Vitako10-Punkte-Plan zur Digitalisierung

Vitako fordert: Digitalisierung muss zur Chefsache der Bundesregierung werden.
(Bildquelle: edan/123rf.com)
Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Kommunalen IT-Dienstleister, Vitako, hat einen 10-Punkte-Plan zur Förderung der Digitalisierung in Deutschland vorgelegt. Nur mit klaren Prioritäten, ausreichenden Investitionen und dem Abbau von Hindernissen könne Deutschland bei der digitalen Transformation führend werden, so der Verband. Ziel sei es, sowohl die kommunale Handlungsfähigkeit zu sichern als auch die nationale Koordination zu stärken und EU-Strategien zu berücksichtigen. „Die digitale Transformation ist für Vitako eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur dann erfolgreich gelingen kann, wenn alle Ebenen – Kommunen, Länder, Bund und auch EU – eng kooperieren. Unser 10-Punkte-Plan stellt die Weichen für eine zukunftsfähige und resiliente digitale Infrastruktur. Dabei ist es entscheidend, dass wir in Deutschland die kommunale IT als Schlüsselfaktor anerkennen und die Finanzierung sowie Governance von IT-Infrastrukturen nachhaltig sichern“, erklärt Lars Hoppmann, geschäftsführender Vorstand bei Vitako.
Kommunen einbinden – nicht ausbremsen
Vitako betont, dass Kommunen 80 Prozent der Verwaltungsleistungen erbringen und damit eine Schlüsselrolle bei der Digitalisierung spielen. Kommunen, ihre Spitzenverbände und IT-Dienstleister müssten frühzeitig in strategische Entscheidungen zu Bürokratieabbau und Digitalisierung eingebunden werden. Die Digitalisierung der kommunalen Verwaltung erfordere jedoch eine solide finanzielle Grundlage. Vitako schlägt vor, höhere Steueranteile gezielt in IT-Infrastrukturen und digitale Verwaltungsdienste zu investieren. Auch die Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit sollte verstärkt werden, um Effizienz und Wirkung zu steigern.
Zur Umsetzung moderner IT-Dienste in der Fläche fordert Vitako Förderprogramme von Bund und Ländern. Der Fokus müsse auf umfassenden Digitalisierungsinitiativen liegen, nicht auf isolierten Leuchtturmprojekten. Rechtshemmnisse im Vergabe-, Kartell- und Steuerrecht seien abzubauen, um eine engere Kooperation öffentlicher IT-Dienstleister zu ermöglichen. Offene und standardisierte Plattformen, etwa für Künstliche Intelligenz, könnten die Entwicklung digitaler Lösungen vor Ort erleichtern.
Klare Regie
Vitako sieht einheitliche Standards und transparente Zuständigkeiten zwischen Bund, Ländern und Kommunen als essenziell an. Digitalisierung müsse zur Chefsache der Bundesregierung werden, idealerweise mit einer klaren Richtlinienkompetenz im Kanzleramt oder einem Digitalministerium. Verwaltungsprozesse seien vollständig zu digitalisieren und interoperabel zu gestalten. Um medienbruchfreie Antragsprozesse zu gewährleisten, sollten alle Akteure – einschließlich IT-Dienstleistern und Fachverfahrensherstellern – frühzeitig eingebunden werden. Erfolgskriterien für die Umsetzung sollten klar definiert und regelmäßig evaluiert werden. Projekte mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz, wie das Registermodernisierungsgesetz, seien prioritär voranzutreiben.
Unabhängigkeit sichern, Daten schützen
Eine umfassende Strategie für digitale Souveränität sei notwendig, um bis 2029 die digitale Unabhängigkeit der EU und Deutschlands zu erreichen. Vitako betont, dass digitale Souveränität keine rein technische, sondern eine geopolitische Herausforderung sei. In einer Welt, die von Multi-Krisen geprägt ist, müsse Europa Technologien und datenschutzkonforme Infrastrukturen entwickeln sowie europäische Initiativen vorantreiben. Der Einsatz von Open-Source-Lösungen fördere Innovation und Transparenz. Wirtschaftsteilnehmer, die Open-Source-Software pflegen, sollten gezielt unterstützt werden. Gleichzeitig sei proprietäre Software auf Basis offener Standards wichtig, um Wettbewerb und Vielfalt sicherzustellen. Einheitliche, verbindliche Sicherheitsstandards seien essenziell, um hochsensible Daten zu schützen und Vertrauen in digitale Prozesse zu stärken. Kommunen sollten eng mit dem BSI und Katastrophenschutzbehörden zusammenarbeiten, um Cybersicherheit und Resilienz zu gewährleisten.
Digital First verankern
Neue Gesetze und Verordnungen müssten auf digitale Umsetzbarkeit und ökonomischen Nutzen geprüft werden. Es dürften keine Maßnahmen mehr beschlossen werden, deren analoge oder digitale Prozesskosten höher sind als ihr eigentlicher Effekt. Ein verpflichtender Digital-Check durch das Kanzleramt oder ein Digitalministerium könne sicherstellen, dass Gesetze die Digitalisierung fördern und bürokratische Hürden abbauen.
Gleichzeitig legt Vitako Wert auf Nachhaltigkeit: Rechenzentren und digitale Anwendungen, insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz, sollten energieeffizient und ressourcenschonend gestaltet sein. Nachhaltigkeitsstandards müssten bei öffentlichen Vergaben verpflichtend werden. Interkommunale Kooperationen könnten dabei zusätzliche Vorteile bieten: Effiziente, größere Rechenzentren ermöglichten Skaleneffekte und Energieeinsparungen.
IT-Planungsrat: Kommunen scheuen EfA-Kosten
[17.04.2026] Eine neue Studie des IT-Planungsrats zeigt, warum Online-Dienste von Bürgern zu wenig genutzt und von Kommunen kaum nachgenutzt werden. Sie schlägt eine föderale Antragsplattform mit kommunalen Marken, Ende-zu-Ende-Digitalisierung und einer Cloud-Infrastruktur vor. mehr...
BMDS/Niedersachsen: Fokusleistungen in alle Kommunen
[16.04.2026] Mit einem neuen Ansatz will das BMDS digitale Verwaltungsleistungen in die Fläche bringen. Kernstück ist die Beauftragung eines Generalunternehmers, der die Ende-zu-Ende-Verantwortung für den Roll-out in den Kommunen übernimmt. Nach Bayern und Hessen hat nun Niedersachsen eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. mehr...
Interview: Wir sitzen im gleichen Boot
[02.04.2026] Im Märkischen Kreis haben sich mehrere Kommunen zum Netzwerk Digitalisierung und E-Government zusammengeschlossen. Welchen Mehrwert der interkommunale Austausch bringt, beschreibt Jasmin Grünschläger, Digitalisierungsbeauftragte der Stadt Menden. mehr...
Schleswig-Holstein: Digitalstrategie 2026 vorgestellt
[19.03.2026] Schleswig-Holstein hat seine neue Digitalstrategie beschlossen. Erstmalig waren zentrale Partner aus Kommunen und Zivilgesellschaft systematisch in den Strategieprozess eingebunden, um einen breiten gesellschaftlichen Ansatz zu ermöglichen. mehr...
Baden-Württemberg: Gemeinsam schneller digital
[18.03.2026] In Baden-Württemberg haben Land und Kommunen eine neue – die inzwischen dritte – E-Government-Vereinbarung unterzeichnet. Das Land will den Roll-out von Verwaltungsleistungen in den Kommunen mit weiteren zehn Millionen Euro finanzieren. mehr...
Thüringen: Land unterstützt Kommunen intensiv
[17.03.2026] Ein neuer Prüfbericht des Thüringer Rechnungshofs sieht beträchtliche Defizite bei der OZG-Umsetzung und der Digitalisierung der kommunalen Verwaltung. In einer Stellungnahme erläutert das Digitalministerium, wie das Land Kommunen unterstützt. mehr...
Verwaltungsdigitalisierung: Lehren für die Zukunft ziehen
[12.03.2026] In 25 Jahren Verwaltungsdigitalisierung mangelte es nicht an ehrgeizigen Zielen. Diese wurden aber trotz der nötigen finanziellen Ressourcen häufig verfehlt. Aus den Erfahrungen der Vergangenheit können Lehren für aktuelle Projekte gezogen werden. mehr...
Hochsauerlandkreis: Weichenstellung für die Zukunft
[11.03.2026] Im Hochsauerlandkreis will ein neuer Ausschuss für Digitalisierung und Verwaltungsmodernisierung für Zukunftsfähigkeit sorgen. In der Auftaktsitzung befassten sich die Ausschussmitglieder intensiv mit dem aktuellen Stand der Verwaltungsdigitalisierung und dem Ausbau der Breitband- und Mobilfunkinfrastruktur. mehr...
Digitalisierung: Wiens sozialer Auftrag
[10.03.2026] Technologie soll Freiheit schaffen – nicht einengen, sagt Nikolaus Reisel. Kommune21 sprach mit dem Head of Platform der Stadt Wien über digitalen Humanismus, offene Standards und den Einsatz von KI in der Verwaltung der österreichischen Hauptstadt. mehr...
Hessen: Standardbefreiung online beantragen
[09.03.2026] Hessens Kommunen sollen die Möglichkeit haben, neue Wege der Aufgabenerfüllung zu erproben. Die so genannte Standardbefreiung erlaubt es kommunalen Körperschaften, von landesrechtlichen Regelungen abzuweichen, um Abläufe zu modernisieren und Bürokratie abzubauen. Dazu gibt es jetzt einen unkomplizierten Online-Antrag. mehr...
Spitzenverbände: Kommunale Handlungsfähigkeit sichern
[06.03.2026] Die kommunalen Spitzenverbände warnen vor der Handlungsunfähigkeit von Städten, Landkreisen und Gemeinden. Bund und Länder müssten dringend Maßnahmen ergreifen, sollen die kommunalen Haushalte nicht vollständig kollabieren. mehr...
NExT/DigitalService: Nachhaltige Verwaltungsmodernisierung
[05.03.2026] Eine gemeinsame Veröffentlichung von NExT und dem DigitalService des Bundes zeigt Wege zu einer wirksamen Verwaltungsdigitalisierung. Dabei wird deutlich: Nachhaltige Effekte und eine echte Digitalrendite entstehen vor allem durch die gezielte Modernisierung der Verwaltungsstrukturen. mehr...
DStGB: Praxisnaher Rahmen für Parkraumkontrolle
[02.03.2026] Die Kommunalen Spitzenverbände äußerten sich bei einer Anhörung im Bundestag zu geplanten Gesetzesänderungen, die auch die digitale Parkraumkontrolle betreffen. Sie fordern unter anderem eine praxisgerechte, flexible und technologieoffene Umsetzung ohne zusätzliche Bürokratie. mehr...
Hessen: Land und Kommunen gestalten Zukunft
[23.02.2026] In Hessen haben das Land und die Kommunalen Spitzenverbände den Zukunftspakt vereinbart, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken. Dies soll durch den Abbau bürokratischer Lasten, eine faire Finanzierung und engere Zusammenarbeit der Ebenen bei der Digitalisierung erreicht werden. mehr...
Thüringen: Digitalisierung auf Kurs
[17.02.2026] Platz vier im Bundesvergleich, Vorreiter bei digitaler Souveränität und Open Source sowie klare Pläne für 2026 – was hinter den Zahlen steckt und wo Thüringen bewusst andere Wege geht, erläutert Landes-CIO Milen Starke im Interview. mehr...























