Hanau / Maintal / SchöneckVier geförderte Smart-Region-Projekte

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus hat während ihrer Sommerreise den Fördermittelbescheid an die drei Kommunen überreicht.
(Bildquelle: HMD)
Gleich vier Smart-Region-Projekte fördert das hessische Ministerium für Digitalisierung und Innovation (HMD) in Hanau, Maintal und Schöneck. Wie das HMD mitteilt, erhalten die vier Kommunen für die Vorhaben insgesamt 1,55 Millionen Euro aus dem Programm Starke Heimat Hessen. Davon gehen knapp 730.000 Euro an das zentrale Projekt „Kreuzung frei – Sensoren sichern Rettungswege“. Immer wieder behindern zugeparkte Straßen oder Kreuzungen die Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr, Rettungsdiensten oder Müllabfuhr, erklärt das Ministerium. Mithilfe von Sensoren soll das künftig verhindert werden. An kritischen Punkten installiert, erkennen diese widerrechtlich abgestellte Fahrzeuge. Die gesammelten Daten sollen sie in Echtzeit und datenschutzkonform über ein LoRaWAN an das Ordnungsamt übermitteln, sodass dieses schneller als bislang reagieren kann. Die drei Kommunen greifen in diesem Projekt auf die Erfahrungen aus einem Pilotvorhaben in Lübeck zurück.
Das zweite vom Land geförderte Vorhaben ist der Smarte Winterdienst in Hanau. Hier sollen Sensoren den Streueinsatz optimieren, teilt das Ministerium mit. Bislang werden die Einsätze nach festen Routen und Zeiten organisiert. In Straßenlaternen integrierte und an das LoRaWAN angeschlossene Temperatursensoren sollen das ändern. Sie werden ihre Informationen an eine neue Datenplattform mit eigens entwickelten Analysealgorithmen senden, sodass Ressourcen wie Streumittel und Personal gezielter eingesetzt werden können. Auch bei diesem Projekt, das vom Digitalministerium mit knapp 503.000 Euro gefördert wird, orientiere sich Hanau an den Erfahrungen anderer Städte.
„Die Förderung der Projekte Kreuzung frei und Smarter Winterdienst ist für uns mehr als ein technischer Fortschritt – sie ist ein Versprechen an die Hanauerinnen und Hanauer“, sagt Hanaus Stadträtin und Digitaldezernentin Isabelle Hemsley. „Wir setzen bei der Digitalisierung gezielt auf Lösungen, die für die Menschen in unserer Stadt einen echten Mehrwert bieten.“
Digitaler Zwilling und Open Library
Mit über 170.000 Euro wird außerdem das Digitale Stadtgrün-Bewertungstool in Maintal unterstützt. Wie das HMD mitteilt, soll in diesem Rahmen ein Digitaler Zwilling entwickelt werden, der zur Planung und Bewertung grüner Infrastruktur sowie bei der Analyse städtebaulicher Nachverdichtung eingesetzt werden kann. Mit ihm lassen sich dann beispielsweise die Auswirkungen geplanter Bauprojekte auf das Stadtklima und die Lebensqualität simulieren.
Das vierte, mit knapp 146.000 Euro geförderte Vorhaben ist die Open Library Maintal. Das Ziel: die Stadtteilbibliothek Dörnigheim soll rund um die Uhr zugänglich werden. Dazu werden Automaten zur Ausleihe und Rückgabe, smarte Beleuchtung, Videokameras und ein Zugangssystem installiert. Alle Medien werden mit RFID-Tags ausgestattet, um eine personalfreie Ausleihe zu ermöglichen.
„Digitalisierung eröffnet uns neue Perspektiven: Sie erleichtert Planungsprozesse, optimiert Abläufe und ermöglicht es, Themen vernetzt und vorausschauend zu denken“, fasst Bürgermeisterin Monika Böttcher die Maintaler Ziele zusammen. „Mit den beiden geförderten Projekten in Maintal setzen wir Impulse für eine moderne, bürgernahe und zukunftsfähige Stadt. Die Open Library schafft flexible Zugänge zu Medien und Wissen – unabhängig von Öffnungszeiten. Durch das Digitale Stadtgrün-Bewertungstool entsteht ein interaktives Stadtmodell als Grundlage für die nachhaltige Entwicklung grüner Infrastruktur. Zugleich wird der Digitale Zwilling der Stadt bei stadtplanerischen Prozessen eine wertvolle Unterstützung sein.“
Serie Digitalstädte: Mehrwerte schaffen
[07.07.2026] Förderprojekte wie der Wettbewerb Modellprojekte Smart Cities sind für kleinere Kommunen wie die Stadt Bad Belzig wichtig, um mit der Digitalisierung voranzukommen. Es braucht aber sichtbare Mehrwerte, damit es anschließend weitergeht. mehr...
Gütersloh: Sensoren unterstützen Winterdienst
[07.07.2026] In Gütersloh geht das Smart-City-Projekt „Smarter Winterdienst“ in den Testbetrieb – an 13 Standorten im Stadtgebiet werden künftig Sensoren den Zustand der Fahrbahnoberfläche erfassen. mehr...
BBSR: Smarte Praxisbeispiele für Kommunen
[06.07.2026] Das BBSR hat sein Kompendium „Smart Cities und Smart Regions“ und die dazugehörige Storymap erweitert. Die 30 neuen Beispiele zeigen, wie Kommunen aus konkreten Problemen digitale Lösungen entwickeln – und was andere Städte und Gemeinden daraus für eigene Projekte lernen können. mehr...
Mannheim: Sensoren schützen Rheinbrücken
[06.07.2026] Optische Sensoren erfassen ab sofort den Verkehr auf den beiden Rheinbrücken zwischen Mannheim und Ludwigshafen. Das von der Smart City Mannheim realisierte Monitorungprojekt soll dazu beitragen, Verkehrsströme transparent zu machen und gezielte Maßnahmen zum Schutz der Bauwerke abzuleiten. mehr...
Aalen / Heidenheim: Hoher Praxisnutzen
[29.06.2026] In Aalen und Heidenheim wird Smart City praxisnah: Sensoren liefern Daten zu Glatteis, Pegelständen und weiteren Risiken. Eine gemeinsame Plattform verbindet diese Informationen und unterstützt Verwaltung, Feuerwehr und Bauhof im Alltag. mehr...
Wiesbaden: Positive Bilanz zum Digitalen Zwilling
[29.06.2026] Der Digitale Zwilling Wiesbaden hat sich für die Stadt seit seinem Start im Sommer vergangenen Jahres bereits zu einem wichtigen Werkzeug für Planung, Beteiligung und Information entwickelt. mehr...
Hamm: Smart-City-Strategie beschlossen
[29.06.2026] Im Rahmen ihrer Digitalisierungsstrategie hat die Stadt Hamm in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen angestoßen und teils bereits umgesetzt. Für den Zeitraum 2027 bis 2032 wird die Strategie nun als Smart-City-Strategie fortgeschrieben. Die Bürger können mitbestimmen, welche Themen künftig stärker in den Fokus rücken sollen. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 3: Mit Zwilling planen
[25.06.2026] Urbane Digitale Zwillinge erlauben es Kommunen, Daten zu ihrem Stadtgebiet strukturiert sichtbar und für Entscheidungen nutzbar zu machen, etwa in der Verkehrs- oder Wärmeplanung. Beim Aufbau eines Digitalen Zwillings lohnt es sich, auf Kooperation zu setzen. mehr...
MPSC: Vom Piloten zur Praxis (2) – Nachnutzung braucht Struktur
[24.06.2026] Die Modellprojekte Smart Cities haben viele erfolgreiche Lösungen und auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit hervorgebracht. Nun geht es darum, entstandene Netzwerke, Unterstützungsangebote und Entwicklungsgemeinschaften zu verankern - nur so können die Pilotprojekte breit nachgenutzt werden. mehr...
BBSR: Die Wirkung von Smart-City-Vorhaben darstellen
[24.06.2026] Smarte digitale Projekte stärken die regionale Wirtschaft – aber oft indirekt. Das erschwert es Kommunen, den konkreten Nutzen zu benennen und argumentativ zu vertreten, etwa gegenüber Politik oder Projektpartnern. Eine Praxishilfe erklärt, wie Kommunen solche Effekte erkennen und verständlich vermitteln können. mehr...
Klimawandel: Daten gegen den Hitzestress
[23.06.2026] Auf die Herausforderungen des Klimawandels können Städte nicht nur mit baulich-physischen Maßnahmen reagieren. Auch der Aus- und Umbau der digitalen Dateninfrastruktur und die systematische Organisation klimarelevanter Daten stärken die kommunale Resilienz. mehr...
MPSC: Vom Piloten zur Praxis (1) – Zusammenarbeit statt Insellösungen
[23.06.2026] Seit 2019 gibt es das Fördervorhaben Modellprojekte Smart Cities, über 70 Kommunen und Regionen haben bisher teilgenommen. Dabei entstanden nicht nur viele erfolgreiche technische Lösungen, sondern auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit – für viele Beteiligte ein entscheidender Faktor. mehr...
Gütersloh: Sensoren erfassen Parkplatzauslastung
[12.06.2026] Mit Bodensensoren erfasst die Stadt Gütersloh zurzeit die Auslastung von vier Fahrzeugstellplätzen an der Königstraße. Die Daten sollen in die Planungen zur Umgestaltung des Kreuzungsbereichs zur Hohenzollernstraße einfließen, der ein Unfallschwerpunkt ist. mehr...
Studie: Digitale Zwillinge in der Praxis
[10.06.2026] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat eine neue Veröffentlichung zum Thema urbane Digitale Zwillinge herausgegeben, die im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities entstanden ist. mehr...
Serie Smart Cities, Teil 2: Sensoren sinnvoll nutzen
[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...




















