Rheingau-Taunus-KreisEigene KI für den Verwaltungsalltag

Im Rheingau-Taunus-Kreis soll ein eigenes KI-Sprachmodell aufgebaut und erprobt werden.
(Bildquelle: wavebreakmediamicro/123rf.com)
Der Rheingau-Taunus-Kreis will ein KI-Sprachmodell in einer kontrollierten und sicheren Umgebung betreiben. Dafür erhält er rund 199.000 Euro aus dem kommunalen Digitalförderprogramm „Starke Heimat Hessen“. Wie das Hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation mitteilt, hat Digitalministerin Kristina Sinemus den Förderbescheid auf den Weg gebracht. Der Kreis prüft zunächst geeignete Betriebsmodelle, bevor eine Pilotanwendung aufgebaut wird. Zur Auswahl stehen eigene Server, das Rechenzentrum eines kommunalen IT-Dienstleisters, ein zertifizierter externer Anbieter und dezentrale KI-Hardware. Datenschutz und Informationssicherheit sind dabei zentrale Kriterien. Sensible Verwaltungsinformationen sollen geschützt und ungewollte Datenabflüsse vermieden werden. „Wer KI in der Verwaltung einsetzt, muss wissen, was mit sensiblen Daten geschieht und wer darauf zugreifen kann“, erklärte Sinemus.
Schrittweiser Ausbau
Die Pilotanwendung soll in ausgewählten Verwaltungsbereichen getestet werden. Nach Angaben des Ministeriums eignen sich dafür zunächst Aufgabenfelder mit hohem Text- und Kommunikationsaufkommen, etwa Bürgerdienste, Öffentlichkeitsarbeit und interne Kommunikation. Das Sprachmodell soll Texte entwerfen, zusammenfassen und überarbeiten, Gespräche und Sitzungen für Protokolle aufbereiten sowie Informationen aus internen Dokumentationen und Handbüchern erschließen. Perspektivisch sind auch Assistenzsysteme für Fachfragen und Hilfen bei wiederkehrenden Arbeitsschritten denkbar. Schulungen und Workshops sollen die technische Einführung begleiten. Eine interne „Community of Practice“ soll Erfahrungen aus der Nutzung sammeln und weitere Anwendungsfälle identifizieren. „Wir wollen, dass unsere Beschäftigten weniger Zeit mit Suchen, Abtippen und Protokollieren verbringen und mehr Zeit für die Menschen haben, die sich an uns wenden. Dafür braucht es Mut, Neues auszuprobieren, aber auch klare Regeln“, erklärte Landrat Sandro Zehner.
Ergebnisse weitergeben
Ob das Sprachmodell tatsächlich einen Mehrwert bringt, will der Kreis anhand konkreter Kennzahlen überprüfen. Dazu zählen Bearbeitungszeiten und Rechercheaufwand ebenso wie die Qualität der Ergebnisse. Auch die Nutzungshäufigkeit und die Zufriedenheit der Beschäftigten sollen erfasst werden. Der Kreis ist bereits als Pilotlandkreis an der Verwaltungsdigitalisierung mit Bund und Land beteiligt (wir berichteten). Auch die kreisangehörigen Städte und Gemeinden sollen perspektivisch auf die Lösung zugreifen oder die gewonnenen Erfahrungen für eigene Systeme nutzen können. Vorgesehen sind dafür Workshops und Pilotzugänge sowie Leitfäden und Checklisten. Über kommunale Netzwerke und Fachverbände sollen die Ergebnisse darüber hinaus anderen hessischen Kommunen zur Verfügung stehen. Das Ministerium verbindet mit dem Projekt die Aussicht auf einen übertragbaren Ansatz für den sicheren KI-Einsatz.
Wiesbaden: Stadtentwicklung mit KI erleben
[14.10.2026] Wie könnten öffentliche Räume künftig gestaltet werden? Mit dem neuen KI-Tool „Stadtvisionen Wiesbaden“ können Bürgerinnen und Bürger unterschiedliche Zukunftsszenarien für reale Orte in der Stadt entwerfen. Die Anwendung soll zum Nachdenken über Stadtgestaltung anregen. mehr...
AKDB: Weitere Kommunen können KAI nutzen
[13.10.2026] Nach einer dreimonatigen Pilotphase mit 17 Kommunen stellt die AKDB ihren KI-Assistenten KAI nun weiteren Verwaltungen zur Verfügung. Die Anwendung soll Beschäftigte bei der Recherche, Texterstellung und Nutzung von Verwaltungswissen unterstützen. mehr...
Advertorial: KI im Posteingang der Verwaltung: was sie abnimmt und wo die Grenze liegt
[12.10.2026] Wenn KI Anträge, Rechnungen und Anfragen vorsortiert, bleibt in der Verwaltung mehr Zeit für die eigentliche Fallarbeit. Wie weit die Automatisierung des Posteingangs gehen kann – und warum die letzte Entscheidung beim Menschen bleiben sollte. mehr...
Bitkom: Ja zur Behörden-KI
[08.10.2026] Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt wachsende Zustimmung zu KI bei Behördenanträgen. Meist soll ein Mensch an der Entscheidung beteiligt sein. Gefragt sind auch Behörden, die von sich aus aktiv werden, und mehr Tempo bei der kommunalen Digitalisierung. mehr...
Arnsberg: Bürger können Arni fragen
[07.10.2026] Bürger der Stadt Arnsberg müssen nun nicht mehr auf Öffnungszeiten achten, wenn sie eine Frage an die Stadtverwaltung haben, sondern können sich damit ab sofort an den KI-gestützten Chatbot Arni wenden. mehr...
deAI Labs: Marktstart für KI-Plattform daeo
[07.10.2026] Mit daeo bringt das deutsche KI-Start-up deAI Labs eine Plattform für Mittelstand und Verwaltung auf den Markt. Sie soll verstreute Daten für unterschiedliche KI-Anwendungen aufbereiten. Der kommunale Software-Anbieter komuna nutzt sie bereits in seinem Support. mehr...
European Public Sector Award: BärGPT auf Platz zwei
[06.10.2026] Der Berliner KI-Assistent BärGPT wurde beim European Public Sector Award für nutzerzentrierte Dienste auf regionaler und lokaler Ebene prämiert. Die Anwendung von Senatskanzlei und CityLAB Berlin hilft bei Recherche, Texterstellung und Dokumentenbearbeitung. mehr...
Komm.ONE: Beitritt zum KI-Netzwerk IPAI
[06.10.2026] Komm.ONE ist jetzt Mitglied des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Der kommunale IT-Dienstleister will dort seine Expertise in der Verwaltungsdigitalisierung einbringen und Kommunen stärker mit Fachleuten für Künstliche Intelligenz vernetzen. mehr...
Leverkusen: KI und Radar erkennen Hochwasserlagen
[30.09.2026] Die Stadt Leverkusen beteiligt sich über die Kooperation ÜVAW am Aufbau von KIRa-Berg, einem KI- und radargestützten Frühwarnsystem im Bergischen Land, das Überflutungsgefahren früher erkennt. Die Stadt könnte im Ernstfall schneller handeln und die Bevölkerung besser warnen. mehr...
bcsd: KI hilft beim Stadtmarketing
[30.09.2026] Auch im Stadtmarketing gehören KI-Anwendungen vielerorts bereits zum Arbeitsalltag. Eine Untersuchung der bcsd und der imakomm Akademie zeigt: Die praktische Nutzung wächst schneller, als die nötigen Strategien, Kompetenzen und Regeln entstehen. mehr...
Krefeld: Automatisierung mit System
[29.09.2026] Die Stadt Krefeld automatisiert ihre Verwaltungsprozesse mit RPA. Mit internem Know-how können auch kleine Automatisierungen wirtschaftlich umgesetzt werden. Striktes Controlling wertet reale Prozessdurchläufe aus und zeigt den Nutzen der Software-Roboter. mehr...
Neukirchen: Bürger-KI für das Dorf
[28.09.2026] Eine Frage an die eigene Gemeinde stellen, ohne zuerst die richtige Website suchen zu müssen: Das macht im nordfriesischen Neukirchen jetzt das Pilotprojekt kommunity360 möglich. Die Plattform bündelt lokale Informationen in einem Ortsportal und macht sie zusätzlich über eine App und einen KI-Assistenten zugänglich. Perspektivisch soll das Modell auf weitere Kommunen übertragen werden. mehr...
Vitako: Kommunale KI in die Fläche bringen
[25.09.2026] Künstliche Intelligenz (KI) hat in Kommunalverwaltungen die Pilotphase zunehmend hinter sich. Wie es gelingen kann, praxiserprobte Anwendungen breit nachnutzbar zu machen und dauerhaft in bestehende Verwaltungsprozesse zu integrieren, darüber wurde nun auf einer Vitako-Fachkonferenz in Hannover diskutiert. mehr...
Hürth: Mit Hightech dem Gestank auf der Spur
[25.09.2026] In Hürth kommt KI in einem ungewöhnlichen Use Case zum Einsatz: Um die Ursache hartnäckiger Geruchsbelästigungen zu finden, werden mehr als 800 Bürgermeldungen mit Wetterdaten verknüpft und KI-gestützt ausgewertet. Die Analyse soll den Immissionsschutzbehörden neue Anhaltspunkte liefern. mehr...

















