Dienstag, 28. April 2026

Schleswig-HolsteinKonsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren.
Wehende Flagge des Landes Schleswig-Holstein vor schwach bewölktem Himmel.

Schleswig-Holstein setzt bei der Verwaltungstransformation auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen.

(Bildquelle: rarrarorro/123rf.com)

Schleswig-Holstein ist auf dem Weg der digitalen Transformation mit dem Ziel einer schnellen, serviceorientierten und wirtschaftsfreundlichen Verwaltung weiter vorangekommen. Wie die Staatskanzlei des norddeutschen Bundeslandes mitteilt, sind zentrale, vollständig digitale und medienbruchfreie Verwaltungsleistungen dabei wichtige Bausteine. Fokusleistungen wie iKfz, elektronische Wohnsitzanmeldung, Unterhaltsvorschuss, Anlagengenehmigung und -zulassung sowie Handwerk digital seien in den Kommunen und Landesbehörden flächendeckend online verfügbar, weitere Leistungen wie Wohngeld, Eheschließung oder Baugenehmigung sollen im ersten Halbjahr 2026 folgen.

Zusammenarbeit von Land und IT-Verbund

Ermöglicht werde dies durch die Zusammenarbeit zwischen dem Land und dem IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH), der die kommunale Digitalisierung koordiniert. Wie die Staatskanzlei weiter mitteilt, wurden 2025 ingesamt 71 Behörden in kommunaler Zuständigkeit angebunden, 117 befinden sich in Umsetzung. Zudem wurden bundesweit schleswig-holsteinische Online-Dienste in 843 Behörden bereitgestellt, davon 689 im Bereich Wohngeld.

Seit 2018 seien in Schleswig-Holstein Prozesse und Strukturen aufgebaut worden, die heute einen standardisierten Roll-out von Online-Diensten ermöglichen. Dabei liege der Fokus nicht ausschließlich auf den Einer-für-Alle-Diensten, Eigenentwicklungen würden ebenso ausgerollt. Möglich werde dies durch die zentrale Finanzierung des Landes sowie zentrale Tools wie einen OZG-Shop. Über diese Plattform des ITV.SH für Online- und Basisdienste können sich die Kommunen über das bestehende Angebot informieren und die entsprechenden Nutzungsrechte direkt erwerben.

Gemeinsame Prozesse und Strukturen

„Insbesondere in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein mit seinen zahlreichen Kommunen unterstreichen die Erfolge im Roll-out der bundesweit verabredeten Fokusleistungen, wie wichtig es war und ist, frühzeitig gemeinsame Prozesse und Kommunikationsstrukturen mit dem kommunalen Bereich aufzubauen, um Mehrwerte für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu schaffen. Schleswig-Holstein hat dies getan und übernimmt damit zugleich Verantwortung in der bundesweiten Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes“, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und ergänzt: „Wir können den Menschen in Schleswig-Holstein im Bundesvergleich bereits jetzt eine Vielzahl von digitalen Angeboten machen. Diesen eingeschlagenen Weg werden wir mit dem weiteren Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen konsequent fortsetzen. Mit einer leistungsfähigen E-Government-Infrastruktur und einem klaren rechtlichen Rahmen werden wir vollständig digitale Prozessketten sicherstellen und Verwaltungsleistungen noch schneller bürger- und unternehmensfreundlich anbieten können.“

Schleswig-Holstein habe seine Hausaufgaben gemacht und gemeinsam mit dem ITV.SH den Weg für 2026 beschrieben. Es wäre schön, wenn wir bundesweit wieder zu einem gemeinsamen Vorgehen kämen, sagte Schrödter

„Gemeinsam mit dem Land und den schleswig-holsteinischen Kommunen haben wir in den vergangenen Jahren eine leistungsstarke Basisinfrastruktur aufgebaut und weiterentwickelt, mit der wir verlässliche Lösungen für die digitale Verwaltung bereitstellen. Mit dem konzentrierten Roll-out festgelegter Fokusleistungen sowie der Landesbasisdienste treiben wir so die (Ende-zu-Ende-)Digitalisierung der Verwaltungsleistungen in den Kommunen partnerschaftlich weiter voran“, sagt Matthi Bolte-Richter, Geschäftsführer des ITV.SH.

Dashboard kommt

Ein Online-Diensteportfolio, entstanden im engen Dialog mit den nachnutzenden Kommunen, wird nach Angaben der Staatskanzlei 2026 in bewährter Weise ausgerollt. Dieses werde sowohl EfA-Leistungen wie den Aufenthaltstitel als auch landeseigene Dienste wie die Urkundenanforderung aufweisen, ein Dienst, welcher im Sinne des Once-Only-Prinzips bereits eine Registeranbindung aufweist.

Zudem soll der Fortschritt der Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein stärker sichtbar gemacht werden. Hierzu ist geplant, dass der ITV.SH mit den Kommunen und der Landesregierung im ersten Quartal 2026 ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard online zur Verfügung stellt.





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