Samstag, 10. Oktober 2026

RegistermodernisierungBremens KoSIT unterstützt den Bund

[29.04.2022] Die Bremer Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) hat mit der Registermodernisierungsbehörde des Bundes eine mehrjährige Kooperation vereinbart. Die KoSIT wird sich dabei vor allem mit EU-Schnittstellen befassen. Dazu schafft die Hansestadt auch neue Stellen im IT-Bereich.

Eine Modernisierung der bisher dezentral geführten elektronischen Datenbestände der öffentlichen Verwaltung – die so genannte Registermodernisierung – ist ein wichtiges Element der Digitalisierungsbestrebungen von Bund, Ländern und Kommunen. In den nächsten Jahren wird die Bremer Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT) den Bund und die Bundesländer in den nächsten Jahren bei der dringend notwendigen Registermodernisierung unterstützen. Eine Vereinbarung für eine mehrjährige Kooperation hat die KoSIT am 21. April 2022 mit der Registermodernisierungsbehörde des Bundes getroffen. Dies gab die Pressestelle des Senators für Finanzen bekannt, bei dem auch IT-Management und E-Government angesiedelt sind.
Bremen sei bereits seit langem ein Kompetenzzentrum für die Modernisierung der öffentlichen Verwaltung durch innovative Technologien, heißt es in der Meldung. Mit der Registermodernisierung sei nun ein neuer Aufgabenschwerpunkt für die KoSIT hinzugekommen. Eine moderne Verwaltung brauche leistungsfähige Register, betont Martin Hagen, der für die Digitalisierung zuständige Staatsrat im Bremer Finanzressort. Bürger wie Unternehmen hätten zu Recht den Anspruch, dass sie ihre Daten nicht bei jedem Antrag erneut angeben müssen. Und auch die Behörden sollten problemlos auf einmal erfasste Angaben zurückgreifen können, so Hagen. Ein milliardenschweres Programm solle bis 2025 die Daten der wichtigsten Register besser zugänglich machen. Die Aufgabe der Registermodernisierungsbehörde, die den Aufbau des technischen Systems in Deutschland koordiniere, werde vom Bundesverwaltungsamt (BVA) übernommen.

EU-weite Vernetzung

Die KoSIT wolle sich in den nächsten Jahren vor allem bei den Schnittstellen in Richtung Europa engagieren, denn bis Ende nächsten Jahres vernetzt die europäische Kommission die Verwaltungen ihrer Mitgliedsstaaten. Frank Steimke, einer der beiden Leiter der KoSIT, erklärt einen möglichen Anwendungsfall: Wenn beispielsweise eine deutsche Studentin im Ausland eine Entscheidung zur Anerkennung von Studiennachweisen benötige, solle sie die zukünftig ganz einfach elektronisch erhalten können. Dies höre sich selbstverständlich an, sei aber technisch anspruchsvoll. 27 Mitgliedsstaaten müssten sich auf gemeinsame Technologien und Regeln einigen. Soweit möglich sollen die europäischen Lösungen auch in Deutschland zur Anwendungen kommen. Dadurch werde nicht nur Zeit und Geld bei der Registermodernisierung in Deutschland gespart, sondern auch die Verbindung zur IT-Strategie Europas gestärkt.
Die nun vereinbarte Kooperation mit der Registermodernisierungsbehörde läuft zunächst bis Ende 2025. Pro Jahr stehen bis zu drei Millionen Euro für die in Bremen wahrzunehmenden Aufgaben zur Verfügung. Die KoSIT wolle nun versuchen, mit dem Geld noch mehr hochqualifizierte Stellen zu schaffen. Zwar sei die Lage auf dem Arbeitsmarkt angespannt, doch bestehe in Bremen die Chance, die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland und Europa unmittelbar zu gestalten.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Die automatisiert alarmierbare Vorauserkundungsdrohne der Feuerwehr Essen.

Essen: Drohne erkundet Einsatzorte vorab

[09.10.2026] Die Feuerwehr Essen testet seit Mitte September eine automatisiert startende Vorauserkundungsdrohne. Sie soll bereits vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte Bilder vom Einsatzort liefern und so eine frühzeitige Lagebeurteilung ermöglichen. Nach drei Monaten wird entschieden, ob das System dauerhaft eingesetzt werden soll. mehr...

Die Bayern nutzen Online-Angebote laut einer Studie der Initiative D21 überdurchschnittlich häufig.

Rheinland-Pfalz: Ehrenamtskarte per App beantragen

[08.10.2026] Rheinland-Pfalz hat eine App gestartet, mit der Ehrenamtliche die Ehrenamtskarte vollständig digital beantragen und Vergünstigungen finden können. Das Land übernimmt eine in Nordrhein-Westfalen entwickelte Lösung. Organisationen und Kommunen bearbeiten Anträge digital. mehr...

Mehrere Karteikästen mit farbigen Registerkarten. Im Vordergrund ist eine grüne Registerkarte mit der Jahreszahl 2013 zu sehen.

Kommune21 im Gespräch: Herausforderung Registermodernisierung

[07.10.2026] Die Registermodernisierung gehört zu den zentralen Vorhaben der Verwaltungsdigitalisierung. Im Live-Webinar „Kommune21 im Gespräch“ am 22. Oktober 2026 zeigen Fachleute des Landes Baden-Württemberg, von Komm.ONE und aus einem kommunalen Pilotprojekt, wo die Umsetzung derzeit steht, welche Erfahrungen bereits vorliegen und was Kommunen jetzt tun sollten. mehr...

Blick in ein Parkhaus

Hanau: Schrankenlos parken

[07.10.2026] Die Stadt Hanau stellt ihre Parkhäuser auf digitale Systeme um. Fast alle städtischen Häuser kommen bereits ohne Schranken und Parktickets aus, das Kennzeichen wird bei der Ein- und Ausfahrt erfasst. Weitere Standorte nutzen ticketlose Systeme mit Schranken. mehr...

Illustration einer diagonal über das Bild gespannten Kette, die gesprengt wird.
bericht

Digitale Transformation: Barrieren beseitigen

[05.10.2026] Ist eine Verwaltung, deren Grundzüge teilweise bis in die Bismarckzeit zurückreichen, überhaupt digital transformierbar? Das an der Universität Münster entwickelte Konzept des „Digital Rebirth“ zeigt, wie der erfolgreiche Einsatz digitaler Technologien gelingen kann. mehr...

Personengruppe unter einer goldenen 50

ab-data: 50 Jahre Softwareentwicklung

[02.10.2026] Mit mehr als 100 Gästen feierte das Softwareunternehmen ab-data sein 50-jähriges Bestehen am historischen Ursprungsort. Neben Erinnerungen an die Gründungszeit ging es um das neue Finanzwesen VOIS|FIWE und die Bedeutung kommunaler Plattformen für die Digitalisierung. mehr...

Drohne in der Luft, im Hintergrund ist verschwommen ein Gebäude der Feuerwehr Hanau zu sehen

rescueTablet: Aus der Luft direkt ins Lagebild

[02.10.2026] Die Einsatzplattform rescueTablet kann jetzt Live-Luftbilder und Telemetriedaten von Drohnen einbinden. Einsatzleitungen sollen dadurch bei Bränden, Hochwasser oder Sucheinsätzen schneller einen Überblick über die Lage erhalten. mehr...

OZG: Kommunen sollten sich startklar machen.

Aachen/Mannheim: G24 geht in die Praxis

[28.09.2026] Aachen und Mannheim erproben den Kombiantrag des Bund-Länder-Projekts G24. Er verbindet Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung. Aachen bietet das Verfahren bereits vollständig online an, Mannheim folgt schrittweise. Langfristig sollen Gründungen binnen 24 Stunden möglich sein. mehr...

NeXT: Nachnutzung praktisch angehen

[28.09.2026] Ein neues Paper des NeXT-Netzwerks gibt Beschäftigten aller föderalen Ebenen praktische Hinweise, wie sie digitale Lösungen für andere bereitstellen oder selbst übernehmen können. Ein Schnellcheck führt zu den passenden Empfehlungen und weiterführenden Ressourcen. mehr...

Panoramablick über Berlins Innenstadt, in der Mitte der Fernsehturm, im Hintergrund dramatische Wolken

Berlin: Digitale Bürgerdienste holen auf

[25.09.2026] Bei der Verwaltungsdigitalisierung in Berlin geht es voran: Mehr als die Hälfte der 100 meistgenutzten Bürgerdienstleistungen ist inzwischen digital verfügbar. Nachholbedarf besteht allerdings bei der tatsächlichen Online-Nutzung und der Medienbruchfreiheit. mehr...

Person am Laptop, am Bildschirm ein Mock-Up-Umfrageformular, sonniger Schreibtisch mit Muffins

Verwaltungsmonitor 2026: Digitale Transformation im Arbeitsalltag

[24.09.2026] Eine neue bundesweite Befragung richtet den Blick auf die Menschen, die Verwaltungsdigitalisierung erleben und gestalten. Beschäftigte aller Verwaltungsebenen können bis Ende Oktober 2026 online und anonym teilnehmen. Durchgeführt wird die Untersuchung vom Netzwerk NExT und dem Kompetenzzentrum Öffentliche IT. mehr...

Jemand schaut sich die Stadtblatt Online-Ausgabe am Handy an


Heidelberg: Stadtblatt wird digital

[18.09.2026] Heidelberg stellt die Verteilung seines Stadtblatts neu auf. Statt einer Zustellung an alle Haushalte setzt die Stadt künftig vor allem auf die digitale Ausgabe. mehr...

Junge Frau zwischen Archivregalen streckt ihr Handy Richtung Kamera

Gütersloh: Webseite zur Stadtgeschichte in neuem Look

[11.09.2026] Die Stadt Gütersloh hat den Bereich zur Stadtgeschichte auf ihrer Website grundlegend überarbeitet. Inhalte wurden neu geordnet und verknüpft, historische Abbildungen durch hochauflösende Digitalisate ersetzt und weitere Seiten um Bilder, Videos und Links ergänzt. mehr...

Mpck-up der Schwammstadt-App

Berlin: Klimaanpassung spielerisch erfahren

[11.09.2026] Mit dem Online-Spiel Schwammtastisch soll das Konzept der Schwammstadt für Berlinerinnen und Berliner anschaulich werden. Straßen und Plätze lassen sich digital mit Bäumen, Pflanzstreifen oder Regenwassernutzung umgestalten und deren Wirkung erkunden. mehr...

Roboterhand tippt auf einem Computerkeyboard

Studie: Automatisierungspotenzial in Behörden nicht ausgeschöpft

[09.09.2026] Eine Studie von Foundry, UiPath und Materna zeigt deutliche Lücken bei der Digitalisierung deutscher Behörden: Nach Einschätzung der Befragten könnten 49 Prozent der Verwaltungsaufgaben automatisiert werden, tatsächlich sind es erst 23 Prozent. Zudem ist ein Drittel der Leistungen noch komplett offline. mehr...