Innovatives ManagementRunter von der Insel

Forum E-Government auf dem MACH-Kongress: Die Entwicklung wird noch zu sehr aus Sicht einzelner Behörden vorangetrieben.
v.l.: Beate Lohmann, Abteilungsleiterin O im Bundesministerium des Innern; Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises; Michael Breidung, Eigenbetriebsleiter IT- und Organisationsdienstleistungen der Landeshauptstadt Dresden.
(Bildquelle: MACH AG)
Forum E-Government auf dem MACH-Kongress: Die Entwicklung wird noch zu sehr aus Sicht einzelner Behörden vorangetrieben.
v.l.: Beate Lohmann, Abteilungsleiterin O im Bundesministerium des Innern; Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises; Michael Breidung, Eigenbetriebsleiter IT- und Organisationsdienstleistungen der Landeshauptstadt Dresden.
(Bildquelle: MACH AG)
Rund 150 Führungskräfte aus dem öffentlichen Sektor sprachen beim 13. Kongress Innovatives Management des Unternehmens MACH am 26. September in Lübeck über die aktuellen Herausforderungen der Verwaltungsmodernisierung. Eröffnungsredner Bodo Hombach forderte zum Lösen von Blockaden den geduldigen Abbau von Interessengegensätzen und eine pragmatische Reformpolitik. „Unsere Probleme sind meist Grundsatzprobleme und deshalb größer als sie wirklich sind. Vorgeschlagenen Lösungen misstrauen wir ausdauernd und hingebungsvoll – erst recht, wenn sie uns zu einfach erscheinen“, stellte Hombach, früherer Kanzleramtschef und heute Präsident der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik, zu Beginn der Veranstaltung fest. Welche Hemmnisse für Modernisierungsprojekte existieren und wie Lösungen zum Abbau dieser Hürden aussehen können, war eine der Grundsatzfragen, die sich durch den Kongress zog. Hombach forderte: „Wo die institutionelle Legitimation durch Dialog-Verweigerung verlorenging, kann sie nur durch Kommunikation und Diskurs zurückgewonnen werden.“
Hochspannend und konstruktiv
Genau diese Aspekte standen beim diesjährigen Innovativen Management wieder im Mittelpunkt. MACH-Vorstand Rolf Sahre sagte: „Wenn Führungskräfte aus dem Public Sector sich bereichsübergreifend austauschen, wenn Bundesverwaltungen mit Kommunen oder Landesverwaltungen mit Hochschulvertretern diskutieren, dann ist das nicht nur hochspannend, sondern auch konstruktiv-belebend.“
Über die Herausforderungen öffentlicher Projekte und die geforderten Fähigkeiten, um bei schwierigen Vorhaben zum gewünschten Erfolg zu kommen, diskutierten Frank Nägele, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium des Landes Schleswig-Holstein, Christoph Verenkotte, Präsident des Bundesverwaltungsamts, Rainer Kersten vom Bund der Steuerzahler Schleswig-Holstein und Projektexperte Thomas Sadewasser. Dabei blieb es umstritten, wie viel Pragmatismus Projektabläufe in der Verwaltung benötigen, um Vorhaben im Budget- und Zeitrahmen umzusetzen – und welche Hindernisse dem im Wege stehen. Die Runde war sich allerdings einig, dass ein ungeschöntes Berichtswesen oft nicht existiere, sodass mangelnde Transparenz gleichzeitig zu mangelnder Konsequenz führe.
Forum E-Government
Auch im Forum E-Government stand ein Projekt auf dem Prüfstand – nämlich das der elektronischen Verwaltung. Michael Breidung, Eigenbetriebsleiter IT- und Organisationsdienstleistungen der Landeshauptstadt Dresden, Thomas Gemke, Landrat des Märkischen Kreises, Beate Lohmann, Abteilungsleiterin O im Bundesministerium des Innern und Christian Rupp, Sprecher der Plattform Digitales Österreich diskutierten mit Stefan Engel-Flechsig, Leiter des Forums elektronische Rechnung in Deutschland (FeRD), über Chancen und Grenzen der elektronischen Verwaltung. Die Herausforderung dabei sei: Die Stärken der deutschen Verwaltung erhalten – und diese gleichzeitig modernisieren. Standardisierungen – technisch, organisatorisch und rechtlich – helfen, gerade komplexere Prozessketten bereichs- und verwaltungsübergreifend elektronisch abzubilden.
Das Problem dabei umriss Michael Breidung so: Deutschlandweit gebe es zwar mehrere tausend elektronische Verwaltungsdienste von Behörden. Aber: Die E-Government-Entwicklung werde zurzeit noch aus Sicht einzelner Behörden vorangetrieben. Die Folge sei, dass die Übersichtlichkeit der Angebote noch zu wünschen übrig lasse: Der Bürger müsse sich die entsprechenden Stellen für sein Anliegen selbst suchen und – wo eine Interaktion der Behörden untereinander notwendig ist – diese selber koordinieren. Hier gebe es Optimierungsbedarf. Breidung: „Perspektivisch sollte der Bürger oder der Antragsteller sich an eine Stelle wenden. Anschließend und mit dessen Zustimmung tauschen die beteiligten Behörden die Informationen untereinander aus.“
Um dieses Problem zu lösen, ist es nach Auffassung der Diskussionsteilnehmer auch aufgrund der angespannten Haushaltslage wichtig, dass alle gemeinsam arbeiten und im Sinne des Ziels – zufriedene Bürger und schlanke Verwaltungsprozesse – kooperieren, anstatt parallele Inseln zu entwickeln. Dabei müssten zum einen alle Mitarbeiter und Beteiligten mitgenommen und Überzeugungsarbeit geleistet werden, zum anderen müssten individuelle Ausgestaltungen des Standards möglich bleiben.
Das Richtige tun
MACH-Vorstand Eike Schmidt resümierte am Schluss der Veranstaltung: „Gerade wegen der vielen Grundsatzprobleme und Hemmnisse braucht es Mut zur Übernahme von Verantwortung bei Projekten wie der Verwaltungsmodernisierung. Mut, das Richtige zu tun – auch wenn es vordergründig nicht populär ist – und es gut zu erklären. Sowie die Bereitschaft, die eigenen Interessen auch einmal zurückzustellen.“ Der nächste Kongress Innovatives Management findet am 25. September 2014 in Lübeck statt.
Deutscher Städtetag: i-Kfz-Bund greift zu kurz
[24.09.2026] Der Deutsche Städtetag hält die geplante Zentralisierung der Kfz-Zulassung beim Bund für unzureichend. Der Bund wolle vor allem bereits digitalisierte Standardverfahren übernehmen, während aufwendige Fälle bei den Kommunen blieben. Eine spürbare Entlastung sei so kaum zu erwarten. mehr...
Schwerin: Bund und Land bei Kommunalfinanzen gefordert
[21.09.2026] Mecklenburg-Vorpommerns Landeshauptstadt Schwerin erwartet für 2027 und 2028 Defizite in zweistelliger Millionenhöhe. Oberbürgermeister Sebastian Ehlers sieht darin kein lokales Problem, sondern verweist auf die bundesweit schwierige Finanzlage der Kommunen. Er fordert von Bund und Land eine aufgabenangemessene Finanzausstattung und Entlastungen bei gesetzlichen Leistungen. mehr...
Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung
[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...
Changemanagement: Veränderung steuern
[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...
Schneller Gründen: Aus zwei mach eins
[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...
NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht
[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...
Konsultation: Offene Daten stärken
[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...
Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI
[20.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...
Mecklenburg-Vorpommern: Landes- und Kommunalverwaltung rücken zusammen
[29.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...
Hessen: Digitale Basis für finanzschwache Kommunen
[22.07.2026] Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt Hessen insbesondere finanzschwächere Kommunen bei der Einführung grundlegender Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung. Damit soll die digitale Transformation auch in Kommunen mit engen finanziellen Spielräumen vorankommen. mehr...
Digitalisierung: Taskforce eingerichtet
[16.07.2026] Niedersachsen versteht die Digitalisierung als ebenenübergreifende Aufgabe. Mit Rahmenwerk, strategischer Steuerung und operativer Unterstützung, gebündelt mit Standardisierung und konsequenter Kooperation, sind Land und Kommunen auf einem guten Weg. mehr...
Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik
[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...
Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung
[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...
Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an
[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...
Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume
[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...


















