Mittwoch, 1. Juli 2026

MannheimNeues Rechenzentrum im Hochbunker

[09.06.2017] Im neuen Rechenzentrum in einem Hochbunker wird Mannheim zwei zentrale Knotenpunkte für städtische IT-Systeme zusammenführen. Dank einer hochmodernen Klimatechnik wird der Energiebedarf gesenkt, die Eigenstromversorgung verhindert, dass Stromausfälle schwerwiegende Folgen haben können.
Mannheims Erster Bürgermeister und IT-Dezernent Christian Specht zeigt das neue Rechenzentrum der Stadt im Hochbunker.

Mannheims Erster Bürgermeister und IT-Dezernent Christian Specht zeigt das neue Rechenzentrum der Stadt im Hochbunker.

(Bildquelle: Stadt Mannheim)

Ein Rechenzentrum, das sich über sieben Stockwerke erstreckt, umfasst von meterdicken Wänden, ausgestattet mit modernster Klimatechnik und Eigenstromversorgung – so beschreibt die Stadt Mannheim ihr neues Rechenzentrum im Hochbunker Luisenring. „Im Zuge der Digitalisierungsstrategie der Stadt Mannheim ist es wichtig, in IT zu investieren, um zukunftsfähig zu sein und zu bleiben“, erklärt Erster Bürgermeister und IT-Dezernent Christian Specht. „Mit dem Rechenzentrum im Hochbunker haben wir einen neuen IT-Standort geschaffen, der modernste Systeme beinhaltet und damit nicht nur unseren Anforderungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und Energieeffizienz entspricht, sondern auch für eine Einführung von Smart-City-Systemen optimale Voraussetzungen bietet.“ Wie die Stadt in Baden-Württemberg meldet, werden in dem neuen Rechenzentrum zwei zentrale Knotenpunkte für städtische IT-Systeme zusammengeführt. Zum einen sei der Verkehrsrechner, bislang auf der alten Feuerwache Mitte untergebracht, in den Hochbunker verlegt worden, zum anderen werde das bislang im so genannten Collini Center verortete Rechenzentrum in den Hochbunker verbracht. „Aus Synergiegründen haben wir die Zusammenlegung der beiden Standorte beschlossen“, erläutert Specht. „Wir haben mehrere Varianten geprüft und uns schließlich aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen entschieden, das neue Rechenzentrum in dem ohnehin der Stadt gehörenden, zuletzt ungenutzten Hochbunker einzurichten.“ Baulich ist der zwischen 1940 und 1943 errichtete Bunker laut der Meldung in insgesamt neun Etagen aufgeteilt. Im Keller und Unterkellergeschoss befinden sich unter anderem zwei getrennte Leitungswege an das städtische Glasfaser- und Kupfernetz und ein Wasserspeicher zur Kühlung des Bunkers. Im Erdgeschoss seien Technik, Klimaanlage und Stromanschlüsse untergebracht. In der ersten und zweiten Etage befinden sich die städtischen Server und Rechner. In den darüber liegenden weiteren fünf Stockwerken seien noch Räumlichkeiten frei. Eine Vermietung der Server-Räume zur Unterbringung von IT-Systemen städtischer Einrichtungen wäre hier in weiteren Ausbaustufen möglich. Zu den Besonderheiten der Ausstattung des Hochbunkers gehört laut der Stadt die hochmoderne Klimatechnik. „Da der Energiebedarf für die notwendigen Klimasysteme in der Regel einen wesentlichen Kostenfaktor beim Betreiben von Rechenzentren verursacht, wurde bei diesem Rechenzentrum ein System eingesetzt, das fast ganzjährig mit der vorhandenen Außenluft kühlt“, erklärt der IT-Dezernent. „Hierdurch soll der Energiebedarf um circa 70 Prozent gegenüber konventionellen Systemen reduziert und der CO2-Ausstoß deutlich verringert werden. Damit werden wir auch unserem Anspruch an Green IT gerecht.“ Die Energieversorgung innerhalb des Bunkers sei vom allgemeinen Stromnetz unabhängig geplant und aufgebaut, sodass auch ein Stromausfall keine schwerwiegenden Folgen hat. Der Umzug der städtischen IT-Systeme in den Hochbunker wird voraussichtlich im vierten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Die Gesamtkosten für den Ausbau des Bunkers, Verlegung des Verkehrsrechners und den Umzug des Rechenzentrums aus dem Collini Center belaufen sich auf rund 6,8 Millionen Euro.





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