Mittwoch, 22. Juli 2026

FriedhofswesenKulturwandel in vollem Gange

[25.10.2019] Friedhofsverwaltungen wird heutzutage viel Flexibilität abgefordert. Umso wichtiger wird der Einsatz einer Software, welche die unterschiedlichen Bestattungsmodalitäten und individuellen Wünsche der Bürger berücksichtigt.
Friedhofssoftware muss neuen Anforderungen gewachsen sein.

Friedhofssoftware muss neuen Anforderungen gewachsen sein.

(Bildquelle: Rainer Ksobiak/stock.adobe.com)

Individuelle Bestattungsformen sorgen immer wieder für Schlagzeilen. So berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass man die Asche seiner Liebsten in der Schweiz zu Diamanten pressen kann. Und der Bundesverband Deutscher Bestatter beschreibt auf seinem Web-Auftritt, dass es in Österreich erlaubt ist, die Asche eines Verstorbenen aus einem Flugzeug, einem Hubschrauber oder einem Heißluftballon heraus zu verstreuen. Der Bundesverband lenkte zudem die Aufmerksamkeit auf den Tabubereich Sterben und Bestattung, als er Künstler damit beauftragte, individuelle, knallbunte Särge zu gestalten. Nichts besonderes mehr sind Baumbestattungen in eigens dafür eingerichteten Wäldern. Weinliebhaber finden ihre letzte Ruhestätte im ersten Friedweinberg Bayerns, im unterfränkischen Weinort Nordheim am Main. Die Auswahl scheint grenzenlos.
Das Bestattungsrecht ist in Deutschland Länderrecht. Überwiegend herrscht (noch) Friedhofszwang: Ein Verstorbener muss – bis auf wenige, eng gefasste Ausnahmen – in einem Sarg oder einer Urne auf einer als Friedhof gewidmeten Fläche beigesetzt werden. Bis vor Kurzem war die Erdbestattung der Normalfall, oft traditionell in Familiengräbern, die über Generationen hinweg beibehalten wurden. Mittlerweile überwiegen Feuerbestattungen. Zudem werden Grabnutzungsrechte immer häufiger aufgegeben, oft schon vor Ablauf der bezahlten Nutzungszeiten. Ab und zu lassen sich Grabnutzungsberechtigte gar nicht mehr ermitteln.

Kulturwandel in die Realität umsetzen

Die Freiflächen zwischen den Gräberreihen häufen sich. Dafür entstehen neue Urnengräber, -stelen, -wände, anonyme Urnengrabfelder und -kirchen. Immer mehr kommunale und kirchliche Friedhöfe ermöglichen Naturbestattungen, bei denen die Urne im Wurzelbereich eines Baumes beigesetzt wird. Und es werden Bereiche auf Friedhöfen angelegt, in denen die Bräuche anderer Kulturen und Glaubensrichtungen berücksichtigt werden. Manch Lebender, der keine Erben oder kein Vertrauen in diese hat, schließt mittlerweile einen Vorsorgevertrag ab, der die Kosten für die Bestattung, wiederkehrende Friedhofsunterhaltungsgebühren und Kosten für die Grabräumung abdeckt. Klar, dass Gesetzgeber, Rechtsprechung und Friedhofsträger sich dieser neuen Situation stellen müssen: So beschäftigte sich der Bayerische Landtag zuletzt in seiner Sitzung am 4. Juli 2019 mit der Sargpflicht, mit eigenen Räumen für die Leichenwaschung und zeitlich unbegrenzten Grabnutzungsrechten für muslimische und jüdische Verstorbene.
Städte und Gemeinden sowie die Kirchen stehen als Friedhofsträger in der Pflicht, den Kulturwandel auf ihren Friedhöfen in die Realität umzusetzen. Und das muss von einer Software abgebildet werden. TERAwin-FRI, die Lösung der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) ist mit den Anforderungen aus der Praxis über die Jahrzehnte gewachsen. Programmtechnische Assistenten führen Anwender sicher durch die üblichen Geschäftsvorfälle, etwa die Vergabe und Verlängerung von Grabnutzungsrechten, Umbettungen, Räumungen sowie die sicherheitsrelevanten Grabprüfungen. Die Abwicklung von Sterbefällen ist selbsterklärend. Ruhefristen, Laufzeiten von Grabnutzungsrechten und die dabei anfallenden Friedhofsgebühren werden automatisch berechnet. Die aussagekräftigen Statusfelder belegt, frei, gesperrt sowie dauerhaft gesperrt erleichtern die Friedhofsverwaltung ungemein. Neue Gräber können blitzschnell erfasst werden, ebenso Grabplatzbescheinigungen für Feuerbestattungen. Auch wiederkehrende Friedhofsunterhaltungsgebühren, statistische und buchhalterische Auswertungen sind berücksichtigt.

Friedhöfe im Plan

Besonders praktisch: Durch die Programmschnittstelle zum Bayerischen Behördeninformationssystem BayBIS kann die aktuelle Adresse eines Grabnutzungsberechtigten direkt aus TERAwin-FRI heraus bundesweit ermittelt und aktualisiert werden. Gebührenbescheide und Urkunden können sofort gedruckt, in zahlreichen Finanzverfahren zum Soll gestellt und an die elektronische Akte übergeben werden. Damit alle Informationen und Dokumente leicht auffindbar sind, legt TERAwin-FRI automatisch Akten an und übergibt die dazugehörigen Dokumente in das revisionssichere Dokumenten-Management-System komXwork.
Dank TERAwin-FRIplan werden Friedhofspläne direkt in TERAwin-FRI angezeigt. Auf einen Blick sind die Grabdaten sowie die verorteten Gräber auf dem Friedhofsplan zu sehen. Das Zuordnen, Neuzeichnen und Löschen von Gräbern auf dem Plan ist kinderleicht. Thematische Auswertungen der Gräber werden einfach auf Knopfdruck erzeugt. Die belegten, freien und gesperrten Gräber sind anhand ihrer Farbe sofort erkennbar. Weitere Layer, zum Beispiel Luftbilder, können in FRIplan mit den Vektorplänen verknüpft werden. Seit Neuestem bietet die AKDB der Friedhofsverwaltung sogar an, Friedhöfe mit einer Drohne zu befliegen und anhand der gewonnenen Daten digitale Friedhofspläne zu zeichnen. Somit können diese digitalen Pläne in kurzer Zeit und mit geringem Aufwand in FRIplan verwendet werden. Selbstverständlich können auch eigene, bereits bestehende Friedhofspläne ins Programm übernommen werden.

Friedhofswesen ist quicklebendig

Kontrollen sind auf Friedhöfen unerlässlich. Grabmale müssen nach den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften jährlich mindestens einmal auf ihre Standfestigkeit überprüft und der Grabnutzungsberechtige muss angehalten werden, die Mängel zu beseitigen. Mithilfe der App TERAwin-FRImobile kann direkt an Ort und Stelle dokumentiert werden, ob Grabmale und Einfassungen standsicher, die Gräber gepflegt und Gestaltungsvorgaben berücksichtigt sind. Händische Niederschriften und Fotos der Gräber werden mit der integrierten Kamera aufgenommen und direkt zum Grab gespeichert. Nach wie vor sind Flexibilität und Schnelligkeit in der Software-Entwicklung höchstes Gebot. Denn das Friedhofswesen ist dynamisch wie selten zuvor, ja sozusagen quicklebendig.

Ingeborg Schmitt ist Bereichsleiterin im Geschäftsfeld Grundstückswesen, Bau, GIS, Facility Management bei der AKDB.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren
Parkschild Bewohnerparken vor blauem Himmel

Braunschweig: Digital zum Bewohnerparkausweis

[22.07.2026] Die Stadt Braunschweig erweitert ihr Angebot an digitalen Dienstleistungen um den Bewohnerparkausweis. Dieser wird künftig nur noch in digitaler Form ausgegeben. mehr...

Helm auf Baustelle

Bremen: Bauantrag wird digital

[13.07.2026] Seit Anfang Juli können in Bremen Bauvorlagen lediglich online eingereicht werden. Die bisherige Wahlmöglichkeit zwischen elektronischer und Papierform entfällt. Analog eingereichte Anträge werden künftig zurückgeschickt. mehr...

Digitalisierung ist ein kontinuierlicher Prozess.

Niedersachsen: Bauleitplanung landesweit digital

[09.07.2026] Niedersachsen hat für seine Kommunen flächendeckend das digitale Verfahren DiPlanCockpit PRO für die Bauleitplanung eingeführt. Das neue Online-System soll Planungsverfahren schneller und einfacher machen. mehr...

stilisierter Identitätsnachweis mit einem Schloss, Symbol für sichere eID
bericht

Meldewesen: Fit für die digitale Welt

[02.07.2026] Die zunehmende Bedeutung digitaler Identitäten für verwaltungsinterne Vorgänge ist nur eine der Herausforderungen, auf die das Meldewesen Antworten finden muss. Auch den Themen Sicherheit und Resilienz gilt es, künftig verstärkt Aufmerksamkeit zu widmen. mehr...

Blick in einen Trausaal der Stadt Magdeburg, im Vordergrund ein Smartphone auf dem das neue Angebot Digitaler Traukalender geöffnet ist

Magdeburg: Standesamt digitalisiert Terminvergabe

[01.07.2026] Künftige Brautpaare können ihren Wunschtermin zur Eheschließung jetzt online beim Standesamt der Stadt Magdeburg reservieren. Die neuen digitalen Trau- und Terminkalender können zudem für weitere Anliegen genutzt werden. mehr...

Care Kita-app in Mainz_Logos

Mainz: Kita-App für alle

[01.07.2026] In Mainz wird die Care Kita-App in allen städtischen Kindertagesstätten ausgerollt. Bis zum Start des neuen Kita-Jahres 2026/2027 werden alle städtischen Kitas an die Anwendung angebunden. mehr...

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[08.06.2026] Aachen und Düsseldorf testen ab Juli den digitalen Kombiantrag im Bund-Länder-Projekt Schneller Gründen. Er soll Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung verbinden, doppelte Dateneingaben vermeiden und Bearbeitungszeiten verkürzen. mehr...

bericht

Personalabrechnung: Belastbare Strukturen

[29.05.2026] Steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen die Personalabrechnung in der öffentlichen Verwaltung zunehmend unter Druck. Die Auslagerung wird daher zu einem strategischen Instrument, um Risiken zu reduzieren und weiterhin handlungsfähig zu bleiben. mehr...

Dom Luftaufnahme Fulda Domplatz Innenstadt

Fulda: Pilotstandort für schnelleres Gründen

[28.05.2026] Fulda übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Modernisierung von Gründungsverfahren. Als eine von neun Pilotkommunen wurde die Stadt mit ihrer Nachbargemeinde Petersberg vom Bund für das Projekt „Schneller Gründen“ ausgewählt. mehr...

eine Frau schiebt eine Restabfalltonne auf die Straße

Kreis Oldenburg: SAP zentralisiert Abfallwirtschaft

[08.05.2026] Pünktlich zum Jahresbeginn hat der Kreis Oldenburg gemeinsam mit dem IT-Dienstleister KDO ein technisches Großprojekt auf Basis seines bestehenden SAP-Systems erfolgreich zum Abschluss gebracht: Die Zentralisierung der Abfallwirtschaft. mehr...

Auf einem Smartphone ist eine digitale G´Hundemarke zu sehen, im Hintergrund ist verschwommen ein Hundesgesicht erkennbar
bericht

Essen: Hundesteuermarke auf dem Smartphone

[06.05.2026] Wer einen Hund hält, muss diesen anmelden und erhält dafür eine Hundesteuermarke. Für die rund 30.000 Hunde in Essen steht diese seit Beginn dieses Jahres nicht mehr als Metallmarke, sondern in digitaler Form zur Verfügung. mehr...

Räumfahrzeug auf einer verschneiten Straße in einer Stadt

Winterdienst: Digital auf den nächsten Schnee vorbereiten

[05.05.2026] Bei frühsommerlichen Temperaturen bereiten sich viele Kommunen bereits auf den nächsten Winterdienst vor. Angesichts zunehmend dynamischer Wetterlagen und hoher Anforderungen an Reaktionsgeschwindigkeit und Koordination gewinnen digitale Lösungen zur Alarmierung und Einsatzsteuerung an Bedeutung. mehr...

Kita
bericht

Kita-Lösungen: Ganztagsbetreuung verwalten

[29.04.2026] Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem kommenden Schuljahr stehen Kommunen vor der Aufgabe, mehr Angebote zu schaffen und deren Vergabe effizient zu organisieren. Digitale Lösungen können helfen, Nachfrage und Kapazitäten besser zu steuern. mehr...

Straßenfest mit Essensbuden

EDV Ermtraud: Gaststätte online anmelden

[15.04.2026] Das Land Baden-Württemberg hat den Anzeigeweg im Gaststättengewerbe vereinfacht. Das Unternehmen EDV Ermtraud hat jetzt einen Online-Dienst vorgestellt, über den Bürgerinnen und Bürger ihre Anzeige künftig digital einreichen können. mehr...

Mainz: Umstellung auf den digitalen Bauantrag

[14.04.2026] Die Stadt Mainz treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen voran: Künftig wird auch das zentrale Fachverfahren Bauantrag digital unterstützt. Die Umstellung auf das neue Verfahren erfolgt schrittweise. 
 mehr...