BayernZehn-Punkte-Masterplan zur Digitalisierung

Ein breit angelegter Zehn-Punkte-Plan stellt die Weichen für Bayerns digitale Zukunft.
Mit einem breit angelegten Zehn-Punkte-Masterplan zur Digitalisierung hat die bayerische Staatsregierung die zweite Stufe von Bayern Digital gestartet. Wie die Staatskanzlei meldet, ist der neue Masterplan Bayern Digital II als ein fünf Jahre umfassendes Investitionsprogramm angelegt. Er werde alle Lebensbereiche betreffen und breit in die Gesellschaft wirken. Das voraussichtliche Volumen für den gesamten Masterplan Bayern Digital II verortet die Staatskanzlei bei rund drei Milliarden Euro und über 2.000 Stellen im Zeitraum von 2018 bis 2022. „Der Masterplan gibt vor, in welchen Bereichen die Staatsregierung konkret ihre Investitionsschwerpunkte im Bereich Digitalisierung in den nächsten fünf Jahren setzen wird“, sagt Staatskanzleiminister Marcel Huber. „Schon im Nachtragshaushalt 2018 wollen wir den Masterplan unumkehrbar auf den Weg bringen.“ In zehn Handlungsfeldern will die Staatsregierung die Digitalisierung in Bayern voranbringen. Mit E-Government soll der Freistaat Spitze bei moderner und digitaler Verwaltung werden, bis zum Jahr 2030 soll außerdem die Verwaltung durchgängig digital sein. Zudem ist eine Stabsstelle Digitalisierung in der Staatskanzlei vorgesehen, die alle Digitalisierungsprozesse begleitet. Außerdem soll ein Innovationsfonds für Leuchtturmprojekte im Bereich digitale Verwaltung aufgelegt und ein Leuchtturmprojekt im Bereich der E-Justiz realisiert werden.
Ein weiteres Handlungsfeld ist der Breitband-Ausbau. Bis zum Jahr 2025 soll eine Glasfaser-Initiative eine gigabitfähige Infrastruktur in ganz Bayern schaffen. Die Initiative BayernWLAN und eine 5G-Initiative sollen ebenso den Weg zur Gigabit-Gesellschaft ebnen.
Der Mensch im Mittelpunkt
Bayern will laut dem Masterplan europäische Hochburg für Sicherheit in und mit IT werden. Vorgesehen ist die Einrichtung eines Landesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI) bis 2020. Auch eine zentrale Kontaktstelle für die IT-Sicherheit Kritischer Infrastrukturen ist geplant. Zudem soll die Cybercrime-Bekämpfung ausgebaut, die Bayerische Polizei mit modernster IT ausgestattet und die Forschung für die IT-Sicherheit verstärkt werden. Zudem will Bayern bei der digitalen Bildung neue Maßstäbe setzen, indem das digitale Klassenzimmer an allen Schulen eingeführt, Informatik zum Pflichtfach und eine Fortbildungsoffensive stattfinden wird. Zudem sollen digitale Lehrangebote der Hochschulen ausgebaut werden. Um den akademischen Nachwuchs zu stärken, sieht der Masterplan eine Ausbildungsoffensive Software-Engineering und neue Studienangebote zur Stärkung der Informatikkompetenzen in unterschiedlichen Disziplinen vor.
Bayern soll laut dem Masterplan aber auch Leitregion für intelligente digitale Mobilitätskonzepte werden. Neben der Zukunftsinitiative Autonomes Fahren ist eine Digitalisierung der Straßeninfrastruktur vorgesehen. Auch will der Freistaat bei der Vernetzung der Verkehrssysteme neue Wege gehen. Als weitere Maßnahme soll die digitale Kompetenz des Mittelstands gestärkt und Schlüsselfelder digitaler Technologien, etwa mit der Zukunftsinitative Künstliche Intelligenz oder dem digitalen Klimaschutz erschlossen werden. Ferner ist ein Bayerisches Internet-Institut geplant. Nicht zuletzt strebt der Freistaat an, weltweit Spitzenstandort für digitale Medizin und Pflege zu werden.
Bei all den Digitalisierungsmaßnahmen soll der Mensch im Mittelpunkt stehen, heißt es in dem Masterplan weiter. So sollen beispielsweise ältere Menschen Unterstützungsangebote erhalten, etwa im Umgang mit digitalen Medien. Vorgesehen ist außerdem eine barrierefreie Gestaltung aller Verfahren der bayerischen Ministerien und ihrer Geschäftsbereiche sowie eine Verbesserung der Dienstleistungen der Verbraucherverbände, unter anderem durch Smart Services.
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