Projekte einreichen. mehr...

Ingolstadt: IT-Notfall erfolgreich geprobt

[20.10.2026] Die Stadt Ingolstadt hat gemeinsam mit dem bayerischen Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) ihre IT-Notfallvorsorge getestet. Die Übung kombinierte ein strategisches Krisenszenario mit einem technischen Praxistest unter realitätsnahen Bedingungen. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Informationssicherheit: IT-Check NRW startet

[05.10.2026] Nordrhein-Westfalen öffnet den IT-Check 2026 für alle Kommunen und kommunalen IT-Dienstleister. Das freiwillige Landesangebot prüft den Stand der Informationssicherheit nach BSI-Grundschutz und soll konkrete Handlungsempfehlungen für Verbesserungen liefern. mehr...

Gedruckte Ausgabe der Studie von G Data auf einem Tisch
bericht

Studie: Wenn knappe Budgets zur Gefahr werden

[01.10.2026] Die Digitalisierung der Verwaltung schreitet immer weiter voran. Und mit ihr verschärfen sich die Anforderungen an die IT-Sicherheit deutlich. Die repräsentative Studie „Cybersicherheit in Zahlen“ von G DATA CyberDefense in Zusammenarbeit mit Statista und brand eins zeigt: Knappe Budgets und fehlendes Fachpersonal treffen auf Cyber-Kriminelle, die schneller und gezielter vorgehen als je zuvor. mehr...

Advertorial: Entlastung in der IT-Sicherheit für den öffentlichen Sektor

[22.09.2026] Die Digitalisierung von Prozessen und Angeboten macht Kommunen und Behörden effizienter und zukunftsfähig. Erschwert wird dieses Mammutprojekt durch immense Cyberbedrohungen und die Frage nach technologischen Abhängigkeiten und Datenhoheit. Gefragt sind Security-Lösungen, die nicht nur durch ein hohes Sicherheitsniveau überzeugen, sondern transparent und unabhängig sind und wenig Aufwand erzeugen. mehr...

it-sa 2026: NCP zeigt deutsche Zero-Trust-Lösung

[21.09.2026] Auf der IT-Sicherheitsmesse it-sa 2026 in Nürnberg stellt das Unternehmen NCP engineering erstmals eine in Deutschland entwickelte Zero-Trust-Lösung vor. Darüber hinaus zeigt das Unternehmen Lösungen für sicheren Remote Access und mobiles Arbeiten in sicherheitskritischen Bereichen. mehr...

Cyber-Kriminalität: Die Gefährdungslage verschärft sich aktuell dramatisch.

Baden-Württemberg: Mehr Cyber-Angriffe auf Kommunen

[14.09.2026] Die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg (CSBW) verzeichnet für 2025 eine deutlich gestiegene Zahl von Sicherheitsvorfällen. Besonders betroffen waren Kommunen und Hochschulen. Bei Landkreisen, Städten und Gemeinden sowie kommunalen Unternehmen nahm die Zahl der erfassten Fälle um fast 50 Prozent zu. mehr...

Blick in den leeren Tagungsraum im Kreishaus Lüdenscheid (Märkischer Kreis).

Märkischer Kreis: IT-Sicherheit bleibt Daueraufgabe

[08.09.2026] Der Märkische Kreis plant für dieses und das folgende Jahr weitere Maßnahmen zum Schutz seiner IT. Vorgesehen sind ein Notfallhandbuch, ein neues Konzept für gesicherte Fernzugänge sowie interne und externe Prüfungen der Server. mehr...

Kommunix: Informationssicherheitsvorfall bei TEVIS-Online

[02.09.2026] Kommunix untersucht einen Cyber-Angriff auf die Hosting-Infrastruktur von TEVIS-Online. Zwei Kundeninstanzen waren von Angreiferaktivitäten betroffen, inzwischen wurde ein Abfluss personenbezogener Daten ausgeschlossen. mehr...

Fraunhofer SIT: Leitfaden zur Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie

[26.08.2026] Ein neuer Leitfaden soll Kommunen und Behörden bei der Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie unterstützen. Er zeigt, wie sich bestehende IT-Systeme erfassen, Risiken bewerten und neue Beschaffungen auf quantensichere Verfahren ausrichten lassen. mehr...

bericht

Cyber-Sicherheit: KI ist Segen und Fluch

[06.08.2026] Für Verwaltungen ist KI Segen und Fluch zugleich. Einerseits soll sie den Fachkräftemangel kompensieren und Bürgerservices beschleunigen, andererseits wird sie für Cyber-Angriffe genutzt. Oft fehlt eine IT-Infrastruktur, die KI und Cyber-Abwehr verbindet. mehr...

Person mit neongelbem Regenzeug von hinten, auf dem Rücken steht in schwarzer Schrift: Security

Niedersachsen: IT-Sicherheitszentrum für Kommunen

[28.07.2026] Niedersachsen stärkt den Cyberschutz seiner Verwaltung mit zwei Bausteinen: Das Land investiert in Lizenzen für den KI-gestützten Schutzschirm Aegis und lässt von fünf kommunalen IT-Dienstleistern ein gemeinsames IT-Sicherheitszentrum aufbauen, das Kommunen unterstützen soll. mehr...

Leipzig: Cyber-Angriff auf IT-Dienstleister Lecos

[23.07.2026] Ein Cyber-Angriff auf den Leipziger IT-Dienstleister Lecos wurde frühzeitig erkannt und gestoppt. Die Stadt und Lecos selbst setzen auf transparente Kommunikation und teilten mit, dass lediglich dienstliche Kontakt- und technische Verzeichnisdaten abgeflossen seien. Die IT-forensischen Untersuchungen dauern an. mehr...

Gruppenfoto vor deutscher und estnischer Flagge.

Bonn/Estland: Von den Besten lernen

[21.07.2026] Estland gilt europaweit als Vorreiter für digitale Innovation und Cyber-Sicherheit. Bonn und der Rhein-Sieg-Kreis wollen die Zusammenarbeit mit dem baltischen Staat ausbauen und dabei insbesondere den geplanten Cyber Campus Region Bonn voranbringen. mehr...