Dienstag, 27. Oktober 2026

WackersdorfDigitaler Winterdienst

[13.12.2022] Ein cloudbasiertes System unterstützt die Gemeinde Wackersdorf bei der Organisation und den Abläufen des Winterdiensts. Routen werden per App automatisch aufgezeichnet, Aufträge können einfach angelegt und bei Bedarf umverteilt werden.
Wackersdorf: Bauhofleiter Volker Keil bedient die Winterdienst-App.

Wackersdorf: Bauhofleiter Volker Keil bedient die Winterdienst-App.

(Bildquelle: Gemeinde Wackersdorf)

Wettermodelle berechnen für die Saison 2022/2023 einen kälteren Winter als im zurückliegenden Jahr. Das bedeutet in vielen Teilen Deutschlands Eis, Schnee und glatte Straßen. Bauhof, Stadtverwaltung und Winterdienstanbieter müssen in der kalten Jahreszeit die Verkehrssicherungspflicht gewährleisten. In der bayerischen Gemeinde Wackersdorf bedeutet das konkret: Drei Unimogs räumen mit Schneepflug die größeren Straßen in den Ortsteilen. Für die Räumarbeiten in kleineren Straßen und Gassen werden kommunale Kleinfahrzeuge eingesetzt. Bushaltestellen, Gehwege und Friedhöfe werden wiederum per Hand geräumt und gestreut. Bislang hatte die Gemeinde im Winter allerdings nicht nur mit Schnee und Eis, sondern auch mit der zeitaufwendigen, papierbasierten Dokumentation des Winterdiensts zu kämpfen. Auch die Organisation der Fahrten war jeden Tag aufs Neue eine Herausforderung. Da nicht in Echtzeit verfolgt werden konnte, wer sich wo befand, war es schwierig, schnell festzustellen, ob wirklich jede Straße abgefahren wurde. Thomas Falter, Erster Bürgermeister der Gemeinde, und der Bauhof waren sich deshalb einig: Es braucht eine effiziente, digitale Lösung. Aufzeichnung ohne Zutun Die Entscheidung fiel schnell auf den Anbieter EineStadt. Denn dessen Anwendung nutzt der Bauhof bereits routiniert für die Kontrollen und Wartung von Spielplätzen, Hundestationen, Sitzgelegenheiten, Straßenschäden, Grünflächen und Gebäudeinventar. Nach Erwerb der entsprechenden Lizenz konnte das cloudbasierte System von den EineStadt-Mitarbeitenden eingerichtet werden. Der Bauhof erhielt anschließend eine kurze, anschauliche Schulung. Im Anschluss wurde eine erfolgreiche Testfahrt durchgeführt. „Die Aufzeichnung meiner Route funktioniert einwandfrei“, freute sich Bauhofleiter Volker Keil während dieser ersten Fahrt. Bevor die Aufzeichnung starten kann, müssen die Mitarbeitenden die digitale Karte in der EineStadt-App öffnen und der Auswertung ihrer Standortdaten zustimmen. Diese werden mittels Mobilfunk und GPS bestimmt. Aufgezeichnet wird die Route dann automatisch; währenddessen pulsiert ein rotes Record-Symbol in der App. Der eigene Standort bleibt als blauer Punkt die ganze Zeit auf der Karte sichtbar. Abgefahrene Straßen färben sich grün; die noch nicht abgefahrenen bleiben rot. Auch offline funktioniert das Tracking: Sobald Mitarbeitende wieder im Empfangsgebiet sind, werden hellgrüne Linien dunkelgrün. Per Touch, Spracheingabe oder Foto lassen sich in der App auch Missstände auf der Strecke festhalten. Der betroffene Straßenabschnitt wird in der Karte markiert. #bild2Das Problem kann im System direkt an zuständige Mitarbeitende oder externe Firmen weitergeleitet werden. Sollte es auf der Straße tatsächlich einmal zu Sach- oder Personenschäden kommen, kann jederzeit die Streckendokumentation weitergeleitet werden. „Dadurch ist das Haftungsrisiko drastisch reduziert“, sagt Bauhofleiter Keil. Kalender und detaillierte Auswertung Aufträge legen die Verantwort­lichen in einem Kalender an. Dieser wird am PC und auf den mobilen Endgeräten der Mitarbeitenden eingeblendet. Vorhandene Aufträge können bei Bedarf umverteilt werden, Tournummer, Kfz-Kennzeichen und Notizen lassen sich ergänzen. Auch die Streckenzuweisung an die einzelnen Mitarbeitenden erfolgt über den Kalender. Eine Stecknadel zeigt ihnen in der Karte die Route an. Die Farbe der Stecknadel signalisiert, ob geräumt oder gestreut werden soll. Mitarbeitende erhalten ihre Aufträge automatisch gegen Mitternacht und können diese nacheinander abarbeiten. Das verwendete Material wie Sole, Salz oder Splitt kann bei Bedarf erfasst werden. Für das abgefahrene Gebiet geben die Mitarbeitenden am Ende eine Unterschrift ab. Die fahrerbezogene Auswertung zeigt farblich in einer Karte, wo der Winterdienst an diesem Tag bereits stattgefunden hat und wo er noch aussteht. „Falls Mitarbeitende eine Strecke nicht innerhalb der erforderlichen Zeit abgefahren haben, werde ich per E-Mail benachrichtigt“, erklärt Bauhofleiter Keil. Streckenprotokolle lassen sich noch Monate später nach Straße, Mitarbeitenden und Datum filtern, in Tabellenform anzeigen und als PDF oder Excel ausgeben. Genaue Zeitstempel werden aus Datenschutzgründen ausgeblendet und können erst nach Freigabe des App-Anbieters eingesehen werden. Dank detaillierter Auswertung kann Wackersdorf nun feststellen, wie viele Tonnen Splitt und Salz jeden Tag verbraucht wurden. Unkomplizierter Start Digitalisierung bedeutet Wandel und somit Unsicherheiten. Um diesen begegnen zu können, mussten vor allem auf Mitarbeiterebene neue Schritte gewagt werden. Gerade der Datenschutz war ein wichtiges Thema. Ein Dokument machte deshalb für den Wackersdorfer Personalrat ersichtlich, welche Daten der Mitarbeitenden erfasst werden. „Vor allem die Tatsache, dass die App die Aufzeichnung automatisch stoppt, wenn Mitarbeitende die Straße verlassen, hat uns überzeugt“, erzählt ein leitender Mitarbeiter, und weiter: „Letztendlich geht es bei der Erfassung der zurückgelegten Strecke auch um die Sicherheit der Mitarbeitenden.“ Der Start der Lösung indes ist unkompliziert. Benötigt wird ein aktuelles Straßennetz vom örtlichen Vermessungsamt und die Lizenz bei EineStadt. Mitarbeitende brauchen ein Tablet oder Smartphone mit Android- oder iOS-Betriebssystem sowie eine Halterung für die Frontscheibe. „Die App von EineStadt reduziert Bürokratie und erleichtert Kommunikation und Workflows erheblich“, lautet das Fazit des Ersten Bürgermeisters Thomas Falter.

EineStadt-Mitgründer Michael Lodes und Stefanie Fiedler, zuständig für PR und Marketing, haben den Beitrag in Kooperation mit der Gemeinde Wackersdorf erstellt.




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