Mittwoch, 28. Oktober 2026

URBAN.KIRückblick auf die Jahrestagung 2025

[09.12.2025] Die URBAN.KI-Jahrestagung 2025 gab Einblicke in den kommunalen KI-Einsatz und zeigte, wie Künstliche Intelligenz Kommunen zukunftsfähig machen kann. Verschiedene konkrete Anwendungen wurden vorgestellt und es wurde gezeigt, welche Schritte notwendig sind, um KI von der Forschung in die Praxis zu überführen.
Blick über die Rückn und Schultern des Publikums auf eine Konferenzbühne.

Aufmerksame Zuhörerschaft während der URBAN.KI-Jahrestagung in Gelsenkirchen.

(Bildquelle: URBAN.KI / Tomke Coordes)

Die Initiative URBAN.KI versteht sich als bundesweite Plattform, die Kommunen in Deutschland unterstützen will, Künstliche Intelligenz praxisnah, verantwortungsvoll und wirkungsvoll zu entwickeln und einzusetzen. Als Projekt der Stadt Gelsenkirchen, koordiniert durch die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen und in Zusammenarbeit mit Partnern wie den Fraunhofer-Instituten IAIS und FOKUS sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI), entwickelt URBAN.KI konkrete Prototypen und stellt die Ergebnisse auf Open-Source-Basis zur freien Nachnutzung bereit. Zur Jahrestagung unter dem Titel „What’s next, URBAN.KI? – Innovationsfelder und Praxislösungen für Kommunen“ trafen sich Ende November 2025 an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Kommunen, Politik und Wissenschaft. Neben der Diskussion aktueller Entwicklungen der KI für Kommunen wurden auch neun Prototypen vorgestellt.

Erfolgreiche Anwendungen brauchen mehr als Technik

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. „KI in Kommunen ist entscheidend für die Zukunftsfähigkeit der Städte und Gemeinden. Dieses Projekt bringt aus Gelsenkirchen Innovation für Kommunen in die Fläche“, so die Ministerin. Fachlich bot die Jahrestagung viel Tiefe: So sprach Jens Libbe, Bereichsleiter und kommissarischer Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu), in einer Keynote über Handlungsfelder, Chancen und Herausforderungen für den Einsatz von KI in der Stadtentwicklung. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Anwendungen nicht nur technisches Know-how, sondern auch organisatorische Strukturen, verlässliche Daten und die Akzeptanz bei Mitarbeitenden erfordern.

Veränderung voranbringen – Beschäftigte mitnehmen

Ein hochkarätiges Panel bot einen Überblick über den Status quo der Digitalisierung in deutschen Kommunen. Renate Mitterhuber vom Fördergeber, dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), stellte klar, dass „der Wissenstransfer und die kommunalen Kooperationen im Förderprogramm bedeutend sind“, während Andree Pruin, Referent für Digitalisierung beim Deutschen Landkreistag, aktuelle Zahlen präsentierte: Nur etwa 30 Prozent der Kommunen experimentieren demnach mit KI, lediglich zehn Prozent nutzen sie aktiv. Der Gelsenkirchener CIO Manfred vom Sondern hob hervor, „Veränderungsbereitschaft und Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und IT bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Implementierung“. Das Thema der Veränderungsbereitschaft und notwendigen Akzeptanz bei Mitarbeitenden griff auch Julia Frohne, Professorin an der Westfälischen Hochschule und Mitglied im Leitungsgremium von URBAN.KI, in ihrem Vortrag auf. Sie zeigte Wege, wie man Beschäftigte in der Verwaltung auf dem Weg mitnehmen und Vorbehalte reduzieren kann.

Prototypen zeigen Chancen und Bedarfe

Im zweiten Teil der Veranstaltung standen die von URBAN.KI entwickelten Prototypen im Fokus. Die Projekte umfassen Stadt- und Mobilitätsplanung, Umweltplanung und Gebäude sowie Bevölkerungsschutz und Verwaltungsprozesse. Nach der kompakten Projektvorstellung konnten die Teilnehmenden in Deep-Dive-Workshops die Inhalte der Use Cases gemeinsam mit den jeweils Projektverantwortlichen von der Westfälischen Hochschule, Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS, dem DFKI sowie von dem Unternehmen PROSOZ Herten vertiefen. Die Workshops boten Raum für intensive Diskussionen über Chancen, Grenzen und Anpassungen, die für die breite Anwendung in verschiedenen Kommunen nötig sind, zeigten aber auch neue Bedarfe seitens der Kommunen.

Interkommunaler Austausch ist entscheidend

Den Abschluss der Jahrestagung bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Von der Prototypenentwicklung in die Anwendung – Was können Kommunen jetzt tun?“ Unter dem Leitgedanken „Fit for KI“ diskutierten Kerstin Pliquett, Geschäftsführerin beim Dachverband der kommunalen IT-Dienstleister (KDN) und Beiratsmitglied von URBAN.KI, Thorsten Rode, Sachgebietsleiter IT-Service Nettetal, und Nils Gerken, CDO und Stadtdienstleitung Solingen, sowie Professorin Karin Küffmann und Professor Christian Kuhlmann aus dem Leitungsgremium URBAN.KI an der Westfälischen Hochschule konkrete Handlungsempfehlungen. Dabei wurde deutlich, dass Zusammenarbeit und interkommunaler Austausch entscheidend sind, um KI-Anwendungen umzusetzen und durch gemeinsame Standards sowie den konsequenten Einsatz von Open-Source-Lösungen eine nachhaltige, interoperable und transparente Grundlage für alle Beteiligten zu schaffen. Die Jahrestagung 2025 gab einen umfassenden Einblick in das Thema KI in Kommunen, und zeigte: URBAN.KI kann mit den umfassenden Ergebnissen als Blaupause für die digitale Transformation von Städten und Landkreisen dienen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Künstliche Intelligenz
Blick über die Müritz auf die St.-Marien-Kirche in der Stadt Röbel, Deutschland

Mecklenburgische Seenplatte: KI unterstützt beim Bauantrag

[22.10.2026] Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte setzt bei der digitalen Baugenehmigung auf Künstliche Intelligenz. Ein neuer KI-Assistent soll Antragstellende durch das Verfahren führen, Fragen beantworten und die Vollständigkeit der Anträge verbessern. mehr...

Symbolfoto: KI-Assistent Metti in Gestalt eines jungen Mammuts mit einem handy in der Hand vor einer Stadtansicht von Mettmann

Mettmann: Metti gibt Auskunft

[21.10.2026] Die Stadt Mettmann setzt auf einen KI-basierten Bürgerassistenten, der rund um die Uhr Fragen beantwortet und Informationen in mehr als zehn Sprachen bereitstellt. Die Einführung verlief nach Angaben der Stadt unkompliziert und mit geringem technischem Aufwand. mehr...

Karsten Wildberger auf einer Bühne, im Hintergrund großer Monitor mit Aufschrift "Agentic AI Hub"

BMDS: Neue Runde für KI-Agenten

[21.10.2026] Agentische KI kann Verwaltungen bei internen Abläufen, der Antragsbearbeitung und im Bürgerservice entlasten. Im Agentic AI Hub des BMDS erproben Kommunen und Start-ups entsprechende Anwendungen. Das Vorhaben geht nach einem vielversprechenden Start nun in die zweite Runde. mehr...

interview

Interview: Viel mehr als ein Chatbot

[20.10.2026] Künstliche Intelligenz kann nicht nur Bürgeranfragen automatisiert beantworten. Welche Potenziale KI-Agenten für Kommunen und Stadtwerke bieten, erläutert Carolin Edler-Mende, Geschäftsführerin von Aristech, im Interview mit Kommune21 auf der Smart Country Convention 2026. mehr...

Blick auf Schreibtisch: Laptop, Hände, gefüllte Kaffeetasse

Rheingau-Taunus-Kreis: Eigene KI für den Verwaltungsalltag

[19.10.2026] Texte entwerfen und zusammenfassen, Informationen schneller recherchieren oder Besprechungen automatisch dokumentieren: KI kann Beschäftigte in Verwaltungen bei vielen Aufgaben unterstützen. Der Rheingau-Taunus-Kreis will dafür ein eigenes KI-Sprachmodell aufbauen – Nachnutzung inklusive. mehr...

auf einem kleinen Fußballfeld an einem öffentlichen Platz spielen Kinder

Wiesbaden: Stadtentwicklung mit KI erleben

[14.10.2026] Wie könnten öffentliche Räume künftig gestaltet werden? Mit dem neuen KI-Tool „Stadtvisionen Wiesbaden“ können Bürgerinnen und Bürger unterschiedliche Zukunftsszenarien für reale Orte in der Stadt entwerfen. Die Anwendung soll zum Nachdenken über Stadtgestaltung anregen. mehr...

Ein laptop steht aufgeklappt auf einem Schreibtisch, auf dem Monitor ist die Anwendung KAI zu sehen

AKDB: Weitere Kommunen können KAI nutzen

[13.10.2026] Nach einer dreimonatigen Pilotphase mit knapp 30 Kommunen stellt die AKDB ihren KI-Assistenten KAI nun weiteren Verwaltungen zur Verfügung. Die Anwendung soll Beschäftigte bei der Recherche, Texterstellung und Nutzung von Verwaltungswissen unterstützen. mehr...

Advertorial: KI im Posteingang der Verwaltung: was sie abnimmt und wo die Grenze liegt

[12.10.2026] Wenn KI Anträge, Rechnungen und Anfragen vorsortiert, bleibt in der Verwaltung mehr Zeit für die eigentliche Fallarbeit. Wie weit die Automatisierung des Posteingangs gehen kann – und warum die letzte Entscheidung beim Menschen bleiben sollte. mehr...

Eher dunkler, blau-violett-beleuchteter Saal mit vielen Menschen, im Hintergrund eine Bühne.

Bitkom: Ja zur Behörden-KI

[08.10.2026] Eine Umfrage des Digitalverbands Bitkom zeigt wachsende Zustimmung zu KI bei Behördenanträgen. Meist soll ein Mensch an der Entscheidung beteiligt sein. Gefragt sind auch Behörden, die von sich aus aktiv werden, und mehr Tempo bei der kommunalen Digitalisierung. mehr...

Arnsberg: Bürger können Arni fragen

[07.10.2026] Bürger der Stadt Arnsberg müssen nun nicht mehr auf Öffnungszeiten achten, wenn sie eine Frage an die Stadtverwaltung haben, sondern können sich damit ab sofort an den KI-gestützten Chatbot Arni wenden. mehr...

Frau am Schreibtisch mit Overlay aus Ordnericons und Dokumentenicons

deAI Labs: Marktstart für KI-Plattform daeo

[07.10.2026] Mit daeo bringt das deutsche KI-Start-up deAI Labs eine Plattform für Mittelstand und Verwaltung auf den Markt. Sie soll verstreute Daten für unterschiedliche KI-Anwendungen aufbereiten. Der kommunale Software-Anbieter komuna nutzt sie bereits in seinem Support. mehr...

Stilisierte Darstellung eines Chatbots mit Headset, verschwommen im Hintergrund ist eine Frau zu sehen, die den Bot antippt.

European Public Sector Award: BärGPT auf Platz zwei

[06.10.2026] Der Berliner KI-Assistent BärGPT wurde beim European Public Sector Award für nutzerzentrierte Dienste auf regionaler und lokaler Ebene prämiert. Die Anwendung von Senatskanzlei und CityLAB Berlin hilft bei Recherche, Texterstellung und Dokumentenbearbeitung. mehr...

Besucher am „Tag der offenen Baustelle“ auf dem Gelände des entstehenden IPAI CAMPUS im Heilbronner Norden

Komm.ONE: Beitritt zum KI-Netzwerk IPAI

[06.10.2026] Komm.ONE ist jetzt Mitglied des Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) in Heilbronn. Der kommunale IT-Dienstleister will dort seine Expertise in der Verwaltungsdigitalisierung einbringen und Kommunen stärker mit Fachleuten für Künstliche Intelligenz vernetzen. mehr...

Ein Straßenschild mit dem Zusatz "Hochwasser" steht vor einer Wasserfläche im Abendlicht.

Leverkusen: KI und Radar erkennen Hochwasserlagen

[30.09.2026] Die Stadt Leverkusen beteiligt sich über die Kooperation ÜVAW am Aufbau von KIRa-Berg, einem KI- und radargestützten Frühwarnsystem im Bergischen Land, das Überflutungsgefahren früher erkennt. Die Stadt könnte im Ernstfall schneller handeln und die Bevölkerung besser warnen. mehr...

Personengruppe zum Gruppenbild aufgestellt hinter den Buchstaben "bcsd"

bcsd: KI hilft beim Stadtmarketing

[30.09.2026] Auch im Stadtmarketing gehören KI-Anwendungen vielerorts bereits zum Arbeitsalltag. Eine Untersuchung der bcsd und der imakomm Akademie zeigt: Die praktische Nutzung wächst schneller, als die nötigen Strategien, Kompetenzen und Regeln entstehen. mehr...