Mittwoch, 30. September 2026

Rheinland-PfalznPA nützt im ganzen Land

[15.04.2013] In Rheinland-Pfalz können die Bürger mit dem neuen Personalausweis (nPA) flächendeckend sieben Behördengänge online abwickeln. Seit Start des Angebots ist die Freischaltquote der Online-Ausweisfunktion gestiegen.
Rheinland-Pfalz ermöglicht die flächendeckende nPA-Nutzung.

Rheinland-Pfalz ermöglicht die flächendeckende nPA-Nutzung.

(Bildquelle: BMI)

Das Land Rheinland-Pfalz, die Landesregierung und die rheinland-pfälzischen Kommunen streben eine bürgerfreundliche und offene Verwaltung an. Während bundesweit nach Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten für den neuen Personalausweis (nPA) und die elektronische Signatur (eID) gesucht wird, hat Rheinland-Pfalz mit den Kommunen des Landes bereits entsprechende Online-Dienste entwickelt. In den vergangenen zwei Jahren sind über 800.000 neue Personalausweise in Rheinland-Pfalz ausgegeben worden. Damit sind heute schon 20 Prozent der Bürger des Landes in der Lage, Verwaltungsleistungen elektronisch zu nutzen. Dazu mussten sie lediglich die eID-Funktion des neuen Personalausweises freischalten lassen.

Durchgehend elektronische Abwicklung

Seit dem 1. November 2010 werden bundesweit Anwendungsmöglichkeiten für die Online-Nutzung des nPA eröffnet. Einige Lösungen kommen von der öffentlichen Verwaltung, beispielsweise die Abfrage des Punktekontos beim Kraftfahrt-Bundesamt. Auch im Bereich der Bürgerbeteiligung und des Petitionsrechts wurden die Möglichkeiten des neuen Personalausweises sofort aufgegriffen, etwa mit openpetition.de, einer Plattform für Bürgerinitiativen, Petitionen und Kampagnen. In Rheinland-Pfalz umfasst das Angebot darüber hinaus Melderegister und Personenstandswesen. Seit dem 21. November 2012 bieten die rheinland-pfälzischen Kommunen den Bürgern in diesem Verwaltungsbereich nahezu flächendeckend die Möglichkeit, mithilfe der eID-Funktion des nPA beziehungsweise mit dem elektronischen Aufenthaltstitel Behördengänge vollständig elektronisch abzuwickeln. In einer ersten Stufe umfasst das Angebot Anträge auf Ausstellung eines Führungszeugnisses, Übermittlung einer Meldebescheinigung, Übermittlung einer Aufenthaltsbescheinigung, Auskunft aus dem Gewerbezentralregister, Einrichtung einer Übermittlungssperre sowie auf Ausstellung einer Geburts-, Heirats-, Lebenspartnerschafts- und Sterbeurkunde. Auch die Voranmeldung der Eheschließung beim Standesamt kann in Rheinland-Pfalz vollständig über das Internet abgewickelt werden. Bei den Online-Antragsverfahren werden die erforderlichen persönlichen Daten aus dem Personalausweis des Antragstellers ausgelesen und direkt in die Antragsmaske übernommen. Das erleichtert nicht nur das Ausfüllen der Anträge, sondern bestätigt der zuständigen Behörde zugleich die Identität des Antragstellers. Dadurch kann das gesamte Verfahren durchgehend elektronisch abgewickelt werden.

Hohe Beteiligung am Online-Bürgerdienst

Innerhalb kürzester Zeit haben sich über 70 Prozent der rheinland-pfälzischen Meldebehörden und mehr als 85 Prozent der rheinland-pfälzischen Standesämter an dem Online-Bürgerdienst beteiligt und die Angebote in die Web-Seiten der Städte integriert. Nach der Veröffentlichung der Dienste ist die Freischaltquote der eID-Funktion beim neuen Personalausweis in einem Monat um fünf Prozent gestiegen und hält sich seitdem auf dem höheren Niveau. Damit diese Angebote realisiert werden konnten, haben die Landesverwaltung und die kommunalen Spitzenverbände gemeinsam eine Lösung umgesetzt. Das für die Services erforderliche Berechtigungszertifikat zur Prüfung der Personalausweisdaten wurde für die gesamte öffentliche Verwaltung in Rheinland-Pfalz beschafft und den kommunalen Spitzenverbänden zur Verfügung gestellt. Ermöglicht wird die elektronische Vorgangsabwicklung mit der eID-Funktion des neuen Personalausweises oder des elektronischen Aufenthaltstitels über das kommunale Behördenportal www.rlpDirekt.de. Die Bürger sparen nicht nur Zeit und Geld, sondern können sich auch darauf verlassen, dass ihre Daten im Rahmen der Online-Vorgänge sicher sind. Über eine verschlüsselte Internet-Verbindung werden alle für die Behörden relevanten Antragsdaten erfasst und an die zuständige Behörde übertragen. Der elektronische Vorgang kann anschließend medienbruchfrei in der jeweiligen Fachanwendung der Verwaltung weiterverarbeitet werden. Weitere Kommunen und Behörden aus Rheinland-Pfalz können sich jederzeit an dem Projekt beteiligen und damit dazu beitragen, dass das Angebot für alle Bürger zur Verfügung steht.

Erweiterungen geplant

Betrieben werden die Online-Bürgerdienste von IT-Dienstleister KommWis und dem Zweckverband ZIDKOR. Ziel ist es, den Serviceumfang stetig zu erweitern. Um den Bürgerservice und die Nutzung des nPA weiter zu verbreiten, arbeitet Rheinland-Pfalz auch mit benachbarten Bundesländern an neuen Lösungen. Vor diesem Hintergrund widmet sich das Land etwa zusammen mit Hessen und Hamburg dem Themenbereich Kfz-Online-Zulassung beziehungsweise -Abmeldung. Denn das erklärte Ziel, den Zugang der Bürger zur Verwaltung zu vereinfachen und durch die Nutzung der vorhandenen Technologien sicher zu gestalten, kann nur gemeinsam erreicht werden.

Heike Raab ist Staatssekretärin im Ministerium des Innern, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz und IT-Beauftragte der Landesregierung.




Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Digitale Identität
Eine Person mit Smartphone, auf dem der Sozialpass aufgerufen ist, sitzt einer anderen Person gegenüber

Koblenz: Ko-Pionier-Preis für digitalen Sozialpass

[24.09.2026] Der digitale Sozialpass der Stadt Koblenz ist mit dem Ko-Pionier-Preis ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurde insbesondere, dass die Stadt keine eigene Software entwickeln ließ, sondern eine bestehende Open-Source-Lösung für einen neuen Anwendungsfall nachnutzte. mehr...

Personengruppe vor Bus

Berlin: Schülerausweis als ÖPNV-Ticket

[23.09.2026] In Berlin dient ein neuer Schülerausweis zugleich als Fahrberechtigung für Bus und Bahn. Das ITDZ schuf dafür die nötigen Schnittstellen und stellt die Infrastruktur bereit. Nach der Pilotphase soll die Lösung 2027 an allen öffentlichen Schulen eingeführt werden. mehr...

Advertorial: Der gesparte Gang zum Rathaus

[15.09.2026] Digitale Identifizierung für Kommunen: sicher, effizient und bürgernah. mehr...

Kommunen sollten auf Social Media präsent sein.

Governikus/Votikom: Verifizierte Wahlprofile zum Swipen

[25.08.2026] Bei der Kommunalwahl in Göttingen soll die App Votikom Informationen über die Kandidierenden im Wahlbezirk bündeln und im Dating-App-Stil darstellen. Damit nur berechtigte Personen ihre Kandidatenprofile bearbeiten können, kommt die Governikus-Lösung AusweisIDent zum Einsatz. mehr...

Dresden: Priorisierungsmodell für EUDI-Wallet entwickelt

[20.08.2026] Dresden hat ein Modell entwickelt, mit dem Kommunen geeignete Verwaltungsleistungen für die EUDI-Wallet systematisch priorisieren können. Der mehrstufige Ansatz verbindet fachliche, technische und rechtliche Kriterien mit politischer Steuerung und soll auch anderen Kommunen Orientierung geben. mehr...

Person am Laptop tippt in die Luft, an der Stelle des Zeigefingers ist ein Log-In-Icon abgebildet.

Digitale Identität: Warum Nutzende am digitalen Amt scheitern

[23.07.2026] Digitale Identitäten sollen Verwaltungsleistungen durchgängig online ermöglichen. In der Praxis brechen jedoch viele Nutzende die Verfahren ab. Ein Impulspapier des Netzwerks NExT zeigt bestehende Hürden und nennt vier Ansatzpunkte, um diese aus dem Weg zu räumen. mehr...

Person sitzt entspannt auf einem Sofa und hält ein Smartphone in den Händen, auf dessen Bildschirm das Logo und die Aufschrift „EUDI-Wallet“ mit EU-Sternenkreis zu sehen sind.

Ehrenamtskarte: EfA-Dienst kommt in die Wallet

[25.06.2026] Die Ehrenamtskarte würdigt freiwilliges Engagement mit Vergünstigungen bei öffentlichen, kommunalen und privaten Angeboten. Im Zuge der OZG-Umsetzung wurde sie digitalisiert. Nun wird eine mögliche Integration in die EUDI-Wallet erprobt. mehr...

vier Personen auf einer Treppe mit einer Urkunde

Heidelberg: Heidelberg-Pass wird digital

[01.06.2026] Im Pilotprojekt „Test in Heidelberg“ wird eine digitale Form des Heidelberg-Passes erprobt. Die Stadt will damit zeigen, wie digitale Identitäten und Wallet‑Lösungen künftig zu einer bürgernahen und dialogorientierten Verwaltung beitragen können. mehr...

Person sitzt entspannt auf einem Sofa und hält ein Smartphone in den Händen, auf dessen Bildschirm das Logo und die Aufschrift „EUDI-Wallet“ mit EU-Sternenkreis zu sehen sind.

EUDI-Wallet: Kommunen als Schlüssel zur Einführung

[10.03.2026] Was braucht es, damit die bevorstehende Einführung der EUDI-Wallet durch den Bund gelingt? Der Deutsche Städtetag hat dazu ein Positionspapier vorgelegt, das die wichtige Rolle der Kommunen verdeutlicht und klar formuliert, was für eine erfolgreiche Einführung benötigt wird. mehr...

Vektorgrafik einer Hand, die ein Dokument, abgebildet auf einem Tablet, unterschreibt.
bericht

Digitale Signatur: Nadelöhr der Transformation

[15.01.2026] Die Verwaltungsdigitalisierung steht und fällt mit der elektronischen Signatur, denn nur sie vermeidet Medienbrüche. Dabei müssen die eingesetzten Lösungen hohe Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz erfüllen. mehr...

Mehrere jüngere Personen sind in einem Besprechungsraum mit einer Projektarbeit befasst.
bericht

EUDI-Wallet: Pilot Dresden

[14.01.2026] Die Stadt Dresden fungiert als Pilot für die EUDI-Wallet. Ziel ist es, die technische Umsetzbarkeit zu testen, Übertragbarkeit und Skalierbarkeit zu prüfen sowie eine fundierte Blaupause für weitere Anwendungen und andere Kommunen zu entwickeln. mehr...

Person sitzt entspannt auf einem Sofa und hält ein Smartphone in den Händen, auf dessen Bildschirm das Logo und die Aufschrift „EUDI-Wallet“ mit EU-Sternenkreis zu sehen sind.
bericht

Advertorial: Registermodernisierung trifft EUDI-Wallet

[11.12.2025] Eine moderne, digitale Verwaltung braucht sichere und effiziente Werkzeuge, um Bürgerinnen und Bürgern wie auch Unternehmen ein reibungsloses Verwaltungserlebnis zu ermöglichen. Mit der Registermodernisierung und der Einführung der EUDI-Wallet stehen zwei wegweisende Bausteine bereit, die Verwaltungsvorgänge flexibler, vertrauenswürdiger und nutzerfreundlicher gestalten. mehr...

Person am Laptop tippt in die Luft, an der Stelle des Zeigefingers ist ein Log-In-Icon abgebildet.

Digitale Identifizierung: Governikus führt AusweisIDent alleine weiter

[02.12.2025] Governikus führt die eID-Lösung AusweisIDent künftig eigenverantwortlich online fort. Die Lösung nutzt die Online-Ausweisfunktion und schafft so auch Anschlussfähigkeit an die kommende europäische EUDI-Wallet. mehr...

Sechs Personen vor einem Aufsteller zum Start des Pilotprojekts zur EUDI-Wallet in Dresden

Dresden: Pilot für elektronische Brieftasche

[11.09.2025] Sachsens Landeshauptstadt Dresden testet als erste Kommune Deutschlands, wie die EUDI-Wallet künftig praktisch funktionieren soll. Die Dresdnerinnen und Dresdner können mitgestalten, was mit der Wallet möglich werden soll. mehr...

interview

Interview: Es muss nicht kompliziert sein

[18.06.2025] Die Registermodernisierung entpuppt sich als neues komplexes Mammutprojekt der Verwaltungsdigitalisierung. Marc Behrens, Software- und IT-Systemarchitekt bei der Kommunalen Datenverarbeitung Oldenburg (KDO), hat einen einfachen Gegenvorschlag: die BundID. mehr...