Montag, 18. Mai 2026

ThüringenWenn der Computer Gesetze liest

[10.01.2023] Die Fortführung der beiden KI-basierten Projekte Canarėno und simpLEX an der Friedrich-Schiller-Universität Jena werden vom Freistaat Thüringen mit 4,3 Millionen Euro unterstützt.

Der Freistaat Thüringen hat für die Fortführung zweier Forschungsprojekte der Friedrich-Schiller-Universität Jena Fördermittel aus dem Konjunkturpaket des Bundes in Höhe von 4,3 Millionen Euro freigegeben. Ziel ist nach Angaben des Thüringer Finanzministeriums die Entwicklung KI-basierter Lösungen, mit denen digitale Verwaltungsprozesse künftig schneller und einfacher an Gesetzesänderungen angepasst werden können. „Mit den Projekten Canarėno und simpLEX werden wichtige Grundsteine für die Verwaltungsdigitalisierung gelegt“, erklärt Hartmut Schubert, Finanzstaatssekretär und CIO der Thüringer Landesregierung. „Mittels KI-gestützter Prozesse kann zukünftig einer verbesserten Prozessoptimierung sowie einer nutzerfreundlichen digitalen Verwaltung Rechnung getragen werden. Erste Ergebnisse konnten bereits veröffentlicht werden. 

Das Vorhaben „Canarėno: Computerunterstützte Analyse elektronisch verfügbarer Rechtsnormen“ hat laut dem Thüringer Finanzministerium zum Ziel, das Erstellen von Online-Formularen zu erleichtern. Dazu sollen Methoden entwickelt werden, durch die mithilfe künstlicher Intelligenz aus elektronisch verfügbaren Rechtsnormen, also entsprechenden Gesetzestexten, die erforderlichen Angaben automatisch ausgelesen werden können. Die Verwaltung könnte neue Leistungen somit schneller digital zur Verfügung stellen und bestehende Formulare einfacher und schneller an geänderte Rechtsnormen anpassen, was den Zeit- und Kostenaufwand des manuellen Aktualisierens der digitalen Verwaltungsprozesse spürbar verringere.
Im Rahmen des Projekts „simpLEX: Vereinfachung der Erstellung und Verarbeitung elektronischer Dokumente durch Zuhilfenahme maschinenlesbarer Normentexte und Dokumentenbausteine“ wollen die Projektpartner eine Referenzarchitektur für eine Verwaltungssoftware entwickeln, die beispielgebend für eine breite Anwendung im Bereich der digitalen Administration sein kann. Dabei wollen sie auf so genannte Low-Code- oder No-Code-Plattformen zurückgreifen – also Software, die mittels visueller Diagramme in einer Art Baukastensystem programmiert wird.
Angesiedelt sind die beiden Vorhaben im Kompetenzzentrum Digitale Forschung (zedif) und der Heinz-Nixdorf-Professur für verteilte Informationssysteme der Universität Jena. Projektpartner sind die Stadtverwaltung Jena, das DLR Institut für Datenwissenschaften, die Universität Bielefeld und das Stein-Hardenberg Institut.






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