Freitag, 11. September 2026

VelenVon der Baustelle in den Chat

[08.12.2025] In Velen wird auch die Bürgerkommunikation smart. Um ein umfangreiches innerstädtisches Umbauvorhaben zu begleiten, nutzt die Stadt einen KI-Chatbot, der Bürgerinnen und Bürgern alle Fragen unmittelbar beantwortet – ohne Anruf bei der städtischen Servicehotline, ohne Wartezeit.
Mann und Frau vor einem Bauzaun halten ein Schild mit QR-Code hoch.

Andreas Klemmer und Natalie Jakubik von der Stadt Velen präsentieren eines der „interaktiven“ Baustellenschilder.

(Bildquelle: Tobit Software)

Ramsdorf – ein Ortsteil der nordrhein-westfälischen Stadt Velen – erneuert seine Innenstadt. Für die Anwohner bedeutet das eine große Veränderung, die zahlreiche Fragen aufwirft. Wann geht es in meiner Straße weiter? Wo kann ich parken? An wen kann ich mich mit meinem Anliegen wenden? In solchen Bauphasen kommt die Kommunikation zwischen Bürgern und Verwaltung oft ins Stocken. Die Stadt Velen will das ändern und hat zu diesem Zweck einen KI-Agenten bereitgestellt, einen digitalen Chat-Assistenten, der Bürgerfragen sofort und flexibel beantwortet. Rund um die Baustelle hängen Schilder mit QR-Codes, die Anwohner mit dem Smartphone scannen können, um direkt mit dem KI-Bot verbunden zu werden. „Wir wollten nicht nur unsere Stadt für die Bürger smart gestalten, sondern auch ihren Umbau. Uns war wichtig, dass es eine einfache und schnelle Kommunikation zwischen der Verwaltung und den Anwohnern gibt,“ sagt Natalie Jakubik von der Wirtschaftsförderung Velen.

Transparenz und Datenkontrolle

Zum Einsatz kommt in Ramsdorf die KI-Lösung Prrompt des lokalen Softwareherstellers Tobit Software, die sich bereits in der Außenkommunikation von Unternehmen und Kommunen bewährt hat. Wie Tobit berichtet, beantwortet der KI-Agent einfache wie auch komplexe Anfragen präzise, freundlich und verständlich. Er beherrscht jede Sprache, sodass auch nicht-deutschsprachige Anwohner problemlos Informationen erhalten. Dem Agenten können über eine Anbindung oder manuelle Eingabe Informationen in natürlicher Sprache mitgegeben werden, die er dann im Chat an die Bürger weitergibt. Ein selbst entworfener Charakter kann ihm eine persönliche Note verleihen. Das Besondere aber ist die Administration: Alle gestellten Fragen sind in Echtzeit von der Stadt einsehbar, sodass die Verwaltung bei Bedarf eingreifen kann. Gleichzeitig sieht sie, welche Fragen häufig gestellt werden und kann die Wissensbasis entsprechend erweitern. Die Informationen sind jederzeit anpassbar. So entlastet das System die Stadtverwaltung erheblich, schafft Transparenz und sichert die volle Datenkontrolle.

Wandel zur Smart City

Der gezielte Einsatz von Prrompt ist kein Einzelprojekt, sondern Teil eines größeren Umbaus der Stadt Velen zur Smart City. Zu den Vorhaben zählen ein digitaler Stadtgutschein, ein mobiler Fahrradverleih zur Belebung der Innenstadt und ein Online-Ticketing-System für lokale Events. Tobit Software liefert die technische Basis: Das Betriebssystem chayns bündelt alle städtischen Dienste in einer zentralen App. Geplant ist eine darauf aufbauende SuperApp, die zusätzlich Vereine, Einzelhandel und Restaurants einbinden soll. So entsteht ein komplex vernetztes, stadteigenes Ökosystem. Die SuperApp kommt bereits in anderen Städten zum Einsatz, beispielsweise in Ahaus (wir berichteten). Velen zeige mit diesem Projekt, dass auch kleine Kommunen selbstbestimmt vorangehen können. Es braucht keine großen Budgets, sondern die richtigen Ideen und den Mut, sie umzusetzen, betont Tobit.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz

NEGZ-Herbsttagung: Impulse für die Verwaltungsdigitalisierung

[10.09.2026] Bei der Herbsttagung des NEGZ haben Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aktuelle Fragen der Verwaltungsdigitalisierung diskutiert. Im Mittelpunkt standen unter anderem EUDI-Wallet, Open Source, Künstliche Intelligenz und digitale Souveränität. mehr...

Advertorial: In 48 Stunden gestartet. In einem Quartal flächendeckend im Einsatz

[07.09.2026] Wie die Gemeinde Herzebrock-Clarholz ihre gesamte Verwaltung mit Ayunis Core KI-fit gemacht hat – und was andere Kommunen daraus lernen können. mehr...

Junge Frau mit gestresstem Gesichtsausdruck vor einem Rechner

Studie: Wie hoch ist der digitale Stress?

[03.09.2026] Eine bundesweite Studie zur digitalen Transformation in kommunalen Verwaltungen, welche die Stadt Osnabrück und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) durchführen, nimmt insbesondere die Perspektive der Beschäftigten in den Blick und untersucht den Status quo des digitalen Stresses. Für die anonyme Onlinebefragung werden noch Teilnehmer gesucht. mehr...

Logo Tom Hamme

Hamm: Tom Hamme hilft weiter

[03.09.2026] Er ist rund um die Uhr erreichbar und spricht mehr als 100 Sprachen: Der KI-gestützte Chatbot Tom Hamme hilft ab sofort schnell und einfach mit Infos zu Leistungen und Angeboten der Stadt Hamm weiter. mehr...

Genesys: Neues Fördermitglied bei GovTech Deutschland

[01.09.2026] Das KI-Unternehmen Genesys ist dem Bündnis GovTech Deutschland beigetreten, das Verwaltungen auf allen Ebenen mit innovativen Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen vernetzt. Genesys will dazu beitragen, mit KI-gestützter Kommunikation und durchgängigen Service-Customer-Journeys öffentliche Institutionen zukunftsfähig zu machen. mehr...

Überschwemmtes Gebiet, im Vordergrund eine Wasserfläche, hinten Bäume und Verkehrszeichen

Bayern: Hochwasserschutz mit KI

[27.08.2026] Bayern fördert den Ausbau eines KI-gestützten Frühwarnsystems von 28 Kommunen mit weiteren knapp 1,6 Millionen Euro. Mehr als 150 Messstationen und ein Digitaler Zwilling sollen Risiken durch Hochwasser, Starkregen und Trockenheit frühzeitig erkennen helfen. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Test des KI-Assistenten NRW.Genius

[26.08.2026] Drei Pilotkommunen in Nordrhein-Westfalen erproben die KI-Verwaltungsassistenz NRW.Genius. Die Anwendung soll Beschäftigte beispielsweise der Stadt Essen unter anderem beim Auswerten, Durchsuchen und Erstellen von Texten unterstützen. mehr...

Dr. Benjamin von Ardenne
interview

Interview: Mit Agenten Zeit sparen

[24.08.2026] lector.ai bietet eine Plattform zur automatisierten Verarbeitung von Behördenpost. Über das Pilotprojekt im Neckar-Odenwald-Kreis und die Teilnahme am Agentic AI Hub des Bundesdigitalministeriums sprach Kommune21 mit Unternehmensgründer Benjamin von Ardenne. mehr...

Dinslaken: Digitales Serviceangebot erweitert

[21.08.2026] Die Stadt Dinslaken erweitert ihr digitales Serviceangebot um neue Online-Dienste im Bürgerbüro und in der Ausländerbehörde. Erstmals prüft dabei auch eine KI hochgeladene Unterlagen, während eine Dokumentenbox die Abholung von Aufenthaltstiteln vereinfacht. mehr...

TSA Public Service/brainocons: Verwaltungswissen für KI-Assistenten

[20.08.2026] Statt Informationen in mehreren Systemen zu suchen, sollen Verwaltungsmitarbeitende sie künftig direkt über KI-Assistenten abrufen können. TSA Public Service und brainocons wollen dafür interne Wissensquellen mit laufend aktualisierten Verwaltungsinformationen verbinden. mehr...

bericht

Kreis Peine: Kulturwandel eingeleitet

[19.08.2026] Im Landkreis Peine sollen alle künftig eingesetzten KI-Tools zentral gesteuert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat sich die Kreisverwaltung für die KI-Middleware brainomatics entschieden. Das System nutzt kommunale interne und externe Wissensquellen. mehr...

Gruppenfoto mit vier anzugtragenden Männern auf einer Treppe, einer präsentiert eine Urkunde
bericht

Oberhausen: Zusammen ist besser

[18.08.2026] In der Kooperationsgemeinschaft KommI entwickeln Kommunen und kommunale IT-Dienstleister KI-Lösungen. In der federführenden Stadt Oberhausen wird auch ein praxisnahes Verständnis etabliert, wie KI im Verwaltungsalltag eingeführt und genutzt werden kann. mehr...

Drei Frauen stehen in einem Zimmer nebeneinander, die mittlere hält ein Dokument fest

Kreis Darmstadt-Dieburg: Belastbare Daten für die Wohnraumbedarfsanalyse

[18.08.2026] Der Kreis Darmstadt-Dieburg stellt seinen Kommunen künftig mit einer KI-basierten Wohnraumbedarfsanalyse eine belastbare Grundlage für die Wohnraumplanung zur Verfügung. Die Analyse soll kleinräumige Entwicklungen sichtbar machen und frühzeitig zeigen, wo bezahlbarer Wohnraum fehlt. mehr...

Schwalm-Eder-Kreis: Frühwarnsystem für Starkregen

[13.08.2026] Der Schwalm-Eder-Kreis baut ein digitales Frühwarnsystem für Starkregen und Hochwasser auf. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit 1,62 Millionen Euro. Rund 230 Sensoren sollen künftig Daten liefern und so Behörden, Einsatzkräfte sowie Bürgerinnen und Bürger frühzeitig über Gefahren informieren. mehr...

Rathaus, Außenansicht

Kevelaer: KI für besseren Bürgerservice

[13.08.2026] Mehr Aufgaben, knappe Personaldecken, begrenzte Finanzspielräume und hohe Erwartungen setzen Kommunalverwaltungen unter Druck. Kevelaer nutzt KI deshalb dort, wo wiederkehrende Anfragen und zeitintensive Routinen Personal binden: im Bürgerservice und in internen Arbeitsprozessen. mehr...