Mittwoch, 26. August 2026

Fraunhofer FOKUSeverGuide im Einsatz

[09.12.2019] Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg in Berlin stellt seinen Besuchern ab sofort kostenlos die Indoor-Navigation everGuide im Haus der Familie und Gesundheit zur Verfügung. Entwickelt wurde die App vom Berliner Fraunhofer-Institut FOKUS.
Berlin: Barrierefreiheit mit hochgenauer Indoor-Navigation im Haus der Gesundheit und Familie im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

Berlin: Barrierefreiheit mit hochgenauer Indoor-Navigation im Haus der Gesundheit und Familie im Bezirk Tempelhof-Schöneberg.

(Bildquelle: Philipp Plum/ Fraunhofer FOKUS)

Ein digitaler Assistent begleitet ab sofort Kunden im Haus der Gesundheit und Familie des Bezirksamts Tempelhof-Schöneberg in Berlin-Mariendorf zum richtigen Raum. Dafür wird bundesweit erstmals in einer Behörde die kostenlose Indoor-Navigation everGuide eingesetzt, die vom Berliner Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS entwickelt wurde.
Betritt der Besucher das Gebäude, erscheint auf seinem Smartphone zunächst eine Übersichtskarte, und er kann den gewünschten Raum als Ziel eingeben. Wie bei einem Navigationsgerät für die Straße wird die Route angezeigt und die Person zusätzlich mit akustischen Ansagen geführt, so Fraunhofer FOKUS. Besucher im Rollstuhl könnten angeben, dass sie einen Weg ohne Treppen wünschen. Sehbehinderten Personen stehe zusätzlich ein kontrastreicher Pfeil zur Verfügung. Blinde Menschen können einen akustischen Kompass auswählen. Dieser gibt bei der falschen Richtung ein Klicken von sich, das immer schneller wird, je weiter man das Handy in diese hält.
Um bei der Indoor-Navigation eine sehr hohe Genauigkeit zu erzielen, nutzt das Fraunhofer-Forschungsteam laut eigenen Angaben verschiedene Datenquellen gleichzeitig. Beschleunigungs- und Drehratensensoren in Smartphones werden zur Lagebestimmung eingesetzt. Sie erfassen die Ab- und Zunahme der Geschwindigkeit sowie die Lageveränderung des Geräts. Verwendet wird zudem der Magnetfeldsensor im Smartphone. Größere metallische Strukturen, wie Heizkörper und Stahlträger, beeinflussen lokal die Richtung und Stärke des Magnetfeldes. Diese Anomalien werden zur Lokalisierung genutzt. Zusätzlich wurden Schilder mit einem speziellen QR-Code in den Gängen des Amts angebracht, die automatisch von der Kamera des Smartphones erkannt werden und ebenfalls zur Positionsbestimmung dienen. Die Navigationssoftware auf dem Smartphone fusioniert die verschiedenen Daten und passt die Navigation entsprechend an. Für genaues und aktuelles Kartenmaterial setzen die Forscher nach eigenen Angaben einen mit Kameras und Laserscannern (LiDAR) ausgestatteten Roboter ein, der ferngesteuert durch die Gänge fährt und in wenigen Minuten eine zentimetergenaue digitale Karte erstellt.
Im Vergleich zu alternativen Lösungen ist everGuide laut Fraunhofer FOKUS zuverlässig und gleichzeitig günstig in der Anschaffung sowie nahezu wartungsfrei. Das everGuide-System funktioniere ohne permanente Internet-Verbindung auf jedem modernen Smartphone. Die Navigation werde lokal direkt auf dem Smartphone berechnet.
everGuide wurde vom Fraunhofer-Institut FOKUS erstellt und unter anderem in den Projekten indoorRobot und indoorAssist weiterentwickelt. Die Projekte wurden und werden im Rahmen der Förderrichtlinie Modernitätsfonds (mFUND) mit insgesamt rund 1,1 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Friedhof Kreuz Grabstein

Saarland: Weniger Behördengänge im Trauerfall

[25.08.2026] Ein neuer Online-Dienst ermöglicht Angehörigen und Bestattungsunternehmen, Bestattungen digital anzumelden und Unterlagen hochzuladen. Nach dem Start in St. Wendel steht das Angebot nun auch in Kirkel bereit und allen saarländischen Kommunen zur Nachnutzung offen. mehr...

Ein durchsichtiges Sparschwein steht auf zahlreichen 50-Euro-Scheinen.

European Public Administration Report: Ist eine teure Verwaltung auch gut?

[25.08.2026] Deutschland leistet sich eine der teureren öffentlichen Verwaltungen Europas. Mehr Wirkung folgt daraus aber nicht automatisch. Eine Studie aus Österreich zeigt, dass es gute Organisation, qualifiziertes Personal und digitale Werkzeuge sind, die den Unterschied machen. mehr...

Vektorgrafik, die mehrere Personen zeigt, die an einem Tisch sitzend miteinander diskutieren, teilweise mit Laptopeinsatz.

NExT/RuDi: Gemeinsam digital vernetzt

[25.08.2026] Das Verwaltungsnetzwerk NExT baut seine Zusammenarbeit mit der Plattform RuDi aus. Eine zentrale Dateiablage soll Dokumente aus den NExTcommunities bündeln und Beschäftigten des öffentlichen Dienstes den Austausch zwischen Treffen und über Communitygrenzen hinweg erleichtern. mehr...

Park mit hügeliger Wiese mit weißen Blumen und noch jungen Bäumen, im Hintergrund moderne Gebäude

Karlsruhe: Digitales, mobiles Grünflächenmanagement

[24.08.2026] Das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe führt ein digitales Grünflächenmanagementsystem ein. Beschäftigte können Pflegearbeiten und Kontrollen künftig vor Ort mobil dokumentieren. Einheitliche Daten und digitale Karten sollen zudem Planung, Abstimmung und Ressourceneinsatz erleichtern. mehr...

Stapel von broschierten Printprodukten, Titel nicht erkennbar, teilweise aufgeschlagen

NEGZ: Studien zur digitalen Verwaltung gesucht

[21.08.2026] Wie steht es um die deutsche Verwaltungsdigitalisierung? Was läuft gut, wo liegen die größten Hürden – und wie bewerten Verwaltung, Wirtschaft oder Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung? Dazu gibt es bereits eine Vielzahl an Untersuchungen. Das NEGZ will diese nun zusammentragen und bittet um Mithilfe. mehr...

Kleve: Online-Umfrage zur Klimaanpassung

[19.08.2026] Die Stadt Kleve befragt ihre Bevölkerung zur Klimaanpassung und setzt dabei auf methodische Beratung des Unternehmens wer denkt was. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie die Menschen Klimafolgen erleben, welche Angebote sie kennen und wo weiterer Handlungsbedarf besteht. mehr...

Parkscheinautomat, davor Arm und Hand mit Handy

Wiesbaden: Jeder dritte Parkvorgang ist digital

[18.08.2026] Das Handyparken hat sich in Wiesbaden zum Bezahlen von Parkgebühren etabliert. Über ein Drittel der Parkvorgänge werden digital abgewickelt. Die Stadtverwaltung profitiert von der komfortablen Möglichkeit ebenfalls: Die erforderliche technische Vorrichtung tragen die Parkenden bereits in ihrer Tasche. mehr...

Drei verschiedene Screenshots der App

Regional-App: Das Fichtelgebirge entdecken

[14.08.2026] Was machen wir heute? Darauf hat die FichtelApp jetzt einige Antworten parat. Ihr neuer Tagesplaner stellt aus Ausflugszielen, Veranstaltungen und Einkehrmöglichkeiten Vorschläge für einen Tag im Fichtelgebirge zusammen – für Gäste ebenso wie für Einheimische. mehr...

Aachen: Krönungssaal erhält AR-Führung

[14.08.2026] Aachen entwickelt eine Augmented-Reality-Führung für den historischen Krönungssaal des Rathauses. Ab 2027 sollen Besucherinnen und Besucher mit AR-Brillen sieben Stationen der Stadt- und europäischen Geschichte erleben. mehr...

Kommune21 im Gespräch: Künzell berichtet über Erfahrungen

[12.08.2026] Wie läuft die Einführung neuer Software im Verwaltungsalltag tatsächlich ab? Im nächsten Webinar „Kommune21 im Gespräch“ berichten die Gemeinde Künzell und JCC Software über Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erkenntnisse aus mehreren Digitalisierungsprojekten. mehr...

Screenshot aus einem der gebärdensprachvideos

Augsburg: Digitale Teilhabe ausgebaut

[07.08.2026] Im EU-geförderten Projekt DIWA 4.0 erweitert Augsburg schrittweise den barrierearmen Zugang zu städtischen Informationen. Nach Angeboten in Fremdsprachen und Leichter Sprache stehen auf der Website nun auch Videos in Deutscher Gebärdensprache bereit. mehr...

Databund/BMDS: Besserer Informationsfluss

[06.08.2026] Das BMDS und der Databund haben eine Initiative gestartet, die es ermöglichen soll, dass IT-Unternehmen früher über zentrale Digitalvorhaben des Bundes informiert werden. Gleichzeitig sollen sie ihre Erfahrungen künftig einfacher in die Planungen einbringen. mehr...

Hochwassergebiet, knapp über der Wasserfläche sieht man ein Verkehrsschild, im Hintergrund Bäume und eine Stadtsilhouette

Schleswig-Holstein: Einheitliche Technik für große Schadenslagen

[04.08.2026] Schleswig-Holstein beschafft eine neue Software für die Bevölkerungsschutzbehörden von Land und Kommunen. Sie soll den Austausch von Lageinformationen nahezu in Echtzeit ermöglichen und vor allem bei großflächigen Schadenslagen eine bessere Koordination unterstützen. mehr...

QR-Tafel im Bunten Garten in Mönchengladbach

Mönchengladbach: Smarte Parktour

[04.08.2026] Mit einer Web-App lässt sich eine beliebte Parkanlage in Mönchengladbach nun individuell entdecken. Die digitale Führung verbindet Natur, Geschichte und Wissenswertes mit den Möglichkeiten moderner Technologie. mehr...

Absperrband Feuerwehr dahinter verschwommen Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehreinsatzkräfte
bericht

Katastrophenmanagement: Im Ernstfall den Überblick behalten

[29.07.2026] Kommunen müssen sich heutzutage auf zahlreiche potenzielle Krisen vorbereiten. Doch wann ist eine Lage überhaupt eine Krise? Der KGSt-Lagecheck hilft Kommunen, die Situation einzuschätzen und die richtigen Schritte einzuleiten. Digital und notfalls auch ohne Strom. mehr...