Mittwoch, 10. Juni 2026

WackersdorfDigitaler Winterdienst

[13.12.2022] Ein cloudbasiertes System unterstützt die Gemeinde Wackersdorf bei der Organisation und den Abläufen des Winterdiensts. Routen werden per App automatisch aufgezeichnet, Aufträge können einfach angelegt und bei Bedarf umverteilt werden.
Wackersdorf: Bauhofleiter Volker Keil bedient die Winterdienst-App.

Wackersdorf: Bauhofleiter Volker Keil bedient die Winterdienst-App.

(Bildquelle: Gemeinde Wackersdorf)

Wettermodelle berechnen für die Saison 2022/2023 einen kälteren Winter als im zurückliegenden Jahr. Das bedeutet in vielen Teilen Deutschlands Eis, Schnee und glatte Straßen. Bauhof, Stadtverwaltung und Winterdienstanbieter müssen in der kalten Jahreszeit die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten. In der bayerischen Gemeinde Wackersdorf bedeutet das konkret: Drei Unimogs räumen mit Schneepflug die größeren Straßen in den Ortsteilen. Für die Räumarbeiten in kleineren Straßen und Gassen werden kommunale Kleinfahrzeuge eingesetzt. Bushaltestellen, Gehwege und Friedhöfe werden wiederum per Hand geräumt und gestreut. Bislang hatte die Gemeinde im Winter allerdings nicht nur mit Schnee und Eis, sondern auch mit der zeitaufwendigen, papierbasierten Dokumentation des Winterdiensts zu kämpfen. Auch die Organisation der Fahrten war jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. Da nicht in Echtzeit verfolgt werden konnte, wer sich wo befand, war es schwierig, schnell festzustellen, ob wirklich jede Straße abgefahren wurde. Thomas Falter, Erster Bürgermeister der Gemeinde, und der Bauhof waren sich deshalb einig: Es braucht eine effiziente, digitale Lösung. Aufzeichnung ohne Zutun Die Entscheidung fiel schnell auf den Anbieter EineStadt. Denn dessen Anwendung nutzt der Bauhof bereits routiniert für die Kontrollen und Wartung von Spielplätzen, Hundestationen, Sitzgelegenheiten, Straßenschäden, Grünflächen und Gebäudeinventar. Nach Erwerb der entsprechenden Lizenz konnte das cloudbasierte System von den EineStadt-Mitarbeitenden eingerichtet werden. Der Bauhof erhielt anschließend eine kurze, anschauliche Schulung. Im Anschluss wurde eine erfolgreiche Testfahrt durchgeführt. „Die Aufzeichnung meiner Route funktioniert einwandfrei“, freute sich Bauhofleiter Volker Keil während dieser ersten Fahrt. Bevor die Aufzeichnung starten kann, müssen die Mitarbeitenden die digitale Karte in der EineStadt-App öffnen und der Auswertung ihrer Standortdaten zustimmen. Diese werden mittels Mobilfunk und GPS bestimmt. Aufgezeichnet wird die Route dann automatisch; währenddessen pulsiert ein rotes Record-Symbol in der App. Der eigene Standort bleibt als blauer Punkt die ganze Zeit auf der Karte sichtbar. Abgefahrene Straßen färben sich grün; die noch nicht abgefahrenen bleiben rot. Auch offline funktioniert das Tracking: Sobald Mitarbeitende wieder im Empfangsgebiet sind, werden hellgrüne Linien dunkelgrün. Per Touch, Spracheingabe oder Foto lassen sich in der App auch Missstände auf der Strecke festhalten. Der betroffene Straßenabschnitt wird in der Karte markiert. #bild2Das Problem kann im System direkt an zuständige Mitarbeitende oder externe Firmen weitergeleitet werden. Sollte es auf der Straße tatsächlich einmal zu Sach- oder Personenschäden kommen, kann jederzeit die Streckendokumentation weitergeleitet werden. „Dadurch ist das Haftungsrisiko drastisch reduziert“, sagt Bauhofleiter Keil. Kalender und detaillierte Auswertung Aufträge legen die Verantwort­lichen in einem Kalender an. Dieser wird am PC und auf den mobilen Endgeräten der Mitarbeitenden eingeblendet. Vorhandene Aufträge können bei Bedarf umverteilt werden, Tournummer, Kfz-Kennzeichen und Notizen lassen sich ergänzen. Auch die Streckenzuweisung an die einzelnen Mitarbeitenden erfolgt über den Kalender. Eine Stecknadel zeigt ihnen in der Karte die Route an. Die Farbe der Stecknadel signalisiert, ob geräumt oder gestreut werden soll. Mitarbeitende erhalten ihre Aufträge automatisch gegen Mitternacht und können diese nacheinander abarbeiten. Das verwendete Material wie Sole, Salz oder Splitt kann bei Bedarf erfasst werden. Für das abgefahrene Gebiet geben die Mitarbeitenden am Ende eine Unterschrift ab. Die fahrerbezogene Auswertung zeigt farblich in einer Karte, wo der Winterdienst an diesem Tag bereits stattgefunden hat und wo er noch aussteht. „Falls Mitarbeitende eine Strecke nicht innerhalb der erforderlichen Zeit abgefahren haben, werde ich per E-Mail benachrichtigt“, erklärt Bauhofleiter Keil. Streckenprotokolle lassen sich noch Monate später nach Straße, Mitarbeitenden und Datum filtern, in Tabellenform anzeigen und als PDF oder Excel ausgeben. Genaue Zeitstempel werden aus Datenschutzgründen ausgeblendet und können erst nach Freigabe des App-Anbieters eingesehen werden. Dank detaillierter Auswertung kann Wackersdorf nun feststellen, wie viele Tonnen Splitt und Salz jeden Tag verbraucht wurden. Unkomplizierter Start Digitalisierung bedeutet Wandel und somit Unsicherheiten. Um diesen begegnen zu können, mussten vor allem auf Mitarbeiterebene neue Schritte gewagt werden. Gerade der Datenschutz war ein wichtiges Thema. Ein Dokument machte deshalb für den Wackersdorfer Personalrat ersichtlich, welche Daten der Mitarbeitenden erfasst werden. „Vor allem die Tatsache, dass die App die Aufzeichnung automatisch stoppt, wenn Mitarbeitende die Straße verlassen, hat uns überzeugt“, erzählt ein leitender Mitarbeiter, und weiter: „Letztendlich geht es bei der Erfassung der zurückgelegten Strecke auch um die Sicherheit der Mitarbeitenden.“ Der Start der Lösung indes ist unkompliziert. Benötigt wird ein aktuelles Straßennetz vom örtlichen Vermessungsamt und die Lizenz bei EineStadt. Mitarbeitende brauchen ein Tablet oder Smartphone mit Android- oder iOS-Betriebssystem sowie eine Halterung für die Frontscheibe. „Die App von EineStadt reduziert Bürokratie und erleichtert Kommunikation und Workflows erheblich“, lautet das Fazit des Ersten Bürgermeisters Thomas Falter.

EineStadt-Mitgründer Michael Lodes und Stefanie Fiedler, zuständig für PR und Marketing, haben den Beitrag in Kooperation mit der Gemeinde Wackersdorf erstellt.




Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Fachverfahren

Unternehmensgründung: Loslegen statt Formulare ausfüllen

[08.06.2026] Aachen und Düsseldorf testen ab Juli den digitalen Kombiantrag im Bund-Länder-Projekt Schneller Gründen. Er soll Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung verbinden, doppelte Dateneingaben vermeiden und Bearbeitungszeiten verkürzen. mehr...

bericht

Personalabrechnung: Belastbare Strukturen

[29.05.2026] Steigende Komplexität und Fachkräftemangel setzen die Personalabrechnung in der öffentlichen Verwaltung zunehmend unter Druck. Die Auslagerung wird daher zu einem strategischen Instrument, um Risiken zu reduzieren und weiterhin handlungsfähig zu bleiben. mehr...

Dom Luftaufnahme Fulda Domplatz Innenstadt

Fulda: Pilotstandort für schnelleres Gründen

[28.05.2026] Fulda übernimmt eine Vorreiterrolle bei der Modernisierung von Gründungsverfahren. Als eine von neun Pilotkommunen wurde die Stadt mit ihrer Nachbargemeinde Petersberg vom Bund für das Projekt „Schneller Gründen“ ausgewählt. mehr...

eine Frau schiebt eine Restabfalltonne auf die Straße

Kreis Oldenburg: SAP zentralisiert Abfallwirtschaft

[08.05.2026] Pünktlich zum Jahresbeginn hat der Kreis Oldenburg gemeinsam mit dem IT-Dienstleister KDO ein technisches Großprojekt auf Basis seines bestehenden SAP-Systems erfolgreich zum Abschluss gebracht: Die Zentralisierung der Abfallwirtschaft. mehr...

Auf einem Smartphone ist eine digitale G´Hundemarke zu sehen, im Hintergrund ist verschwommen ein Hundesgesicht erkennbar
bericht

Essen: Hundesteuermarke auf dem Smartphone

[06.05.2026] Wer einen Hund hält, muss diesen anmelden und erhält dafür eine Hundesteuermarke. Für die rund 30.000 Hunde in Essen steht diese seit Beginn dieses Jahres nicht mehr als Metallmarke, sondern in digitaler Form zur Verfügung. mehr...

Räumfahrzeug auf einer verschneiten Straße in einer Stadt

Winterdienst: Digital auf den nächsten Schnee vorbereiten

[05.05.2026] Bei frühsommerlichen Temperaturen bereiten sich viele Kommunen bereits auf den nächsten Winterdienst vor. Angesichts zunehmend dynamischer Wetterlagen und hoher Anforderungen an Reaktionsgeschwindigkeit und Koordination gewinnen digitale Lösungen zur Alarmierung und Einsatzsteuerung an Bedeutung. mehr...

Kita
bericht

Kita-Lösungen: Ganztagsbetreuung verwalten

[29.04.2026] Mit dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem kommenden Schuljahr stehen Kommunen vor der Aufgabe, mehr Angebote zu schaffen und deren Vergabe effizient zu organisieren. Digitale Lösungen können helfen, Nachfrage und Kapazitäten besser zu steuern. mehr...

Straßenfest mit Essensbuden

EDV Ermtraud: Gaststätte online anmelden

[15.04.2026] Das Land Baden-Württemberg hat den Anzeigeweg im Gaststättengewerbe vereinfacht. Das Unternehmen EDV Ermtraud hat jetzt einen Online-Dienst vorgestellt, über den Bürgerinnen und Bürger ihre Anzeige künftig digital einreichen können. mehr...

Mainz: Umstellung auf den digitalen Bauantrag

[14.04.2026] Die Stadt Mainz treibt die Digitalisierung ihrer Verwaltungsleistungen voran: Künftig wird auch das zentrale Fachverfahren Bauantrag digital unterstützt. Die Umstellung auf das neue Verfahren erfolgt schrittweise. 
 mehr...

Hund Vicky

nextgov iT: Digitale Hundeverwaltung

[09.04.2026] Gemeinsam mit kommunalen Fachämtern hat der Anbieter nextgov iT einen Dienst für die digitale Hundeverwaltung entwickelt. Der medienbruchfreie Prozess soll den Bürgerservice erhöhen und die Kommunen entlasten. mehr...

Park im Frühling, Bäume, ein Weg und Bänke

RIWA: Lösungen für die digitale Baumpflege

[08.04.2026] Mit seinem Produktportfolio für ein modernes, digitales Baum- und Grünflächenmanagement gibt GIS-Anbieter RIWA Kommunen ein praxisnahes Werkzeug an die Hand, um ihr Baummanagement effizient zu gestalten. mehr...

Eine Person tippt auf einer Computertastatur.

Erkrath: KRZN migriert VOIS-Plattform

[02.04.2026] Das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) hat erstmals eine bereits produktiv genutzte VOIS-Plattform in sein Betriebsumfeld migriert. Es handelt sich um die VOIS-Fachverfahren der Stadt Erkrath für das Einwohnerwesen, das Gewerbewesen sowie die Gebührenkasse. mehr...

Eine lächelnde Frau hält ein Tablet in der Hand, im Hintergrund ist ein Großraumbüro zu sehen.

AKDB: Digitale Einbürgerung wird flexibler

[31.03.2026] Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern hat den Online-Dienst Digitale Einbürgerung um eine Zwischenspeicherungsfunkion erweitert. Laufende Anträge können nun für bis zu 30 Tage gesichert und zu einem späteren Zeitpunkt beispielsweise über ein anderes Endgerät weiterbearbeitet werden. mehr...

Frau mit laptop auf dem Sofa - Start Kita-Portal cloppenbrügge

Coppenbrügge: Kitaportal gestartet

[26.03.2026] Über ein digitales Kitaportal verfügt jetzt der Flecken Coppenbrügge. Die Kommune im Kreis Hameln-Pyrmont setzt dabei auf Software vom E-Government-Spezialisten NOLIS. mehr...

Mehrere Personen stehen um einen Tisch mit einem Startknopf versammelt.

Kreis Kassel: Medienbruchfrei zur Baugenehmigung

[17.03.2026] Seit März nimmt der Kreis Kassel Bauanträge nur noch online entgegen. Somit läuft das gesamte Baugenehmigungsverfahren vollständig digital ab, was die Abläufe für alle Beteiligten vereinfachen und beschleunigen soll. mehr...