Donnerstag, 29. Oktober 2026

LechwerkeSmart-City-Pilotversuch gestartet

[12.11.2018] Von der Digitalisierung können auch kleinere Kommunen profitieren. Das will der Versorger Lechwerke in Königsbrunn und Stadtbergen zeigen. In den Städten werden Sensoren und LoRa-Gateways für verschiedene Einsatzbereiche installiert.
Smart-City-Partner präsentieren Komponenten des Projekts Inno.Live.

Smart-City-Partner präsentieren Komponenten des Projekts Inno.Live.

v.l.: Josef Wagner, Leiter Kommunalmanagement von LEW; Königsbrunns Erster Bürgermeister Franz Feigl; Stadtbergens Erster Bürgermeister Paulus Metz; LEW-Projektleiter Christian Mayr und Martin Thoma

(Bildquelle: Lechwerke AG)

Die Städte Königsbrunn und Stadtbergen im Landkreis Augsburg machen sich auf den Weg zur Smart City. In den Kommunen sollen Abläufe und Services intelligent vernetzt und digital gesteuert werden. Dazu wurde jetzt gemeinsam mit dem Versorger Lechwerke (LEW) der Pilotversuch Inno.Live gestartet. Wie LEW mitteilt, werden verschiedene Anwendungen getestet, die auf dem gleichen Prinzip basieren: Sensoren messen unterschiedliche Vorgänge oder Zustände. Sie können zum Beispiel erfassen, ob Behälter voll sind, erkennen Bewegungen oder messen Feuchtigkeit. Diese Daten werden von den Sensoren an ein so genanntes LoRa-Gateway (LoRa – Long Range: große Reichweite) übermittelt. Dabei handelt es sich um ein besonders kostengünstiges und energiesparendes Funksystem mit einer Reichweite von rund drei Kilometern im städtischen Bereich. Über das LoRa-Gateway werden die Daten in einem weiteren Schritt per Mobilfunk in eine zentrale Datenbank übertragen und dort aufbereitet. Über ein Online-Portal stehen die Informationen den Nutzern zur Verfügung.

Sensoren an Hundetoiletten

LEW-Experten haben in Königsbrunn und Stadtbergen jeweils drei LoRa-Gateways an Straßenlaternen angebracht und zunächst insgesamt 35 Sensoren für verschiedene Einsatzbereiche installiert, informiert der Versorger. So erfassen Sensoren an Hundetoiletten, ob die Abfallbehälter voll sind oder Tüten nachgefüllt werden müssen. Sensoren messen in Blumenbeeten oder Pflanzkübeln die Feuchtigkeit und Bewegungssensoren überwachen Rettungswege. In Stadtbergen werden zudem 25 Straßenleuchten umgerüstet, die über das LoRa-Funksystem gesteuert werden können.
LEW-Projektleiter Christian Mayr erklärt: „Wir starten mit ausgewählten Einsatzbereichen und wollen im Laufe des Pilotversuchs weitere Anwendungen und Kommunen mit hinzunehmen. Die Einsatzmöglichkeiten der Sensoren und des LoRa-Funksystems sind vielfältig.“ Im Pilotversuch könnten beispielsweise auch Umweltdaten erfasst, Wasserstände an Kanälen oder Unterführungen gemessen, Verkehrsschilder an Baustellen überwacht oder Fahrplananzeigen im öffentlichen Personennahverkehr gesteuert werden.

Mobilfähiges Online-Portal

Das Herzstück von Inno.Live bilden nach Angaben von LEW eine selbstentwickelte Datenbank und das Online-Portal. Die von den Sensoren erfassten und über die LoRa-Gateways übermittelten Daten werden in der Datenbank verarbeitet und anschließend den Nutzern über ein mobilfähiges Online-Portal zur Verfügung gestellt. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltungen könnten diese Informationen abrufen und ihre Arbeitsabläufe zielgerichtet steuern. Damit könnten beispielsweise Fahrtrouten optimiert werden und Routineleerungen von halbleeren Hundetoiletten oder regelmäßige Kontrollen von Rettungswegen zukünftig entfallen.
Josef Wagner, Leiter Kommunalmanagement von LEW, sagt: „Die Digitalisierung bietet den Städten und Gemeinden neue Möglichkeiten. Inno.Live ist ein Baustein für die intelligente und vernetzte Stadt. Wir sind überzeugt, dass smarte Lösungen nicht nur für Großstädte relevant sind, sondern auch kleineren Städten und dem ländlichen Raum Vorteile bieten.“

Innovative Kommunen

Königsbrunns Erster Bürgermeister Franz Feigl (CSU) erklärt: „Das Konzept von Inno.Live ist hier in Königsbrunn entwickelt worden. Da war es für uns keine Frage, dass wir für einen Pilotversuch zur Verfügung stehen. Die Technologie ist kostengünstig und flexibel nutzbar. Wir sehen für Königsbrunn durchaus weitere Einsatzmöglichkeiten, um unsere Abläufe und den Service für die Bürger weiter zu verbessern.“ Stadtbergens Erster Bürgermeister Paulus Metz (CSU) ergänzt: „Als innovative Stadtverwaltung wollen wir die Möglichkeiten der Digitalisierung nutzen, um unsere Abläufe weiter zu optimieren. Unsere Mitarbeiter können mit der neuen Technologie ihre Fahrten und Kontrollgänge noch effizienter steuern. Auch die umweltpolitischen Aspekte der CO2-Einsparung sind ein wichtiger Beitrag.“





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