GovTech KommunalKommunen digital handlungsfähig machen

GovTech Kommunal ist ein Puzzlestück, das den 13 Gründungskommunen in den Bereichen Vernetzung, Wissensmanagement oder bei konkreten Lösungen bislang gefehlt hat.
(Bildquelle: grechka/123rf.com)
GovTech Deutschland, die gemeinsame Initiative der Bundesregierung, Bundesländer und der Tech-Community, hat jetzt offiziell GovTech Kommunal auf den Weg gebracht, ein Angebot, das Kommunen unmittelbar beim Einsatz moderner Technologien unterstützen soll. Wie GovTech Deutschland mitteilt, werde mit GovTech Kommunal erstmals eine bundesweite Einheit geschaffen, welche die kommunale Digitalisierung systematisch bündelt und und konsequent an den Bedarfen der Städte, Gemeinden und Landkreise ausrichtet.
Als eigenständiger Verein in kommunaler Trägerschaft arbeite GovTech Kommunal eng verzahnt mit GovTech Deutschland. Die Steuerung des Vereins liege bewusst in den Händen der Kommunen, sodass diese die inhaltliche Ausrichtung maßgeblich prägen. Die operative Verantwortung übernehme Marian Schreier, der die Geschäftsführung von GovTech Kommunal innehat. Die Mitgliedschaft bei GovTech Kommunal stehe allen Städten, Gemeinden und Landkreisen offen. Ein gestaffeltes Beitragsmodell soll eine faire Beteiligung ermöglichen.
Mit GovTech Kommunal sollen die Städte, Gemeinden und Landkreise unabhängig von ihrer Größe, ihren Ressourcen oder ihrem Digitalisierungsstand einen Partner erhalten, der technologische Expertise, kommunale Perspektiven und operative Umsetzungskraft zusammenführt. Sie sollen mit dieser Unterstützung digitale Kompetenzen gezielt aufbauen können, schneller Zugang zu einsatzfähigen Technologien erhalten und moderne Softwarelösungen einfacher in den Einsatz bekommen.
Drei zentrale Angebotsbereiche
GovTech Kommunal bündelt drei zentrale Angebotsbereiche, erklärt die Bundes- und Landesinitiative des Weiteren: ein anwendungsorientiertes Lernprogramm, die Umsetzung kommunaler Technologielösungen und den Zugang zu einer gemeinsamen digitalen Plattform, die Softwarelösungen direkt verfügbar macht.
Das speziell auf die Bedarfe der Verwaltung zugeschnittene Lernangebot vermittle Zukunftstechnologien wie KI, Cloud und Cybersecurity verständlich und praxisnah. Die Begleitung bei Technologielösungen ermögliche Kommunen eine schnelle, rechtssichere und praxisnahe Umsetzung moderner Lösungen und Produkte. Gemeinsam mit Technologiepartnern sollen außerdem digitale Produkte so entwickelt werden, dass sie sofort eingesetzt und anschließend von anderen Kommunen nachgenutzt werden können.
Auch werde GovTech Kommunal als ordentliches Mitglied von GovTech Deutschland Kommunen den Zugang zur Deutschlandplattform eröffnen. Über die Multi-Cloud-Infrastruktur wird Software sicher und skalierbar bereitgestellt. Die Kommunen können digitale Anwendungen somit schnell, rechtssicher und ohne Ausschreibung direkt nutzen. Das Angebot reiche von kommunalen Fachanwendungen bis hin zu KI-Lösungen.
13 Gründungskommunen
Gestartet werde GovTech Kommunal von einem Verbund 13 engagierter Gründungskommunen, die Digitalisierung bewusst gemeinschaftlich angehen wollen, heißt es vonseiten der Initiative. Dazu gehören unter anderen die Städte Heilbronn, Rüsselsheim am Main und Hagenow, der Landkreis Bergstraße sowie die Gemeinden Kernen im Remstal und Wiesenburg/Mark. Mit ihnen werde eine breite Vielfalt kommunaler Realitäten repräsentiert – vom ländlichen Raum über Mittelstädte bis hin zu Landkreisen und Großstädten. Auch prägen sie die inhaltliche Ausrichtung des Vereins. Weitere Gründungsmitglieder sind die Gemeinde Süderholz in Mecklenburg-Vorpommern, die sächsische Stadt Thalheim/Erzgebirge, die Stadt Tengen in Baden-Württemberg, die hessische Kreisstadt Eschwege, die sächsische Stadt Brandis, die saarländische Gemeinde Tholey und das Amt Güstrow Land in Mecklenburg-Vorpommern.
„Kommunen tragen den Großteil der staatlichen Daseinsvorsorge“, kommentiert Ammar Alkassar, Vorstand von GovTech Deutschland die Neugründung. „Damit Digitalisierung dort Wirkung entfalten kann, braucht es effiziente, leichtgewichtige Strukturen, gemeinsame technische Grundlagen und einfache Beschaffungswege. GovTech Kommunal schafft genau diesen Rahmen.“ Benedikt Paulowitsch, Bürgermeister der Gemeinde Kernen im Remstal, sagt: „Nie waren Verwaltungsreformen so notwendig wie heute. Künstliche Intelligenz ist der größte Hebel, um die fällige Transformation voranzutreiben und zugleich tradierte Haltungs- und Kulturmuster von Behörden zu durchbrechen. GovTech Kommunal bringt alles mit, um die wichtigen Veränderungen nicht nur voranzutreiben, sondern aktiv zu gestalten. Ob Vernetzung, Wissensmanagement oder konkrete Lösungen: GovTech Kommunal ist ein Puzzlestück, das uns bislang gefehlt hat.“
Im ersten Quartal 2026 geht es los
Mit der Gründung beginnt laut GovTech Deutschland nun die Umsetzungsphase. Im ersten Quartal 2026 starte die Arbeit mit den Mitgliedskommunen. Geplant seien unter anderem Workshops zur Auswahl der Pilotanwendungen für die Deutschlandplattform. So entstehe schrittweise eine digitale, skalierbare Infrastruktur, welche die Kommunen entlaste und die Modernisierung des öffentlichen Sektors nachhaltig vorantreibe.
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