Sonntag, 17. Mai 2026

ForschungDie Datentreuhand als Zukunftsmodell?

[09.02.2022] Smarte Stadtentwicklung benötigt Daten und Datenaustausch – dabei entstehen neue Fragen rund um Datensicherheit und Co. Das Projekt KomDatIS untersucht das Modell Datentreuhand im kommunalen Kontext als Möglichkeit für eine sichere und souveräne digitale Stadtentwicklung.

Digitale Lösungen können die Stadtentwicklung entscheidend voranbringen. Dass Daten zwischen Organisationen geteilt werden, ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Damit treten neue Fragen auf: Wie behält eine Organisation ihre Datenhoheit? Wie kann der Schutz personenbezogener Daten gewährleistet werden? Eine Instanz, die auch im digitalen kommunalen Raum dabei hilft, die Interessen aller Beteiligten zu wahren, könnte der Treuhänder sein. Das Projekt KomDatIS (kurz für: Kommunale Datentreuhänder – Integration von Bürgern und Unternehmen zum souveränen Austausch von Daten in der Smart City) will nun die Rolle eines Datentreuhänders für die digitale Stadtentwicklung definieren und die dafür benötigten Instrumente erproben. Daran beteiligt sind das Daten-Kompetenzzentrum für Städte und Regionen (DKSR), das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik ISST und die Technische Universität Dortmund. Partnerstädte des Projekts sind Mainz und Mönchengladbach.
Innerhalb der nächsten drei Jahre soll im Rahmen des Forschungsprojekts anhand eines beispielhaften Anwendungsfalls der Partnerstädte ein Pilotmodell für den sicheren und souveränen Austausch von Daten entwickelt werden. Das berichteten DKSR und Fraunhofer ISST in einer gemeinsamen Meldung. Rechtliche Aspekte der Datensicherheit, Datensouveränität und Transparenz sollen geprüft werden, um daraufhin eine automatisierte Erkennung verschiedener Aspekte zu ermöglichen – etwa, welche Daten schutzrelevant sind oder über welchen Zeitraum hinweg Daten vom Treuhänder an die Kunden bereitgestellt werden. Darauf aufbauend soll ein Geschäftsmodell entwickelt werden, das den Datentreuhänder in die Anwendung bringen soll.

Datentreuhänder auch für Kommunen sinnvoll

Datentreuhändermodelle gelten derzeit in zahlreichen Gebieten als Methode der Wahl, wenn es um die Lösung von Herausforderungen der Datenökonomie geht, so DKSR und Fraunhofer ISST. Einerseits basierten Produkte, Services und Geschäftsmodelle zunehmend auf der Auswertung und Verwendung von Daten, wodurch diese einen hohen Wert erlangt hätten, andererseits seien vor allem personenbezogene Daten besonders schützenswert. Daher hätten auch Kommunen und kommunale Unternehmen „mit äußerster Vorsicht vorzugehen“, wenn es darum gehe, in ihrer Datenverarbeitung Souveränität und Schutz der Daten von Bürgern zu garantieren. Wenn das Teilen von Daten etwa im Smart-City-Bereich sinnvoll sei, könnten Datentreuhänder als Intermediäre auf vertraglich geregelter Grundlage eine solide Vertrauensbasis schaffen, um den effizienten Austausch von Daten zu ermöglichen.
Das Forschungsvorhaben umfasse die Entwicklung eines generellen Datentreuhandkonzepts auf Grundlage von Anwendungsfällen aus dem kommunalen Umfeld, die Ausgestaltung eines Geschäftsmodells zur treuhändischen Abwicklung kommunalen Datenaustausch, die Entwicklung einer automatisierten Analyse zur Prüfung von Nutzungsbedingungen sowie die technische und organisatorische Implementierung eines prototypischen Versuchsaufbaus.





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