Samstag, 27. Juni 2026

Fraunhofer FOKUSDynamisch parken

[16.10.2024] Um den steigenden Anforderungen des Liefer- und Wirtschaftsverkehrs gerecht zu werden, hat Fraunhofer FOKUS eine datenbasierte Lösung zum Curbside-Management entwickelt. Diese ermöglicht die dynamische Verwaltung von Bordsteinflächen, sodass die Vergabe von Parkflächen flexibel erfolgen kann.
Aufnahme eines zugeparkten Straßenrandes. Der Blick fällt durch den schmalen Abstand zwischen zwei nebeneinander stehenden Autos.

Dank Curbside Management müssten Lieferfahrzeuge nicht mehr in zweiter Reihe parken, sondern könnten die dynamisch eingerichteten Haltezonen nutzen.

(Bildquelle: Philipp Plum / Fraunhofer FOKUS)

Ob Lieferanten, Handwerker oder Paketzusteller – alle arbeiten unter starkem Zeitdruck und sind auf Parkplätze in der Innenstadt angewiesen. Derzeit wird die Nutzung des Bordsteins meist statisch durch Verkehrsschilder geregelt, die zeitlich begrenzte Lieferzonen ausweisen. Die Bedürfnisse des wachsenden Wirtschaftsverkehrs werden durch diese Vorgehensweise nicht erfüllt. Das Smart Mobility-Team des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS hat eine Smartphone-basierte Curbside-Screening-Lösung entwickelt, die verschiedene Sensorquellen im Straßenraum integriert, um ein akkurates Abbild der aktuellen Straßensituation zu erhalten. Anders als fix ausgezeichnete Lieferzonen erlaubt digitales Curbside Management eine wirklich flexible und effektive Nutzung der wichtigen Flächen am Bordstein. Für Lieferfahrzeuge, Personentransporte, Ridesharing oder zukünftig auch autonome Shuttles können so dynamische Zeitfenster in Echtzeit gebucht werden – entsprechend der gewünschten Nutzungsdauer und in passender Größe.

Verschiedene Datenquellen werden ausgewertet

Zentral für das Management der begehrten Parkflächen am Straßenrand ist eine Erfassung der aktuellen Vor-Ort-Situation. Dafür hat das Smart-Mobility-Team von Fraunhofer FOKUS die Curbside-Screening-Lösung entwickelt. Das Team nutzt dafür beispielsweise Daten von vorhandenen Sensoren in Straßenlaternen, den Smartphones von Verkehrsteilnehmenden, vernetzten Fahrzeugflotten sowie einer eigens entwickelten App, mit der etwa Busse oder die Müllabfuhr nebenbei die Straßensituation erfassen. Diese Daten werden im Back End bei Fraunhofer FOKUS datenschutzkonform zusammengeführt. So entsteht ein Echtzeit-Lagebild, mit dem sich die Nutzung relevanter Zonen orchestrieren und auch Missbrauch verhindern lässt.

Daneben hat das Team ein Simulationsszenario erstellt, mit dem der Verkehr im gesamten Berliner Stadtgebiet für 24 Stunden simuliert werden kann. Mit dieser Simulation sollen neue digitale Ansätze für den Wirtschaftsverkehr validiert werden können, auch im Zusammenspiel mit herkömmlichen Maßnahmen wie festen Lieferzonen und Parkraumbewirtschaftung.

Fraunhofer FOKUS stellt die Curbside-Screening-Lösung vom 15. bis 17. Oktober 2024 auf der Smart Country Convention in Berlin auf dem Fraunhofer-Stand (Hub 27, 113) vor.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Smart City
Auf einem Monitor ist der Digitale Zwilling einer Stadt zu sehen

Serie Smart Cities, Teil 3: Mit Zwilling planen

[25.06.2026] Urbane Digitale Zwillinge erlauben es Kommunen, Daten zu ihrem Stadtgebiet strukturiert sichtbar und für Entscheidungen nutzbar zu machen, etwa in der Verkehrs- oder Wärmeplanung. Beim Aufbau eines Digitalen Zwillings lohnt es sich, auf Kooperation zu setzen. mehr...

bericht

MPSC: Vom Piloten zur Praxis (2) – Nachnutzung braucht Struktur

[24.06.2026] Die Modellprojekte Smart Cities haben viele erfolgreiche Lösungen und auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit hervorgebracht. Nun geht es darum, entstandene Netzwerke, Unterstützungsangebote und Entwicklungsgemeinschaften zu verankern - nur so können die Pilotprojekte breit nachgenutzt werden. mehr...

Vektorgrafik einer Smart City.

BBSR: Die Wirkung von Smart-City-Vorhaben darstellen

[24.06.2026] Smarte digitale Projekte stärken die regionale Wirtschaft – aber oft indirekt. Das erschwert es Kommunen, den konkreten Nutzen zu benennen und argumentativ zu vertreten, etwa gegenüber Politik oder Projektpartnern. Eine Praxishilfe erklärt, wie Kommunen solche Effekte erkennen und verständlich vermitteln können. mehr...

Hand mit einem Smartphone auf dem die Temperatur mit 40 Grad Celsius angegeben wird
bericht

Klimawandel: Daten gegen den Hitzestress

[23.06.2026] Auf die Herausforderungen des Klimawandels können Städte nicht nur mit baulich-physischen Maßnahmen reagieren. Auch der Aus- und Umbau der digitalen Dateninfrastruktur und die systematische Organisation klimarelevanter Daten stärken die kommunale Resilienz. mehr...

bericht

MPSC: Vom Piloten zur Praxis (1) – Zusammenarbeit statt Insellösungen

[23.06.2026] Seit 2019 gibt es das Fördervorhaben Modellprojekte Smart Cities, über 70 Kommunen und Regionen haben bisher teilgenommen. Dabei entstanden nicht nur viele erfolgreiche technische Lösungen, sondern auch neue Formen kommunaler Zusammenarbeit – für viele Beteiligte ein entscheidender Faktor. mehr...

Bodensensor in einer Straße in Gütersloh

Gütersloh: Sensoren erfassen Parkplatzauslastung

[12.06.2026] Mit Bodensensoren erfasst die Stadt Gütersloh zurzeit die Auslastung von vier Fahrzeugstellplätzen an der Königstraße. Die Daten sollen in die Planungen zur Umgestaltung des Kreuzungsbereichs zur Hohenzollernstraße einfließen, der ein Unfallschwerpunkt ist. mehr...

Screenshot BBSR-Studie zu digitalen Zwillingen

Studie: Digitale Zwillinge in der Praxis

[10.06.2026] Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat eine neue Veröffentlichung zum Thema urbane Digitale Zwillinge herausgegeben, die im Rahmen der Begleitforschung der Modellprojekte Smart Cities entstanden ist. mehr...

Stadt, Bäume und Internet of Things Sensorien Symbolisch
bericht

Serie Smart Cities, Teil 2: Sensoren sinnvoll nutzen

[20.05.2026] Sensorik und Internet of Things sind das Nervensystem der smarten Stadt – sie liefern Daten, welche Prozesse optimieren und die Entscheidungsfindung erleichtern können. Beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur können Kommunen auch klein starten. mehr...

Elisabeth Fröhlich, Projektleitung VIAA, Stabsstelle Verkehrsfluss und Geo-Services, zeigt eine Kamera, die den Verkehrsfluss erfasst.

Lübeck: Weitere Kreuzungen digitalisiert

[11.05.2026] In Lübeck werden derzeit vier Kreuzungen mit einem innovativen System zur Verkehrserfassung ausgestattet. Die Hansestadt setzt damit ein weiteres Teilprojekt im Rahmen ihres Vorhabens VIAA um. mehr...

Grafik zeigt die drei Plattform-Bestandteile
bericht

Plattformen: Von smart zu intelligent

[30.04.2026] Digitale Lösungen können Prozesse beschleunigen, Mitarbeitende entlasten und den Bürgerservice verbessern. Drei Bausteine bringen Kommunen auf diesem Weg entscheidend voran: urbane Datenplattformen, Automatisierungs- und KI-Plattformen. mehr...

Kamera auf einem Mannheimer Abfallsammelfahrzeug

Mannheim: Mit digitaler Hilfe sauberer werden

[29.04.2026] Optische Sensoren sollen der Stadt Mannheim künftig dabei helfen, Verschmutzungen im öffentlichen Raum zu erfassen und so dazu beitragen, das Stadtbild zu verbessern. Die Technik wird zunächst in einer mehrmonatigen Pilotphase getestet. mehr...

Mehrere Personen stehen vor einem Stadtteiltreff in Kassel Wolfsanger

Kassel: App stärkt das Vereinsleben

[28.04.2026] 
Eine App soll in Kassel künftig helfen, die ehrenamtliche Arbeit in den Vereinen besser und einfacher zu organisieren. Jetzt startet der im Rahmen des Modellprojekts Smart Kassel entwickelte digitale Assistent für Vereine in den Praxistest. mehr...

Lübeck: Kommunaler Gesamtabschluss bringt Mehrwert.

Lübeck: Hansestadt digital erleben

[27.04.2026] Die Hansestadt Lübeck erweitert ihr digitales Angebot um ein dreidimensionales Stadtmodell. Es macht Gebäude, Straßen und Plätze virtuell erlebbar und soll zugleich neue Anwendungen für Stadtentwicklung und Kulturvermittlung ermöglichen. mehr...

Eine Hand vor einem stilisierten Haus
bericht

Serie Smart Cities, Teil 1: Daten im Griff

[23.04.2026] Kommunale Daten sind die Grundlage jeder smarten Stadt. Wie gelingt es Städten und Regionen, Daten strategisch zu nutzen und so ihre digitale Transformation selbstbestimmt zu gestalten? Start einer neuen Expertenreihe des Fraunhofer-Instituts IESE. mehr...

Mehring sitzend, drei Personen stehen hinter ihm, festlich-förmlicher Rahmen

Markt Weisendorf: Zukunftsfähig mit Digitalen Zwillingen

[23.04.2026] Die Gemeinde Markt Weisendorf nutzt einen Digital Twin für Planung, Steuerung und Beteiligung. Aufbauend auf dem Förderprogramm TwinBy hat die Kommune mehrere Anwendungen entwickelt, die Daten bündeln und visualisieren und so kommunale Entscheidungen unterstützen. mehr...