BaugenehmigungsverfahrenIn Frankfurt ab April komplett digital

Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori und Frankfurts Planungsdezernent Marcus Gwechenberger präsentieren leere Regalmeter, wo vor der Digitalisierung noch hunderte Aktenordner standen.
(Bildquelle: Stadt Frankfurt am Main/Michael Braunschädel )
Ab dem 1. April 2025 wird das Baugenehmigungsverfahren in Frankfurt am Main vollständig digital abgewickelt. Damit reagiert die hessische Stadt laut eigenen Angaben auf die langjährigen Forderungen von Bauherren und Architekten nach einem modernen, schnellen und transparenten Verfahren. „Digitale Verwaltungsprozesse sind kein Luxus, sondern ein Muss – für Bürgerinnen und Bürger, für Unternehmen und für den gesamten Wirtschaftsstandort Frankfurt“, sagt Marcus Gwechenberger, Dezernent für Planen und Wohnen. „Mit der Einführung des digitalen Bauantrags setzen wir Maßstäbe und stärken die Wettbewerbsfähigkeit unserer Stadt.“
Im Bauantrag sieht die Mainmetropole eines der komplexesten Verwaltungsverfahren, dessen Digitalisierung zahlreiche Vorteile mit sich bringt: Die papierlose Bearbeitung reduziere Druck- und Plotterkosten erheblich, da keine Mehrfachausfertigungen von Unterlagen mehr erforderlich sind. Kürzere Abstimmungswege und reduzierte Nachforderungen führen zu einer schnelleren Bearbeitung der Anträge. Auch entfalle der Unterschriftenaufwand für Bauherren, da digitale Anträge verbindlich eingereicht werden können. Effizienter werde außerdem die Archivierung, da keine physischen Aktenberge mehr entstehen.
Bereits im Jahr 2017 hat die Bauaufsicht Frankfurt mit der Einführung der digitalen Antragstellung für Werbeanlagen erste Schritte in Richtung Digitalisierung unternommen, berichtet die Stadt. Sie habe sich dabei bewusst gegen einen Alleingang entschieden und eine landesweite Zusammenarbeit initiiert. Ein entscheidender Durchbruch sei 2018 gelungen, als Frankfurt den Gesetzgeber dazu bewegen konnte, zentrale Hürden in der Hessischen Bauordnung (HBO) abzubauen. Eine der wichtigsten Änderungen war laut der Mainmetropole der Entfall der Schriftform, sodass digitale Bauanträge verbindlich eingereicht werden können. Auf Basis dieser Entwicklung wurde IT-Dienstleister ekom21 in den Jahren 2019 und 2020 mit der Entwicklung eines zentralen digitalen Bauportals für Hessen beauftragt. Frankfurt war als Pilotbehörde maßgeblich an der Gestaltung beteiligt. 2023 ging die Mainmetropole dann als erste hessische Bauaufsicht mit dem Bauportal und digitalen Bauanträgen in den Echtbetrieb (wir berichteten). Um den Antrag überhaupt digital stellen zu können, hatte die Frankfurter Bauaufsicht ihre Software zur Anbindung an das Portal auf eine neue Version aktualisiert. Dies wurde vom hessischen Digitalministerium mit über 100.000 Euro gefördert.
Als weitere Digitalisierungsmaßnahme der Bauaufsicht nennt Frankfurt die zentrale Scanstelle, die Papierdokumente erfasst und sie in digitale Prozesse integriert. Seit Juli 2023 erfolge außerdem die Antragstellung für Werbeanlagen ausschließlich digital. Auch sei ein digitales Bestandsarchiv aufgebaut worden, in dem über zehn Kilometer Akten digitalisiert wurden – Bauherren können von ihrem eigenen PC aus auf relevante Dokumente zugreifen. Darüber hinaus verarbeite die digitale Baulastauskunft mit E-Payment-Funktion jährlich rund 4.000 Anfragen.
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