S-Public ServicesKI als Lotse im Formular-Dschungel

KI hat das Potenzial, den Umgang mit Online-Anträgen grundlegend zu verändern.
(Bildquelle: cezarfix/123rf.com)
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der öffentlichen Verwaltung ist derzeit in aller Munde. Für die Auswirkungen und den konkreten Nutzen des KI-Einsatzes fehlt es aber oft noch an Beispielen. Drei Szenarien aus der Praxis zeigen, was im Kontext von Antragsformularen heute schon möglich ist – und wie KI die Interaktion zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung in Zukunft verändern könnte.
Bei den vielen hundert Leistungen, die eine Stadtverwaltung anbietet, ist es für Bürgerinnen und Bürger nicht immer leicht, den passenden Antrag zu finden. Hier kann ein KI-basierter Universalassistent oder Chat den Einstieg deutlich vereinfachen: Wer einen Antrag stellen möchte, beschreibt das jeweilige Anliegen in einem Eingabefeld in natürlicher Sprache und liefert dabei bereits einige Informationen, die für den Sachverhalt relevant erscheinen. Die KI interpretiert die Anfrage, wählt aus der Vielzahl möglicher Onlineformulare das passende aus und startet die Bearbeitung. Gleichzeitig überträgt sie die in der Eingabe genannten Daten direkt in die entsprechenden Felder – das spart Zeit und reduziert Fehleingaben.
Intelligenter Ausfüllassistent
Auch beim Ausfüllen selbst kann KI wertvolle Hilfe leisten. Ein integrierter Chatbot beantwortet individuelle Fragen des Antragstellenden zu einzelnen Feldern oder Begriffen und kann Informationen, die sich aus den Antworten ergeben, als Vorschlag in das Formular übernehmen. Häufig verlangen Online-Anträge eine Begründung in Textform. So müssen Bürgerinnen und Bürger beispielsweise in einem Antrag auf eine Baumfällerlaubnis in der Regel darlegen, warum der Baum gefällt werden soll. Auch hier kann KI aus Stichpunkten eine vollständige, sachlich formulierte Begründung erzeugen. Das unterstützt Bürgerinnen und Bürger, die dann selbst keine Texte ausformulieren müssen.
Antragsprozesse umkehren und Zeit sparen
Aktuell sieht ein typischer Antragsprozess vor, dass Bürgerinnen und Bürger zunächst ein Formular ausfüllen und anschließend eine Reihe von Anlagen mit Nachweisen hochladen. Mithilfe von KI lässt sich dieser Ablauf umkehren – was den Prozess insgesamt bürgerfreundlicher macht. So kann der Antragstellende bei der Beantragung eines Anwohnerparkausweises zunächst seinen Personalausweis und den Fahrzeugschein hochladen. Die KI prüft, ob die richtigen Dokumente vorliegen, erkennt Echtheitsmerkmale und liest automatisch die relevanten Daten wie Name, Anschrift und Kennzeichen aus. Anschließend erfolgt eine maschinelle Prüfung, ob Anspruch auf einen Parkausweis besteht. Im positiven Fall wird der Antrag bereits vollständig oder zumindest weitgehend vorgefüllt zur Unterschrift angezeigt. Anschließend kann per E-Payment die notwendige Gebühr bezahlt werden und der Bescheid erfolgen. Wird die Berechtigung nicht nachgewiesen, erhält der Antragstellende eine entsprechende Mitteilung und der unzulässige Antrag wird gar nicht erst im System erfasst.
KI, Datenschutz und digitale Souveränität sind vereinbar
Dass die öffentliche Verwaltung höchste Anforderungen an Datenschutz, Vertraulichkeit und digitale Souveränität stellen muss, ist unbestritten. Dies schließt den Einsatz von KI jedoch nicht aus. Mittlerweile bieten spezialisierte Anbieter wie etwa S-Public Services Lösungen, die datenschutzkonform und sicher aus deutschen Rechenzentren heraus betrieben werden. Dabei kommen speziell für die öffentliche Verwaltung trainierte Sprachmodelle (LLM) verschiedener Hersteller zum Einsatz. Aktuell werden beispielsweise verschiedene Modelle für das Zusammenspiel mit den mehr als 500 fertigen Online-Formularassistenten aus den LeiKa-Klassen 1-5 im Formularverlag der S-Public trainiert.
Motor für den Wandel
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Verwaltung steht erst am Anfang – der Beginn einer Entwicklung, die Arbeitsabläufe nachhaltig verändern wird. Die gezeigten Beispiele verdeutlichen, dass KI schon heute die Interaktion zwischen Bürgerinnen und Bürgern und der Verwaltung deutlich vereinfachen kann. Langfristig werden Anliegen zunehmend in einem natürlich-sprachlichen Dialog abgewickelt. Das klassische Formular tritt dabei weitgehend in den Hintergrund.
Zugleich eröffnet die KI-gestützte Antragserfassung ein großes Potenzial für die Automatisierung: Liegen die Daten vollständig und in geprüfter Qualität vor, kann ein Bescheid automatisch erstellt werden. Routineanträge ohne Ermessensspielraum werden so künftig weitgehend automatisiert ablaufen. Bei komplexeren Verfahren liefert KI künftig vorbereitete Entscheidungsvorschläge, die von Fachkräften geprüft und final entschieden werden. Der Weg dorthin wird schrittweise verlaufen. Doch schon jetzt zeigt sich, wie Künstliche Intelligenz die Verwaltung von morgen spürbar einfacher, effizienter und bürgernäher machen kann.
Interkommunaler Hochwasserschutz: KI-gestütztes Frühwarnsystem
[30.01.2026] Die Arbeitsgemeinschaft Solidarischer Hochwasserschutz will entlang des Flusses Paar ein Echtzeit-Frühwarnsystem aufbauen, das auf Sensortechnik, Satellitendaten und Künstlicher Intelligenz basiert. Ziel ist eine frühzeitige Warnung der Bürger und Einsatzkräfte über mehrere Plattformen. mehr...
KI: In risikoarmer Umgebung testen
[30.01.2026] Kommunen können geplante KI-Anwendungen nun vorab in einer geschützten Umgebung testen. Die von Ewerk Consulting bereitgestellte Infrastruktur basiert auf in Deutschland betriebenen Servern sowie Open-Source-Komponenten. mehr...
Düsseldorf: Chatbot als Pilot
[29.01.2026] Die Stadt Düsseldorf erweitert ihr Online-Serviceangebot um einen Chatbot. Der digitale Assistent läuft zunächst als befristetes Pilotprojekt und braucht noch einen Namen. Vorschläge aus der Bürgerschaft sind willkommen. mehr...
Leipzig: KI-Fuchs spürt Wissen auf
[28.01.2026] Leipzig setzt mit dem KI-Fuchs neue Maßstäbe im Wissensmanagement. Das auf Open Source basierende System kombiniert ein multimodales Sprachmodell mit internem Verwaltungswissen, schafft damit Effizienzgewinne und deckt Bürokratieabbau-Potenziale auf. mehr...
Düsseldorf: Voicebot Kira antwortet für’s Steueramt
[26.01.2026] Seit einem guten halben Jahr unterstützt die Künstliche Intelligenz für Rückfragen & Auskünfte Kira das Düsseldorfer Steueramt bei telefonischen Anfragen zur Beherbergungssteuer. Nun wurden die Fähigkeiten der virtuellen Sprachassistentin erweitert, sodass sie auch zur Grundsteuer Auskunft geben kann. mehr...
Mitarbeiterqualifizierung: Fit für KI
[19.01.2026] Arbeitsentlastung, effiziente Verwaltungsabläufe und besserer Bürgerservice – KI hat das Potenzial, zentrale Herausforderungen des öffentlichen Sektors zu lösen. Ein modulares Qualifizierungsangebot von Ewerk unterstützt Verwaltungsmitarbeitende beim Umgang mit KI-Systemen. mehr...
Tobit.Software: KI-Serverlösung für KAAW-Kommunen
[14.01.2026] Gemeinsam erleichtern das Unternehmen Tobit.Software und die Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West (KAAW) Kommunen in den Kreisen Borken und Steinfurt die Arbeit mit Künstlicher Intelligenz: Die Verwaltungen erhalten Zugang zum SideKick Server, der verschiedene KI-Sprachmodelle vereint und hohe datenschutzrechtliche Anforderungen erfüllt. mehr...
KI-Agenten: Digitale Assistenten
[13.01.2026] KI-Assistenten sollen den Mitarbeitenden in der Verwaltung beim Durchführen von Routinetätigkeiten behilflich sein. Bei einigen Vorreiterkommunen kommen sie bereits zum Einsatz. Die ersten Anwendungen nehmen sich durchaus vielversprechend aus. mehr...
Bochum: Eigens entwickelter ChatBOt
[12.01.2026] Auf der Bochumer Website unterstützt der neue ChatBOt die Bürgerinnen und Bürger bei der Suche nach Informationen über Dienstleistungen der Stadtverwaltung. Der digitale Assistent ist vollständig intern entwickelt worden und kann dank modernem KI-Ansatz auch natürliche Sprache verstehen. mehr...
Stade: Käpt’n Knut nimmt den Dienst auf
[08.01.2026] In der Hansestadt Stade ist jetzt der KI-Chatbot Käpt’n Knut an Bord. Die Verwaltung freut sich über Feedback zu dem Angebot, das perspektivisch auch telefonisch genutzt werden kann. mehr...
Hagen: Städtische Internetseite wird polyglott
[07.01.2026] Die Stadt Hagen stellt große Teile ihrer Webseite jetzt auch in fremdsprachiger Version zur Verfügung. Eine komplexe mehrsprachige Seitenstruktur im Back End und aufwendiges Aktualisieren sind dazu nicht notwendig: Zum Einsatz kommt die leicht integrierbare Lösung Conword. mehr...
Kreis Borken: Chatbot BOR.KI ist im Dienst
[05.01.2026] Auf der Website des Kreises Borken beantwortet jetzt Chatbot BOR.KI die Anfragen der Bürgerinnen und Bürger. Die Künstliche Intelligenz (KI) greift dafür auf die Inhalte der Internetseite zurück und beantwortet Fragen nur zu jenen Dienstleistungen, für die die Kreisverwaltung tatsächlich zuständig ist. mehr...
Rechtsinformationen: Die Informationsflut bändigen
[18.12.2025] Die öffentliche Verwaltung steht vor immer komplexeren Rechtsanforderungen bei gleichzeitig schrumpfenden Personalressourcen. KI-gestützte Lösungen können helfen, Rechtsinformationen automatisch aufzubereiten und in der Fallbearbeitung bereitzustellen. mehr...
SMARD-GOV: Datenschutzkonforme LLMs für Behörden
[18.12.2025] Im Forschungsprojekt SMARD-GOV werden datenschutzkonforme Large Language Models (LLMs) für den Einsatz in Behörden untersucht. Die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, die Universität Münster (UM) sowie das Software- und Beratungsunternehmen Prosoz nehmen dafür sowohl technische als auch rechtliche Aspekte in den Blick. Im Fokus stehen Anwendungen bei Bauanträgen. mehr...
Unterschleißheim: Chatbot statt Formularwüste
[18.12.2025] Die Stadt Unterschleißheim bietet den Bürgerinnen und Bürgern mit Civic Forma jetzt den Prototyp einer KI-gestützten Lösung an, die sie Schritt für Schritt durch amtliche Formulare führt. Der KI-Assistent kann Rückfragen beantworten und mehrere Sprachen übersetzen. Die Übersetzungen werden dann ins Deutsche übertragen und in das Formular übernommen. mehr...























