Mittwoch, 8. April 2026

Lohr a.MainNeue Perspektiven eröffnet

[19.11.2025] Ilona Nickel aus der IT-Abteilung der Stadt Lohr a.Main zählt zu den ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt. Im Interview erklärt sie, was den Lehrgang besonders macht und wie ihr dieser hilft, die Digitalisierung in Lohr voranzutreiben.
Porträtaufnahme von Ilona Nickel.

Ilona Nickel zählt zu den ersten fünf Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt an der Bayerischen Verwaltungsschule.

(Bildquelle: Privat)

Frau Nickel, Sie waren im August vergangenen Jahres eine der fünf ersten Absolventen des Weiterbildungslehrgangs Digitalwirt an der Bayerischen Verwaltungsschule (BVS). Was waren Ihre Beweggründe, sich für diesen Lehrgang zu entscheiden?

Mir wurde schon früh bewusst, dass es entscheidend ist, Wissen kontinuierlich zu erweitern – nicht nur, um Schritt zu halten, sondern um die digitale Zukunft aktiv mitgestalten zu können. Ursprünglich wollte ich in den medizinischen Bereich, da mir dieser Weg jedoch nicht lag, habe ich mich bewusst für die IT entschieden – auch hier kann ich einen wertvollen Beitrag leisten, indem ich sichere und zukunftsfähige Strukturen schaffe, die das Leben einfacher, transparenter und verlässlicher machen. Als gelernte Informatikkauffrau, Informationssicherheitsbeauftragte, Wirtschaftsfachwirtin, Digitallotsin und Datenschutzkoordinatorin habe ich mir ein breites Fachwissen aufgebaut. Der Lehrgang Digitalwirt mit Fachrichtung Informationssicherheit vertiefte dieses Wissen, stärkte meine Kompetenzen und ermöglicht es mir nun, unsere Stadtverwaltung noch besser auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Meine Motivation ist sowohl persönlich als auch beruflich: lebenslang zu lernen, mich weiterzuentwickeln und die digitale Transformation so zu gestalten, dass der Mensch im Mittelpunkt steht. Nur so entstehen digitale Lösungen, die akzeptiert und genutzt werden.

Welche Aspekte des Lehrgangs haben Sie beruflich ganz besonders weitergebracht?

Besonders wertvoll waren die praxisnahen Module, die von Arbeitstechniken über Projekt- und Changemanagement bis hin zu E-Government, Digitalstrategien und Informationssicherheit reichten. Aber auch die Erfahrungsberichte der Dozenten sowie der Austausch mit den anderen Teilnehmenden haben mich beruflich und persönlich enorm bereichert. Ich konnte viele Methoden und neue Werkzeuge direkt in meinen Projekten und Aufgaben anwenden, die ich nun dauerhaft in der Verwaltung einsetzen kann. Da der Kurs überwiegend online stattfand, hat die Weiterbildung zudem deutlich gezeigt, dass eine Zusammenarbeit auch virtuell hervorragend funktioniert. Ein weiterer wichtiger Baustein war das Modul Onlinemoderator, das im Selbststudium erlernt wurde. Gerade in Zeiten, in denen Online-Meetings fester Bestandteil der Arbeitswelt sind, habe ich hier wertvolle Kompetenzen erworben.

Wem und warum würden Sie den Lehrgang weiterempfehlen?

Ich würde den Lehrgang jedem empfehlen, der in der Verwaltung oder im IT-Bereich arbeitet und die Digitalisierung aktiv vorantreiben möchte. Man erhält ein umfassendes Rüstzeug, um Projekte professionell umzusetzen, gleichzeitig stärkt man seine Rolle als Multiplikator in der eigenen Organisation. Zudem ist der Austausch untereinander sehr wertvoll, da alle die Leidenschaft für die Digitalisierung teilen.

„Der Austausch untereinander ist sehr wertvoll, da alle die Leidenschaft für die Digitalisierung teilen.“

Wie ist Ihre Stadt Lohr a.Main in puncto Digitalisierung aufgestellt?

Lohr a.Main verfolgt eine klare Digitalstrategie und hat sich in den vergangenen Jahren sehr bewusst auf den Weg gemacht: Ziel ist es, die Verwaltung vollständig zu digitalisieren, Prozesse zu optimieren, sowie für mehr Transparenz und eine moderne Zusammenarbeit zu sorgen. Ein wichtiges Beispiel hierfür ist das neue cloudbasierte Intranet mit Chatfunktion, das alle Mitarbeitenden – auch in Außenstellen wie Kitas und Bauhof oder Reinigungskräften – zeitgleich mit Informationen versorgt. Zudem werden Themen wie Informationssicherheit, Dokumentenmanagement und E-Government aktiv umgesetzt.

Wie können Sie als Digitalwirtin die Stadt nun besser bei deren weiteren Digitalisierungsvorhaben unterstützen? 

Der Lehrgang hat mir noch einmal viele neue Perspektiven eröffnet. Ich kann jetzt nicht nur Projekte fachlich sowie organisatorisch effizienter steuern und verbessern, sondern auch den Veränderungsprozess in der Verwaltung begleiten – also Ängste nehmen, Mitarbeitende motivieren und den Mehrwert digitaler Lösungen sichtbar machen. Hinzu kommt mein Know-how im Bereich Informationssicherheit und Datenschutz, das natürlich extrem wichtig ist, wenn wir digitale Angebote nachhaltig und rechtssicher aufstellen wollen. Die Digitalisierung bietet enormes Potenzial: Sie macht Prozesse effizienter,  erleichtert Kommunikation und Zugang zu Wissen.

Welche Projekte haben Sie als frisch gebackene Digitalwirtin als erstes in Angriff genommen?

Mein erstes großes Projekt war die Einführung des cloudbasierten Intranets mit Chatfunktion. Damit haben wir Transparenz geschaffen und die interne Kommunikation deutlich vereinfacht. Parallel arbeite ich an einem Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) und an der Einführung eines neuen Dokumentenmanagementsystems (DMS) mit einem tollen Projektteam. Bei der Auswahl des DMS ging es uns darum, komplette Prozesse digital und intuitiv abzubilden – so, dass alle Mitarbeitenden damit gut zurechtkommen und echten Mehrwert erleben. Darüber hinaus treiben wir die digitale Infrastruktur der Stadtverwaltung voran. Weitere spannende Themen folgen Schritt für Schritt. Bei all diesen Projekten ist mir eines besonders wichtig: Der Mensch muss immer im Mittelpunkt stehen.

Wie lautet also Ihr Fazit?

Abschließend möchte ich folgendes sagen: Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst. Wenn ich mich weiterbilde, entwickle ich nicht nur meine eigenen Kompetenzen, sondern leiste auch einen Beitrag dazu, dass digitale Prozesse, Strukturen und Kulturen entstehen, die wirklich zukunftsfähig und menschlich sind.

Interview: Bettina Weidemann




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