Sonntag, 13. September 2026

Schleswig-HolsteinKonsequent digital

[28.01.2026] Von Anlagengenehmigung bis zum Wohngeld: Schleswig-Holstein setzt den Roll-out von Onlinediensten und die Digitalisierung der Verwaltung weiter konsequent um. Ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard soll die Fortschritte künftig visualisieren.
Wehende Flagge des Landes Schleswig-Holstein vor schwach bewölktem Himmel.

Schleswig-Holstein setzt bei der Verwaltungstransformation auf die Zusammenarbeit mit den Kommunen.

(Bildquelle: rarrarorro/123rf.com)

Schleswig-Holstein ist auf dem Weg der digitalen Transformation mit dem Ziel einer schnellen, serviceorientierten und wirtschaftsfreundlichen Verwaltung weiter vorangekommen. Wie die Staatskanzlei des norddeutschen Bundeslandes mitteilt, sind zentrale, vollständig digitale und medienbruchfreie Verwaltungsleistungen dabei wichtige Bausteine. Fokusleistungen wie iKfz, elektronische Wohnsitzanmeldung, Unterhaltsvorschuss, Anlagengenehmigung und -zulassung sowie Handwerk digital seien in den Kommunen und Landesbehörden flächendeckend online verfügbar, weitere Leistungen wie Wohngeld, Eheschließung oder Baugenehmigung sollen im ersten Halbjahr 2026 folgen.

Zusammenarbeit von Land und IT-Verbund

Ermöglicht werde dies durch die Zusammenarbeit zwischen dem Land und dem IT-Verbund Schleswig-Holstein (ITV.SH), der die kommunale Digitalisierung koordiniert. Wie die Staatskanzlei weiter mitteilt, wurden 2025 ingesamt 71 Behörden in kommunaler Zuständigkeit angebunden, 117 befinden sich in Umsetzung. Zudem wurden bundesweit schleswig-holsteinische Online-Dienste in 843 Behörden bereitgestellt, davon 689 im Bereich Wohngeld.

Seit 2018 seien in Schleswig-Holstein Prozesse und Strukturen aufgebaut worden, die heute einen standardisierten Roll-out von Online-Diensten ermöglichen. Dabei liege der Fokus nicht ausschließlich auf den Einer-für-Alle-Diensten, Eigenentwicklungen würden ebenso ausgerollt. Möglich werde dies durch die zentrale Finanzierung des Landes sowie zentrale Tools wie einen OZG-Shop. Über diese Plattform des ITV.SH für Online- und Basisdienste können sich die Kommunen über das bestehende Angebot informieren und die entsprechenden Nutzungsrechte direkt erwerben.

Gemeinsame Prozesse und Strukturen

„Insbesondere in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein mit seinen zahlreichen Kommunen unterstreichen die Erfolge im Roll-out der bundesweit verabredeten Fokusleistungen, wie wichtig es war und ist, frühzeitig gemeinsame Prozesse und Kommunikationsstrukturen mit dem kommunalen Bereich aufzubauen, um Mehrwerte für Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu schaffen. Schleswig-Holstein hat dies getan und übernimmt damit zugleich Verantwortung in der bundesweiten Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes“, sagt Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und ergänzt: „Wir können den Menschen in Schleswig-Holstein im Bundesvergleich bereits jetzt eine Vielzahl von digitalen Angeboten machen. Diesen eingeschlagenen Weg werden wir mit dem weiteren Ausbau digitaler Verwaltungsleistungen konsequent fortsetzen. Mit einer leistungsfähigen E-Government-Infrastruktur und einem klaren rechtlichen Rahmen werden wir vollständig digitale Prozessketten sicherstellen und Verwaltungsleistungen noch schneller bürger- und unternehmensfreundlich anbieten können.“

Schleswig-Holstein habe seine Hausaufgaben gemacht und gemeinsam mit dem ITV.SH den Weg für 2026 beschrieben. Es wäre schön, wenn wir bundesweit wieder zu einem gemeinsamen Vorgehen kämen, sagte Schrödter

„Gemeinsam mit dem Land und den schleswig-holsteinischen Kommunen haben wir in den vergangenen Jahren eine leistungsstarke Basisinfrastruktur aufgebaut und weiterentwickelt, mit der wir verlässliche Lösungen für die digitale Verwaltung bereitstellen. Mit dem konzentrierten Roll-out festgelegter Fokusleistungen sowie der Landesbasisdienste treiben wir so die (Ende-zu-Ende-)Digitalisierung der Verwaltungsleistungen in den Kommunen partnerschaftlich weiter voran“, sagt Matthi Bolte-Richter, Geschäftsführer des ITV.SH.

Dashboard kommt

Ein Online-Diensteportfolio, entstanden im engen Dialog mit den nachnutzenden Kommunen, wird nach Angaben der Staatskanzlei 2026 in bewährter Weise ausgerollt. Dieses werde sowohl EfA-Leistungen wie den Aufenthaltstitel als auch landeseigene Dienste wie die Urkundenanforderung aufweisen, ein Dienst, welcher im Sinne des Once-Only-Prinzips bereits eine Registeranbindung aufweist.

Zudem soll der Fortschritt der Verwaltungsdigitalisierung in Schleswig-Holstein stärker sichtbar gemacht werden. Hierzu ist geplant, dass der ITV.SH mit den Kommunen und der Landesregierung im ersten Quartal 2026 ein landeseigenes Digitalisierungs-Dashboard online zur Verfügung stellt.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik
Bundesdigitalminister Karsten Wildberger bei einer Rede im Bundestag

Bund: Eine Milliarde Euro für Verwaltungsdigitalisierung

[10.09.2026] Der Bund will die Verwaltungsdigitalisierung weiter vorantreiben. Im Haushaltsentwurf sind dafür rund eine Milliarde Euro vorgesehen. Bundesdigitalminister Karsten Wildberger kündigte zudem weitere Schritte beim Deutschland-Stack, bei digitalen Verwaltungsleistungen und der Deutschland-App an. mehr...

BU: Visualisierung des Neuen Stadthauses in Bergisch Gladbach.
bericht

Changemanagement: Veränderung steuern

[07.09.2026] Der Erfolg von großen Digitalisierungsprojekten hängt nur zu einem Teil von der Technik ab. Weitaus wichtiger sind eine saubere Strukturierung in steuerbare Einzelprojekte und der Umgang mit den Mitarbeitenden. Das zeigen Erfahrungen aus Bergisch Gladbach. mehr...

Laqptop auf Schreibtisch, am Bildschirm sieht man das Gründerportal

Schneller Gründen: Aus zwei mach eins

[28.08.2026] Unternehmensgründerinnen und -gründer wollen ihre Energie in ihr Geschäft stecken, nicht in bürokratische Formalitäten. Ein neuer Kombiantrag führt Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung zusammen. Er wird zunächst an zehn Pilotstandorten erprobt. mehr...

NExT: Policy Paper fordert digitaltaugliches Haushaltsrecht

[26.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT und das Ministerium für Infrastruktur und Digitales Sachsen-Anhalt fordern ein Haushaltsrecht, das agile Digitalisierungsprojekte besser unterstützt. Ein neues Policy Paper zeigt, wo starre Regeln, Prüfverfahren und Papierpflichten die digitale Verwaltung bremsen und welche Reformen Abhilfe schaffen sollen. mehr...

Konsultation: Offene Daten stärken

[24.08.2026] Das Bundesdigitalministerium sammelt noch bis zum 15. September in einer Online-Konsultation Vorschläge für einen neuen Fahrplan für Open Data. Die Ergebnisse sollen in den strategischen Rahmen einfließen, den die Bundesregierung Anfang 2027 beschließen will. mehr...

Rathaus der Freien und Hansestadt Bremen, mit Arkaden und drei markanten Stufengiebeln, Deutschlandflagge wehtt, blauer Himmel.

Bremen: Leitplanken für Verwaltungs-KI

[20.08.2026] Der Bremer Senat hat jetzt eine KI-Strategie für die Verwaltung beschlossen. Sie soll den Einsatz der Technologie mit sieben Handlungsschwerpunkten und 39 Projekten verbindlich steuern, um Verfahren zu beschleunigen, Beschäftigte zu entlasten und die Datenhoheit zu sichern. mehr...

Nahaufnahme der Flagge von Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern: Landes- und Kommunalverwaltung rücken zusammen

[29.07.2026] Mecklenburg-Vorpommern tritt dem kommunalen Zweckverband eGo-MV bei. Land und Kommunen wollen damit ihre Zusammenarbeit bei IT-Infrastrukturen, Standards und gemeinsamen Digitalisierungsprojekten verbindlicher organisieren. mehr...

Porträtaufnahme von Kristina Sinemus.

Hessen: Digitale Basis für finanzschwache Kommunen

[22.07.2026] Mit einem neuen Förderprogramm unterstützt Hessen insbesondere finanzschwächere Kommunen bei der Einführung grundlegender Technologien für die Verwaltungsdigitalisierung. Damit soll die digitale Transformation auch in Kommunen mit engen finanziellen Spielräumen vorankommen. mehr...

Zahnräder_Hände
bericht

Digitalisierung: Taskforce eingerichtet

[16.07.2026] Niedersachsen versteht die Digitalisierung als ebenenübergreifende Aufgabe. Mit Rahmenwerk, strategischer Steuerung und operativer Unterstützung, gebündelt mit Standardisierung und konsequenter Kooperation, sind Land und Kommunen auf einem guten Weg. mehr...

bericht

Baden-Württemberg: Komm.ONE fordert neue Dynamik

[06.07.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung in Baden-Württemberg soll deutlich an Tempo gewinnen. Im Mittelpunkt stehen eine engere Zusammenarbeit zwischen Land und Kommunen, verlässliche Finanzierungsmodelle sowie eine stärkere Rolle des kommunalen IT-Dienstleisters bei der Umsetzung zentraler Digitalisierungsprojekte. Auch eine langfristige Annäherung an die Landes-IT BITBW schließen die Verantwortlichen nicht aus. mehr...

Sachsen-Flagge im Wind

Sachsen: Mittel für kommunale Digitalisierung

[06.07.2026] Sachsen plant im Doppelhaushalt 2027/2028 weitere Mittel für die Verwaltungsdigitalisierung ein. Neben dem Sächsischen Verwaltungsnetz und zentralen Landesportalen sollen auch Kommunen bei digitalen Diensten und internen Verfahren unterstützt werden. mehr...

Gruppenfoto am Spreeufer, das Kanzleramt im Hintergrund

Vitako: Der moderne Staat fängt in den Kommunen an

[02.07.2026] Die Staatsmodernisierung entscheidet sich nicht im Konzept, sondern in der kommunalen Umsetzung. Beim Politischen Abend von Vitako diskutierten Bundestagsabgeordnete und Fachleute, wie kommunale IT-Dienstleister, gemeinsame Standards und klare Governance die Verwaltungsdigitalisierung voranbringen können. mehr...

Porträt Landrat Dr. Achim Brötel

Deutscher Landkreistag: Landkreise als Innovationsräume

[25.06.2026] Digitale Modernisierung muss in der kommunalen Praxis ankommen: Der Deutsche Landkreistag dringt im Austausch mit Bundesdigitalminister Karsten Wildberger darauf, Landkreise bei zentralen Vorhaben der Staatsmodernisierung frühzeitig einzubinden. mehr...

Dr. Annika Busse - Hamburg CIO
interview

Hamburg: Gemeinsam mehr erreichen

[24.06.2026] Seit Ende vergangenen Jahres ist Annika Busse neue Hamburg-CIO. Im Interview spricht sie über Mitarbeitermotivation, Ziele für Hamburgerinnen und Hamburger sowie die Verwaltung und darüber, woran sie am Ende ihrer Amtszeit gemessen werden möchte. mehr...

von rechts: Mehring, Sinemus, Wildberger, daneben noch weitere (unbekannte) Personen

BMDS/Bayern: Kooperation zur flächendeckenden Digitalisierung

[23.06.2026] Im Rahmen einer Pilotkooperation wollen das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) und das Bayerische Staatsministerium für Digitales (StMD) bis Ende dieses Jahres in allen bayerischen Kommunen zentrale digitale Verwaltungsleistungen bereitstellen. Die Rolle des Generalunternehmers auf Ebene des Landes übernimmt die AKDB. mehr...