Montag, 2. November 2026

MannheimPilot für Scan-Fahrzeuge

[31.07.2025] Für eine automatisierte Parkraumüberwachung testet die Stadt Mannheim voraussichtlich ab Herbst Scan-Fahrzeuge. Als Pilotkommune ist sie Teil eines Projekts des baden-württembergischen Verkehrsministeriums.
Halteverbotsschild auf dem Boden

In Mannheim sollen Falschparker künftig mit Scan-Fahrzeugen ausfindig gemacht werden.

(Bildquelle: Rainer Sturm/pixelio.de)

Die Stadt Mannheim hat sich beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg um die Aufnahme in das Projekt „Scan-Fahrzeuge“ (wir berichteten) bemüht. Hierbei soll der Parkraum mittels spezieller Fahrzeuge automatisiert erfasst und die dort parkenden Fahrzeuge überprüft werden. Bereits seit Ende 2024 gehört Mannheim einem Expertenkreis beim Verkehrsministerium an. Demnächst werden hier als Pilotkommune auch Scan-Fahrzeuge im Einsatz getestet, teilt die Stadt mit.

„Wir freuen uns, dass wir Teil dieses Pilotprojekts sind. Durch die automatisierte Parkraumüberwachung erhoffen wir uns, die Sicherheit im ruhenden Verkehr weiter zu steigern: Unsere Mitarbeiter können wir durch die Automatisierung zielgerichteter einsetzen, eine Entlastung schaffen und mithilfe der Scan-Autos noch größere Gebiete abdecken. So versprechen wir uns von den Scan-Fahrzeugen ein noch effektiveres Arbeiten und Ahnden von Vergehen, die andere Verkehrsteilnehmer gefährden könnten“, fasst Bürgermeister und Sicherheitsdezernent Volker Proffen zusammen.

Neckarstadt erstes Testgebiet

Im Echtbetrieb sollen die Scan-Fahrzeuge nach Angaben der Stadt Mannheim perspektivisch für Kontrollaufgaben in sicherheitsrelevanten Bereichen eingesetzt werden. Im Fokus steht damit das Falschparken in Bereichen, in denen grundsätzlich keine Autos abgestellt werden dürfen, also zum Beispiel an Einmündungen und Ecken, vor Feuerwehrzufahren oder im absoluten Halteverbot. Die Mitarbeiter des Ordnungsdiensts werden die Kontrollfahrzeuge selbst fahren, heißt es vonseiten der Stadt weiter. Jeder auf den Touren aufgenommene Fall werde anschließend in einer Clearingstelle nochmals manuell kontrolliert und freigegeben.

Das Modellgebiet werde zunächst nur einen kleinen Teil des Mannheimer Stadtgebietes ausmachen: Als erstes Testgebiet wurde die Neckarstadt ausgewählt, in der ohnehin ein hoher Parkdruck herrscht. Wie die Kommune berichtet, wird zunächst das circa vier Quadratkilometer große Gebiet mit den Scan-Fahrzeugen digital vermessen. Dabei werden Bereiche erfasst, auf denen keine Fahrzeuge beziehungsweise nur Fahrzeuge mit besonderer Erlaubnis stehen dürfen oder wo es sich um freien Parkraum handelt. Jeder laufende Straßenmeter wird so definiert und hinterlegt. Wenn der Versuch erfolgreich verläuft, werden anschließend weitere Stadtflächen gescannt und für die Kontrolle mit Scan-Fahrzeugen vorbereitet.

Stufenweise realisiert

Das Projekt ist sehr komplex und muss stufenweise realisiert werden, so die Stadt. Der Testbetrieb diene vor allem der Systemanpassung speziell für Mannheim: Unter anderem müssen IT-Schnittstellen geschaffen, der Straßenraum kategorisiert und das System im Fahrbetrieb getestet werden. Als Fernziel ist geplant, alle im ruhenden Verkehr geltenden Regeln – also etwa auch das Parken ohne Parkschein – mit Scan-Fahrzeugen kontrollieren zu können. Die Stadt Mannheim steht eigenen Angaben zufolge mit den Projektpartnern vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg und der Firma DCX Innovations, die vom Verkehrsministerium im Rahmen einer Ausschreibung den Zuschlag erhielt, in engem Austausch.

Die Verwaltung geht davon aus, dass ein Probebetrieb in Mannheim frühestens im 4. Quartal 2025 stattfinden kann. Auf die digitale Parkraumkontrolle wird dann auch vor Ort mit einer entsprechenden Beschilderung hingewiesen.





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