Mittwoch, 30. September 2026

Schleswig-HolsteinGemeinsames Register

[21.12.2011] Ihre Personenstandsdaten verwalten die schleswig-holsteinischen Standesämter künftig in einem elektronischen Register bei Dataport. Mehr als 50 Standesämter nutzen die Infrastruktur bereits. Zudem setzen Standesämter in Hamburg und Bremen auf das bei dem IT-Dienstleister geführte Register.

Die Standesämter in Schleswig-Holstein werden ihre Personenstandsregister künftig elektronisch bei IT-Dienstleister Dataport führen. Nach Aussage von Volker Dornquast, Staatssekretär im Innenministerium, ist Schleswig-Holstein eines der ersten Länder, das eine gemeinsame Lösung für alle Kommunalverwaltungen gefunden hat. Wie Dataport mitteilt, trägt das Land für die Kommunen die Investitionskosten in das Register, das im Rechenzentrum des IT-Dienstleisters geführt wird. Die jährlich über 130.000 Beurkundungen in den Standesämtern und die damit einhergehenden Mitteilungen erzeugten erhebliche Druck- und Versandkosten, die künftig durch elektronische Verarbeitung und Versand deutlich reduziert würden. Da die Standesämter die Registerbestände gegenseitig einsehen und die Daten aus dem Personenstandsregister künftig automatisiert zwischen den Behörden ausgetauscht werden können, würden Verwaltungsvorgänge mittelfristig deutlich beschleunigt. Darüber hinaus wird die Möglichkeit geschaffen, die Daten aus den bisherigen Personenstandsbüchern nachzuerfassen. Mittelfristig ist laut Dataport zudem eine Online-Registerauskunft geplant, mit der Bürger Auskünfte in eigener Sache anfordern können. „Für die Standesbeamten bedeutet das elektronische Register eine echte Zäsur“, erklärte Nils-Helge Reinert, Leiter des Standesamtes Kiel. Denn nicht nur die klassischen Personenstandsbücher werden ersetzt. Auch die Unterschrift des Standesbeamten wird von einer persönlichen Signaturkarte abgelöst, mit welcher der Standesbeamte die Beurkundung im elektronischen Register künftig unterschreibt. Aktuell sind nach Angaben von Dataport über 50 Standesämter aus Schleswig-Holstein an die gemeinsame Datenbasis angeschlossen. Darüber hinaus wird die Registerlösung von Standesämtern in Hamburg und Bremen genutzt. Mitte 2012 sollen dann alle 143 schleswig-holsteinischen Standesämter sowie acht Hamburger und zwei Bremer Standesämter ihre jeweiligen Register auf der gemeinsamen Infrastruktur führen. Dataport-Vorstandsvorsitzender Johann Bizer betonte, dass die elektronischen Register in einer einheitlichen IT-Infrastruktur für drei Bundesländer bundesweit einmalig seien. „Die Aufgaben in den Standesämtern sind überall gleich. Deshalb ist es sinnvoll, auch die gleiche technische Lösung zu verwenden“, so Bizer. Gegenüber drei Einzellösungen würden die beteiligten Länder rund 50 Prozent der Betriebskosten des elektronischen Registers sparen.





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