eGovForum 2017Theorie, Praxis, Lösungen

eGovForum 2017: Die Teilnehmer erhielten Einblicke in kommunale E-Government-Projekte.
(Bildquelle: Form-Solutions)
Das diesjährige eGovForum der Firma Form-Solutions (13. – 14. September 2017 in Karlsruhe) zeigte einmal mehr: Kooperationen maßgeblicher Fachverfahrensanbieter führen zu praxisorientierten Lösungen für Kommunen. Dies bewiesen Kunden und Technologie-Partner des Formular-Server-Anbieters am ersten Tag in Vorträgen und am zweiten Tag in drei fachlichen Foren.
Am ersten Veranstaltungstag hatten die ersten beiden Referate einen wissenschaftlichen Background. Michael Räckers vom European Research Center for Information Systems (ERCIS) der Universität Münster berichtete über den Stand der Formularstandardisierung in der Praxis. Der Wissenschaftler mit Forschungsschwerpunkt E-Government erläuterte den Gästen, wie Föderales Informationsmanagement (FIM) die für Verwaltungsverfahren nötigen Informationen standardisiert und harmonisiert, sodass der Informationsaustausch zwischen Behörden verschiedener staatlicher Ebenen beschleunigt wird. Ein enorm wichtiges Thema vor dem Hintergrund der E-Government-Gesetze von Bund und Ländern sowie den Plänen zur Schaffung eines Portalverbunds aller staatlichen Ebenen. Räckers erklärte: „FIM schafft den Rahmen zur einheitlichen, standardisierten und abgestimmten Bereitstellung von Informationen zu Fachverfahren.“ Wie die Methode funktioniert, wie also beispielsweise aus Gesetzestexten zum Verwaltungsverfahren gesetzeskonforme Prozessmodelle entstehen, erläuterte er am Beispiel des Asylverfahrens.
Neue Rollen in der Verwaltung
Anschließend referierte Michael Räckers zum Thema Rollen und Kompetenzen für die digitalisierte Verwaltung. Denn, so Räckers, die Digitalisierung verändert nicht nur die Arbeit aller Verwaltungsmitarbeiter, sondern auch ihre Aufgaben. Und es gebe neue Rollen in der Verwaltung, beispielsweise den städtischen Chief Digital Officer. Welche neuen Kompetenzen brauchen Führungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter, wer benötigt welche Kompetenzen und wie wird das entsprechende Wissen vermittelt? Um diese Fragen ging es im zweiten Vortrag von Räckers.
#bild2 Der Nachmittag des ersten Veranstaltungstages startete mit einem Praxisbeispiel. Im Bürgerportal der Stadt Düren können Gebühren bereits seit dem Jahr 2012 auch online bezahlt werden. Zunächst mit dem Elektronischen Lastschriftverfahren für Behörden (ELBe), später kamen PayPal und giropay als zusätzliche Bezahlverfahren hinzu (wir berichteten). Inzwischen hat die Stadtverwaltung die Lösung E-Payment-Manager eingeführt. Gebührenpflichtige Online-Anträge aus dem Formular-Server von Form-Solutions, die per E-Payment bezahlt wurden, können jetzt automatisch in der Finanz-Software Infoma newsystem verbucht werden. Katja Schmitz, tätig im Sachgebiet Organisation und IT der Stadt Düren, und Roman Mies, Projektleiter bei Axians Infoma, informierten darüber, wie die Lösung die Zahlungen für die Bürger vereinfacht und für weniger Verwaltungskosten sorgt.
Wuppertaler Kartenservice
Einen Erfahrungsbericht aus Wuppertal lieferte Stefan Sander, Abteilungsleiter Informationsverarbeitung und Kartographie. Seit gut einem Jahr bietet das Katasteramt der Stadt einen neuen Service an: Wer eine Liegenschaftskarte benötigt, kann diese schnell und einfach online ordern (wir berichteten). Dafür sorgt ein intelligenter Formularassistent des Anbieters Form-Solutions, mit dem Auszüge aus der Liegenschaftskarte bestellt werden können. Die Karten werden automatisch im PDF-Format produziert, die Bezahlung erfolgt online. Das Katasteramt hat also einen durchgängigen Prozess geschaffen, ohne das ALKIS-Fachsystem zu öffnen, berichtete Stefan Sander. Die Übergabe der Auftragsdaten erfolge aus dem Formular-Server, der auch die Payment-Funktion enthalte. Nur die Kartenproduktion sei ein Dienst des Fachsystems. Damit sei das Angebot vollständig in das kommunale E-Government integriert, da die Auslieferung der Karte über das städtische Bürgerportal erfolgen könne.
Im letzten Vortrag des ersten Tages ging es darum, wie Daten aus dem Form-Solutions Formular-Server automatisiert als PDF-Dateien in einem Dokumenten-Management-System archiviert werden können. Wie das funktioniert erläuterte Mirko Schwellenbach vom DMS-Spezialisten Optimal Systems am Beispiel der Vergabestelle bei der StädteRegion Aachen.
Tipps und Tricks für E-Government-Lösungen
Am zweiten Tag des eGovForum 2017 gaben der Gastgeber Form-Solutions und seine Partnerunternehmen in drei parallelen Foren Tipps und Tricks für den Bau von E-Government-Applikationen. In Forum 1 erhielten die Teilnehmer einen Überblick über Content-Management-Systeme und Portal-Anbieter, die den Formular-Server von Form-Solutions als E-Government-Komponente in ihren Produkten integriert haben. Die Foren-Beiträge gestalteten die Unternehmen Advantic mit dem Produkt iKISS, brain-scc mit GEO-CMS, Citkomm mit dem citkoPortal, sitepark am Beispiel der Portal-Umsetzung in Wuppertal sowie die Firma Nolis mit dem gleichnamigen CMS und regio iT und ITEBO mit ihren Service-Portalen.
Das Forum 2 bot verschiedene Anwender-Workshops für Einsteiger und Experten der Formularassistenten-Technologie von Form-Solutions. Im Forum 3 vermittelte Olaf Rohstock von der Firma Governikus Hintergrundinformationen zum Thema elektronische Identitäten in Deutschland und Europa. Die Firmen GovConnect und PayPal informierten über die Anbindungen ihrer Payment-Systeme an den Formular-Server. Nicht zuletzt zeigte der DMS-Spezialist codia, wie das Dokumenten-Management-System d3 mit dem Formular-Server von Form-Solutions zusammenspielt.
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