Kreis SteinfurtBesser interkommunal

Gemeinsam werden Anforderungen der Verwaltungen an KI-Lösungen erarbeitet.
(Bildquelle: Kreis Steinfurt)
Um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein, haben der Kreis Steinfurt und die kreisangehörigen Gemeinden eine interkommunale Digitalisierungsstrategie erarbeitet und im Juni 2022 verabschiedet. Im Handlungsfeld Verwaltung ist das Service Innovation Lab (SIL) das zentrale Leitprojekt, das vom Smart Region Büro als koordinierender Stelle vorangetrieben wird (wir berichteten). Der strategische Auftrag ist im Projektsteckbrief klar formuliert: „Die Verwaltungen sollen schneller, flexibler und kundenorientierter werden.“ Da einzelne Verwaltungen dafür oft nicht über ausreichende Ressourcen verfügen, werden über das SIL interkommunale Teams aus Vordenkern organisiert, die ihr Wissen teilen und gemeinsam Servicekonzepte und innovative Ansätze für die Nutzung neuer Technologien entwickeln.
Den Auftakt des Leitprojekts bildete eine Bestandsaufnahme. In Interviews mit relevanten Akteuren der Verwaltungsdigitalisierung wurden Eindrücke gesammelt und Potenziale identifiziert. Daran schloss sich der Kick-off des SIL an, den ein Team der Wirtschaftsinformatik der Universität Münster unterstützt hat, das zur Vertrauensbildung in Verwaltungsdienstleistungen forscht. Im Fokus der Veranstaltung standen Workshops zur Wissensvermittlung und ein moderierter Austausch über den aktuellen Stand der Nutzendenzentrierung sowie zu möglichen Zielrichtungen.
Interkommunale Arbeitsgruppen
Eine zentrale Erkenntnis lautet: Es gibt bereits zahlreiche Ansätze zur Verbesserung des Verwaltungserlebnisses. Für eine wirksame interkommunale Zusammenarbeit braucht es jedoch ein gemeinsames Verständnis und eine solide Wissensbasis. Um beides zu entwickeln, wurde eine Impulsphase mit Expertinnen und Experten aus der Praxis gestartet. Parallel dazu nahmen erste interkommunale Arbeitsgruppen ihre Arbeit auf – das interaktive Element im SIL. Ihre Zusammensetzung orientiert sich an konkreten Themen und dem Engagement der Teilnehmenden. Das Smart Region Büro übernimmt dabei die Prozessmoderation, gestaltet Workshops und sorgt dafür, dass Zusammenarbeit nicht dem Zufall überlassen wird.
Da eine bürgerzentrierte Verwaltung bürgernahe Kommunikation erfordert und soziale Medien dabei an Bedeutung gewinnen, wurde die AG Social Media gegründet. Sie startete mit externen Impulsen und einem Strategieworkshop. Bei dem Workshop wurden regelmäßige Quartalstreffen vereinbart, um sich kontinuierlich über konkrete Herausforderungen und gemeinsame Vorhaben auszutauschen. Auch zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Im Auftaktworkshop wurden Visionen, Werte und priorisierte Use Cases erarbeitet. Der zweite Workshop diente der Konkretisierung dieser Use Cases sowie dem Austausch zu laufenden KI-Projekten. Wichtige Partner der AG sind der Zweckverband KAAW als regionaler IT-Dienstleister und Betreiber der künftigen Anwendungen sowie das Studieninstitut Westfalen-Lippe als Anbieter künftiger KI-Fortbildungen.
Gemeinsam effizienter entscheiden
Eine Besonderheit ist der kreisübergreifende Ansatz: Neben Verwaltungen aus dem Kreis Steinfurt sind auch Kommunen aus dem KAAW-Verbandsgebiet, insbesondere der Kreis Borken, beteiligt und bringen zusätzliche Expertisen ein. Die zentrale Erkenntnis bringt Kreisdirektor Peter Freitag auf den Punkt: „KI entfaltet ihr Potenzial nur, wenn wir Ressourcen bündeln. Umso wichtiger ist es, dass wir uns von Anfang an gemeinsam Gedanken machen und viele Verwaltungen direkt ins Boot holen. Genau dafür bietet das SIL die perfekte Plattform.“
Einen anderen Verlauf nahm eine AG, die sich mit Einsatzpotenzialen von digitalen Selbstbedienungsterminals befasste. Nach der Vorstellung einer Lösung und der Sichtung weiterer Anbieter wurde früh entschieden, dass die derzeitigen Systeme für den flächendeckenden Einsatz und die anvisierten Anwendungsfälle noch zu kostenintensiv sind. Auch das gehört zur Stärke der Arbeitsgruppen im SIL: Nicht jede Verwaltung muss jede Lösung eigenständig prüfen – gemeinsam lassen sich Entscheidungen effizienter treffen.
User Experience verbessern
Parallel zur Arbeit in den Fachgruppen entwickelt das Smart Region Büro derzeit eine Vision als strategische Leitlinie für interkommunale Maßnahmen zur Verbesserung der User Experience im Verwaltungshandeln. Im Fokus steht die Verzahnung analoger und digitaler Angebote für eine nahtlose Nutzererfahrung. Zudem zeigt die Vision auf, wie Nutzendenzentrierung effektiv gestaltet und langfristig verankert werden kann, wie Synergien zu übergeordneten Entwicklungen genutzt werden und wie die Bevölkerung aktiv eingebunden wird. Die Vision basiert auf einer Befragung von Akteuren der Verwaltungsdigitalisierung und Verwaltungsleitungen im Kreis Steinfurt. Vor der Finalisierung im Sommer wird auch die Perspektive der Bevölkerung einbezogen.
Interkommunale Zusammenarbeit und konsequente Nutzendenzentrierung verstärken sich gegenseitig und liefern wichtige Impulse für die digitale Transformation in ländlich geprägten Flächenkreisen. Um dieses Potenzial voll auszuschöpfen, werden je nach Bedarf agile Arbeitsgruppen gebildet, die gemeinsam innovative Ansätze entwickeln und die praktische Umsetzung vorantreiben. Den Rahmen bilden das Service Innovation Lab als Klammer für die Arbeitsgruppen und eine abgestimmte Vision als zukunftsfähiges Leitbild für eine digitale Transformation, bei der die Verbesserung der Bürgerservices im Mittelpunkt steht.
Saarland: Dritte Auflage des E-Government-Pakts
[08.01.2026] Das Saarland und die Kommunen haben die dritte Auflage ihres E-Government-Pakts unterzeichnet. Das Land wird demnach die Kommunen bei der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) und beim Ausbau digitaler Angebote unterstützen. Ein gemeinsames IT-Steuerungsgremium wird die vereinbarten Maßnahmen begleiten. mehr...
GovTech Kommunal: Kommunen digital handlungsfähig machen
[18.12.2025] Die Initiative GovTech Deutschland hat ihr Angebot um den Verein GovTech Kommunal erweitert. Es soll damit eine bundesweite Einheit geschaffen werden, welche die kommunale Digitalisierung systematisch bündelt und konsequent an den Bedarfen der Städte, Gemeinden und Landkreise ausrichtet. Die Mitgliedschaft steht mit gestaffeltem Beitragsmodell allen Kommunen offen. mehr...
Hanau: Stadtweite IT neu ausgerichtet
[18.12.2025] Hanau hat sich das Ziel gesteckt, bis 2030 die Digitalisierung der gesamten „Unternehmung Stadt“ abzuschließen. Dazu werden Entscheidungs-, Verantwortungs- und Budgetstrukturen künftig an einer Stelle gebündelt, zudem soll die Stelle des CDO geschaffen werden. mehr...
Deutscher Landkreistag: Kommunen in Modernisierungsagenda einbinden
[11.12.2025] Die von Bund und Ländern vereinbarte föderale Modernisierungsagenda bewertet der Deutsche Landkreistag (DLT) als positiv. Damit Bürger, Unternehmen und Kommunen jedoch tatsächlich entlastet werden, ist ein enger Schulterschluss mit Landkreisen, Städten und Gemeinden bei der Umsetzung erforderlich. mehr...
Sachsen-Anhalt: Zentrale Serviceagentur für Kommunen
[08.12.2025] Eine Machbarkeitsstudie aus Sachsen-Anhalt zeigt, dass eine zentrale Serviceagentur für Kommunen Verwaltungsabläufe beschleunigen und verbessern kann. Digitalministerin Lydia Hüskens kündigte an, dass ab 2026 sukzessive eine Unterstützungseinheit für Kommunen umgesetzt werden soll. mehr...
IT-Planungsrat: Kommunalbeirat NOOTS
[08.12.2025] Das Kommunalgremium des IT-Planungsrats übernimmt im Zuge der Neuaufstellung des Nationalen Once-Only-Technical-Systems (NOOTS) zusätzlich die Rolle des Kommunalbeirats NOOTS. Es hat dabei keine Entscheidungsbefugnis, sondern erfüllt eine Resonanz- und Feedbackfunktion. mehr...
4. Digitalministerkonferenz: Bessere Zusammenarbeit aller Ebenen
[27.11.2025] Bei der 4. Digitalministerkonferenz in Berlin setzte Niedersachsens Digitalministerin Daniela Behrens den Schwerpunkt auf föderale Zusammenarbeit: Sie forderte eine engere, effektivere Zusammenarbeit aller föderaler Ebenen und den Zugang zu Services des ITZBund auch für Länder und Kommunen. mehr...
Oldenburg: Mit neuem Amt in die digitale Zukunft
[27.11.2025] Alle Aufgaben rund um digitale Verwaltungsprozesse und die IT-Infrastruktur bündelt die Stadt Oldenburg ab Anfang kommenden Jahres in einem eigenen Amt für digitale Transformation. Das soll Abstimmungsaufwände reduzieren, Prozesse beschleunigen und dauerhaft zu innovativen, bürgernahen Angeboten beitragen. mehr...
Föderale Modernisierungsagenda: Jetzt muss gehandelt werden
[27.11.2025] Der Nationale Normenkontrollrat mahnt die in der Föderalen Modernisierungsagenda vorgesehene bessere Aufgabenbündelung mit Nachdruck an. Die Ministerien müssten dieses Projekt konsequent weiterverfolgen, um Effizienz und Entlastung der Kommunen zu sichern. mehr...
Vitako: 20 Jahre Austausch und Innovation
[11.11.2025] Seit zwei Jahrzehnten vertritt Vitako die Interessen der kommunalen IT-Dienstleister. Bei der Jubiläumsfeier würdigte Digitalminister Karsten Wildberger in klaren Worten die Rolle der Kommunen als Ausgangspunkt digitaler Verwaltung und rief zu enger Zusammenarbeit mit Bund und Ländern auf. mehr...
Hamburg: Annika Busse ist die neue CIO
[11.11.2025] Annika Busse ist die neue CIO der Freien und Hansestadt Hamburg. Die bisherige stellvertretende Hamburg-CIO hat zum 1. November die Nachfolge von Jörn Riedel angetreten, der nach langjährigem Wirken in den Ruhestand verabschiedet wurde. mehr...
IT-Planungsrat: Kommunaler Input zu digitalstrategischen Themen
[23.10.2025] Der IT-Planungsrat stellt die strategischen Weichen für die Verwaltungsdigitalisierung – und bindet dabei auch Kommunen ein. Beim letzten Treffen des Kommunalgremiums ging es um die zentralen Bereitstellung von EfA-Leistungen und eine Aufgabenneuordnung zur Entlastung von Kommunen. mehr...
Bitkom-Dataverse: Datenbank zum digitalen Deutschland
[21.10.2025] Mit dem Bitkom-Dataverse soll das größte kostenlose Onlineportal mit Zahlen und Statistiken zum Digitalen Deutschland entstehen. Es umfasst Daten unter anderem aus den Bereichen Bildung, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, Verwaltung sowie Mobilität. Auch die Bitkom-Indizes wie der Länderindex oder Smart-City-Index sind enthalten. mehr...
Baden-Württemberg: Kommunen als Treiber der Entbürokratisierung
[20.10.2025] In Baden-Württemberg wurde das Kommunale Regelungsbefreiungsgesetz beschlossen. Damit erhalten Kommunen und Zweckverbände mehr Flexibilität bei der Neugestaltung und Vereinfachung von Verwaltungsverfahren. Sich bewährende Neuerungen sollen landesweit umgesetzt werden. mehr...
Digitalisierung: Zehn-Punkte-Plan von Vitako
[10.10.2025] Im Rahmen eines Zehn-Punkte-Plans hat die Bundes-Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, Vorschläge für eine gezielte Förderung der Digitalisierung erarbeitet. Als wichtiger Aspekt wird dabei die ebenenübergreifende Zusammenarbeit betont. mehr...


















