FlensburgZentrale IT-Betreuung

Die Stadt Flensburg hat die Betreuung der Schul-IT professionalisiert.
(Bildquelle: MEV Verlag)
Im Kleinen startete die Digitalisierung der Schulen im schleswig-holsteinischen Flensburg: Einzelne Lehrkräfte bauten Netzwerke in ihren Schulen auf und verwalteten sie in Eigenverantwortung. Sie schufen Präsentationsmöglichkeiten für den Unterricht und hielten diese mit hohem persönlichem Engagement in Betrieb. Um die Lehrkräfte von diesen Technikaufgaben zu entlasten, sollte die Betreuung der Netze und der zugehörigen IT professionalisiert werden.
Die Flensburger Ratsversammlung beauftragte zunächst die Erstellung eines Konzepts für einen koordinierten IT-Support, den Aufbau von WLAN an allen Schulen sowie eine Breitband-Anbindung ans Internet. In einem weiteren Schritt wurden im Jahr 2016 die Schaffung einer einheitlichen Basisinfrastruktur und einer ersten Mitarbeiterstelle für den IT-Support beschlossen. Gemeinsam mit dem Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH) startete dann die gemeinsame Medienentwicklungsplanung der Schulen.
Agiles Vorgehen
Für die Umsetzung entschied sich die Stadt Flensburg für ein agiles Vorgehen: In frühen Testphasen sollten zunächst Praxiserfahrungen gesammelt werden, um rechtzeitig Änderungen vornehmen zu können und Budgets zu schonen. Die Digitalisierung der Schulen begann also mit einem Pilotprojekt. In nur zwei Tagen setzte die Stadt gemeinsam mit Technikern des Unternehmens Univention eine funktionierende Testumgebung mit verschiedenen Komponenten auf: Neben dem zentralen Identitätsmanagement-System UCS@school kamen verschiedene Self-Services sowie Tools zu Software-Verteilung (opsi), Datenaustausch (Nextcloud), Online-Office (Collabora), Importschnittstellen für Benutzer und zentrale WLAN-Administration (RADIUS) zum Einsatz. Für den automatischen Log-in bei Vertretungsplänen und Ressourcen-Management-Tools wird die Lösung WebUntis genutzt. Die IT-Systeme wurden mit einer ein Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) schnellen LWL-Leitung nebst eigenem Internet-Anschluss (120/60 Megabit pro Sekunde) ausgestattet. In einem zweiten Schritt wurde Anfang Juni 2017 ein produktives Pilotsystem aufgebaut, das nach nur drei Monaten in den Produktivbetrieb übergeben wurde.
Schulen bleiben flexibel
Kern der neuen IT-Infrastruktur ist nun das auf UCS@school basierende, zentrale Identitätsmanagement, über das die Rechte und Zugriffsmöglichkeiten für verschiedene Lernressourcen geregelt werden. Die Schulen behalten die Flexibilität, sich für bestimmte Anwendungen zu entscheiden; die bisher manuell von einzelnen Lehrkräften erledigten Verwaltungsaufgaben entfallen. Administratoren sind nun in der Lage, die IT-Systeme aller angeschlossenen Schulen zentral zu verwalten. Dazu gehören klassisches IT-Management, die Installation von Softwareupdates sowie die Administration der zugehörigen WLAN-Netzwerke. Unterrichtsmaterialien lassen sich über eine eigene Cloud-Lösung datenschutzkonform speichern und sicher mit anderen teilen. Zudem können die Nutzer vergessene Passwörter jederzeit eigenständig zurücksetzen, und die Lehrkräfte nutzen Ressourcenplanung und Vertretungspläne nun vollständig digital.
Das Projekt „IT-Betreuung der Flensburger Schulen“ war für alle Beteiligten ein voller Erfolg. Deshalb sollen jetzt sukzessive weitere Schulen in Flensburg in den Produktivbetrieb überführt werden.
http://www.univention.de/produkte/ucsschool
Dieser Beitrag ist in der Ausgabe Mai 2018 von Kommune21 im Schwerpunkt Digitale Bildung erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Magdeburg: Ausgezeichnete Open-Source-Lösung
[07.07.2026] Ein Open-Source-Projekt des Fachbereichs Schule und Sport der Stadt Magdeburg am Werner-von-Siemens-Gymnasium wurde beim KOMPASS-Wettbewerb des Landes Sachsen-Anhalt mit dem 1. Platz ausgezeichnet. mehr...
Nordrhein-Westfalen: KI-Assistenzen für Schulleitungen
[24.06.2026] Weniger Bürokratie und dafür mehr Zeit für guten Unterricht: Mit Künstlicher Intelligenz und schlankeren Verfahren will das Land Nordrhein-Westfalen seine Schulen konkret entlasten. Vier KI-Assistenzen helfen bei Schulrecht, Elternkommunikation, Medienarbeit und sprachsensiblem Unterricht. mehr...
Hessen: Software hilft beim Mathe lernen
[12.06.2026] Hessen führt an seinen Schulen schrittweise ein intelligentes Online-Lernsystem für den Mathematikunterricht ein. Die Plattform soll Aufgaben passend zum Lernstand anbieten, direkte Rückmeldungen geben und Lehrkräfte bei Unterrichtsvorbereitung und Förderung entlasten. mehr...
Würzburg: Schul-IT ertüchtigt
[09.06.2026] Von Strom über Glasfaser bis hin zu Endgeräten und Softwarepool: Die Stadt Würzburg hat in den vergangenen sechs Jahren knapp 24 Millionen in die schulische digitale Infrastruktur investiert. mehr...
Worms: 27 Schulen, eine Plattform
[03.06.2026] Mit einer zentral verwalteten Netzwerkplattform hat die Stadt Worms die Grundlage für digitalen Unterricht an 27 Schulen geschaffen – unabhängig von Schulform, Gebäudealter oder individuellen Voraussetzungen. Gemeinsam mit ihren Partnern konnte die Kommune eine leistungsfähige und datenschutzkonforme Infrastruktur aufbauen. mehr...
Schleswig-Holstein: Alle Schulen am Netz
[02.06.2026] Erfolgreicher Abschluss des Projekts „Schulen ans Netz“: Als erstes Flächenland in der Bundesrepublik hat Schleswig-Holstein alle seine öffentlichen Schulen an das Glasfasernetz angebunden. mehr...
Berlin: AIS.chat unterstützt beim Lernen
[26.05.2026] In Berlins öffentlichen Schulen kann jetzt mit dem Chatbot AIS.chat gearbeitet werden. Die datenschutzkonforme KI-Lösung unterstützt Lehrer bei der Unterrichtsvorbereitung und soll Schülern neue Zugänge zu Unterrichtsthemen eröffnen. mehr...
Bitkom: Schulen erhalten Smart-School-Siegel
[24.04.2026] Bundesbildungsministerin Karin Prien hat in Berlin Schulen für herausragende digitale Bildungskonzepte ausgezeichnet. Der Wettbewerb des Branchenverbands Bitkom zeigt, wie sich digitale Innovationen im Unterricht erfolgreich umsetzen lassen und künftig stärker verbreitet werden sollen. mehr...
Hannover: Lizenzpanne mit Microsoft 365
[23.04.2026] Alle 100 städtischen Schulen in Hannover haben die Cloud-Lösung Microsoft 365 aktiv eingesetzt – allerdings, ohne die passende Lizenz zu besitzen, welche die Nutzung im Schulkontext absichert. Die Stadt verhängte vorerst einen Nutzungsstopp und will prüfen, wie es zu der fehlerhaften Einschätzung kam. mehr...
Bremen: Pionier für telli
[21.04.2026] Bremen hat als erstes Bundesland mit telli eine landesweite KI-Plattform für Schulen eingeführt. Finanziert über Mittel des DigitalPakts Schule steht die Plattform den Schulen der Freien Hansestadt kostenfrei zur Verfügung. mehr...
Niedersachsen: Webshop für Schul-Hardware
[16.04.2026] Niedersachsen hat einen Webshop für die Bestellung digitaler Endgeräte an Schulen freigeschaltet. Das Land stellt dafür bis 2031 rund 800 Millionen Euro bereit. Ab dem Schuljahr 2026/2027 sollen zunächst siebte Klassen und Lehrkräfte ausgestattet werden. mehr...
Berlin: Schnelles Internet für alle Schulen
[13.04.2026] In Berlin verfügen alle öffentlichen Schulen nun über schnelles Internet. Möglich wurde das durch ein vom ITDZ koordiniertes landesweites Programm. Mit einer Reform des Schulgesetzes sichert der Senat die weitere digitale Schulentwicklung rechtlich stärker ab. mehr...
Digitale Bildung: Zehn Jahre Smart Schools
[09.04.2026] Seit zehn Jahren würdigt der Smart-School-Wettbewerb Schulen, die digitale Bildung, Infrastruktur und Lehrkräftefortbildung zusammenbringen. Rahmenbedingungen und Schwerpunktthemen sind im Wandel – doch die Digitalisierung im Bildungsbereich geht weiter. mehr...
Thüringen: KI verstehen mit telli
[09.04.2026] Der KI-Chatbot telli steht ab sofort allen Schulen in Thüringen zur Nutzung zur Verfügung. Der Freistaat profitiert dabei von den Erfahrungen anderer Bundesländer und setzt zugleich eigene Schwerpunkte bei der pädagogischen Begleitung. mehr...
Kommunale Spitzenverbände: Digitalpakt 2.0 mit verschobenem Start?
[01.04.2026] Die kommunalen Spitzenverbände kritisieren geplante Änderungen zum Digitalpakt 2.0: Der für 2025 vereinbarte Starttermin soll um ein Jahr verschoben werden. Viele Kommunen haben mit Blick auf die Vereinbarung schon 2025 teure digitale Ausstattung beschafft – und könnten dann ohne Finanzierung dastehen. mehr...





















