GüterslohVernetzt mit Urban Stack

Die Stadt Gütersloh stellt den Urban Stack vor.
v.l. : Thorsten Schmidthuis, Leiter Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation; Amelie Mormann, Team Urban Stack; Carsten Bratfisch, Team Urban Stack; Sandra Causemann, Referentin für den digitalen Wandel; Carsten Schlepphorst, Beigeordneter für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr
(Bildquelle: Stadt Gütersloh)
Die Stadt Gütersloh stellt den Urban Stack vor.
v.l. : Thorsten Schmidthuis, Leiter Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation; Amelie Mormann, Team Urban Stack; Carsten Bratfisch, Team Urban Stack; Sandra Causemann, Referentin für den digitalen Wandel; Carsten Schlepphorst, Beigeordneter für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr
(Bildquelle: Stadt Gütersloh)
Kommunen arbeiten mit immer größeren Datenmengen. Immer ausgereiftere Technik bringt sie in die Verwaltungen, wo sie integriert und ausgewertet werden müssen. So benötigte die Stadt Gütersloh als geförderte Smart City zur Realisierung von vernetzten Anwendungen eine kommunale Datenplattform auf Open-Source-Basis. Auf dem Markt fand sich nichts Passendes, daher entwickelte die Stadt selbst ein digitales Ökosystem – den Urban Stack. Das Plus an der Innovation ist der Netzwerkgedanke: Gütersloh stellt den Urban Stack allen interessierten Kommunen zur Nutzung und zur gemeinschaftlichen Weiterentwicklung zur Verfügung. Daten können untereinander geteilt, digitale Anwendungen zum Nutzen aller entwickelt werden.
Der cloudbasierte Urban Stack besteht aus aufeinander aufbauenden Modulen. Die Basis ist der Urban Data Hub. Dort laufen alle Datenquellen der Kommune zusammen, werden harmonisiert, analysiert und sicher verwaltet. Über zwei Benutzeroberflächen können Inhalte zielgruppengenau adressiert werden: Der Urban Gov Hub ist das zentrale Portal für Verwaltungsmitarbeitende; dort können Dashboards erstellt, Daten integriert und geteilt sowie die interne und interkommunale Kommunikation organisiert werden. Der Urban Citizen Hub dient als Schnittstelle für die Öffentlichkeit, bietet Zugang zu Dashboards und städtischen Services. Erweiterbar sind beide Portale durch die City-Tools – Anwendungen, die gemäß kommunaler Bedarfe entwickelt und allen Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Bestehende Anwendungen können in den Urban Stack integriert werden. Perspektivisch soll auch ein KI-Stack implementiert werden, der die Generierung von Materialien durch Künstliche Intelligenz datenschutzkonform ermöglichen soll.
Von Kommunen für Kommunen
„Mit seinen Komponenten, die auf die Bedarfe von Kommunalverwaltungen abgestimmt sind, und mit seinem Ansatz des interkommunalen Austauschs sowie der gemeinschaftlichen Weiterentwicklung geht der Urban Stack über das klassische Konzept einer Datenplattform weit hinaus“, macht Carsten Schlepphorst, bei der Stadt Gütersloh Beigeordneter für Digitalisierung, IT, Personal, Organisation und Feuerwehr, deutlich. Nachdem klar war, dass die Entwicklung einer Open-Source-Datenplattform nur für den Eigengebrauch nicht wirtschaftlich wäre, hatte die Stadt in Richtung der kommunalen Familie gedacht und den Dienstleistungs- und Vernetzungsgedanken zum zentralen Element gemacht. „Der Urban Stack folgt dem Prinzip ,Von Kommunen für Kommunen‘“, führt Schlepphorst aus. „Er holt Verwaltungen in ihrem Bedarf an modernen technischen Lösungen zur Bündelung von immer größeren Datenmengen ab und bietet ihnen zugleich die Möglichkeit, im selben System geschützt miteinander zu agieren und Daten zu teilen.“
Die Bandbreite an Daten, die aus Sensoren, Fachsystemen und Tabellen im Urban Stack zusammenlaufen können, um dort analysiert, verwaltet, geteilt und grafisch dargestellt zu werden, ist groß. In der derzeitigen Startphase liegt der Schwerpunkt auf Messdaten aus Sensorikprojekten. Bei der Stadt Gütersloh liefert der Urban Stack Antworten auf Fragen wie: Wann brauchen die Stadtbäume Wasser? An welchen Tagen sind viele Passanten in der Fußgängerzone unterwegs? Wie verändert sich die Luftqualität? Denn die Zahlen aus der Passantenfrequenzmessung, aus Hochwassersensoren, Mikroklimastationen, Bodenfeuchtemessungen und weiteren Smart-City-Förderprojekten fließen in den Urban Stack ein. Dort findet eine systematische Datenanalyse statt. Die Datenhoheit bleibt bei der Kommune: Sie entscheidet, ob und wem sie im Urban Stack Zugriff erteilt. Ein Teilen von Daten kann zum Beispiel unter Nachbarkommunen bei stadtgrenzenübergreifenden Themen wie Verkehr oder Hochwasserschutz sinnvoll sein.
Geld und Ressourcen sparen
Über den Urban Stack können Kommunen moderne, digitale Services anbieten, ohne selbst komplexe IT-Infrastrukturen aufbauen zu müssen. Je mehr Städte, Gemeinden und Kreise den Urban Stack nutzen und gemeinsame Bedarfe identifizieren, desto gezielter können in partnerschaftlicher Zusammenarbeit für alle neue Dienstleistungen und digitale Lösungen entwickelt werden. „So entsteht nach und nach eine innovative gemeinsame digitale Infrastruktur, die alle unabhängiger macht, nicht zuletzt von technischen Dienstleistern“, blickt Carsten Schlepphorst voraus. Bislang sei es so, dass trotz vielfach gleicher Strukturen und Bedarfe in den Verwaltungen ungezählte Softwarelösungen parallel existierten. „Wenn wir aber als Kommune für Kommunen Software entwickeln, die mehrere Verwaltungen für die gleichen Prozesse benötigen, sparen am Ende alle Geld und Ressourcen. Genau diese Vernetzung ist es, die uns alle nur nach vorne bringen kann“, ist der Gütersloher Dezernent überzeugt.
Diese Ansicht wird auch in anderen Verwaltungen geteilt. Nach rund einjähriger Entwicklungsarbeit im Fachbereich Digitalisierung und Geoinformation stellt die Stadt Gütersloh den Urban Stack seit einigen Monaten deutschlandweit auf Smart-City-Veranstaltungen und Digitalkongressen sowie auf Informationsveranstaltungen in der eigenen Region vor – und erntet viel Interesse. Als erste Kommunen haben die Städte Detmold, Rheda-Wiedenbrück, Verl und Rietberg sowie der Kreis Gütersloh den Letter of Intent über eine Kooperation mit der Stadt Gütersloh und die Nutzung des Urban Stack als Partner im Rahmen einer Pilotphase unterzeichnet. „Der Urban Stack ist eine super Initiative der Stadt Gütersloh, der wir mit voller Überzeugung beitreten“, sagt Andreas Poppenborg, Dezernent für Personal, Finanzen und Zentrale Dienste beim Kreis Gütersloh. „Für uns ist diese Initiative ein Baustein unserer digitalen Transformation, um die Kreisverwaltung für die Zukunft aufzustellen. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel und angespannter Haushaltslage ist es umso wichtiger, dass wir als kommunale Familie kooperieren und gemeinsam innovative und wirtschaftliche Lösungen nutzen.“
Zum Startpaket für jeden kommunalen Partner gehören neben der technischen Betreuung durch die Stadt Gütersloh auch jeweils drei smarte Wetterstationen, deren Daten direkt in den Urban Stack einfließen. Für die technische Einrichtung des Urban Stack und die Sensorikanbindung der Wetterstationen fällt pro Kommune einmalig ein Beitrag in Höhe von 5.000 Euro netto an. Darin sind bis zum Ende des Förderzeitraums sämtliche weitere Services enthalten, die das digitale Ökosystem bereitstellt. Die über Smart City geförderte Pilotphase läuft bis Ende 2026. Anschließend soll der Urban Stack in eine Rechtsform, vorzugsweise eine GmbH, überführt werden.
Aachen / Mannheim: Verlässliche Daten für die Stadtplanung
[30.03.2026] Wie urbane Digitale Zwillinge die klimafeste Stadtplanung unterstützen können, wollen die Städte Mannheim und Aachen in dem vierjährigen Förderprojekt MACspeeDZ zeigen. Die nötigen Daten liefern im Stadtgebiet installierte Sensoren, Künstliche Intelligenz hilft bei der Aufbereitung der Messwerte. Am Ende soll ein Werkzeug entstehen, das auch andere Städte nutzen können. mehr...
Hannover: Neue Messtechnik für alte Bäume
[27.03.2026] Im Rahmen des Projekts BlueGreenCity-KI entwickelt die Stadt Hannover KI-basierte Lösungen, um städtisches Grün klimaresilient und ressourcenschonend zu bewirtschaften. Nun wird ein neues Dendrometer erprobt, das differenzierte Analysen zum Trockenstress eines typischen Stadtbaums ermöglicht. mehr...
Lohmar: Pegel werden digital überwacht
[25.03.2026] Neue Pegelmessstellen an fließenden Gewässern liefern der Stadt Lohmar jetzt kontinuierliche Daten zur Überwachung der Wasserstände. Die Informationen sind über die städtische Datenplattform auch öffentlich einsehbar. mehr...
Amberg: Ist ein Behindertenparkplatz frei?
[25.03.2026] Künftig soll auf der Amberger Website in Echtzeit angezeigt werden, ob die Behindertenparkplätze in der Altstadt belegt oder frei sind. Die entsprechenden Daten liefern Bodensensoren. Eine automatische Kontrolle der Parkberechtigung ist damit nicht möglich. mehr...
Nürnberg: Digitaler Verkehrszwilling im Test
[23.03.2026] Mit einem Digitalen Zwilling will Nürnberg die Auswirkungen von Straßenbaumaßnahmen auf den Verkehr künftig im Vorfeld simulieren und somit Engpässe besser einschätzen und Baustellen noch gezielter aufeinander abstimmen können. Mit diesem Ziel hat die Stadt nun ein auf drei Jahre angelegtes Pilotprojekt gestartet. mehr...
Schlangen: Wetter- und Pegeldaten im Blick
[23.03.2026] Ein Smart City Dashboard zeigt für die Gemeinde Schlangen Wetter- und Pegeldaten in Echtzeit an. Messstationen und Sensoren liefern über ein offenes LoRaWAN die nötigen Werte. Neben den öffentlich zugänglichen Daten erhält die Verwaltung selbst zusätzliche Auswertungen, um beispielsweise auf kritische Wetterlagen passgenauer reagieren zu können. mehr...
Bremerhaven: Stadtwürfel statt Baustellenschild
[20.03.2026] Mit QR-Code versehene Stadtwürfel sollen in Bremerhaven künftig direkt am Ort des Geschehens über Bauprojekte informieren. Der QR-Code führt zu einer ausführlichen Projektbeschreibung auf der kommunalen Website. Im Gegensatz zu Bauschildern können die Würfel flexibel platziert und verlinkt werden. mehr...
Mönchengladbach: Echtzeit-Sensoren überwachen Verkehrsflüsse
[18.03.2026] Ob ausverkaufte Heimspiele der Borussia, Konzerte populärer Bands oder internationale Sportereignisse – im Mönchengladbacher Nordpark finden zahlreiche Großveranstaltungen statt. Mithilfe smarter Daten will die Stadt die dort anfallenden Verkehrsströme besser verstehen und lenken. mehr...
KI: Wenn Bäume ihren Wasserbedarf selbst melden
[17.03.2026] Um Stadtbäume gesund zu erhalten, müssen sie vor Trockenstress geschützt werden. Nicht zuletzt aus Kostengründen ist aber auch eine Überwässerung zu vermeiden. Ein urbanes, mit Künstlicher Intelligenz (KI) arbeitendes Bewässerungssystem erfüllt beide Kriterien und unterstützt obendrein bei der Routenplanung. mehr...
Smart City Index 2025: Studienbericht liefert Detailergebnisse
[17.03.2026] Den Smart City Index 2025 ergänzend hat der Digitalverband Bitkom nun einen Studienbericht mit bislang unveröffentlichten Teilergebnissen herausgegeben. Er macht beispielsweise ersichtlich, dass fast alle Städte bei der Energie- und Wärmeplanung auf digitale Technologien setzen. mehr...
Hamburg: Mit dem Digitalen Zwilling Verkehrslärm simulieren
[11.03.2026] Hamburg hat ein neues Tool zur Lärmsimulation entwickelt, mit dem bereits in frühen Phasen die Verkehrslärmverhältnisse für Bauvorhaben bewertet werden können. Die quelloffene Lösung steht über OpenCoDE auch anderen Städten zur Verfügung. mehr...
Kreis Warendorf: Smart Region mit eigener Website
[11.03.2026] Als Smart Region Kreis Warendorf bringen der Landkreis und 13 kreisangehörige Kommunen ihre Digitalisierung gemeinsam voran. Auf einer neuen Website präsentiert das Zukunftsprojekt nun seine Digitalisierungsstrategie und erklärt die einzelnen Handlungsfelder. mehr...
Dresden: Digitaler Zwilling simuliert Unwetter
[09.03.2026] Wie sich Unwetterereignisse auf Dresden auswirken können, simuliert jetzt ein Digitaler Zwilling der Stadt. Welche Eindrücke und Erfahrungen die Nutzerinnen und Nutzer mit dem öffentlich zugänglichen Prototyp der 3D-Anwendung machen, soll eine Online-Umfrage zeigen. mehr...
Oberhausen: Smarte Ideen aus der Stadtgesellschaft
[09.03.2026] Über ihren Co-Creation Fund unterstützt die Stadt Oberhausen zum zweiten Mal innovative Smart-City-Vorhaben aus der Stadtgesellschaft. Der Fund wird durch Fördermittel des Bundes ermöglicht mit dem Ziel, Ideen aus der Bürgerschaft sowie von Initiativen, Organisationen und weiteren Beteiligten gemeinsam mit der Stadtverwaltung umzusetzen. mehr...






















