Montag, 26. Oktober 2026

TübingenKI für Wohngeld im Test

[23.04.2026] In Tübingen können sich Studierende beim Ausfüllen des Wohngeldantrags jetzt KI-Unterstützung holen. Die Testphase läuft noch bis 1. Mai. Denkbar sind perspektivisch eine Übertragung auf weitere Anträge für soziale Leistungen sowie eine Nachnutzung durch andere Kommunen.
Das Wohngeld Plus soll Bürger von hohen Energiekosten und gestiegenen Mieten entlasten.

Tübingen testet KI-Unterstützung für Wohngeldanträge.

(Bildquelle: rochu2008/123rf.com)

Die Wohngeldstelle der Stadt Tübingen erprobt einen KI-Assistenten, der Antragstellende beim Ausfüllen von Wohngeldanträgen unterstützt. Das Projekt KIWo (KI-Wohngeld) haben die Fachbereiche Soziales und Digitalisierung gemeinsam mit dem Kölner Start-up OpenAdvo entwickelt. Derzeit findet laut einer Pressemeldung der baden-württembergischen Universitätsstadt eine erste Testphase  statt: Noch bis 1. Mai 2026 können Studierende, die Wohngeld beantragen möchten, dafür den KI-Assistenten nutzen und ihren Antrag damit deutlich schneller und nutzerfreundlicher stellen.

„Wohngeld zu beantragen, ist wegen der vielen verschiedenen Faktoren und notwendigen Unterlagen oft kompliziert. Hier kann Künstliche Intelligenz ein echter Hebel sein, um das Ausfüllen und Bearbeiten der Anträge deutlich zu erleichtern – rund um die Uhr und von jedem Ort aus. Das spart Zeit und kommt allen Seiten zugute“, sagt Mariola Geiger, Leiterin der Wohngeldstelle. Diese gehört zur städtischen Fachabteilung Soziale Hilfen und bearbeitet im Jahr rund 580 Wohngeldanträge.

Bestätigt der Praxistest die Erwartungen?

Wie die Stadt Tübingen weiter mitteilt, arbeiten die Verwaltung und OpenAdvo seit gut einem Jahr an dem Angebot. Wohngeld wurde als erstes Anwendungsfeld ausgewählt, weil es häufig Rückmeldungen gebe, dass die Anträge besonders aufwendig und schwer auszufüllen seien. Der KI-Assistent führe Schritt für Schritt durch den Antrag und sei in vielen Sprachen nutzbar. Er bietet außerdem unterstützende Funktionen: Wer zum Beispiel Formulare als Nachweise hochlädt, kann Felder automatisch ausfüllen lassen.

„Unser Ziel ist, dass Anträge vollständiger und fehlerärmer eingereicht werden“, sagt Mariola Geiger. Entscheidend sei der konkrete Nutzen für die Anwenderinnen und Anwender: „In Tests zeigte sich, dass der Assistent auch bei vielen Nachfragen klare, verständliche und hilfreiche Antworten geben kann. Jetzt sind wir gespannt, ob sich diese Hoffnung auch in der Praxis bestätigt.“

Mittel für Nachnutzung anwerben

Studierende, die Wohngeld beantragen wollen, können den KI-Assistenten bis einschließlich 1. Mai 2026 nutzen. „Damit unterstützen sie die Weiterentwicklung des Angebots, sparen Zeit beim Ausfüllen und profitieren davon, dass ihre Anträge zeitnah von der Tübinger Wohngeldstelle bearbeitet werden“, sagt Leo Reimers, Mitgründer von OpenAdvo. Die Ergebnisse aus der Testphase fließen in weitere Verbesserungen ein.

Nach Abschluss der Testphase soll KIWo laut der städtischen Pressemeldung für alle Nutzerinnen und Nutzer ausgebaut und öffentlich verfügbar gemacht werden – zum Beispiel für Familien, Zugewanderte oder Seniorinnen und Senioren. Dafür will Tübingen bei Land, Bund und dem Deutschen Städtetag für die erforderlichen Mittel werben. Zudem soll KIWo langfristig von Städten und Gemeinden übernommen werden können und für die Anwenderinnen und Anwender kostenfrei nutzbar sein. Perspektivisch lasse sich der Ansatz auch auf weitere Anträge für soziale Leistungen übertragen.





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